Testbericht

Sky Snap im Test: Günstige Online-Videothek mit Schwächen

Snap, die Online-Videothek des Pay-TV-Anbieters Sky, erlaubt bereits für 3,99 Euro den Zugriff auf tausende Filme und Serien. Doch was taugt das Video-on-Demand-Angebot zum Schnäppchenpreis?

Multimedia TV© Scanrail / Fotolia.com

Im Rahmen unserer Artikel-Serie zu Video on Demand haben wir bereits die Dienste maxdome, Watchever und Netflix getestet. Nun wollen wir einen Blick auf Snap werfen, die im Dezember 2013 gestartete Online-Videothek des Münchener Pay-TV-Anbieters Sky. Kurz vor dem Markteintritt des Konkurrenten Netflix in Deutschland im vergangenen Herbst senkte Sky den monatlichen Preis für das Snap-Abo auf 3,99 Euro. Damit ist Snap das günstigste Angebot unter den führenden kommerziellen Online-Videotheken. Amazon verlangt für seine Prime-Mitgliedschaft, die auch das VoD-Angebot Prime Video enthält, einmalig 49 Euro im Jahr, umgerechnet rund 4,08 Euro pro Monat. Kann Snap mit seinem Dienst zum Schnäppchenpreis überzeugen?

"Snap Extra" für 6,99 Euro mit Download-Funktion

Seit dem vergangenen Sommer kostet Snap sowohl für Sky-Abonnenten als auch für Nichtkunden einheitlich 3,99 Euro. Optional lässt sich "Snap Extra" für einen Aufpreis von 3 Euro monatlich (6,99 Euro) hinzubuchen. Damit erhalten Snap-Kunden die Möglichkeit, Inhalte auf iPad und iPhone herunterzuladen, um sie später offline anzusehen. Diese Funktion ist noch nicht für Android-Geräte verfügbar. Ein weiterer Bonus von "Snap Extra": Snap-Inhalte lassen sich auf zwei Geräten gleichzeitig nutzen. Bis zu vier Geräte lassen sich registrieren.

Beide Vertragsvarianten sind monatlich kündbar. Die monatliche Abrechnung erfolgt bei Sky-Kunden zusammen mit den Sky-Abogebühren per Lastschrift. Alternativ können Kunden ohne Sky-Smartcard-Abo neben dem Lastschriftverfahren auch mit Kreditkarte oder PayPal zahlen.

Sky Snap RegistrierungBei der Registrierung stehen die Varianten "Snap" sowie "Snap Extra" zur Wahl (Screenshot)© onlinekosten.de

Die Snap-Inhalte lassen sich auf PC, Mac und Notebook direkt über den Browser abrufen (Internet Explorer ab Version 8, Mozilla Firefox ab Version 23, Google Chrome ab Version 29 oder Safari ab Version 6.1.). Zur Wiedergabe der Videos muss allerdings das kostenlose Silverlight Player PlugIn ab Version 5.0.61118.0 von Microsoft installiert sein. Für das Abspielen von Vorschauen ist das Flash Player Plugin erforderlich, außerdem müssen im Browser JavaScript und Cookies aktiviert sein. Nutzen lässt sich Snap für iOS auf dem iPad 2 oder neuer, dem iPad mini, dem iPhone 4 oder neuer sowie dem iPod touch ab der 5. Generation. Darüber hinaus wird Snap für Android von den Smartphones Samsung Galaxy S5, Galaxy S4, Galaxy S III, Note 10.1, Note 3 und Note 2 sowie den Tablets Samsung Galaxy Tab 3 7.0/10.1, Samsung Galaxy Tab 2 7.0/10.1 unterstützt. An der Unterstützung weiterer Android-Geräte werde gearbeitet.

Standort- und Systemcheck vor Start eines Videos

Außerdem läuft Snap auf der Xbox One, auf Apple TV (via Airplay) und über den Streaming-Stick Chromecast von Google. Samsung Smart TVs aus den Jahren 2012 und 2013 erlauben ebenfalls die Snap-Nutzung. Seit kurzem bietet Sky zudem mit der Sky Online TV Box, die für 69 Euro zum Kauf erhältlich ist, eine eigene Streaming-Box an, die die Inhalte auf den heimischen Fernseher übertragen kann. Die Internetverbindung sollte laut Snap mindestens eine Bandbreite von 1 Mbit/s haben, für HD-Inhalte empfiehlt das Unternehmen mindestens 6 Mbit/s. Vor dem Start eines Videos erfolgt ein Standortcheck, da Snap aus rechtlichen Gründen nur in Deutschland und Österreich nutzbar ist. Gleichzeitig wird auch ein Systemcheck zur Ermittlung der verfügbaren Bandbreite durchgeführt.

Sky Snap StartseiteAuf der Startseite präsentiert Snap unter anderem einige Film-Highlights (Screenshot)© onlinekosten.de

Snap mit Gratismonat für Neukunden

Neukunden können Snap aktuell einen Monat gratis testen. Im Gegensatz beispielsweise zum Anbieter Netflix, der Kunden erst nach Anmeldung einen Blick auf seine Inhalte gewährt, verfährt Snap transparent und fair. Interessenten können sich noch vor der Registrierung durch die Listen der Filme und Serien klicken. Sogar die Detail-Infos zu einzelnen Serien-Episoden oder Filmtiteln sind aufrufbar, abspielen lassen sich die Videos aber nur von registrierten Kunden nach erfolgreichem Login.

Zum Pauschalpreis ist der Abruf von tausenden Titeln aus der Sky Collection möglich. Weitere Kosten entstehen nicht, da es keinen kostenpflichtigen Einzelabruf von Videos gibt. Eine genauere Festlegung auf eine konkrete Zahl von Titeln macht Snap nicht, Konkurrent maxdome wirbt dagegen mit einem Angebot von mehr als 55.000 Videos, darunter 4.978 Filmen. In unserem Test zeigte sich, dass das Film- und Serienarchiv von Snap dagegen relativ übersichtlich ist: Aktuell ermittelten wir 1.030 Filme (darunter 24 Dokumentationen), 52 Serien, 72 Kinderfilme sowie 54 Kinderserien. Wird jede einzelne Episode einer Serie als einzelner Titel gezählt, addieren sich diese zu "tausenden Titeln". Die Snap-Nutzer haben die Wahl zwischen dem Originalton sowie der synchronisierten deutschen Fassung. Untertiteln sind für Serien nicht verfügbar.

Aktuelle Filme nicht im Angebot

Wer bei Snap auf der Suche nach neuen Blockbustern ist, wird nicht fündig. Die aktuellsten drei Filme stammen aus dem Produktionsjahr 2013. Dabei hat Snap selbst das Motto ausgegeben "Jeden Tag ein neuer Film". Unter dem Menüpunkt "Neu im Programm" listet Snap dann aber ausschließlich Filmklassiker wie "Men in Black", "Casablanca", "Tron Legacy" oder "Die Akte" auf.

Die fünf meistgesehenen Filme (Stand: 14. Februar) sind laut Snap die folgenden Titel: "Tron Legacy" (2010), "Black Hack Down" (2001), "Kill the Boss" (2011), "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" (2003) und "Besser geht’s nicht" (1997).

In seinem Serienbereich ermöglicht Snap derzeit den Zugriff auf 52 Serien, der Abruf kompletter Staffeln ist möglich. Nicht immer werden allerdings alle verfügbaren Staffeln einer Serie angezeigt. Beispiel: Snap hält nur die beiden ersten Staffeln des Zombie-Schockers "The Walking Dead" zum Abruf bereit. Die Staffeln 3 bis 5 gibt es dagegen beispielsweise für Sky-Abonnenten über den im Sky-Abo kostenlos enthaltenen Dienst Sky Go. Unter anderem sind auch folgende TV-Serien auf Snap verfügbar: "Breaking" Bad (Staffel 1-5), "Fringe – Grenzfälle des FBI" (1-5), "Mad Man" (1-6), "The Big Bang Theory" (1-7), "Prison Break" (1-4), "24 "(1-8) und "Falling Skies" (1-2).

Sky Snap meistgesehene FilmeDie meistgesehenen Filme auf Snap sind schon einige Jahre alt (Screenshot)© onlinekosten.de

Zahlreiche HBO-Serien verfügbar, "Game of Thrones" nur bei Sky

Zu den meistgesehenen Serien gehört mit großem Abstand "The Big Bang Theory", auch "Breaking Bad", "The Walking Dead" und "Futurama" sind bei den Snap-Kunden beliebt. Daneben gibt es HBO-Highlights wie "Boardwalk Empire", "Veep - Die Vizepräsidentin" oder die HBO-Miniserie "The Pacific. Die erfolgreiche Fantasy-Serie "Game of Thrones" ist nicht im Angebot enthalten und ist nur über den Bezahldienst Sky verfügbar.

Wie die Konkurrenz bietet Snap auch einen eigenen "Kids"-Bereich mit Programmen für Kinder an. Unter den 54 Kinderserien finden sich auch Klassiker wie die "Biene Maja" und "Pinnocchio". Von den derzeit 72 angebotenen Kinderfilmen gehören "Monster AG, "Bärenbrüder" sowie "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" zu den meistgesehenen Titeln des Nachwuchses. Zum Schutz der Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten (FSK 16 bzw. FSK 18) setzt Snap auf die vierstellige Sky-PIN. Sky-Abonnenten können ihre bestehende Sky-PIN verwenden. Neukunden erhalten nach Online-Registrierung eine E-Mail mit Aktivierungslink sowie vorläufiger Sky-PIN.

Sky Snap PinInhalte, die erst für Zuschauer ab 16 bzw. 18 Jahren geeignet sind, sind durch die Sky-PIN geschützt (Screenshot)© onlinekosten.de

Inhalte per Suche oder Genre-Kategorien finden

Die im lila Snap-Design gehaltene Benutzeroberfläche für den Browser ist übersichtlich gestaltet und in die Oberkategorien Film, Serien und Kids unterteilt. Inhalte lassen sich über die Suchfunktion oder über Filter wie "Highlights" (themenspezifische Inhalte, ausgewählt von der Snap-Redaktion), "Neu im Programm" oder "Meistgesehen" auswählen. Zudem erleichtert Snap die Auswahl durch Unterkategorien wie Action, Thriller, Komödie, Familie oder Fantasy. Bei Serien weist zudem die Anzeige "Letzte Chance" auf bald nicht mehr verfügbare Inhalte hin, beispielsweise bei einem Ablauf der Lizenzrechte von Snap. Werden beim Schnuppern durch den Snap-Katalog interessante Videos gefunden, lassen sich diese in einer Merkliste abspeichern, so dass später einfach darauf zugegriffen werden kann.

Wie gestaltete sich nun der Abruf von Videos in unserem Test? Wir konnten Snap nur im Browser auf einem Notebook testen, da wir weder über ein unterstütztes iOS-Gerät noch über die ausgewählten Samsung-Android-Endgeräte verfügen.

Standort- und Systemcheck vor Videostart

Unser Internetanschluss mit 16 Mbit/s bot auch für HD-Videos ausreichend Bandbreite. Bei Serien wird jeweils schon vor dem Start eines Videos angezeigt, ob der Inhalt in HD-Qualität verfügbar ist, bei Filmen hatten wir auf Anhieb im Rahmen einer Stichprobe keinen Film in HD gefunden, wohl aber einige Dokumentationen. Nach dem Standort- und Systemcheck und der Autorisierung startete das gewählte Video jeweils innerhalb weniger Sekunden, das Abspielen des Films bzw. der Serie verlief ruckelfrei. Snap weist darauf hin, dass es nach dem Start eines Videos bis zu 20 Sekunden dauern kann, bis sich die Bildqualität an die verfügbare Bandbreite angepasst hat. Diesen Effekt konnten wir selbst feststellen: Die ersten Sekunden mehrerer Titel waren zunächst sehr unklar und pixelig, erst danach wurde das Bild scharf.

Sky Snap SystemcheckVor dem Start eines Videos wird ein Standort- und Systemcheck durchgeführt (Screenshot)© onlinekosten.de

Videos lassen sich in den Vollbildmodus schalten, pausieren sowie in der Zeitleiste unterhalb des Videos 'vor- und zurückspulen' – durch Sprung an eine andere Position des Videos. Negativ aufgefallen ist uns, dass sich Snap offenbar nicht die Position merkt, an der ein Kunde einen Film stoppt. Nach dem Ausloggen und späterem erneuten Einloggen startete der Film neu, auch dann, wenn er in der "Merkliste" als Favorit gespeichert wurde. Das ist bei der Konkurrenz besser gelöst.

Der Ton (Original-/Synchronfassung) kann jederzeit während des laufenden Videos geändert werden. Informationen zur Soundqualität sind der Snap-Homepage nicht zu entnehmen, auch während der Videowiedergabe sind solche Informationen nicht zu finden. In den Detail-Informationen zu einem Video werden unter anderem die Altersfreigabe, das Genre, die Videolänge, der Titel, Produktionsland- und jahr sowie die Besetzung angegeben. Das Sky-PIN-System zum Jugendschutz funktionierte: Der Start eines erst ab 16 oder 18 Jahren geeigneten Films erfolgte im Test erst nach Eingabe des vierstelligen PIN-Codes. Technisch konnten wir keinerlei Störungen feststellen, auch das erforderliche Silverlight-Plugin stürzte während unseres Tests nicht ab.

Fazit: Günstiges Angebot mit Abstrichen

Mit einem monatlichen Preis von 3,99 Euro in der Standard-Version ist Snap die günstigste Online-Videothek am Markt. Technisch zeigt sich Snap fehlerfrei, die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und leicht bedienbar. Allerdings müssen angesichts der niedrigen Abogebühr erhebliche Abstriche bei der Aktualität der Inhalte gemacht werden. Weder kann Snap mit aktuellen Blockbustern aufwarten noch ist die Auswahl im Vergleich mit den Konkurrenten sonderlich groß. Insbesondere mit dem preislich nahezu gleichauf liegenden Amazon Prime Video kann Snap nicht mithalten.

Dennoch mögen Kinofreunde den einen oder anderen Klassiker in der Snap-Videothek entdecken. Selbst Uralt-Streifen wie "Metropolis" (1926) sowie "Vom Winde verweht" (1939) enthält das Archiv. Bei den Serien sieht es ähnlich aus. Die Auswahl ist begrenzt, nicht jeder Serienfan wird hier seine Lieblingsserie wiederfinden. Aktuelle Staffeln kann Snap nicht zu jeder Serie bieten. Da Snap monatlich kündbar ist sowie Neukunden ein kostenloser Testmonat gewährt wird, kann sich jeder Interessent problemlos selbst ein Bild von der Sky Online-Videothek machen.

Anbieter: Snap (Sky)
Webseite: www.skysnap.de
Vertragsart: Abo (monatlich kündbar)
Kosten: "Snap": 3,99 Euro / Monat
"Snap Extra": 6,99 Euro / Monat (Downloads sowie zwei Geräte gleichzeitig nuzbar)
Zahlweise: Lastschrift (bei Sky-Kunden automatisch zusammen mit Sky-Monatsgebühr), Kreditkarte, PayPal
Inhalte: "Snap" und "Snap Extra": Zugriff auf Filme, Dokumentationen, Serien und Kinderprogramme (Leihe für 48 Stunden)

Inhalte: (Stand 14. Februar 2015):
  • 1.030 Filme
  • 24 Dokumentationen
  • 52 Serien
  • 72 Kinderfilme
  • 54 Kinderserien
etliche Titel in HD und in OV verfügbar
Zugriffswege: Internetanschluss: mindestens 1 Mbit/s, für HD 6 Mbit/s
PC, Mac, Notebook: Webbrowser (Internet Explorer, Firefox, Chrome, Safari)
Ausgewählte Smartphones und Tablets von Apple und Samsung: App für ioS und Android
Smart-TV: Samsung-Modelle von 2012 und 2013
Spielkonsolen: Xbox One
Weitere Geräte: Chromecast
Sky Online TV Box (einmalig 69 Euro zum Kauf)
Sicherheit: PIN / Jugendschutz:
Altersnachweis per vierstelliger Sky-PIN bei Inhalten ab 16 / 18 Jahren
Unser Testfazit zur Sky Snap Online-Videothek
Pro Contra
  • günstiger Preis
  • übersichtliche Bedienoberfläche
  • Offline-Nutzung (Download von Videos)
  • komplette Serienstaffeln
  • Gratismonat
  • monatlich kündbar
  • keine aktuellen Blockbuster
  • Film- und Serienangebot nicht sonderlich groß
  • Android-Unterstützung nur für ausgewählte Samsung-Geräte
  • Browsernutzung nur mit Silverlight-Plugin
  • keine Untertitel für Serien
  • Position angefangener Videos wird nicht gespeichert
Gesamtnote der Redaktion

(Jörg Schamberg)

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