Testbericht

Shuttle X 5000TA im Test: All-in-One mit Dual-Atom

Shuttle, eigentlich eher für Mini-PCs und Barebones bekannt, hat einen All-in-One-PC mit Touchscreen entwickelt und ihn mit einem Dual-Core Atom Prozessor aufgemotzt. Wir haben den PC getestet. Kostenpunkt: ab 500 Euro.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Das Jahr 2009 scheint das Jahr der All-in-One-PCs zu sein. Einen kompletten Computer platzsparend im Monitor verbaut gibt es zwar schon seit dem Apple iMac, aber erst seitdem die Hersteller den von Netbooks bekannten Intel Atom Prozessor für die Kompakt-Rechner verwenden, sind die Geräte für jeden erschwinglich geworden. Einige gibt es sogar mit Touchscreen-Display, zum Beispiel den Shuttle X 5000TA aus der X50 Serie. Eine Besonderheit ist hier der Intel Atom 330, der mit zwei anstatt nur einem Kern rechnet und daher auch Windows Vista anfeuern soll. Ob das Konzept aufgeht? Unsere Redaktion hat den Test gemacht.

Inhalt:

1. Erster Eindruck und Schnittstellen
2. Technische Daten, Rechenleistung und Touchscreen
3. Fazit und Übersichts-Tabelle

Klein, leicht, schön

Schon bei der Entgegennahme des großen Pakets wird deutlich: Mit den sperrigen und schweren All-in-One-PCs von gestern hat das neue Modell vom Mini-PC- und Barebone-Spezialisten Shuttle nichts mehr gemeinsam. Während die leistungsstarken und teuren All-in-Ones früher gerne einmal zehn Kilogramm (kg) wogen, ist der Shuttle X 5000TA mit 3,6 kg gerade einmal so schwer wie ein 17-Zoll-Notebook – aber kleiner. Das weiße Testgerät misst etwa 39x33 Zentimeter (cm) und ist 3,6 cm dick. Alternativ steht auch Schwarz als Farbe zur Auswahl.

Intelligenter Standfuß

Das Gehäuse erinnert an einen flachen TFT-Monitor, ist schnörkellos, aber schick. Das Material macht einen festen und stabilen Eindruck, genauso hochwertig erscheint auch der Standfuß. Er lässt sich komplett nach unten, aber auch nach oben klappen und dient daher gleichzeitig als Tragegriff. Dies ist praktisch: Packt man den X 5000TA zum Transport einfach an den Seiten an, könnte versehentlich der Ein/Aus-Schalter betätigt werden. Dieser sitzt links in der silberfarbenen Leiste, in der sich außerdem Tasten zum Verstellen der Lautstärke und Bildschirm-Helligkeit befinden.

Auch fast alle Schnittstellen verteilen sich auf die Seiten, liegen jedoch weiter hinten. Links findet der Nutzer zwei USB-Anschlüsse und die Buchse für das 65-Watt-Netzteil, rechts liegen ein Kartenleser, drei USB-Ports, der LAN-Anschluss sowie Eingänge für Mikrofon, Kopfhörer und Line-In.

Die Ausnahmen bilden D-Sub für einen externen Monitor und der Port für ein Kensington-Schloss, die auf der Rückseite liegen. Ein kabelloser Internetzugang lässt sich per WLAN 802.11 b/g/n herstellen.

Nach den ganzen Äußerlichkeiten geht es nun ans Eingemachte. Allen voran sitzt der besagte Intel Atom 330 Prozessor hinter dem 15,6 Zoll großen Touchscreen. Der Dual-Core Atom mit 1,6 Gigahertz und einem Megabyte L2-Cache wurde speziell für Nettops entwickelt und bringt messbar eine bessere Leistung als sein Single-Core-Vorgänger, der in Netbooks und zum Beispiel auch im MSI Wind NetOn AP1900 steckt. So fällt nicht nur das Benchmark-Ergebnis von PCMark05 besser aus, auch beim Packen von Bildern stellte er sich besser an. Während der N270 im Acer Aspire One rund eine Minute benötigte, um 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) mit dem Programm 7-Zip zum Paket zu schnüren, war der 330 in 38 Sekunden fertig.

Fit genug für Vista

Zusammen mit einem Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher ermöglicht er auch einen flüssigen Betrieb von Windows Vista, das hier in der Basic Variante vorinstalliert ist. Wie bei den meisten Netbooks mit Atom CPU ist als Grafikchip der Intel GMA 950 mit an Bord, der natürlich nicht zum Spielen taugt.

Rundum überzeugend: Der Touchscreen

Das Hauptaugenmerk liegt beim X 5000TA auf dem Touchscreen im 16:9 Format, der mit 1.366x768 Pixeln auflöst. Dank diesem lassen sich die gewünschten Programme einfach mit dem Finger aufrufen. Dies klappt auch bei kleineren Schaltflächen, sicherheitshalber ist aber trotzdem ein Stylus-Pen für die komfortablere und genauere Eingabe dabei. Er kann oben im Gehäuse eingesteckt werden.

Um Text einzugeben, muss die virtuelle Tastatur von Windows Vista eingeblendet werden. Ein gesondertes Exemplar oder zusätzliche Eingabegeräte liefert Shuttle nämlich nicht mit, ebenso wenig eine spezielle Touch-Software. Da Vista in der Basic-Version vorliegt, gibt es auch kein Windows Mediacenter. Die präzise und sehr gute Steuerung macht dies aber wieder wett, nicht ganz so überzeugend sind die Video-Eigenschaften des Bildschirms. Das Display ist zwar hell genug, liefert jedoch recht kleine Blickwinkel, etwas zu blasse Farben und eine Hochglanz-Oberfläche, die zu Spiegelungen neigt.
Oberhalb hat Shuttle noch eine Webcam mit 1,3 Megapixel angebracht. Für die Sound-Ausgabe sind zwei 2-Watt-Lautsprecher zuständig, die in Bezug auf ihre Größe einen guten Klang erzeugen. Voller als Netbook-Exemplare klingen sie allemal. Angenehm niedrig ist hingegen die Geräuschentwicklung des Rechners im Betrieb. Zudem behält er auch nach längerem Einsatz einen kühlen Kopf.

Fazit: Cool und schweigsam

Der Shuttle X 5000TA für 595 Euro (UVP) bringt dank Dual-Core Atom mehr Leistung als andere Nettops und punktet mit seinem präzisen Touchscreen. Weitere Pluspunkte gibt es für den Tragegriff und die Wand-Halterung. Leider ist kein Laufwerk integriert, auch auf Eingabegeräte hat Shuttle verzichtet. Zum Burner-Produkt fehlt ihm eine spezielle Software für die Ansteuerung von Inhalten per Touchscreen. Dies könnte Windows 7 im Herbst ausgleichen.

Alternativen wären der MSI Wind NetOn, der zwar keinen Touchscreen, aber einen DVD-Brenner spendiert, oder der Asus Eee Top. Der Asus Konkurrent kommt mit einem Touchscreen und ist – ausgehend von den Hersteller-Preisen – knapp 100 Euro günstiger, wird aber mit Windows XP und einem Single-Core Atom geliefert. Wer beim Shuttle X 5000TA sparen will, kann ihn ohne Betriebssystem kaufen. Der vom Hersteller empfohlene Preis sinkt dann auf 495 Euro beziehungsweise in Onlineshops auf bis zu 430 Euro.

Name: X 5000TA
Hersteller: Shuttle
Internet: eu.shuttle.com/de
Preis: UVP 595 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom 330 mit 2 x 1,6 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 950
Speicher: 1 GB DDR2 (aufrüstbar auf zwei GB)
Festplatte: 160 GB SATA (2,5 Zoll) mit 5.400 U/Min
Laufwerk: -
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Bildschirm: 15,6 Zoll Touchscreen 16:9 (1.366x768 Pixel)
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN (802.11b/g/n)
Betriebssystem: Windows Visa Home Basic
Abmessungen: 39,13 x 32,7 x 3,6 cm (BxHxT); 3,6 Kilogramm
Anschlüsse: 5 x USB, D-Sub, Kopfhörer, Mikrofon, Line-In, Kartenleser (SD, MMC, MS und MS-pro)
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam, Stylus
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 4,3 / RAM: 4,5 / 2D: 2,2 / 3D: 2,9 / HDD: 5,3
PCMark05: 2.062
3DMark03: 658
Garantie: zwei Jahre Pick-up-and-Return-Service
Pro & Contra
Dual-Core Atom
Touchscreen-Steuerung
klein und leicht
leise und sparsam
mit Tragegriff
stabiles und schönes Design
spiegelndes Display
keine Touchscreen-Tools
kein Laufwerk
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Ergonomie (20%): gut
Handhabung/Service (15%): gut
Geräuschentwicklung (10%): sehr gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,1)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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