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Schneller, hübscher, besser: Firefox 2.0 im Test

In Kürze wird die Mozilla-Foundation die finale Version von Firefox 2.0 auf ihren Internetseiten veröffentlichen. onlinekosten.de hat den Browser unter die Lupe genommen.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Firefox ist der englische Name für den kleinen Panda. Dieser ist nun erwachsen geworden und zeigt Microsoft die Zähne. Der neue Internet-Browser aus der Entwickler-Schmiede von Mozilla - Firefox 2.0 - steht heute in direkter Konkurrenz zu dem kürzlich veröffentlichen Internet Explorer 7 von Softwareriese Microsoft und muss sich nicht vor diesem verstecken. Denn der Firefox 2.0 ist ein Konkurrent, an dem sich Microsoft die Zähne ausbeißen könnte, denn der neue Browser ist flink wie ein Wiesel und wesentlich hübscher als Microsofts verspieltes Flagschiff. onlinekosten.de hat den neuen Firefox ein wenig näher unter die Lupe genommen.

Die Download-Größe ist gegenüber der Version 1.5.0.7 nur geringfügig gewachsen: Statt 4,9 Megabyte für den Windows-Installer sind es jetzt 5,3 Megabyte, der Mac-Installer ist von 16,1 auf 17,3 Megabyte gewachsen und auch der Linux-Download ist mit 8,9 statt 8,1 Megabyte nur ein wenig größer als die Vorgänger-Version. Die Installationsprozedur ist mit der Vorgänger-Version identisch.

Flinker und hübscher

Schon beim ersten Start fällt auf: Firefox 2.0 ist schnell. Sehr schnell, viel schneller als der Vorgänger. Auch auf älterer Hardware macht der Browser jetzt Spaß. Ganz besonders unter Mac OS X sind die Verbesserungen fühlbar: Der leidige Scroll-Bug, der das Scrolling ruckeln ließ, ist verschwunden, der Browser selbst auch auf älteren G4-Systemen brauchbar. Auch Windows- und Linux-Anwender profitieren von der verbesserten Performance.

Auf den ersten Blick hat sich optisch bei Firefox nicht viel getan: Die Oberfläche ist bekannt, wurde nur ein wenig überarbeitet. Der Web 2.0-Look wurde auf sämtliche Schaltflächen übertragen, sie wirken nun abgerundeter und eleganter. Auch bei der Farbgebung gibt es leichte Änderungen, die Farben sind optisch etwas leichter gestaltet und wirken wie polierter Kunststoff.

Verbesserungen in der Suchfunktion

Die wahren Verbesserungen von Firefox 2.0 aber liegen unter der Oberfläche. Die wohl markanteste Neuerung: Bei der Suchfunktion oben rechts im Fenster bietet Firefox nun so genannte Search Suggestions an, das sind Suchvorschläge, die sich an der Eingabe orientieren, das Eintippen verkürzen und Fehleingaben verhindern. Suchvorschläge zeigen an, was andere User häufig in den in Firefox integrierten Suchmaschinen suchen.

Ein Suchmaschinen-Manager erleichtert die Verwaltung der in Firefox eingebauten Suchmaschinen nun erheblich. Nach dem Klick auf den Suchmaschinen-Manager öffnet sich ein Fenster mit den bereits installierten Firefox-Suchen. Ab Werk sind Google und Yahoo! als Suchmaschine integriert, zudem die Suchfunktionen von Amazon, eBay und der Wikipedia. Diese lassen sich hier problemlos verwalten. Ein Klick auf "weitere Suchmaschinen" öffnet ein Browser-Fenster mit allen verfügbaren Firefox-Such-Addons. Von A9 über die Internet Movie Database bis hin zu den Yahooligans, der Yahoo-Suche für Kinder, reicht das Spektrum der verfügbaren Dienste.

Tabs und mehr

Ein Klick, schon fragt der Browser, ob die Suche tatsächlich integriert werden soll. Ein weiterer Klick auf "Ok", und schon kann in einem der aufgeführten Dienste gesucht werden. Wer eine Suche nicht mehr nutzen möchte, kann sie über den Suchmaschinen-Manager wieder entfernen. Neben der Suchfunktion gibt es auch interessante Verbesserungen bei der Tab-Funktion. Links in neuen Fenstern werden inzwischen von Firefox immer in einem neuen Tab-Reiter geöffnet.

So bleibt die Übersichtlichkeit gewahrt. Natürlich kann die Funktion auch abgeschaltet werden. Ähnlich wie bei Apples Safari verfügt nun jeder Tab auch über ein kleines "Schließen"-Kreuzchen. So wird verhindert, dass aus Versehen ein falscher Tab geschlossen wird.



Surf-Sessions lassen sich speichern

Insgesamt wurde die Tab-Verwaltung stark verbessert. So gibt es nun seitlich der Tab-Leiste einen kleinen Pfeil, der es ermöglicht, durch die einzelnen Tabs zu scrollen – eine Unterstützung für Power-User, die zahlreiche Tabs geöffnet haben. Ebenfalls hilfreich: Eine integrierte Tab-Chronik zeigt die kürzlich geschlossenen Tabs an. Falls versehentlich doch einmal ein Tab falsch geschlossen wurde, lässt sich die Seite mit dieser Funktion wieder aufrufen, ohne umständlich danach suchen zu müssen.

Zusätzlich lassen sich ganze Surf-Sessions speichern: Offene Tabs, Fenster und Downloads können in einem Rutsch gespeichert werden, wodurch sich ein beliebiger Surf-Stand jederzeit wiederherstellen lässt. Werden Firefox Plugins oder Erweiterungen installiert, aktiviert der Browser automatisch die Speicherung, um eine Surf-Session nach einem eventuellen Systemabsturz wieder herzustellen.



Feeds-Unterstützung

Auch in Sachen Feed-Unterstützung hat sich einiges getan. Zwar ist die interne Feed-Unterstützung ähnlich unschön wie bei Firefox 1.5 über dynamische Lesezeichen und ohne Text-Vorschau geregelt, dafür lassen sich jedoch externe Feed-Dienste wie Bloglines, Google-Reader oder Tools wie Thunderbird einbinden, die eine bessere Feed-Verwaltung bieten. Firefox fragt bei jedem Feed, wie damit verfahren werden soll. Ebenfalls neu: Der Phishing-Schutz. Genau wie der Internet Explorer 7 verfügt Firefox über einen eingebauten Schutz vor Phishing, mit dessen Hilfe dem Anwender die Erkennung von Phishing-Websites erleichtert wird. Dabei ist es sowohl möglich, den Phishing-Schutz ähnlich eines Spam-Filters auf dem eigenen Rechner zu konfigurieren, als auch per Abfrage an Googles Phishing-Schutz.

Leistungsfähiger Phishing-Schutz

Die zweite Option ist natürlich wesentlich sicherer, für Freunde der gepflegten Anonymität im Netz oder für Google-Hasser jedoch nicht zu gebrauchen. Solche Zeitgenossen benötigen jedoch auch in der Regel keinen Phishing-Schutz, da sie sicher genug sind, nicht auf die plumpen Maschen der Phisher hereinzufallen. Für Internet-Anfänger eignet sich der Phishing-Schutz jedoch hervorragend: Firefox blendet die Seite leicht aus und dafür eine dicke Warnmeldung ein.

Die übrigen Neuerungen sind hintergründig. Eine eingebaute Rechtsschreib-Prüfung hilft beim Verfassen von E-Mails im Browserfenster oder beim Schreiben von Blog-Einträgen – die Prüfung ist sogar recht treffsicher. Die Privacy-Einstellungen zum schnellen Löschen der privaten Daten aus dem Browser-Cache ist von den Einstellungen ins Extras-Menü gewandert.



Flinker und hübscher

Der neue Add-On-Manager verbindet den alten Theme- und den Erweiterungs-Manager für mehr Übersicht. Auch das Erweiterungs-System wurde verbessert, um Entwicklern die Anpassung von Erweiterungen an verschiedene Sprachen zu erleichtern.

Firefox ist erwachsen geworden. Die Version 2.0 des Browsers ist die logische Folge von Firefox 1.5, Features wurden sinnvoll ergänzt, der Browser beschleunigt und rundum geglättet. So wirkten Menüs und Funktionen unfertig, hier und da wurden mittelschwere Bugs monatelang mitgeschleppt.



Fazit: Vorsprung ausgebaut

Im Test konnte kein einziger Fehler in Firefox 2.0 gefunden werden. Der Browser ist zuverlässig und schnell, die Menüs sind anders als bei Firefox 1.5 wirklich komplett optisch und sprachlich ansprechend übersetzt. Die Logik der Einstellungen wurde verbessert, insgesamt wirkt Firefox wesentlich aufgeräumter als die Vorgänger-Version.

Doch es gibt einige kleine Wermuts-Tropfen: So wäre eine "Privates Surfen"-Funktion sinnvoll gewesen, wie sie sich in Apples Safari finden lässt. Auf diese Weise werden erst gar keine Daten gesammelt. Ebenfalls wesentlich ansprechender als die Firefox-Lösung ist beim Internet-Explorer 7 und bei Safari die Möglichkeit zur Darstellung von RSS-Feeds auf einer Internetseite statt in den Favoriten. Ansonsten kann den Entwicklern nur gratuliert werden: Firefox 2.0 ist die beste Firefox-Version aller Zeiten und baut den Vorsprung zum Internet Explorer erneut aus.

(Christian Rentrop)

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