Testbericht

Schick und schnell: HP Spectre XT im Test

HPs aktuelles Ultrabook mit Intel Ivy Bridge-Prozessor hat viel zu bieten: ein schönes Gehäuse in guter Verarbeitung, eine schnelle SSD, eine hervorragende Tastatur und Photoshop Elements gratis. Zum perfekten Mix müsste nur noch ein besseres Display an Bord.

HPs aktuelles Ultrabook mit Intel Ivy Bridge-Prozessor hat viel zu bieten: ein schönes Gehäuse in guter Verarbeitung, eine schnelle SSD, eine hervorragende Tastatur und Photoshop Elements gratis. Zum perfekten Mix müsste nur noch ein besseres Display an Bord.

CeBIT© CeBIT

Während der IFA in Berlin zeigte HP nicht nur ein Hybrid-Tablet namens Envy x2, sondern auch eine Touchscreen-Version des aktuellen Spectre-Ultrabooks, das Spectre XT TouchSmart. Doch das 15,6 Zoll große Notebook mit Windows 8 kommt erst im Dezember auf den Markt, bis dahin bedient das Spectre XT den Privatkundenbereich. Nach Folio 13 und HP Envy 14 Spectre (Test) mit Sandy-Bridge-Plattform rückte es als HPs erstes Ivy-Bridge-Ultrabook nach und verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden sowie einen starken Sound dank Beats Audio mit vier Lautsprechern. Ob es überzeugt, zeigt unser Test.

HP Spectre XT Test - Inhalt

  • Seite 1: Optik, Display, Eingabegeräte, Schnittstellen und Lieferumfang
  • Seite 2: Hardware und Leistung
  • Seite 3: Sound, Fazit und Test-Tabelle

Schöner, leichter Laptop

Mit einem Gewicht von 1,39 Kilogramm zählt das rund 316 x 224 x 18 Millimeter große Spectre XT zu den leichteren Ultrabooks in seiner Größenklasse. Um das Fliegengewicht des Z930 von Toshiba zu erreichen, ist es knapp 300 Gramm zu schwer. Anders als das Envy 14 Spectre besteht das Spectre XT nicht aus putzintensivem Glas, sondern im Bereich des Deckels aus Aluminium und an der Unterseite aus Magnesium, überzogen mit einer griffigen Gummioberfläche und vier Standfüßen. Außen und rund um die Tastatur sorgt eine gebürstete Optik für schickes Aussehen, nebenbei zieht das Material keine Fingerabdrücke an und verschmiert daher nicht. Das Gehäuse wirkt stabil und hochwertig, auch wenn der Displaydeckel zugeklappt nachgibt, wenn mit der Hand fester darauf gedrückt wird. Die schmale, glänzende Leiste rund um das Gehäuse läuft zwar ziemlich spitz zu, ist aber sauber entgratet und an keiner Stelle scharfkantig. Qualitativ liegt HP damit knapp unter Unibody-Laptops wie MacBook Air und Asus Zenbook. Hübsch anzusehen ist auch der relativ dünne Rahmen rund um das Display. Damit sich die Tastatur nicht im Bildschirm verewigt, ist eine Gummi-Umrandung angebracht.

Display bietet nur Durchschnittskost

Das Display, in das eine HD-Webcam mit Dual-Array-Mikrofon eingelassen ist, liefert eine Auflösung von 1.366x768 Bildpunkten und ist nicht entspiegelt. Wer häufig unterwegs ist und mit dem Notebook in Bus und Bahn oder im Freien arbeiten mchte, muss daher mit Spiegelungen leben oder sich von vornherein für ein mattes Modell entscheiden. Bei HP ist aber keine entspiegelte Version wählbar. Unter optimalen Voraussetzungen und bei mittiger Sicht gibt es wenig zu meckern, aber wie bei einigen anderen Laptops wie beispielsweise dem Konkurrenten Sony Vaio T13 würden wir uns eine höhere maximale Helligkeit wünschen. Dann ließen sich auch die Spiegeleffekte eindämmen. Ein weiterer Nachteil: Es ist sehr blickwinkelabhängig. Von der Seite betrachtet oder bei kleinen Veränderungen an der Neigung des Bildschirms werden Farben heller oder dunkler. An dieser Stelle hakt es bei vielen TN-Displays, wer besonders große Blickwinkel fordert, wird diese nur bei teureren IPS-Exemplaren finden.

Tastatur für Vielschreiber

Das Tastenfeld bekommt eine gute Note. Auf den markierten und leisen Tasten ist durchaus angenehmes Schreiben möglich, außerdem ist die Tastatur sehr stabil und biegt sich kaum durch, wenn Druck ausgeübt wird. Wer häufig zu später Stunde mit dem Notebook beschäftigt ist und das Licht nicht einschalten möchte, darf sich über eine verstellbare Tastaturbeleuchtung freuen. Die Funktionstasten hat HP direkt mit verschiedenen Stellschrauben belegt, Fn muss dann nicht gedrückt werden. Das Touchpad ist angenehm glatt und die Klicktasten sind mit in die Fläche integriert. Wo geklickt und wo gestrichen wird, ist anhand einer Linie zu erkennen.

Anschlüsse: Alles, was man braucht

Bei den Anschlüssen spielt das Gerät im Mittelfeld, soll heißen, es gibt durchaus Ultrabooks, die eine größere Port-Vielfalt bieten, doch für eine solide Basis ist gesorgt und auf Mini-Schnittstellen mit Adapterzwang wird verzichtet. Im einzelnen finden sich HDMI, USB 2.0, USB 3.0, eine Kombibuchse für Kopfhörer und Mikrofon, ein Speicherkartenleser und ein LAN-Anschluss (Gigabit Ethernet LAN). Zur kabellosen Kommunikation steht ein WLAN-Modul mit Unterstützung der Funkstandards 802.11 a/b/g/n bereit, wahrend sich drahtlose Lautsprecher oder ein Mobiltelefon über Bluetooth anschließen lassen.

Mit ins Paket packt Hewlett-Packard eine kleine schwarze Stofftasche für das Netzteil oder weiteres Zubehör und eine dünne Hülle für das Ultrabook. Diese schützt aber höchstens vor Kratzern, eine gepolsterte Tasche ersetzt sie nicht. An Software-Zugaben spendiert der Hersteller für zwei Jahre Symantec Norton Internet Security, Adobe Premiere Elements und Photoshop Elements 10. Das Adobe-Set lag auch bereits dem Envy 14 Spectre bei, mit einem Straßenpreis von rund 100 Euro eine nette Geste.

Auf der Haben-Seite der Hardware-Bilanz verbucht das Spectre XT einen Intel Core i5-3317U-Prozessor mit 1,7 Gigahertz und integrierter Intel HD 4000 Grafik, eine SSD mit 128 Gigabyte Speicherplatz und 4 GB Arbeitsspeicher. Ein optisches Laufwerk und eine Grafikkarte mit dediziertem Speicher fallen klassentypisch unter den Tisch.

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  • Seite 2: Hardware und Leistung
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Gute Performance, schnelle SSD

Das Komponenten-Bündel ist jedoch für viele Anwendungen leistungsstark genug. Als wir das Spectre XT 30 Browser-Tabs in Chrome öffnen und gleichzeitig ein Full-HD-Video mit dem VLC-Player abspielen ließen, war die CPU zu knapp 20 Prozent und der Arbeitsspeicher zu 60 Prozent ausgelastet. Da nur ein Steckplatz vorhanden ist und das Ultrabook nur maximal 4 GB RAM verkraftet, ist hier keine Erweiterung möglich. Insbesondere bei sehr schlanken und leichten Ultrabooks ist das keine Seltenheit.

Wir haben die Hardware-Kombination bereits im Sony Vaio T13 Test prüfen können. Unser Muster war ebenfalls mit einem Intel Core i5-3317U, 4 GB RAM und 128 GB Speicherplatz ausgestattet und glänzte mit einer besonders flotten SSD, was man auch über das Spectre XT sagen kann. Windows 7 startete innerhalb von rund 17 Sekunden. Beim Wechsel von Sandy Bridge zu Ivy Bridge hat Intel vor allem die Grafikleistung verbessert. Unter anderem wird nun die Grafikschnittstelle DirectX 11 unterstützt und auch die Benchmark-Ergebnisse fallen höher aus als bei der Vorgängergeneration. Natürlich macht das noch keine Gaming-Boliden aus den Ultrabooks. Die Messungen zu CPU, Grafikkomponente und SSD finden sich auf Seite 3.

Ausdauer und Lautstärke

Der Ultrabook-Prozessor mit einer Thermal Design Power von maximal 17 Watt lässt eine Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden zu, wenn lediglich Word-Dokumente gelesen werden und sich der Laptop nicht zur Ruhe legen darf. Beim Abspielen von HD-Filmen oder Surfen sind rund 5 Stunden möglich, unter simulierter Volllast leerte sich der Akku bereits nach etwa 2 Stunden. Ein solches Szenario kommt im normalen Arbeitsalltag jedoch höchst selten vor - und das ist auch gut so: Dann machte nämlich der Lüfter mit einem hohen Fiepen in unangenehmer Weise auf sich aufmerksam. Beim Surfen und Videoabspielen wird das Gehäuse auch gelüftet, die Geräusche bleiben dann aber dezent. Im Standby-Modus kann das Ultrabook für etwa 11 Tage belassen werden.

HPs Beats Audio kommt ganz gut weg. Der Sound des an den Seiten und oberhalb der Tastatur platzierten Lautsprecher-Quartetts ist auch bei höherer Lautstärke klar. Besonders deutlich wird die Leistung der Klang-Technik, wenn sie über Fn+b ab- und wieder eingeschaltet wird. Denn ohne Beats Audio erschallt Musik eher blechern aus dem Ultrabook, so wie es bei einem schlanken und leichten Gerät zu erwarten ist. Einen Vorteil verschafft zudem das Optionsmenü, über das sich beispielsweise der Bass gesondert regeln oder die Wiedergabe für Dialoge in Filmen optimieren lässt. Auch für In-Ear-Hörer gibt es ein eigenes Profil.

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Fazit: Top-Ultrabook mit Durchschnitts-Display

Beim Spectre XT können wir die meisten Punkte überaus zufrieden abnicken: das stimmige, keineswegs aufdringliche Design, matte Oberflächen und eine gute Gesamtleistung. Auch das geringe Gewicht und die durchweg gelungene Tastatur kommt mobilen Anwendern entgegen. Nicht so ganz zu diesem gelungenen Auftritt mag das spiegelnde und blickwinkelschwache Display passen. Zwar liegt es nicht unter dem Durchschnitt, aber eben auch nicht darüber. Eine hellere Beleuchtung oder Konfigurationsspielraum in Richtung IPS oder einer matten Version würden dem Gesamtpaket noch besser zu Gesicht stehen.

Mit einem Preis von knapp unter 1.000 Euro ist das HP Spectre XT schon eines der günstigeren Geräte der aktuellen Ultrabook-Generation mit Intel Sandy Bridge, die sich ausschließlich auf SSD-Speicher verlassen. Das Dell XPS 14 und das Acer Aspire S5 sind teurer, das Toshiba Portégé Z930 spielt allerdings in derselben Preisliga. Günstiger ist das Sony Vaio T13, das zwar mit einer zusätzlichen Schnittstelle aufwartet (VGA-Port), dafür aber 100 Gramm Gewicht addiert und die Tastaturbeleuchtung streicht.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Ultrabooks im Überblick gibt es auf unserer Ultrabook-Seite.

Name: Spectre XT / XT 13-2000eg
Hersteller: HP
Internet: www.hp.com
Preis: UVP: 999,01 Euro

Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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