Testbericht

Satellite L655 im Test: Blu-ray im weißen Gewand

Das Toshiba Satellite L655-1K0 ist das günstigste Serienmodell mit Intel Core i5 Prozessor und Blu-ray-Laufwerk. Die Besonderheit des 15-Zöllers für rund 700 Euro ist das weiße Gehäuse, leider ist die Akkuleistung kein Kracher.

Das Toshiba Satellite L655-1K0 ist das günstigste Serienmodell mit Intel Core i5 Prozessor und Blu-ray-Laufwerk. Die Besonderheit des 15-Zöllers für rund 700 Euro ist das weiße Gehäuse, leider ist die Akkuleistung kein Kracher.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Zur Erfolgsgeschichte des Apple iPod dürften nicht zuletzt die weißen Ohrhörer ihren Teil beigesteuert haben. Während andere Hersteller auf die in der Unterhaltungsindustrie vorherrschende Farbe Schwarz zurückgriffen, stachen die weißen Kabel der iPod-Besitzer aus der Masse hervor. Dann und wann schmücken auch andere Hersteller ihre neuen Produkte wie mobile Rechner mit extrahellem Lack, um aufzufallen. Toshiba brachte im Februar ein weißes Notebook in der Satellite L655-Serie heraus, die bis dahin mit roten und braunen Gehäusen Farbakzente setzte. Das Satellite L655-1K0 ist das günstigste Serienmodell mit Blu-ray-Laufwerk und Intel Prozessor.

Weißes Gehäuse: Weniger Pflegeaufwand

Mit dem 15,6 Zoll großen Display ist das weiße Satellite L655-1K0 für ein Multimedia-Gerät recht kompakt, bringt es aufgrund des 16:9-Formats aber auf eine Breite von 380 Millimetern (mm). Das 2,5 Kilogramm schwere Notebook ist 250 mm tief und wie fast alle Consumer-Laptops keilförmig gebaut. Während es im Rücken etwa 38 mm misst, läuft es vorne auf 28 mm zu. Die Unterseite ist mattschwarz, die übrigen Gehäuseteile kommen in weiß. Auffällig ist dabei die Hochglanzoptik, die innen wie außen zu finden ist. Eine derart glatte Oberfläche zieht natürlich Fingerabdrücke und Schmutz an, auf weißem Untergrund sieht man die Spuren aber längst nicht so schnell wie auf schwarzem Pianolack.

Wer sich die Seiten des Gehäuses genauer anschaut, findet neben einem Blu-ray-Laufwerk mit DVD- und CD-Brennfunktion zwei USB-Ports, einen USB-/eSATA-Kombianschluss, einen Kartenleser, Schnittstellen für Mikrofon und Kopfhörer, einen D-Sub-Ausgang für einen älteren Monitor oder Beamer sowie HDMI, um einen Flachbildschirm oder Fernseher zu verbinden. Des Weiteren ist ein Netzwerk-Port (Fast Ethernet) vorhanden, kabellos geht es via WLAN 802.11b/g/n ins Netz. Bluetooth unterstützt das Toshiba Satellite L655-1K0 nicht, auch ein USB-3.0-Port gehört nicht zum Umfang.

Große Tastatur mit glatten Tasten und Nummernpad

Bei der eingesetzten Tastatur handelt es sich um ein Exemplar, das Toshiba auch in anderen Notebook-Serien verwendet – zum Beispiel im Satellite L670D. Die Vor- und Nachteile sind daher gleich: Die Tasten sind zwar angenehm groß und es fehlt auch nicht an einem Nummernblock, durch die sehr glatte Oberfläche und die Veranlagung, bei Druck nachzugeben, mag sich aber nicht so recht der Eindruck einer absolut robusten Verarbeitung einstellen. Die sehr großen und spiegelnd glänzenden Maustasten dürften nicht jedem zusagen, auch wenn an Funktion und Handling nichts auszusetzen ist. Das Touchpad hebt sich durch eine raue Beschichtung ab und bedient sich gut, dürfte aber zu Lasten der Klicktastengröße gerne etwas größer ausfallen. Was dem Satellite L655 ebenso fehlt wie dem L670D, sind spezielle Multimediatasten, die durchaus einen Mehrwert bieten würden.

Das 15,6 Zoll große 16:9-Display liefert 1.366x768 Pixel für HD-Filme in 720p, die dann zwar mit Schärfe punkten, aber bei Sonnenschein am Fenster unter Spiegelungen leiden. Die Oberfläche ist glänzend, was auch den eher kleinen Blickwinkeln keinen Gefallen tut. Das Display lässt sich recht hell einstellen, um den Spiegeleffekten entgegenzuwirken. Ein Dauereinsatz im Freien dürfte für die Augen aber zu anstrengend sein. Im Bildschirmrahmen ist eine Webcam integriert, die etwas farbschwache Bilder abliefert. Dem Videochat zwischendurch steht jedoch nichts im Wege. Außerdem ermöglicht sie ein Log-in per Gesichtserkennung.

Unter der vornehmen Blässe verbirgt das Satellite L655-1K0 Einen Intel Core i5-480M Prozessor mit 2,66 Gigahertz (GHz), von dessen guter Leistung wir uns bereits beim Asus U36JC Test überzeugen konnten. An Arbeitsspeicher hat Toshiba 4 GB DDR3-RAM spendiert, die SATA-Festplatte speichert 500 GB, entpuppte sich im Benchmark von PC Wizard aber als langsamerer Vertreter, wenn es um die Schreibgeschwindigkeit geht. Der Dual-Core-Prozessor verfügt über Intel TurboBoost und taktet sich bei Bedarf auf 2,93 GHz hoch. Er stammt aus der ersten Core-Generation, dem Vorgänger der aktuellen Sandy Bridge-Reihe. Auch die Grafikkarte ist kein brandaktuelles Modell. Toshiba hat eine ATI Radeon HD 5650 mit 1 Gigabyte (GB) Speicher eingebaut, die die nächste Gemeinsamkeit mit dem 17,3-Zoll-Kollegen L670D darstellt. Der Chip unterstützt DirectX-11 und ist stark genug, um das Spiel Crysis zumindest bei mittleren Details noch flüssig zu spielen. Wer sich also nicht gerade zu den Framejägern zählt, könnte mit der Bestückung noch auskommen.

Standard-Sound, leiser Betrieb

Für HD- und Full-HD-Videos genügt der Energiesparmodus, dann ist das Notebook sehr leise. Unter Anstrengung rotieren nach einiger Zeit natürlich die Lüfter, insgesamt bleibt unser Test-Laptop aber leise. Die Lautsprecher des Toshiba Satellite L655-1K0 sind keine Altec-Lansing-Exemplare (wie häufig in Gaming-Notebooks oder anderen Toshiba Unterhaltungsmaschinen zu finden) und daher auch keine Audio-Experten. Für zufriedenstellenden Filmsound ist dennoch gesorgt, Rockmusik tönt hingegen am besten über Ohrhörer.

Fazit: Für Blu-ray-Fans mit Vorliebe für Weiß

Das Satellite-Notebook in der Konfiguration L655-1K0 gefällt mit einer guten Prozessorleistung und auch der Grafikkarten-Output kann sich für einen Multimedia-Allrounder sehen lassen. Die neueste Hardware sowie Extras à la USB 3.0 oder Sensortasten tischt der weiße Laptop jedoch nicht auf. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, schließlich stellt auch nicht jeder derartige Ansprüche und ist bereit, dafür einen Mehrpreis zu zahlen. Allerdings wirkt die Verarbeitung nicht so stabil, wie es der eine oder andere von einem doch insgesamt gut bestückten Entertainer der 15-Zoll-Klasse erwarten könnte: Die Tastatur gibt stark nach und insbesondere an der Laufwerks-Seite mit dem teuren Blu-ray-Player sollte lieber nicht zu viel Druck ausgeübt werden. Nichtsdestotrotz gehören die Kritikpunkte zum Meckern auf hohem Niveau. Als Schwachpunkt entpuppt sich die Akkulaufzeit: Vier Stunden Power, um Dokumente zu lesen, ist okay, eine Stunde unter Vollast aber arg kurz.

Toshiba hat das L655-1K0 mit einem 799-Euro-Etikett versehen, in Onlineshops ist es rund 100 Euro günstiger. Preislich darunter liegt das Satellite L650, das eine ähnliche Bestückung bietet, anstelle eines Blu-ray-Laufwerks aber einen DVD-Brenner spendiert. Wie bei anderen Toshiba Notebooks liegen weder ein gedrucktes, komplettes Handbuch noch Treiber und Tools auf einer DVD bei, woran leider auch viele andere Hersteller sparen.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Satellite L655-1K0
Hersteller: Toshiba
Internet: de.computers.toshiba-europe.com
Preis: UVP: 799 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i5-480M mit 2,66 GHz
Grafikkarte: ATI Mobility Radeon HD 5650 mit 1 GB
Bildschirm: 15,6 Zoll (1.366x768 Pixel) 16:9, mit LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Batterie: Lithium-Ion-Akku: Laufzeit: 61 Minuten unter Vollast / 240 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 130 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3 mit 1.066 MHz (2+2)
Festplatte: 500 GB (5.400 U/Min)
Laufwerk: Blu-ray Disc drive
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: Fast Ethernet LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 380 x 250 x 28 - 38 Millimeter; ab 2,5 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, VGA, 2xUSB 2.0, 1xUSB/eSATA, Kartenleser (SD, MMC, MS, MS Pro), Mikrofon, Kopfhörer, Kensington-Schloss
Sonstiges: Webcam, Toshiba Gesichtserkennung
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Kurzanleitung, Handbuch für sicheres und angenehmes Arbeiten
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,9/ RAM: 5,9 / 2D: 6,7 / 3D: 6,7 / HDD: 5,8

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 13 Sek.

CPU-Benchmarks: PC Wizard: 49.872
Cinebench 10: 8.961
Cinebench 11.5: 2.41

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark 1.8.2: 1.394
OpenGL: Cinebench 10: 5.032, Cinebench 11.5: 26,47 BpS

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: bei 1.360x768 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 112 fps; Details hoch + 2-fach MSAA: 64 fps

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 60/77 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 78/122 MB/s; zufälliges Lesen: 26 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,6 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 18 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 24 Watt
Grafik-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 64 Watt
Garantie: zwei Jahre Toshiba Garantie mit Vor-Ort Abholservice in Deutschland und Österreich
Pro & Contra
hübsche Optik
große Tastatur mit Nummernpad
gute Grafikleistung
schneller Prozessor
Blu-ray und eSATA
erfreulich leise
Display nicht entspiegelt, kleine Blickwinkel
Gehäuse/Tastatur gibt nach
Akkulaufzeit
Bewertung:
Geschwindigkeit: 17/20
Ausstattung: 18/20
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 12/15
Gewicht: 4/5
Akkulaufzeit: 10/15
Verarbeitung: 8/10
Gesamt: 82/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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