Testbericht

Sansa Fuze: iPod nano-Konkurrent im Test

Der attraktive und günstige Neuzugang aus dem Hause SanDisk ist vielseitig begabt: Er spielt Musik, Fotos und Videos ab, gibt Radiosender wieder und zeichnet Diktate auf. Per microSD-Karte lässt sich sogar der Speicher aufstocken. Kann der Player überzeugen?

Der attraktive und günstige Neuzugang aus dem Hause SanDisk ist vielseitig begabt: Er spielt Musik, Fotos und Videos ab, gibt Radiosender wieder und zeichnet Diktate auf. Per microSD-Karte lässt sich sogar der Speicher aufstocken. Kann der Player überzeugen?

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Mit seinem rechteckigen Format und dem ringförmigen Button unter dem Display ähnelt er dem iPod nano von Apple, ist jedoch deutlich günstiger: Die Rede ist vom Sansa Fuze, der im Internet schon für 65 Euro zu haben ist. Der Neuzugang aus dem Hause SanDisk speichert je nach Wunsch zwei bis acht Gigabyte (GB) Daten, Musik und Videos, spielt Radiosender ab und nimmt Diktate auf. Die Redaktion von onlinekosten.de hat dem vielseitig begabten Mini-Player mit dem "zündenden" Namen auf den Zahn gefühlt.

Klein, leicht, bunt

Der Sansa Fuze kommt in drei Varianten mit unterschiedlich großem Flashspeicher sowie in fünf Farben – rot, schwarz, pink, blau oder silber. Das Testgerät bietet eine Kapazität von zwei GB und hüllt sich in den Ton, mit dem mal wohl am wenigsten falsch machen kann: schwarz. Der Rücken ist matt und griffig gummiert, während die Vorderseite im allseits beliebten Hochglanz-Look erstrahlt. Wer beim Bedienen den großen und ebenfalls griffigen Ring nicht treffen kann, wird sich daher an das Wegwischen von Fingerabdrücken gewöhnen müssen. Der MP3-Player ist 4,8 Zentimeter (cm) breit, 7,9 cm hoch und gerade einmal 0,8 cm dick. Zusammen mit dem schnörkellosen und klassischen Design wirkt er sehr schick und edel, was in rot oder pink natürlich schon anders aussehen kann.

Flexibel: Erweiterbarer Speicher

Pur und klar sind auch die Bedienelemente. Unter dem 1,9 Zoll großen Display und dem silbernen Sansa-Logo prangt der Steuerring, daneben sitzt ein kleiner Knopf zum Aufrufen des Menüs. Dezente Symbole weisen auf die jeweilige Funktion hin. An der linken Seite kann der Nutzer außerdem ein kleines Mikrofon sowie einen Slot für microSD-Karten entdecken, mit dem sich der Speicher nachträglich um bis zu acht GB erweitern lässt – ein klarer Pluspunkt. Gegenüberliegend hat SanDisk den Power-Schalter samt Hold-Funktion angebracht, unten werden die Ohrhörer eingestöpselt.

Wie die meisten MP3-Player bezieht auch der Sansa Fuze den Strom von einem integrierten Akku, der zunächst aufgeladen werden muss. Dies wird mit dem beiliegenden USB-Kabel am Rechner erledigt, ein Netzteil ist nicht im Preis enthalten. Was der Hersteller jedoch spendiert hat, sind schwarze Ohrhörer, eine Kurzanleitung, das Handbuch auf CD sowie eine schwarze Schutzhülle. Diese ist in jedem Fall empfehlenswert: Zwar macht der Player einen stabilen und hochwertigen Eindruck, dennoch knarzt das Gehäuse bei Druck minimal. Nachdem der Akku aufgeladen ist, lässt sich der Player einfach über den Explorer per Drag&Drop mit Dateien befüllen. Der Fuze unterteilt diese in die Ordner Musik, Fotos, Videos, Podcasts, Aufnahmen und Hörbücher, sodass sie sich später auch am richtigen Platz befinden. Nach dem Einschalten zeigt das Menü keine Übersicht aller Punkte, sondern nur eine Auswahl mit drei Symbolen an. Um durch die insgesamt sieben Bereiche zu navigieren, muss der Nutzer am blau beleuchteten Scheibchen drehen – dies findet man nach mehreren gescheiterten Versuchen von Klicks in verschiedene Richtungen und Streicheln mit dem Finger heraus. Während der Wiedergabe dient das Rad zum Einstellen der Lautstärke, das Vor- und Zurückspringen wird mit einem Klick auf den rechten oder linken Rand erledigt. Insgesamt ist das Menü logisch strukturiert und leicht zu durchschauen, dank des angenehmen Rings ist auch eine Bedienung in der Tasche möglich.

Sound und Ohrhörer? Gut!

Musikdateien müssen in den Formaten MP3, WAV oder WMA vorliegen, DRM wird ebenfalls unterstützt. Zudem lassen sich Wiedergabelisten aus dem Windows Media Player übertragen. Um vorab ein bisschen herumzuprobieren, sind bereits ein paar Dateien gespeichert. Die Soundqualität kann überzeugen – und zwar auch mit den mitgelieferten Ohrhörern, die überraschend ausgewogen klingen und bequem und fest im Ohr sitzen. Der Nachteil an den Hörern ist das Kabel, das sich besonders leicht zusammenrollt und verknotet. Zur Anpassung steht ein Equalizer mit zehn verschiedenen Klangfarben sowie einer individuell einstellbaren Version bereit.

Videos und Fotos nur mit Converter

Zudem kann der Besitzer Audible-Hörbücher, MPEG-4-Videos sowie JPG-Fotos – auch als Diashow – wiedergeben. Letztere müssen leider zunächst mit dem Converter in das passende Format umgewandelt werden. Anstatt diesen mit auf die CD-ROM zu packen, hat SanDisk die Datei nur online zum Download bereitgestellt. Die Software ist selbsterklärend und bietet zudem die Möglichkeit, Videos zu schneiden und Fotos zu bearbeiten. Ein 40 Minuten langer Clip ist damit unter Windows Vista Home Premium in der 32-Bit-Version und einem AMD Athlon 64 X2 5000+ mit 2,6 Gigahertz in etwa acht Minuten konvertiert.

Der Bildschirm verfügt über eine Auflösung von 220x176 Pixel und beschert klare Bilder mit satten Farben. Die Ausleuchtung und die Helligkeit sind gut, die Blickwinkel etwas klein, entsprechen aber dem üblichen Standard. Aufgrund seiner geringen Größe ist das spiegelnde Display insgesamt nur für den kürzeren Videogenuss zwischendurch zu gebrauchen. Praktisch ist die Auswahl Info, die auf einen Blick anzeigt, wie viele Songs, Videos und andere Dateien sich auf dem Gerät befinden und wie viel Speicherplatz noch vorhanden ist. Um einzelne Lieder zu löschen, muss der Nutzer nicht den Umweg über den PC gehen, sondern kann die gewünschte Datei direkt über das Menü entfernen. Das integrierte FM-Radio bietet einen automatischen Suchlauf und speichert die gefundenen Stationen anschließend ab. Das Programm kann dabei auch aufgezeichnet werden und Sprachaufnahme sind ebenso möglich – beides im WAV-Format.

Fazit: Günstiger Alleskönner

Der Sansa Fuze ist handlich, leicht, sieht schick aus und hat Einiges zu bieten. Zwar ist das Display für den Dauereinsatz zu klein, dennoch kann der MP3-Player insgesamt bezüglich der Funktionen und Verarbeitungsqualität kräftig punkten – sogar die mitgelieferten Ohrhörer beeindrucken. Zur Akkulaufzeit ließ SanDisk einen Wert von 24 Stunden bei der Audio-Wiedergabe sowie fünf Stunden im Videobetrieb verlauten. Der Praxistest konnte dies bestätigen, Clips liefen sogar noch eine halbe Stunde länger, bis der Kleine wieder an die USB-Strippe musste. Aufgeladen ist er in rund 2,5 Stunden. In Onlineshops ist das Gerät mit zwei GB schon ab etwa 65 Euro zu haben, mit acht GB kann man ab 100 Euro zuschlagen. Alles in allem: ein Handschmeichler zum Top-Preis.

Name: Sansa Fuze
Hersteller: SanDisk
Internet: www.sandisk.de
Preis: OVP 74,95 Euro
Technische Daten:
Schnittstelle: USB 2.0
Speicher: 2 GB Flashspeicher (auch mit 4 und 8 GB erhältlich)
Abmessungen: BxHxT: 4,8 x 7,9 x 0,8 Zentimeter
Gewicht: 59,5 Gramm
Dateiformate: MP3, WAV, WMA (auch mit DRM), JPG, MPEG-4
Lieferumfang: Player, Ohrhörer, USB-Kabel, Kurzanleitung, Handbuch auf CD, Schutzhülle
Besonderheiten: Radio, Aufnahmefunktion, Schacht für microSD-Karten
Pro & Contra:
hübsches, edles Design
klein und leicht
einfache Bedienung
gutes Display, guter Sound
hochwertige Ohrhörer
Radio und Aufnahmefunktion
erweiterbarer Speicher
Fotos und Videos benötigen Converter
Software nur online verfügbar
kein Netzteil dabei
Bewertung:
Klang (30%): gut
Laufzeit (20%): gut
Funktionsumfang (15%): gut
Bedienung (15%): gut
Formatunterstützung (10%): befriedigend
Gewicht/Maße (10%): sehr gut
Gesamtnote: gut (2,0)
Preis-Leistung: sehr gut

(Saskia Brintrup)

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