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Samsung S5620 im Test - Smartphone-Schnäppchen

Wer auf der Suche nach einem günstigen Smartphone mit vielen Extras und integrierter WLAN-Schnittstelle ist, sollte sich das Samsung S5620 genauer anschauen. Wir haben es getan.

Samsung S5620

Es ist ein offenes Geheimnis, dass in Zukunft immer häufiger über Smartphones mobil telefoniert wird. Eines dieser aktuellen Smartphones hat bereits vor einigen Wochen Samsung am Markt platziert: das S5620. Unsere Redaktion hatte die Möglichkeit, das 109x54x12 Millimeter kleine und 93 Gramm leichte Telefon auf die Probe zu stellen, um zu untersuchen, ob es wirklich soviel kann, wie es verspricht.

Günstig in der Anschaffung

Mit dem ersten Vorteil des Handys werden potenzielle Interessenten bereits konfrontiert, wenn sie sich das Handy in ihren (virtuellen) Einkaufswagen legen. Aktuell ist das S5620 ohne Vertrag ab 135 Euro zu haben - zum Beispiel im Online-Shop von simyo. Gemessen an der breiten Palette an Extras, die das Handy bietet, ist das ein sehr fairer Preis und auch ein Beleg dafür, warum Samsung in Deutschland so erfolgreich geworden ist.

Wer sich für das S5620 entschieden hat und es aus der edlen, schwarzen Verpackung befreit, darf ein kompaktes, solide verarbeitetes Handy freuen. Schnell wird allerdings auch deutlich, dass die Lack-Optik insbesondere auf der Rückseite sehr anfällig für Fingerabdrücke ist. Außerdem ist das Öffnen der Akku-Klappe alles andere als ein Kinderspiel. Zwar ist theoretisch ein einfaches Hochklappen vorgesehen, in der Praxis sind aber eher lange Fingernägel gefährdet.

SIM-Karte leicht zu wechseln

Ungewöhnlich ist auch, dass die SIM-Karte nicht unter dem Akku platziert wird. Vielmehr wird sie wie eine microSD-Karte seitlich in das Handy geschoben. Das macht einen Tausch der SIM-Karte zum Kinderspiel. Für das Einlegen einer microSD-Karte (nicht im Lieferumfang enthalten) ist nicht einmal das Abnehmen der Akku-Abdeckung notwendig, weil der vorgesehene Schacht an der rechten oberen Seite des Handys zu finden ist.

Ist das Handy erst einmal in Betrieb, wird schnell deutlich, dass Samsung beim S5620 auf eine möglichst einfache Menü-Oberfläche Wert gelegt hat. Es stehen drei Start-Bildschirme zur Verfügung, auf denen verschiedene Widgets abgelegt werden können. Angefangen bei einer Verknüpfung zum Media-Player oder dem persönlichen Handy-Kalender bis hin zu speziellen Applikationen von Facebook oder Spiegel Online.

Keine Lust auf dicke, klobige Widgets? Kein Problem. Natürlich hat das Samsung S5620 auch das klassische Menü eines Handys zu bieten. Und weil das S5620 ein Touchscreen-Handy ist, wird ähnlich wie beim iPhone mit leichten Wisch-Bewegungen auf drei Menü-Seiten hin und her navigiert. Wichtig dabei ist, die Menü-Struktur ist nicht starr angeordnet. Vielmehr ist es möglich, wichtige Menüsymbole wie beispielsweise jenes für die WLAN-Aktivierung von der zweiten auf die erste Seite zu ziehen.

Kein Bewegungssensor an Bord

Der Bildschirm selbst misst 3,0 Zoll und kann bei einer Auflösung von 240x400 Pixeln 262.144 Farben darstellen. Die Helligkeit lässt sich über die Einstellungen in fünf Stufen an die persönlichen Vorlieben beziehungsweise die aktuellen Lichtverhältnisse anpassen. Insgesamt reagiert das Display recht zügig. Das wird auch deutlich, wenn eine SMS geschrieben werden soll. Nachteil: es wird keine vollständige QWERTZ-Tastatur sichtbar, wenn das Handy um 90 Grad gedreht wird. Allerdings geht das Tippen von Kurzmitteilungen auch im Hochformat zügig von der Hand - auch wenn es in dem Buchstaben-Wirr-Warr ein wenig an Übersichtlichkeit fehlt.

Ein besonderes Augenmerk haben wir auch auf die Kamera gelegt, die mit einer Auflösung von 3,2 Megapixeln daherkommt, aber keinen Autofokus und auch kein Fotolicht vorweisen kann. Bei dem günstigen Anschaffungspreis sollte aber nicht verwundern, dass an der Kameratechnik gespart wurde. Trotzdem reicht die Cam für normale Schnappschüsse bei guten Lichtverhältnissen aus. Bei einsetzender Dämmerung oder Sportveranstaltungen wünscht man sich als S5620-Nutzer aber schnell einen hochwertigeren Ersatz.

An Extras bietet die Kamera unter anderem eine Serienbild- und Panorama-Funktion, auch ein Nachtbildmodus ist mit an Bord. Die Auflösung bei Fotos lässt sich in acht Stufen anpassen, die Bildqualität in drei Stufen regulieren. Auch ein Selbstauslöser (2, 5 oder 10 Sekunden) steht zur Verfügung. Wer gerne Videos dreht, kann wahlweise auf eine Auflösung mit 320x240 oder 176x144 Pixeln setzen. Nebenbei bemerkt: ein kleines Bildbearbeitungsprogramm liefert das Samsung S5620 gleich mit.

Gut gelöst hat Samsung auch die Navigation durch das Menü und die einzelnen Unterpunkte. Zentriert unter dem Bildschirm wurde eine Zurück-Taste integriert, mit dem beispielsweise vom SMS-Posteingang zum Nachrichten-Überblick navigiert werden kann.

Fazit: Viel Handy für wenig Geld

Insgesamt liefert das Handy, das als Quadband-Telefon in vielen Regionen auf allen Kontinenten nutzbar ist, viele Funktionen zu einem kleinen Preis. Gerade die Tatsache, dass ein Handy für nicht einmal 150 Euro eine WLAN-Schnittstelle und GPS-Empfänger bietet, muss lobend erwähnt werden. Da ist es zu verschmerzen, dass an hochwertiger(er) Kameratechnik gespart wurde und auch der integrierte Browser für das mobile Internet nicht gerade zu einem Geschwindigkeitsrekord eilt - trotz HSDPA-Unterstützung mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde im Downstream. Dafür gibt es aber einen MP3-Player mit sattem Klang und darüber hinaus ein RDS-Radio. Letzteres funktioniert - wie bei vielen Handys üblich - aber nur bei eingestecktem Headset (3,5-Millimeter-Klinkenanschluss).

Das Samsung S5620 ist ein Smartphone-Schnäppchen, das mit seinem schwarzen Kleid und dem großen Touchscreen nicht nur edel aussieht, sondern auch viele Extras zu bieten hat. Auch in Sachen Gesprächsqualität, denn auch in diesem Punkt gibt es praktisch nichts auszusetzen. Keine Echos, kein Hall. Erfreulich ist auch der leistungsstarke Akku.

Name: S5620
Hersteller: Samsung
Internet: http://www.samsungmobile.de
Preis: ca. 135 Euro
Technische Daten:
Antenne: GSM Quadband, EDGE, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 109x54x12 Millimeter
Gewicht: 93 Gramm
Display: 3,0 Zoll, 240x400 Pixel, 262.144 Farben
Speicher: 230 MB intern
über microSD auf 16 GB erweiterbar
Schnittstellen: USB, Stereo-Bluetooth, WLAN
Digitalkamera: 3,2 Megapixel ohne Autofokus und Fotolicht
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, Datenkabel
Extras: MP3-Player, Bluetooth, WLAN, aGPS
Akkulaufzeit im Test: ca. 7 Stunden Sprechzeit
ca. 25 Tage Bereitschaftszeit
Pro & Contra:
günstiger Preis
WLAN-Schnittstelle
HSDPA mit bis zu 3,6 Mbit/s
starke Akkulaufzeit
übersichtliches Menü mit vielen Widgets
SMS-Eingabe nicht immer intuitiv
Kamera ohne Autofokus und Fotolicht
Verarbeitung (Akkudeckel) mit Schwächen
Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): sehr gut
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote gut (2,0)
Preis-Leistung: sehr gut

(Hayo Lücke)

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