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Samsung RC710 Test: Nvidia Optimus auf 17 Zoll

Normalerweise sorgt die Nvidia Optimus Wechselgrafik bei Subnotebooks oder maximal 15-Zöllern für ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung und Laufzeit. Samsung packt das Grafik-Doppel aber in ein 17-Zoll-Notebook für 699 Euro – das Ergebnis: ein mobiler Desktop-Ersatz.

Normalerweise sorgt die Nvidia Optimus Wechselgrafik bei Subnotebooks oder maximal 15-Zöllern für ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung und Laufzeit. Samsung packt das Grafik-Doppel aber in ein 17-Zoll-Notebook für 699 Euro – das Ergebnis: ein mobiler Desktop-Ersatz.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das 17,3-Zoll-Notebook Samsung RC710 ist weder ein schwaches Einsteigergerät noch ein Highend-Laptop, der zum Surfen, für die DVD-Wiedergabe oder Bildbearbeitung viel zu überdimensioniert wäre. Das elegante Notebook liegt zwischen den Extremen und kann einige Pluspunkte verbuchen, die die Konkurrenz nicht zu bieten hat – wie zum Beispiel Nvidia Optimus, Bluetooth 3.0 und eine Schnellstart-Option. Wir haben uns das großzügig geschnittene Notebook in der Konfiguration RC710-S05 (NP-RC710-S05DE) für 699 Euro genauer angesehen.

Samsung RC710 Test – Inhalt

  • Erster Eindruck, Tastatur und Touchpad
  • Seite 2: Schnittstellen, technische Daten, Display und Akku
  • Seite 3: Windows-Beschleunigung, Fazit und Info-Tabelle

Umweltsiegel für Samsung

Im Lieferumfang fallen direkt zwei Dinge auf: Samsung hat eine Wiederherstellungs-DVD für das Betriebssystem, Windows 7 Home Premium 64-bit, sowie eine Notiz über die TCO-Zertifizierung beigelegt. Beides tritt positiv in Erscheinung, zählt es doch nicht zum Standard. Das TCO-Umweltabzeichen des RC710 bescheinigt Samsung nicht nur, dass auf bestimmte, umweltschädliche Materialien verzichtet wurde und Produkt sowie Verpackung recyclebar sind, sondern rückt auch einen niedrigen Stromverbrauch (siehe Seite 3) und ergonomische Pluspunkte in den Vordergrund – bei einem 17-Zöller mit Hang zum Desktop-Ersatz nicht unwichtig. Mit Maßen von etwa 420x276x29 bis 36 Millimetern und einem schulterunfreundlichen Gewicht von rund drei Kilogramm ist das Samsung RC710 schließlich nicht gerade für die mobile Nutzung prädestiniert.

Mit "Island Keyboard" und Nummernblock

Der überwiegende Teil des Gehäusedeckels fühlt sich glatt an, glänzt aber nur leicht. Fingerabdrücke lassen sich daher nicht so schnell nieder wie auf Laptops in Pianolack-Optik. Abwechslung verschafft ein gemusterter Streifen in der Nähe der Scharniere, die den Deckel gut festhalten. Die Konstruktion macht einen stabilen Eindruck und nach dem Herunterklappen wirkt das Notebook fest verschlossen. Öffnen lässt es sich nur mit beiden Händen. Die schwarze, matte Chiclet-Tastatur – bei Samsung Island Keyboard genannt – hat der Hersteller in einem Metallrahmen untergebracht und leicht abgesenkt. Die einzigen Farbtupfer im Office-tauglichen Grau-Schwarz sind die blauen Lämpchen unter dem Mausersatz und der Ring um den Einschaltknopf. Insgesamt ist das Design stimmig und gelungen.

Die Eingabegeräte kassieren nicht nur für ihr Aussehen gute Noten. Als Bestandteil eines 17-Zöllers haben sie das Platzsparen nicht nötig und lassen sich daher komfortabel bedienen. Je breiter die Tastatur, desto anfälliger ist sie dafür, sich in der Mitte bei Druck durchzubiegen. Das Samsung RC710 besticht in diesem Punkt mit dem Gegenteil und zeigt sich nahezu unnachgiebig. Vielschreiber dürften mit dem Notebook mit Nummernpad ihre Freude haben, wobei sich einige eventuell auf die Dauer an der hohen Kante der Handballenauflage stören könnten. Der große Multigesten-Mausersatz überzeugt in der Praxis, die Klicktasten machen für unseren Geschmack allerdings zu laut auf sich aufmerksam.

Um Peripheriegeräte anzuschließen, integriert das Samsung RC710 vier USB-2.0-Ports, der schnellere Standard USB 3.0 wird noch nicht unterstützt. Hinzu gesellen sich HDMI und VGA (S-Sub), ein Kartenleser, Anschlüsse für Mikrofon und Ohrhörer sowie Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n und Bluetooth 3.0 zur Kommunikation. Wer gerne per Skype mit Freunden telefoniert, findet außerdem eine 1,3-Megapixel-Webcam vor, die im Ausgangszustand zwar zu helle, aber flüssige Bilder liefert.

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  • Seite 2: Schnittstellen, technische Daten, Display und Akku
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Ergonomie: Licht und Schatten

Die bislang guten ergonomischen Eigenschaften führen sich beim Display nur zum Teil fort: Der matte Bildschirmrahmen freut die Augen, die Oberfläche ist aber nicht entspiegelt. Zwar zählt der Glanz-Bildschirm nicht zu den schlimmsten seiner Art, uneingeschränkt Balkon-tauglich ist der Laptop so aber nicht. Die glänzende Oberfläche schmälert zudem die Blickwinkel. Obwohl das Bild bei seitlicher Sicht stabil bleibt, mehren sich die Spiegelungen für Nutzer, die nicht frontal vor dem Rechner sitzen. Das Display löst mit 1.600x900 Bildpunkten auf, was für HD-Filme in 720p ausreicht. Für 1080p-Inhalte fehlt es demnach an Pixeln. Dramatisch ist das nicht, da für Full-HD-Genuss 17 Zoll ohnehin recht klein sind und außerdem kein Blu-ray-Laufwerk (sondern ein DVD-Brenner) an Bord ist. Einen Nachschlag hätte das Kontrastverhältnis vertragen können, Schwarz wirkt doch eher wie sehr dunkles Grau.

Intel HD Chip + Nvidia GeForce

Angesteuert wird der Bildschirm der Konfiguration RC710-S05 entweder von der integrierten Intel HD Grafik oder einer Nvidia GeForce G 315M Grafikkarte mit 512 Megabyte Speicher. Welcher Chip wann anspringt, regelt die Nvidia Optimus Technik, die je nach Anwendung das Stromsparen oder eine möglichst hohe Leistung anvisiert. Wirklich spielefähig ist auch der stärkere Chip nicht – entpuppt er sich doch als deutlich schwächer als zum Beispiel eine ATI Mobility Radeon HD 5650 mit doppelter Speichermenge aus der Mittelklasse, wie sie im Toshiba Satellite L655 steckt. Optimus sorgt jedoch trotz großem Display für akzeptable Akkulaufzeiten. Zwar ist unter Höchstleistung schon nach rund 75 Minuten Schluss, beim anspruchslosen Lesen von Dokumenten oder Videos im Energiesparmodus fallen die Messergebnisse mit knapp 5 beziehungsweise knapp 3 Stunden aber verhältnismäßig gut aus.

Prozessor, RAM und Festplatte

Untermauert wird die Leistung durch einen Intel Core i3-380M Prozessor mit zwei Kernen à 2,53 Gigahertz. Durchschnittliche Ansprüche werden mehr als erfüllt, auch wenn er weder aus der zweiten Core-i-Generation alias Sandy Bridge stammt noch Turbo Boost bietet, um den Takt bei Bedarf anzuheben. Gestützt wird er durch 4 Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher, der aufgeteilt auf zwei Riegel bereits beide Speicherplätze belegt. Weiteres Aufrüsten dürfte in naher Zukunft jedoch nicht nötig sein. Um Daten zu speichern, hat Samsung zudem eine 640-GB-Festplatte spendiert, die ab Werk in zwei Partitionen aufgeteilt ist und dem Benchmark von PC Wizard zufolge mit guten Schreib- und Leseraten punktet.

Beschleunigt hat Samsung auch Windows 7 Home Premium. Speed Boot ist neben einer Möglichkeit zum Energiesparen und einem besonders leisen, lüfterlosen Betrieb ein spezieller Modus, der das Arbeitsaufkommen zum Hochfahren entschlacken soll. Fast Start wiederum sorgt dafür, dass das Notebook binnen Sekunden einsatzbereit ist. Anders als Systeme auf Linux-Basis, wie beispielsweise Asus Express Gate, lädt Samsungs Fast Start kein zweites Betriebssystem, sondern das herkömmliche Windows. Der Geschwindigkeitsgewinn entsteht dadurch, dass die aktuelle Sitzung im Arbeitsspeicher und auch auf der Festplatte gesichert wird und nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand nahezu unmittelbar wieder bereitsteht.

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Fazit: Optimus macht 17-Zöller mobil

Das Samsung RC710 ist kein Hochleistungs-Notebook, bietet aber für normale Alltagsanwendungen genügend Leistungsreserven und zu einem Preis von 699 Euro außerdem verschiedene Schmankerl, die andere Laptops dieser Preisklasse vermissen lassen. Als Desktop-Ersatz macht das Notebook rundherum eine gute Figur: Es ist leise, top verarbeitet, mit einer großen und hochwertigen Tastatur bestückt und weitestgehend matt. Gründe zum Meckern geben höchstens das spiegelnde Display und die relativ lauten Klicktasten. Die Lautsprecher sind klar, jedoch keine Bass-Experten.

Als sehr praktisch erweist sich Fast Start, das den Nutzer blitzschnell wieder auf seine zuletzt genutzten Programme und Dokumente zugreifen lässt, wenn das Notebook spontan ausgeschaltet werden muss. Gemessen an der Displaygröße ist auch die Akkulaufzeit ok, Nvidia Optimus findet sich immerhin eher selten jenseits von 15 Zoll. Insgesamt ist das Samsung RC710 eine gute Wahl für Anwender, die eine Alternative zum Desktop-PC suchen, die trotz großzügiger Maße noch mobil ist. Besonderes wie Intel Sandy Bridge, Blu-ray oder USB 3.0 bleibt aber außen vor. Wem genau das fehlt, der könnte sich das neue Dell XPS 17 ansehen.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: RC710-S05
Hersteller: Samsung
Internet: www.samsung.de
Preis: UVP: 699 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i3-380M mit 2,53 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce 315M + Intel GMA HD
Bildschirm: 17,3 Zoll (1.600x900 Pixel) 16:9, mit LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Batterie: Lithium-Ion-Akku: Laufzeit: 75 Minuten unter Vollast / 290 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 175 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3 mit 1.066 MHz (2+2)
Festplatte: 640 GB (5.400 U/Min)
Laufwerk: DVD SuperMulti Dual Layer
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 3.0
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 411 x 273 x 32 - 40 Millimeter; ab 2,94 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, VGA, 4xUSB 2.0, Kartenleser (SD, SDHC, MMC), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam, Nummernpad, Fast Start, All Share
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Wiederherstellungs-DVD, Kurzanleitung, Sicherheitshinweise
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,8/ RAM: 5,9 / 2D: 4,5 / 3D: 5,9 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 14 Sek.

CPU-Benchmarks: PC Wizard: 35.662
Cinebench 10: 6.018
Cinebench 11.5: 2.1

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark 1.8.2: erkennt nur Intel Chip
OpenGL: Cinebench 10: 3.512,
Cinebench 11.5: 8,5 BpS

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: bei 1.600x900 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 35 fps; Details und Auflösung hoch + 2-fach MSAA: 20 fps

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 85/82 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 172/175 MB/s; zufälliges Lesen: 56 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,3 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 15 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 22 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 45 Watt
Garantie: zwei Jahre Samsung Garantie
Pro & Contra
schönes Design
gute und große Eingabegeräte
Nvidia Optimus
schnelle Festplatte
Fast-Start-Option
viele USB-Ports
leise
schwer
Spiegel-Display
nur Standard-Schnittstellen
keine Sondertasten
Bewertung:
Geschwindigkeit: 15/20
Ausstattung: 16/20
Display: 12/15
Bedienung/Komfort: 13/15
Gewicht: 3/5
Akkulaufzeit: 12/15
Verarbeitung: 9/10
Gesamt: 80/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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