Testbericht

Samsung N150 Eom: HSPA-Netbook im Test

Wir haben ein weiteres Netbook mit der neuen Intel-Generation getestet. Das Samsung N150 Eom kommt mit mattem Display, schlanker Schale, SIM-Karten-Steckplatz für das mobile Internet und bis zu 8 Stunden Akkulaufzeit.

Wir haben ein weiteres Netbook mit der neuen Intel-Generation getestet. Das Samsung N150 Eom kommt mit mattem Display, schlanker Schale, SIM-Karten-Steckplatz für das mobile Internet und bis zu 8 Stunden Akkulaufzeit.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Auf dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC) in Barcelona zeigte Samsung eine LTE-Internetverbindung mit dem N150 Netbook, erst einmal setzt das Serienmodell aber auf den Mobilfunkstandard der dritten Generation: In der Ausführung N150 Eom hat der Elektronikkonzern das neue Pinetrail-Netbook mit einem HSPA-Modul für das mobile Internet bestückt. Zusammen mit der Chiclet-Tastatur und der angepeilten Akkulaufzeit von 8 Stunden klingt dies nach einem guten Deal. Wir haben das Leichtgewicht mit mattem Display und glänzendem Deckel ausprobiert.

Überblick – Samsung N150 im Test

  1. Schmales Glanz-Gehäuse und Tastatur
  2. SIM-Schacht, Display und Hardware
  3. Akkulaufzeit, Fazit und, Infotabelle

Zusammen mit dem N150 zeigte der Hersteller auf dem MWC auch das Samsung NB30, das wir bereits getestet haben. Verglichen mit dem ersten Business-Netbook von Samsung ist das N150 schlanker und daher zumindest optisch leichtfüßiger. Auf der Waage zeigt sich mit 1,24 gegen 1,26 Kilogramm nur ein kleiner Unterschied, deutlicher fällt die kleinere Kleidergröße bei der Höhe auf: Während das NB30 an der stärksten Stelle knapp 4,0 Zentimeter (cm) misst, bringt es das N150 lediglich auf etwa 2,7 cm. Auch durch die "angespitzten" Kanten wirkt das Netbook schmaler und schnittiger. Wie das NB30 besitzt auch das N150 das von Samsung als "Duracase" bezeichnete Gehäuse, das robust und spritzwassergeschützt sein soll.

Mit der dezenten Farbwahl – dem kleinen Schwarzen – passt das N150 zwar genau wie das andere N-Serien-Modell auch in die Aktentasche und somit zum geschäftlichen Einsatz, der rote Rahmen und der Hochglanzdeckel fügen aber Raffinesse hinzu. Wer helle Hardware bevorzugt, kann alternativ zu einer weißen Version greifen. Nutzern, die beim Thema Hochglanz gleich abschalten, sei gesagt, dass sich die Fingerabdruck-liebende Gestaltung zum Glück nur auf den Deckel beschränkt. Die Handballenauflage, die Tastatur und auch die Oberfläche des 10,1 Zoll großen Displays mit der Netbook-üblichen Auflösung von 1.024x600 Bildpunkten und die Tastatur sind frisch mattiert.

Dies führt uns direkt zu den Büro-Eigenschaften des Samsung N150 – und die sind durchwachsen. Mit dem NB30 gemeinsam hat das N150 nämlich nicht nur die Zugehörigkeit zur N-Serie mit der neuen Intel Atom-Generation, sondern auch die Tastatur. Das rutschfeste Chiclet-Exemplar lässt sich zwar allgemein sehr gut bedienen, genau wie beim NB30 stören aber auch hier die zum Teil verkleinerten Tasten. Möglichst große Buchstabentasten in der Mitte bringen einfach recht wenig, wenn die im Deutschen leider häufig erforderlichen Umlaute so klein gestaltet wurden, dass die Finger aus Versehen falsche Tasten treffen. An diese Anordnung muss man sich gewöhnen, nach einer Zeit dürfte der Schreibfluss davon nicht mehr beeinträchtigt werden. Das Touchpad ist leicht angeraut und versteht auch Mehrfingergesten, dazu serviert Samsung zwei Klicktasten.

Der Lieferumfang hält nur das nötigste bereit: Netzteil, Kurzanleitung und diverse Infoheftchen. Ein komplettes Handbuch, Treiber-CDs oder eine Recovery des Betriebssystems gibt es nicht. Kein wirklicher Nachteil, aber bei einem nagelneuen System für den einen oder anderen vielleicht ein bisschen ärgerlich, ist der vollgestopfte Desktop. Frisch ausgepackt und hochgefahren offenbart sich eine Oberfläche, deren Platz schon zu über 50 Prozent mit Symbolen besetzt ist.

Überblick – Samsung N150 im Test

  1. Schmales Glanz-Gehäuse und Tastatur
  2. SIM-Schacht, Display und Hardware
  3. Akkulaufzeit, Fazit und, Infotabelle

Im Innern des schlanken Geräts lauern nur wenig Überraschungen. Genau wie die anderen aktuellen PineTrail-Netbooks werden auch beim N150 die üblichen Verdächtigen wie ein Intel Atom N450 mit 1,66 Gigahertz, die Onboardgrafik GMA 3150, ein Gigabyte (GB) DDR2-Arbeitsspeicher und eine 250-GB-Festplatte geboten. Sie zeigte sich im Benchmark-Test (siehe Seite 3) übrigens sehr flott. Auch die Anschlüsse - 3x USB, analoges D-Sub, ein Kartenleser und Schnittstellen für Mikrofon und Ohrhörer - bilden keinen Kontrast zum typischen 2010-Netbook.

Das N150-Eom 3G ist mit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth sowie dem HSPA-Modul aber ein Kommunikationswunder. Je nach Provider und Verfügbarkeit surft der Nutzer mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Internet – ohne auf einen WLAN-Hotspot angewiesen zu sein. Auch andere Standards wie UMTS, EDGE und GPRS werden unterstützt. Um die SIM-Karte einzulegen, muss der Akku herausgenommen werden. Über den Verbindungsassistenten können schließlich der Zugangspunkt sowie die PIN eingegeben werden, anschließend ließ sich in unserem Test sofort problemlos eine Verbindung herstellen. Wer sich häufig unterwegs einklinken möchte, greift am besten zu einer UMTS Flatrate für einen ganzen Monat oder einer UMTS Tagesflatrate.

Der Bildschirm hat den Vorteil, dass er genau wie der Großteil des Netbooks matt ist. So muss der Nutzer nicht vor jedem Fenster oder Sonnenstrahl flüchten. Zudem ist er sehr hell und auch an den Blickwinkeln gibt es nichts auszusetzen. Etwas mehr Nachdruck hätte Samsung der Farbwiedergabe verleihen können, nicht ganz zufrieden waren wir außerdem mit der Schärfe. Sowohl bei Dokumenten als auch bei der Videowiedergabe wirkt das Display etwas "grieselig". Anstelle eines glatten, blütenweißen Hintergrundes zeigte sich bei unserem Testgerät beispielsweise bei der Ordnernavigation ein minimal körnig wirkendes Bild. Dies ist nicht weiter tragisch und je nach Anwendung auch kaum bemerkbar, fiel uns allerdings auf. Bei einem Hochglanzbildschirm wäre dies sicher nicht der Fall, dann muss man aber wiederum mit Spiegelungen rechnen.

Die Lautsprecher sind zwar recht laut, bereiten bezüglich ihres Klangs aber wenig Freude. Für einen Film reicht es noch, Musik ist aber nicht wirklich erträglich. Hier weicht der Nutzer lieber auf Ohrhörer aus, dies gilt für fast alle Netbooks. Im Bereich der Akkulaufzeit konnte das Samsung N150-Eom 3G das NB30-PRO Palm sogar noch leicht überrunden, an das Dell Mini 10 oder das MSI Wind U160 reicht es aber nicht heran.

Überblick – Samsung N150 im Test

  1. Schmales Glanz-Gehäuse und Tastatur
  2. SIM-Schacht, Display und Hardware
  3. Akkulaufzeit, Fazit und, Infotabelle

Fazit: Kommunikationswunder zum guten Preis

Optisch macht das Samsung N150 alles richtig, es ist schlank, leicht, sieht gut aus und ist außerdem sehr gut verarbeitet. Gerade bei einem Netbook kommt es eben nicht auf eine gute Rechenleistung an, sondern vielmehr auf Mobilität und möglichst wenig Abstriche in Bezug auf Display und Tastatur. Der Bildschirm gefällt mit seiner matten Optik, die auch Tastatur und Maus gut zu Gesicht steht. Leider finden sich beim N150 wieder die verkleinerten Tasten, die Samsung auch schon dem NB30 bescherte. Der Aufpreis für das HSPA-Modul liegt bei etwa 100 Euro, mit 3G-Support kostet das Gerät in den Onlineshops rund 360 Euro aufwärts, ohne ist es ab 260 Euro zu haben.

Trotzdem ist es günstiger als die Konkurrenz: Das HP Mini 5102 mit UMTS kostet zum Beispiel mehr als 500 Euro, die UMTS-Version des Wind U160 etwa 450 Euro. Günstigere 3G-Netbooks als das Samsung N150 sind zurzeit schwer zu finden, wir konnten lediglich Exemplare mit der alten Atom-Generation und zum Teil noch mit Windows XP entdecken, die ab etwa 250 Euro erhältlich sind (Stand: Mai 2010).

Weitere Testberichte, Netbooks im Vergleich, einen Ratgeber zur Frage Notebook oder Netbook und weitere Tipps sowie Hinweise zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: N150-Eom 3G
Hersteller: Samsung
Internet: www.samsung.de
Preis: ca. 369 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Intel NM10 und Intel Atom N450 mit 1,66 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 3150 ohne eigenen Speicher
Bildschirm: 10,1 Zoll (1024x600 Pixel), LED-Hintergrundbeleuchtung, entspiegelt
Akku: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen und 57,2 Wh : Laufzeit: 327 Minuten unter Vollast / 490 Minuten Lesetest (WLAN, HSPA und Bluetooth aus) / 350 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 1 GB DDR2
Festplatte: 250 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth, HSUPA, HSDPA, UMTS, EDGE, GPRS
Betriebssystem: Windows 7 Starter
Abmessungen: BxTxH: 264x188x25,3-26,7 Millimeter; 1,24 Kilogramm
Anschlüsse: D-Sub (VGA), 3x USB (davon 1x mit Auflademöglichkeit), Kartenleser (SD-Karten, SDHC, MMC), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: Webcam
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 2,3 / RAM: 4,5 / 2D: 3,1 / 3D: 3,0 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 103 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: 7.136
CPU-Benchmark Cinebench: 569
Grafik-Benchmark FurMark: keine Unterstützung
OpenGL-Benchmark Cinebench: 293
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 73/83 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 110/163 MB/s; zufälliges Lesen: 37 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,3 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 8,6 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 10,6 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 14,5 Watt
Garantie: 24 Monate Vor-Ort-Abholservice
Pro & Contra
schlank, leicht und schön
Entspiegelung
lange Akkulaufzeit
Bluetooth und HSPA
schnelle Festplatte
Multitouch-Pad und wasserfeste Tastatur
Minimal grieseliges Display
Tasten zum Teil zu klein
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): sehr gut
Display (20%): befriedigend
Ergonomie (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): sehr gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (1,9)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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