Testbericht

Samsung Galaxy S Plus im Test - Der Preisbrecher

Dass es nicht immer ein 500-Euro-Smartphone sein muss, beweist Samsung Mobile mit dem vielerorts nicht sonderlich bekannten Galaxy S Plus. Wir haben das vergleichsweise Smartphone im Test genauer untersucht.

Samsung

Ein iPhone 4 S für mindestens 629 Euro kaufen? Auch wenn das Kulthandy von Apple ein hell funkelnder Stern am Smartphone-Himmel und für viele Nutzer sicherlich auch eine Art Status-Symbol ist, kostet es verglichen mit anderen High-End-Handys doch ein kleines Vermögen. Wer sich für die 64-Gigabyte-Variante entscheidet, darf sogar 849 Euro auf den Tisch legen. Preiswerter kann es sein, wenn man sich für das Samsung Galaxy S II entscheidet, das im Online-Fachhandel bei ähnlich umfangreicher Ausstattung schon für 415 Euro zu haben. Wem auch das noch zu teuer ist, der sollte einen Blick auf das Samsung Galaxy S Plus werfen. Es ist zwar nicht ganz so üppig ausgestattet, dafür aber noch ein bisschen preiswerter. Wir haben uns das Mittelklasse-Smartphone genauer angeschaut.

Vergleichsweise preiswert

Zwar gilt seitens Samsung Mobile eine unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 459 Euro, wer sich aber in etablierten Online-Shops umsieht, kann sich das Gerät bereits zu einem Preis von 275 Euro sichern. Bei Amazon ist es ohne zusätzliche Versandkosten für knapp 293 Euro zu haben. Gemessen daran, dass das Telefon mit einer ganzen Reihe an Extras aufwarten kann, ist das ein mehr als fairer Preis.

Doch was erhält man als Käufer überhaupt? Neben dem eigentlichen Endgerät auf Basis von Googles Handy-Betriebssystem Android in Version 2.3.3 Gingerbread liefert Samsung einen Akku (1650 mAh), ein Ladekabel, ein Datenkabel, ein kabelgebundenes Stereo-Headset und ein Handbuch mit. Wie immer empfiehlt sich bei einem Smartphone der Nachkauf einer Handy-Tasche, um das Gerät vor Kratzern und eventuellen Sturzschäden zu schützen. Das kann durchaus sinnvoll sein, wie wir schon bei einem Galaxy S II-Test feststellen mussten.

Ein Fliegengewicht

Doch zurück zum Galaxy S Plus: das kommt als echtes Federgewicht unter den Smartphones daher und knüpft mit einem Gewicht von gerade einmal 119 Gramm trotz eines 4,0 Zoll großen Super AMOLED-Displays genau da an, wo auch das Galaxy S II schon überzeugen konnte. Allerdings: erreicht wird das geringe Gewicht nur dadurch, dass auf die Verarbeitung von metallischen Elementen weitestgehend verzichtet wurde. Kunststoff ist Trumpf, wodurch sich das Smartphone nicht sonderlich werthaltig anfühlt.

Das ist schade, denn unter seiner Haube hat das Galaxy S Plus viel zu bieten, was man auch bei etablierten Modellen der (meist teureren) Konkurrenz finden kann. Freilich kann aber nicht alles Luxus pur sein, sonst würde sich der vergleichsweise hohe Preis des Galaxy S II nicht rechtfertigen lassen. Wir haben uns auf Spurensuche gemacht.

Abstriche müssen Nutzer schon beim Prozessor machen. Der ist zwar mit 1,4 Gigahertz getaktet, kommt allerdings nur als Single- und nicht als Dual Core-Variante daher. Im alltäglichen Gebrauch merkt man davon in der Regel zwar nichts, wer sich aber Spiele auf sein Smartphone lädt, muss phasenweise mit Rucklern leben. Zum Beispiel auch dann, wenn Angry Birds durch die Luft fliegen. Die Navigation durch das Handy Menü und den Android Market funktioniert aber flüssig und ohne Probleme.

Google-Konto zur Nutzung Voraussetzung

Der Einsatz des Telefons ist weltweit in GSM- und UMTS-Netzen möglich. Und weil ein Smartphone darauf ausgerichtet sein sollte, schnell im Internet surfen zu können, hat Samsung nicht nur HSPA+-Technik installiert, die Downloads in entsprechend ausgerüsteten Mobilfunknetzen mit bis zu 14,4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und Uploads mit maximal 5,8 Mbit/s erlaubt, sondern auch eine WLAN-Schnittstelle inklusive schnellem N-Standard. Im Android Market können Nutzer aus tausenden Apps auswählen, die in vielen Fällen kostenlos angeboten werden. Wichtig: für eine uneingeschränkte Nutzung ist die Einrichtung eines Google-Kontos notwendig. Ist dies noch nicht geschehen, wird in diesem Zusammenhang auch eine kostenlose E-Mail-Adresse bei Google Mail eingerichtet - die über bereits vorinstallierte App natürlich auch auf dem Galaxy S Plus nutzbar ist.

Die Einrichtung des Telefons geht mit Hilfe eines Einrichtungsassistenten leicht von der Hand. Die notwendigen Internet-Einstellungen werden nach Einlegen der SIM-Karte automatisch vorgenommen, ein etwaiges WLAN-Passwort im Zuge der ersten Einrichtung abgefragt, kann aber jederzeit auch nachträglich im Telefon abgespeichert werden. Auf verfügbare WLAN-Netzwerke weist das Galaxy S Plus automatisch hin.

Tolles Display

Ein kleines Highlight ist der integrierte Touchscreen mit seiner diagonalen Abmessung von knapp 10,2 Zentimetern. Er liefert nicht nur eine sehr gute Auflösung von 480x800 Pixeln, sondern kann auch 16 Millionen Farben darstellen. Ferner zeigt er sich in der Praxis sehr reaktionsschnell. Deutlich wird das vor allem, wenn SMS oder Instant Messenger-Texte eingetippt werden. Sowohl im Quer- als auch im Hochformat macht das auch dann noch Spaß, wenn die Nachricht etwas länger ausfällt. Nur der integrierte Lichtsensor arbeitet in abgedunkelten Räumen häufig sehr unruhig und schaltet immer wieder zwischen sehr hell und sehr dunkel hin und her.

Für die Navigation durch das Menü mit seiner angepassten TouchWiz 3.0-Oberfläche steht zentral unter dem Display eine quadratische, physische Home-Taste zur Verfügung. Mit ihr kann aus den einzelnen Menüunterpunkten oder aus Apps heraus direkt auf die erste der insgesamt sieben Start-Screens gewechselt werden. Durch langes Drücken wird der Task Manager aufgerufen. Flankiert wird der Home-Button durch zwei Sensor-Tasten: eine Menü- und eine Zurück-Taste. An der rechten Seite des Telefons finden Nutzer die Power-Taste über die zum Beispiel auch der Flug-Modus aktiviert oder das Stumm-Profil in Betrieb genommen werden kann. Links finden Nutzer eine Lautstärke-Wippe, auf der Kopfseite die durch einen Schieberegler vor Staubpartikeln geschützte Ladebuchse und eine 3,5-Millimeter-Audio-Anschluss.

Bei ordentlichen Lichtverhältnissen durchweg gute Ergebnisse liefert die integrierte Kamera, die mit einer Auflösung von bis zu 5 Megapixeln (2.560x1.920 Pixel) und einer ganzen Reihe an Sonderfunktionen aufwarten kann. So stehen zum Beispiel Autofokus, Serienbild-Funktion, Panorama-Modus, eine Gesichtserkennung und eine Smile-Shot-Funktion zur Verfügung. Erfreulich: Videos können in HD-Qualität (720p) abgefilmt werden. Auf der Vorderseite wurde eine vergleichsweise schwache VGA-Kamera (640x480 Pixel) für Videotelefonate integriert. Nachteil: die Kamera auf der Rückseite verfügt über kein Fotolicht.

Breites Musik-Angebot

Wer sein Handy auch als musikalischen Begleiter nutzen möchte, findet entsprechende Möglichkeiten natürlich auch beim Galaxy S Plus. Es ist nicht nur mit einem Multimedia-Player ausgestattet, sondern auch mit einem RDS-Radio. Wer die neuesten Hits auf sein Handy laden möchte, findet über den so genannten Music Hub Zugriff auf unzählige MP3-Dateien, die sich direkt auf das Smartphone laden lassen. Der Speicherplatz dafür ist da: denn neben 8 Gigabyte Speicher auf dem Handy selbst, besteht die Möglichkeit, eine microSD-Karte mit einer Kapazität von bis zu 32 weiteren Gigabyte in das Telefon einzusetzen.

Ein bekanntes Smartphone-Problem bleibt aber weiterhin die Stromversorgung. Auch wenn Samsung einen Akku mit einer vergleichsweise hohen Ladekapazität von 1.650 mAh mitliefert, ist bei einer standardmäßigen Nutzung spätestens nach 24 Stunden ein Anschluss an eine Energiequelle notwendig. Dabei gilt: je mehr Apps eine automatische Datensynchronisation gestattet wird, desto schneller geht die Standbyzeit des Galaxy S Plus in den Keller. Wer dann auch noch WLAN und GPS ausgiebig nutzt, darf sich schnell daran gewöhnen, das Telefon morgens vom Ladekabel zu nehmen und abends wieder an selbiges anzuschließen. Ferner gilt wie bei jedem Smartphone: die Buchung einer Daten-Flatrate macht sehr viel Sinn.

Fazit: Preiswerter Kassenschlager

Wer auf der Suche nach einem bezahlbaren Smartphone ist, das viele Extras bietet, ist mit dem Samsung Galaxy S Plus auf der richtigen Spur. Zwar gibt es verschiedene kleine Schwächen wie das fehlende Fotolicht, die sehr rutschige Rückseite, wodurch das Telefon schnell aus der Hand gleiten kann oder die nicht wirklich überzeugende Akkulaufzeit. Dem stehen aber ein kontraststarkes Display, eine insgesamt überzeigende Verarbeitung und der Zugriff auf den sehr umfangreichen Android App Market gegenüber. Deswegen hat der kleine Bruder des Galaxy S II eine ausdrückliche Kaufempfehlung mehr als verdient. Erhältlich ist das Galaxy S Plus nicht nur in Schwarz, sondern auch in Weiß.

Name: Galaxy S Plus (I9001)
Hersteller: Samsung
Internet: http://www.samsungmobile.de
Preis: ca. 275 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Google Android 2.3.3
Antenne: GSM Quadband, EDGE, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 122x64x10 Millimeter
Gewicht: 119 Gramm
Display: 4,0 Zoll, 800x480 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher: 8 GB intern
über microSD um bis zu 32 GB erweiterbar
Schnittstellen: USB, Bluetooth, WLAN
Digitalkamera: 5,0 Megapixel, Autofokus, kein Fotolicht
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Datenkabel, Stereo-Headset
SAR-Wert: 0,35 W/kg (sehr gering)
Extras: MP3-Player, Radio, Bluetooth, WLAN, GPS
Akkulaufzeit im Test: ca. 7 Stunden Sprechzeit
ca. 1,5 Tage Bereitschaftszeit
Pro & Contra:
großer, kontrastreicher Bildschirm
WLAN-Schnittstelle
HSDPA mit bis zu 14,4 Mbit/s
gute Kamera
gute Verarbeitung und sehr leicht
vergleichsweise preiswert
mäßiger Akku
kein Fotolicht
keine Status-LED
kein NFC-Chip
quasi komplett aus Kunststoff gefertigt
teilweise schwacher GPS-Empfang
Bewertung:
Bedienung (30%): sehr gut
Ausstattung (20%): sehr gut
Verarbeitung (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Telefonfunktion (10%): sehr gut
Gesamtnote gut (1,6)
Preis-Leistung: sehr gut

(Hayo Lücke)

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