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Samsung Galaxy S III mini im Test - Kleines Smartphone ganz groß

Zwar hat Samsung das Galaxy S III mini in vielen Bereichen beschnitten, trotzdem ist ein insgesamt gutes Android-Smartphone dabei herausgekommen. Wir haben es getestet.

Samsung Galaxy S3 mini© Samsung

Smartphones eilt häufig der Ruf voraus, sündhaft teuer zu sein. Unberechtigt ist diese Annahme nicht, haben es Unternehmen wie Apple und Samsung schließlich geschafft, Highend-Modelle durchaus erfolgreich zu Preisen jenseits von 500 Euro am Markt zu platzieren. Das iPhone 5 kostet mit 64 Gigabyte Speicher sogar satte 899 Euro. Es geht aber auch günstiger. Für das angelaufene Weihnachtsgeschäft hat Samsung Mobile zum Beispiel das Galaxy S III mini auf den Markt geworfen. Der kleine Bruder des Samsung Galaxy S III kommt mit zum Teil deutlich abgespeckten Spezifikationen daher, kann im Test aber trotzdem überzeugen.

Kleine(re)s Display

Vor allem Otto-Normal-Nutzer dürften an dem Mittelklasse-Modell ihre Freude haben. Denn es erfüllt trotz einiger Defizite eigentlich alles, was man sich von einem soliden Smartphone wünschen kann. Das fängt schon bei den kleineren Abmessungen an. Samsung hatte in Kundenbefragungen herausgefunden, dass das große Display des Galaxy S III zwar bei vielen Nutzern auf Begeisterung stößt, erfuhr aber auch, dass eine 4,8 Zoll Bildschirmdiagonale nicht bei allen Nutzern gut ankommt. Das Galaxy S III mini wurde deswegen mit einem nur 4,0 Zoll (10,16 Zentimeter) großen Touchscreen ausgestattet.

Doch geändert wurde nicht nur die Größe. Das verbaute Panel hat nämlich auch an Qualität eingebüßt. Die Auflösung liegt bei nur 800 x 480 Pixeln statt 1.280 x 720 Bildpunkten beim großen Bruder. Um es aber gleich klarzustellen: Wenn man an dieser Stelle etwas kritisieren möchte, ist es Jammern auf ziemlich hohem Niveau. Denn die Auflösung des Super AMOLED-Bildschirms ist absolut in Ordnung und wird keinen Nutzer enttäuschen; zumal auch 16 Millionen Farben dargestellt werden können.

Plastik-Hülle wirkt nicht wirklich hochwertig

Weil das Display kleiner ausfällt haben sich natürlich auch die generellen Abmessungen und das Gewicht reduziert. Das S III mini bringt mit seiner für Samsung typischen Plastik-Ummantelung nur noch 120 Gramm auf die Waage und misst 122 Millimeter in der Höhe, 63 Millimeter in der Breite und knapp 10 Millimeter in der Tiefe. Daraus ergibt sich auch bei kleineren Händen eine insgesamt ordentliche Haptik, da im Hochformat mit dem Daumen auch die oberen Displayecken problemlos erreicht werden können.

Manko: die Rückseite ist so glatt, dass immer die Gefahr besteht, dass das Telefon aus der Hand gleitet. Außerdem ragt die Linse der integrierten Kamera leicht aus dem Gehäuse heraus. Wird das Telefon ohne Schutzhülle auf dem Tisch abgelegt, sind Kratzer auf dem Kamera-Schutzglas mit der Zeit vorprogrammiert.

Abgesehen davon hat sich Samsung allerdings keine Patzer bei der Verarbeitung geleistet. Das Display schließt fast ohne Übergang mit dem eigentlichen Smartphone-Körper ab und die abgerundeten Kanten sorgen für ein insgesamt sehr harmonisches Gesamterscheinungsbild.

Die Bedienung erfolgt in weiten Teilen über den Touchscreen. Ganz ohne physische Bedienelemente kommt aber auch das Galaxy S III mini nicht aus. Neben einer Home-Taste sind unter dem Bildschirm auch zwei beleuchtete Sensormenütasten zu finden. Um die Lautstärke regulieren zu können, wurde an der linken Seite eine Wipptaste in das Gehäuse integriert. Rechts findet sich eine kleine Taste zum Ein- und Ausschalten. Eine separate Kamerataste gibt es nicht. Kopfseitig wurde von Samsung ein Kopfhörereingang bereitgestellt und am unteren Ende ein Micro-USB-Anschluss, der auch als Schnittstelle für das mitgelieferte Ladekabel dient.

Android und Dual-Core Prozessor

Gemessen an der integrierten Software wird das kleine S III mini mit der neuen Android-Version 4.1.1 Jelly Bean ausgeliefert – angepasst durch Samsungs Touchwiz-Oberfläche. Unter der Haube verrichtet ein Dual-Core Prozessor seinen Dienst, dessen beiden Kerne mit 1,0 Gigahertz getaktet sind. Auch hier wurde die Leistung verglichen mit dem S III deutlich beschnitten. Der große Bruder ist mit einer Quad-Core CPU ausgestattet, deren Kerne mit je 1,4 Gigahertz arbeiten. An Arbeitsspeicher stehen der Mini-Version 1 Gigabyte RAM zur Verfügung.

In der alltäglichen Nutzung sind vor allem im direkten Vergleich die Unterschiede in der Performance nicht zu übersehen. Auch hier gilt aber der Grundsatz, dass das S III mini einen völlig zufriedenstellenden Dienst verrichtet und Ruckler in der Navigation nur dann sichtbar werden, wenn das Telefon zum Beispiel per Multitasking an seine Grenzen getrieben wird. In der Regel starten Apps sehr zügig, bei Spielen ist ein flüssiges Gameplay möglich und auch das Internetsurfen geht schnell von der Hand.

Die integrierte Antenne funkt nicht nur in GSM-Netzen, sondern auch überall dort, wo UMTS zur Verfügung steht. LTE-Unterstützung fehlt dem Galaxy S III mini allerdings. Mobile Internetverbindungen sind folglich auf Basis von HSDPA mit maximal 14,4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream und per HSUPA mit bis zu 5,76 Mbit/s möglich. Darüber hinaus ist eine WLAN-Schnittstelle integriert, die nicht nur im 2,4 Gigahertz-Bereich arbeitet, sondern auch im 5-Gigahertz-Spektrum.

Zwei Kameras an Bord

Mit an Bord ist natürlich auch eine Digitalkamera. Statt eine 8-Megapixel-Kamera beim S III müssen sich S III mini-Nutzer aber mit einer Maximal-Auflösung von 5 Megapixeln zufrieden geben. Neben einem vierfachen Digitalzoom steht auch eine Autofokus-Funktion zur Verfügung. Darüber hinaus lassen sich spezielle Bildausschnitte scharf stellen, indem auf dem Display der entsprechende Bereich angetippt wird. Videos werden "nur" in HD-Qualität mit 720p aufgenommen, die Frontkamera unterstützt bei Videotelefonaten sogar nur Aufnahmen in VGA-Qualität (640 x 480 Pixel).

Qualitativ sind die Aufnahmen in größten Teilen absolut zufriedenstellend. Insbesondere bei guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera Bilder mit hoher Farbtreue und ohne sichtbares Bildrauschen. Das ändert sich allerdings deutlich, sobald es dämmert oder unter Kunstlicht fotografiert wird. Daran kann auch das integrierte Fotolicht kaum etwas ändern.

Recht schwach auf der Brust präsentiert sich das Galaxy S III mini in Sachen Speicherkapazität. Während der große Bruder noch mit bis zu 32 Gigabyte Flash-Speicher überzeugen kann, müssen sich Nutzer der kleinen Variante mit 8 Gigabyte zufrieden geben. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade einmal rund 4,5 Gigabyte für den Anwender zur Verfügung stehen. Immerhin ist aber eine Speichererweiterung per MicroSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte möglich. Wichtig: Mobilfunk-Verbindungen werden über eine SIM-Karte im Standard-Format realisiert.

Fazit: Kleines Galaxy-Smartphone für die Masse

Ohne Zweifel ist das Samsung Galaxy S III mini ein Telefon, das für Otto-Normal-Nutzer sozusagen ein perfektes Smartphone darstellt. Handliche Abmessungen, eine solide Performance kombiniert mit einem guten Display und ordentlicher Kamera. So stellt sich die breite Masse ein Mobiltelefon für den Alltag vor. Allenfalls durchschnittlich ist die Akkuleistung. Der mitgelieferte Energiespeicher mit einer Kapazität von 1.500 mAh hält bei normaler Smartphone-Nutzung nicht viel länger als 14-16 Stunden. Insbesondere bei aktivierten Datenverbindungen wird dem Akku schnell die Energie entzogen.

Und weil Samsung bei der Ausstattung an der einen oder anderen Stelle gespart hat – es fehlen zum Beispiel auch der Musik und Video Hub sowie NFC -, kommt unter dem Strich auch ein fairer Preis heraus. Zwar liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 439 Euro, schon heute ist das Telefon in Online-Shops aber zu Preisen ab 305 Euro erhältlich. Amazon liefert es ohne zusätzliche Versandkosten ab 329 Euro aus – wahlweise in Weiß oder Dunkelblau. Alles in allem ist Samsung mit dem Galaxy S III mini ein rundum gutes Smartphone gelungen, das sicherlich unter vielen Weihnachtsbäumen zu finden sein wird.

Name: Galaxy S III mini (GT-I8190)
Hersteller: Samsung Mobile
Internet: www.samsung.de
Preis: ab ca. 305 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 4.1.1 Jelly Bean)
Prozessor: 1,0 Ghz. Quad Core
Arbeitsspeicher: 1.024 Megabyte
SIM: Standard-SIM
Antenne: GSM Quadband, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 122 x 63 x 10 Millimeter
Gewicht: 120 Gramm
Display: 4,0 Zoll, 800 x 480 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher: 8 GB intern;
per microSD um bis zu 32 GB erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth, WLAN
Digitalkamera: 5 Megapixel Kamera, Digitalzoom, Autofokus
HD-Videofunktion (720p), VGA-Frontkamera
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel, Ohrstöpsel in verschiedenen Größen
SAR-Wert: 0,52 W/kg (gering)
Extras: MP3- und Videoplayer, Bluetooth, RDS-Radio, GPS, WLAN, HD-Unterstützung
Akkulaufzeit im Test: 8-10 Stunden Sprechzeit
14-16 Stunden Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
gute Kamera
gute Verarbeitung
gutes Super AMOLED Display
Plastik-Gehäuse
kein LTE
leichte Schwächen bei der Ausstattung

Bewertung:
Bedienung (30%): sehr gut
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote gut (2,1)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

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