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Samsung Galaxy Note im Test - Smartphone XXL

Wem ein klassisches Smartphone-Display schon immer zu klein war, der findet im neuen Galaxy Note eine willkommene Alternative. Und die kann sich sehen lassen.

Samsung Galaxy Note© Samsung

Darf es ein bisschen mehr sein? Mit dieser Frage sieht man sich nicht nur an der Fleischtheke im Supermarkt konfrontiert, sondern neuerdings auch vor Smartphone-Ausstellungsflächen. Denn Samsung Mobile hat mit dem auf der IFA vorgestellten Galaxy Note eine komplett neue Gerätekategorie am Mobilfunkhimmel platziert. Doch was ist das überhaupt? Handelt es sich mehr um ein Smartphone oder doch eher um einen Mini-Tablet PC? Wir haben genauer hingeschaut und das Galaxy Note auf die Probe gestellt.

Gigantisches Display

Schon der erste Eindruck macht deutlich: das Galaxy Note ist etwas ganz Neues. Zwar ist es mit einer Tiefe von knapp 10 Millimetern so flach wie viele andere Smartphones, dafür aber deutlich breiter (83 Millimeter) und auch länger (147 Millimeter). Zum Vergleich: das iPhone 4 S kommt auf gerade einmal 115 Millimeter in der Länge und 59 Millimeter in der Breite, das etwas größere Samsung Galaxy S II bringt es auf Abmessungen von 125x66 Millimetern. Ohne Zweifel ist das Galaxy Note so etwas wie der neue Gigant am Smartphone-Markt.

Größere Grundabmessungen haben zwangsläufig einen weiteren Nebeneffekt: das Display mutiert mit aber diagonalen Abmessung von satten 5,3 Zoll (13,44 Zentimeter) zu einer wahren Unterhaltungsschleuder. Auch hier wieder ein kleiner Vergleich: iPhone 4 S, Samsung Galaxy S oder das HTC Titan bringen es auf eher bescheidene 3,5, 4,0 bzw. 4,7 Zoll. Auch in diesem Punkt setzt das Galaxy Note also neue Maßstäbe. Und das, ohne bei der Auflösung zu geizen. Denn Samsung hat seinem neuen Flaggschiff einen so genannten HD Super AMOLED-Touchscreen spendiert, der mit satten 1.280x800 Pixeln auflöst.

Die Einrichtung des auf Googles mobilem Betriebssystem Android basierenden Geräts geht wie bei allen Android-Geräten leicht von der Hand. Voraussetzung für die Nutzung diverser Funktionen des Telefons ist die Aktivierung eines Google-Kontos, was mit der Einrichtung einer E-Mail-Adresse mit der Endung @googlemail.com einher geht und binnen weniger Minuten abgeschlossen ist.

Tipp: Android-Version prüfen

In einem der nächsten Schritte sollte jeder Galaxy Note-Nutzer einen Blick auf die installierte Android-Version werfen (Einstellungen > Telefoninfo). Ist dort nicht Version 2.3.6 aufgeführt, reicht es aus, den Menüpunkt "Software-Aktualisierung" auszuwählen, um Android in der aktuellsten Version nachträglich zu installieren. Dazu reicht eine stabile WLAN-Verbindung aus, allerdings sollte der Akku ausreichend Restenergie vorweisen, damit sich das Smartphone während des Updatevorgangs nicht ausschaltet. Die Aktualisierung macht vor allem deswegen Sinn, weil sich mit der neuesten Android Gingerbread-Version die Leistung des Telefons spürbar verbessert.

Samsung selbst nennt das Galaxy Note auch "Do-In-One-Phone", das eine neue Zielgruppe erschließen soll. Nämlich jene, denen ein Tablet zu groß, ein klassisches Smartphone aber wiederum zu klein ist. Der Elektronikriese folgt dabei dem Trend, dass Handys nicht wie früher immer kleiner, sondern Displays eher immer größer werden, damit Multimediainhalte und Texte auch unterwegs in einer ordentlichen Größe dargestellt werden können. Das hat aber auch negative Begleiterscheinungen. Denn das Galaxy Note ist das erste Smartphone der Galaxy-Reihe, dessen allgemeines Handling sich in der Endabrechnung als letztlich zu sperrig erweist.

Komfort im Handling wird vermisst

Das Telefon zu halten ist in vielen Situationen nur recht verkrampft möglich; selbst bei großen Händen. Auch wenn die Abmessungen eines klassischen Notizblocks (noch) nicht erreicht werden, ist eine entspannte Bedienung zumindest im Hochformat kaum möglich. Besser sieht es im Querformat aus, wenn das Gerät mit beiden Händen festgehalten wird. In der Hosentasche wirkt das Galaxy Note mit seinen recht üppigen Abmessungen und einem Gewicht von 178 Gramm zwar nicht zwingend wie ein Fremdkörper, ist aber doch deutlich spürbar - auch wenn es noch komplett in einer klassischen Jeanstasche versenkt werden kann.

Eine weitere Besonderheit präsentiert sich Nutzern des Galaxy Note in Form des so genannten S Pen, der sich am unteren Ende der Geräterückseite aus dem Gehäuse ziehen lässt. Denn der Touchscreen ist nicht nur mit dem Finger bedienbar, sondern eben auch über einen kleinen, speziellen Stift, der auch eine Handschrifterkennung möglich macht. Auf diese Weise ist es nicht nur möglich, auf die Schnelle Notizen zu verfassen, sondern auch lustige Bilder zu zeichnen. Mehr noch: wer mag, kann auch Fotos oder Kartenausschnitte aus Google Maps mit Hinweisen versehen. Letzteres ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn ein genauer Treffpunkt vereinbart werden soll. Das Bild mit den S Pen-Notizen kann schnell per E-Mail oder Messenger-Nachricht an den gewünschten Empfänger gesendet werden.

Die Bedienung des S Pens ist mit ein bisschen Eingewöhnungszeit sehr einfach. Er gestattet aber nicht nur das Schreiben als Solches, sondern noch eine ganze Reihe weiterer Funktionen. Es wird beispielsweise ein virtueller Notizblock geöffnet, wenn mit dem S Pen per Doppelklick auf den Bildschirm getippt wird. Zudem ist es per Stifteingabe möglich, Screenshots aufzunehmen (Drucktaste am Stift halten einmal auf den Bildschirm tippen) oder das Menü des jeweiligen Bildschirms anzuzeigen (Drucktaste am Stift halten und Stift von unten nach oben ziehen).

SMS per S-Pen schreiben

Wer mag, kann auch E-Mails oder SMS nicht über die virtuellen QWERTZ-Tastaturen im Hoch- und Querformat schreiben, sondern auf eine Texteingabe per Handschrift über den S-Pen setzen. In der Hand gehalten funktioniert das aber weniger gut als wenn das Telefon zum Beispiel auf einem Tisch liegt. Positiv: das Galaxy Note muss sich nicht erst an das Schriftbild seines Nutzers gewöhnen, sondern ist sofort fit für die Texteingabe. Erstaunlicherweise funktioniert die auch dann zufriedenstellend, wenn die Eingabe mit vielen Schnörkeln in Schulschreibschrift erfolgt.

Abgesehen von der Touchscreen-Bedienung ist das Galaxy Note mit einer Ein- und Ausschalt-Taste an der rechten und einer Lautstärke-Wippe an der linken Seite ausgestattet. Der USB-Anschluss findet sich am Fuß-, der Audio-Ausgang (3,5 Millimeter) am Kopfende. Der Lautsprecher wurde am unteren Ende auf der Geräterückseite integriert. Neben zwei Sensortasten kommt auch eine (nicht beleuchtete) Home-Taste zum Einsatz, die für manchen Geschmack vielleicht etwas zu schmal ausfällt. Einsetzbar ist das Telefon in GSM- und UMTS-Netzen, mobile Internetdownloads sind auf Basis von HSPA+ mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, Uploads per HSUPA mit bis zu 5,8 Mbit/s - vorausgesetzt, das genutzte Mobilfunknetz wurde entsprechend ausgebaut. Ergänzend dazu steht eine WLAN-Schnittstelle bereit.

Zwei Kameras an Bord

Spaß macht auch die integrierte Kamera. Nicht nur, weil Fotos mit dem S-Pen direkt bearbeitet werden können, sondern auch weil die Qualität stimmt. Bilder werden mit bis zu 8 Megapixeln aufgenommen (3.264x2448 Pixeln) und überzeugen dank eines gut arbeitenden Autofokus durch eine ordentliche Belichtung und Schärfe. Auch Videoaufnahmen sind möglich - in Full-HD-Qualität (1.080p). Einen Eindruck zur Videoqualität vermittelt das von unserer Redaktion aufgenommene HD-Testvideo. Auf Wunsch lässt sich zu jeder Aufnahme ein LED-Fotolicht zuschalten. Verschiedene Aufnahme-Modi und Kamera-Extras (zum Beispiel Blinzel- und Gesichtserkennung, Bildstabilisator oder GPS-Tag) stehen ebenfalls zur Verfügung. Mehr noch: auf der Vorderseite steht zudem eine zweite Kamera für Videotelefonate zur Verfügung - mit starker 2,0 Megapixel-Auflösung.

Praktisch keine Einschränkungen muss man beim Betrachten von Fotos auf dem Display befürchten. Satter Kontrast, 16 Millionen darstellbare Farben, tolle Bildschärfe - das macht einfach Laune. Ist der Helligkeitssensor aktiviert, wirken weiße Inhalte häufig etwas blass, das stört aber nur wenig. Was das Display kann, wird insbesondere dann sichtbar, wenn man den Helligkeitssensor ausschaltet und die höchstmögliche Helligkeitsstufe auswählt. Doch Vorsicht: auf Dauer geht das deutlich spürbar zu Lasten der Akkulaufzeit.

Recht ausdauernder Akku

Apropos Akku: integriert ist ein Energiespeicher mit einer Kapazität von 2.500 mAh. Das ist deutlich mehr als bei anderen Smartphones und in der Tat hält das Telefon auch länger durch als die normale Handy-Konkurrenz. Bei normaler Nutzung konnten wir das Galaxy Note trotz intensiver Internetnutzung 1,5 bis 2 Tage problemlos in Betrieb halten. Wer es ruhig angehen lässt, kommt auch 3 bis 4 Tage über die Runden. Intensive WLAN- und GPS-Nutzung saugt aber auch bei diesem Telefon an der Akkulaufzeit.

Der interne Speicher des Telefons ist auf 16 Gigabyte ausgelegt und über eine microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweiterbar. An weiteren Extras liefert das Galaxy Note eine Stereo-Bluetooth-Schnittstelle (Version 3.0), MP3-Player, RDS-Radio sowie Zugriff auf tausende Apps im Android Market. Herzstück des Telefons ist ein Dual-Core-Prozessor, der mit 1,4 Gigahertz getaktet ist und für eine flüssige, ruckelfreie Gesamtperformance sorgt.

Fazit: Neue Maßstäbe auf dem Smartphone-Markt

Was bleibt? Samsung ist es zweifelsohne gelungen, am Smartphone-Markt neue Maßstäbe zu setzen. Das Galaxy Note liefert ein beeindruckendes Display-Erlebnis und Dank des integrierten Dual Core-Prozessors eine stabile Performance. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass die vergleichsweise überdimensionalen Abmessungen sicher nicht jedermanns Sache sind. Vor allem Menschen mit kleinen Händen dürften mit dem Handling so ihre Schwierigkeiten haben.

Mehr Funktionen als bei klassischen Smartphones

Ein echter Clou ist der in das Gerät integrierte S Pen. Mit ihm wird der Spielraum an nutzbaren und durchaus sinnvollen Funktionen noch einmal deutlich erweitert. Die Grundfunktionen bleiben aber auch per Fingerbedienung nutzbar. Vorteile bietet das große Display unter anderem auch bei der SMS-Eingabe. Denn eine breitere Display-Diagonale sorgt unter anderem dafür, dass auch die dargestellten QWERTZ-Tastaturen mit ihren einzelnen Buchstabentasten größer ausfallen.

Abzuwarten bleibt, ob die Kunden die neue Produktkategorie der so genannten Smartpads auch annehmen. Denn eines ist auch klar: wer mit dem Galaxy Note telefoniert, hält ohne angeschlossene Freisprecheinrichtung ein so richtig sperriges Gerät am Ohr, das fast die komplette Gesichtshälfte bedeckt. Auf der anderen Seite der Medaille macht das Betrachten von Videos - sei es zum Beispiel im Zug, im Flugzeug oder auf dem Rücksitz im Auto - durchaus Lust auf mehr. Auch das Surfen im Internet geht angenehm von der Hand, weil auf dem großen Bildschirm mehr Inhalte auf einem Blick dargestellt werden können.

Aber: alle die schicke Technik hat natürlich auch ihren Preis. Seitens Samsung gilt eine unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 699 Euro, im Online-Fachhandel ist das Galaxy Note ohne Vertrag zu einem Preis von circa 500 Euro aufwärts zu haben. Amazon verkauft es versandkostenfrei für 513 Euro (Stand: Ende November 2011). Zum gleichen Preis wäre zum Beispiel auch das iPhone 4 mit 8 Gigabyte Speicher zu haben.

Name: Galaxy Note  (GT-N7000)
Hersteller: Samsung Mobile
Internet: www.samsung.de
Preis: ab ca. 500 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 2.3.6 Gingerbread)
Prozessor: 1,4 Ghz. Dual Core
Arbeitsspeicher: 1.024 Megabyte
SIM: Standard-SIM
Antenne: GSM Quadband, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 147x83x10 Millimeter
Gewicht: 178 Gramm
Display: 5,3 Zoll, 1.280x800 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher: 16 GB intern;
per microSD um bis zu 32 GB erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth, WLAN
Digitalkamera: 8 Megapixel Kamera, 3x Digitalzoom,  Autofokus
HD-Videofunktion (1.080p)
2 Megapixel Frontkamera
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel, S-Pen (im Gerät eingesteckt) 
SAR-Wert: 0,26 W/kg (sehr gering)
Extras: MP3- und Videoplayer, Bluetooth, RDS-Radio, GPS, WLAN, HD-Unterstützung
Akkulaufzeit im Test: 8-10 Stunden Sprechzeit
2-3 Tage Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
gute Kamera
gute Verarbeitung
kontraststarkes Super AMOLED-Display
großes Display
ordentliche Akkuleistung
erweiterte Funktionen durch S-Pen-Bedienung
für kleine Hände zu sperrig
kein NFC
keine HDMI-Schnittstelle

Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): sehr gut
Verarbeitung (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): befriedigend
Gesamtnote gut (1,9)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

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