Testbericht

Samsung Galaxy Note 8.0 im Test: Das Tablet mit dem Wow-Faktor

Schon nach ein paar Stunden Nutzung wird deutlich: Mit dem Galaxy Note 8.0 lässt sich eine Menge anfangen - und es löst einen Haben-wollen-Effekt aus.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Für jeden erdenklichen Anspruch die passende Touchscreen-Größe, das ist bei der heutigen Gerätevielfalt gar kein Problem mehr. Mit "Phablets" und Mini-Tablets wurde sogar die schmale Lücke zwischen großen Smartphones und handlichen Tablet-Rechnern geschlossen. Selbst Apple wandelt mit dem iPad mini unter den Kompakten - kein Wunder, schließlich eignen sich kleinere Tablet-PCs auch besser zum Lesen und liegen gut in einer (!) Hand. Das eigene Portfolio weiter vervollständigt hat nun auch Samsung: Mit dem Galaxy Note 8.0 hat der große Apple-Konkurrent ein weiteres Gerät mit Eingabestift auf den Markt gebracht, das zwischen Galaxy Note II (Test) und Galaxy Note 10.1 (Test) angesiedelt ist. Wir haben uns das 8-Zoll-Note mit UVP ab 499 Euro genauer angesehen und schnell festgestellt, dass der Tablet PC einen ganzen Blumenstrauß voller Funktionen zückt.

Als WLAN- oder HSPA+-Modell verfügbar

Das Galaxy Note 8.0 ist mit Abmessungen von rund 211 x 136 x 8 Millimetern etwa so groß wie ein sehr dünnes Taschenbuch und überragt das iPad mini nur um wenige Millimeter in der Höhe. Auch das Gewicht fällt nur minimal höher aus: 340 bis 345 Gramm bei Samsung stehen 308 bis 312 Gramm beim Mini-iPad gegenüber - je nachdem, ob vom WiFi- oder 3G-Modell gesprochen wird. Letzteres unterstützt dann - anders als das iPad - zwar keine LTE-, aber HSPA+-Verbindungen und dadurch Downloads mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde. Auch Telefonate lassen sich über das Mobilfunknetz führen. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass Samsung kein Headset, sondern nur ein Netzteil beilegt. NFC ist nicht mit an Bord, dafür aber Bluetooth 4.0, GPS zur Standortbestimmung, eine Kopfhörer- und Mikro-USB-Buchse sowie eine Infrarot-Schnittstelle.

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Mehrwert im Wohnzimmer

Dadurch wird das Note nicht nur zur Universalfernbedienung für internetfähige Gerätschaften, sondern gestaltet durch einen elektronischen Programmführer auch die Suche nach interessanten Sendungen komfortabler. Wir haben die Funktion mit einem LG-Fernseher (kein Smart-TV) und Unitymedia als TV-Signal-Quelle getestet. Schnell war die Einrichtung erledigt, da aber keine möglicherweise vorhandene Verschlüsselung abgefragt wurde, bekamen wir neben verfügbaren Sendern auch Inhalte nicht gebuchter Pay-TV-Kanäle angezeigt. Aufmachung und Handhabung sind ganz nett, ein Klick auf den Teaser Big Bang Theory auf dem Tablet führte auf dem Fernseher direkt zur gerade laufenden Sendung auf ProSieben.

Fast tadellose Verarbeitung

Das Design orientiert sich an aktuellen Galaxy-Geräten wie dem Samsung Galaxy Note II, dem Galaxy S4 oder dem kommenden Galaxy Tab 3. Das heißt, der Hersteller verwendet ein weißes Kunststoffgehäuse mit silberfarbenem Rahmen und silberne Tasten zum Einschalten und Verstellen der Lautstärke. Die Slots für eine microSD-Speicherkarte und eine Micro-SIM-Karte sind jeweils mit einer Abdeckung versehen. Diese lassen sich leicht herauslösen, gehen durch eine kleine Gummiverbindung aber nicht verloren. Bei unserem Testgerät schließt der Verschluss des Speicher-Slots allerdings nicht perfekt sauber ab. Doch das fällt mit unter Meckern auf hohem Niveau, denn die Verarbeitung wirkt ansonsten tadellos. Allerdings offenbart sich die glänzende Rückseite bereits nach nur einem Tag als reinster Staubmagnet, das glatte Display bleibt durch die häufige Nutzung mit dem mitgelieferten Eingabestift (S-Pen) länger sauber.

Auffällig: Das Galaxy Note 8.0 kombiniert die Android-typischen Sensortasten mit einem mechanischen Home-Button, genau wie die anderen Galaxy-Produkte. Die Sensortasten können auch mit dem S-Pen betätigt werden, so dass hier kein Bruch zwischen Stift- und Fingerbedienung entsteht. Der Home-Knopf verlangt optisch eher danach, mit dem Finger gedrückt zu werden, es klappt aber auch per S-Pen. Sehr schön gelöst ist der "Parkplatz" für den Eingabestift. Er lässt sich vollständig im Gehäuse versenken, fällt nicht heraus und schließt fast bündig ab. Sobald er herausgezogen oder zurück an seinen Platz gesetzt wird, ertönt ein akustisches Signal. Wen das nervt, der stellt es einfach ab.

Um möglichst viel Nutzen aus dem Eingabestift ziehen zu können, hat Samsung der Android-4.1-Basis nicht nur die TouchWiz-Oberfläche übergestülpt, sondern auch diverse an den Pen angepasste Anwendungen mit ins Paket gepackt - wie Notizen, Zeichnungen und Kalendereinträge, die sich mit dem Google-Kalender synchronisieren lassen. Wird mit dem S-Pen fester aufgedrückt, verändert sich die Strichstärke. Die kleine Taste wird hingegen nur für wenige Features genutzt. Mit dem Stift lassen sich zudem Funktionsgesten ausführen, zum Beispiel um einen Screenshot aufzunehmen, der direkt im Anschluss mit Notizen versehen werden kann, oder eine Aktion rückgängig zu machen. Sehr praktisch ist er für Texteingaben jeglicher Art. Erstens ist die On-Screen-Tastatur auf einem kleineren Tablet zwangsläufig beengter und der Schreibfluss daher nicht ganz so flott, was der Stift wieder ausgleicht, und zweitens sind handschriftliche Notizen möglich. In unserem Test wurden auch schwierigere Wort-Kombinationen wie "Dual-Core-CPU" oder Abkürzungen korrekt interpretiert. Eine weitere Eingabemethode erlaubt die alternative Tastatur, über die ähnlich wie bei Swype von Buchstabe zu Buchstabe gewischt wird. Das klappt mit der präzisen Stiftmiene ebenfalls besser als mit der Fingerkuppe. Zusätzlich öffnet der Stift auch ohne Berührung des Bildschirms kleine Vorschaufenster - unter anderem innerhalb der Galeriebilder, E-Mails, Terminen und der speziell angepassten Flipboard-App.

Bedienung: Viele Wegen führen nach Rom

Ist der Stift gerade nicht in Verwendung, sind Screenshot-Aufnahmen sowie Stummschalten des Mediaplayers durch Wischen mit der Handkante oder Abdecken des Displays möglich. Ebenfalls ans Ziel führt die Sprachsteuerung S-Voice. Wie ein Pendant zu Apples Siri versteht sie Internet-Suchanfragen, beantwortet Fragen nach dem Wetter oder initiiert Anrufe und Nachrichten. Wer häufig zwischen mehreren Apps wechseln möchte, der darf sich über den Mehrfenster-Modus freuen: Im Internet surfen und einen Videochat führen oder bei Google Maps Routen recherchieren und gleichzeitig Termine planen - der Split-Screen bietet genau das. Die unterstützten Anwendungen werden in einer Seitenliste aufgeführt und können von dort aus einfach in den Bildschirm gezogen werden. Auch Kopieren und Einfügen von Text ist zwischen den Apps problemlos möglich. Wird eine Vollbildansicht bevorzugt, hilft die Leiste immerhin beim flotten Umschalten zwischen Apps.

Weitere vorinstallierte Apps sind der Messenger ChatON, Group Play zum Teilen von Inhalten mit anderen Samsung-Nutzern, Polaris Office und verschiedene hauseigene Content-Dienste für Musik, Spiele, Lerninhalte oder digitale Bücher. Denn je handlicher das Tablet, desto besser ist es als Alternative zum E-Book-Reader geeignet. Das Galaxy Note 8.0 bringt hierzu einen bei Bedarf einschaltbaren Lesemodus mit, der im Endeffekt einfach einen gelblichen Papier-Look imitiert, der etwas angenehmer für die Augen ist.

Das Display: Nicht gestochen scharf, aber strahlende Farben

Das 8-Zoll-Display erreicht mit 1.280 x 800 Pixeln zwar eine etwas höhere Auflösung als der 7,9-Zoll-Bildschirm des iPad mini, ist aber dennoch ein Stück von besonders scharfen Retina-iPads oder dem Google Nexus 7 (Test) entfernt. Googles Tablet bringt zwar in der Summe nicht mehr Pixel mit, dafür aber pro Zoll: Der Touchscreen misst nämlich nur 7 Zoll und damit 2,54 Zentimeter weniger in der Diagonalen. Gerade bei sehr kleingedruckten Texten ist die Darstellung daher nicht gestochen scharf. Punkten kann das kompakte Note wiederum mit großen Blickwinkeln, vor allem aber mit herausstechend kräftigen, fast knalligen Farben. Wie hell das Display scheint, lässt sich mit Hilfe eines Sensors auf Wunsch automatisch anpassen. Dieser arbeitet zuverlässig: Sobald wir den Tablet-PC mit ins Freie nahmen, wurde der Bildschirm heller. Um Energie einzusparen, kann darüber hinaus Smart Stay aktiviert werden: Solange der Nutzer auf den Bildschirm blickt, bleibt das Galaxy Note 8.0 im Einsatz, erkennt es kein Augenpaar mehr, knipst es das Licht aus.

Bestückt ist das Samsung Galaxy Note 8.0 mit einem Exynos 4412-Chip, dessen vier Kerne mit jeweils 1,6 Gigahertz getaktet sind. Für einen ausreichend großen Puffer sorgen 2 Gigabyte (GB) RAM. In der Praxis zeigt sich die Hardware performant: Apps starten zügig und ein Wechsel von einer Anwendung zur nächsten wird nahezu unmittelbar vollzogen. Zur Einschätzung der Grafikleistungen haben wir den 3DMark durchlaufen lassen, der zum Nvidia Tegra 3 4-Kern-Chip im Asus MeMO Pad Smart 10 Test vergleichbare Ergebnisse lieferte. Flüssig spielbar waren im Test zum Beispiel die Titel The Conduit HD und Iron Man 3. Der interne Speicher bietet eine Kapazität von 16 GB, wovon nur rund 9 GB zur freien Verfügung übrig bleiben, er lässt sich aber über den Speicherkartenleser um bis zu 64 GB ergänzen.

Fotos, Videos, Sound

Zusätzlich zu einer 1,3-Megapixel-Webcam bringt Samsung im Note eine rückwärtige 5-Megapixel-Kamera unter. Dank Autofokus sind ihre Bilder absolut brauchbar, da ihr kein Blitzlicht zur Seite steht, kann es in dunklen Innenräumen aber zu verrauschten Fotos kommen. Gut gefallen haben uns die Videos. Die Lautsprecher, die der Hersteller in die Unterseite integriert, sind qualitativ okay, nicht mehr und nicht weniger. Wie bei vielen anderen Tablets driftet durch die Positionierung ein nicht unwesentlicher Teil der Lautstärke nach unten beziehungsweise quer gehalten zur Seite weg, frontale Beschallung wird also nicht erreicht.

Nicht nachvollziehbar sind die von Samsung angegebenen Akkulaufzeiten. Während bis zu 8 Stunden Videowiedergabe noch realistisch klingt, wirken die 76 Tage Standby schon ohne Nachmessen sehr hoch gegriffen. In unserem Test spielte das Galaxy Note 8.0 rund 6,5 Stunden lang HD-Filme ab, beim Surfen über WLAN ließen sich 5,5 Stunden erreichen. Im Standby-Betrieb hätte das Tablet nach etwa 9 Tagen nach dem Netzteil verlangt. Wichtig zu wissen: Es lädt nicht via USB-Verbindung mit einem PC oder Mac.

Fazit: Ein echter Kracher - nur etwas zu schwacher Akku

Schon nach ein paar Stunden Nutzung wird deutlich: Mit dem Galaxy Note 8.0 lässt sich eine Menge anfangen. Und es löst bei denjenigen, die ihr Tablet auch beruflich beziehungsweise regelmäßig zum Bearbeiten von Dokumenten nutzen möchten, einen Haben-wollen-Effekt aus. Der Stift vereinfacht so manche Schrittfolge, die mit den Fingern auf einem so kompakten Touchscreen nur mühsam zu erledigen wären. Ob schnelle Notizen oder grobe Entwürfe, mit dem Pen sind spontane Einfälle schnell festgehalten. Dadurch mag sich auch für so manchen Nutzer eine Bluetooth-Tastatur erübrigen, zum Beispiel in der nächsten Vorlesung oder Konferenz. Einen großen Mehrwert bietet zudem der Mehrfenstermodus, darüber hinaus sind die Handhabung, die Verarbeitung und das Display erstklassig.

Raum für Verbesserungen bieten die Akkulaufzeit und die Bildschirmauflösung. Darüber hinaus ist der Preis verglichen mit günstigen Tegra-Tablets deutlich höher, auch wenn die Internethändler das Tablet bereits für 100 Euro unter dem UVP verkaufen.

Weitere Tablet PCs im Test, einen Tablet PC Vergleich und eine Kaufberatung zum Thema Tablet PC liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Galaxy Note 8.0 (Samsung GT-N5100)
Hersteller: samsung
Internet: www.samsung.com/de
Preis: UVP: 499 Euro WiFi / 599 Euro 3G

bei Amazon:

399 Euro (WiFi) / 499 Euro (3G)
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Samsung Exynos 4412
Quad-Core-Prozessor mit 1,6 GHz
(3DMark Score:
Ice Storm: 3.290 / Extreme: 2.458)
Bildschirm: 8 Zoll WXGA (1.280x800 Pixel) Touchscreen,
glänzend
Speicher: 2 GB RAM, 16 GB Speicherplatz
Akku: Herstellerangaben:
bis 8 Stunden Video, bis 105 Stunden Musik,
27 Stunden Sprechzeit (3G), 76 Tage Standby
gemessen:
5,5 Stunden YouTube (WLAN),
6,5 Stunden HD-Videos (offline)
9 Tage Standby
Kommunikation: WiFi 802.11a/b/g/n (auch 5 GHz),
Bluetooth 4.0 mit A2DP, Infrarot,
HSPA+ (nur 3G-Modell)
Betriebssystem: Android 4.1 (Jelly Bean) + TouchWiz
Abmessungen: HxBxT: 211 x 136 x 7,95 Millimeter;
340 Gramm
Anschlüsse: Micro-USB, MicroSD-Kartenleser (bis 64 GB),
Micro-SIM (nur 3G-Modell),
Kopfhörer (3,5 mm Klinke)
Sonstiges: G-Sensor, Lichtsensor, A-GPS,
5-Megapixel-Kamera für Fotos und Videos
mit Autofokus, 1,3-Megapixel-Webcam, S-Pen
flotter Quad-Core-Prozessor
helles und farbstarkes Display
Kartenleser
zahlreiche Features durch S-Pen
handlich und leicht
kein Blitzlicht
kein Headset mitgeliefert
zu kurze Akkulaufzeit

Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): gut
Bedienung/Handhabung (15%): sehr gut
Akkulaufzeit (15%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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