Testbericht

Samsung Galaxy Note II im Test: Smartphone-Gigant noch einmal verbessert

Mit dem Samsung Galaxy Note II ist ein weiteres Smartlet erhältlich, das noch einmal ein größeres Display vorweisen kann als der Vorgänger: satte 5,55 Zoll. Wir haben es genauer angeschaut.

Samsung Galaxy Note 2© Samsung

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Trend bei Smartphones zu immer größeren Displays geht. Eine Diagonale von 4,0 Zoll wird von der Mittelklasse aufwärts als Standard vorausgesetzt, aber es geht noch weit mehr. Zum Bespiel beim Samsung Galaxy Note II, das mit einem Bildschirm daherkommt, der (fast) alles andere in den Schatten stellt. Satte 5,55 Zoll (14,1 Zentimeter) hat der südkoreanische Elektronikkonzern dem Telefon spendiert und damit gegenüber dem ersten Galaxy Note noch einmal 0,25 Zoll draufgepackt. Wir haben uns das so genannte Smartlet, das man ohne mit der Wimper zu zucken auch als Mega-Smartphone bezeichnen könnte, genauer angeschaut.

Auflösung hat etwas gelitten

Auch wenn das Display ein wenig größer geworden ist, werden die installierten Apps und Menüpunkte weiterhin in fünf Spalten dargestellt. Wie beim Vorgänger kommt ein HD Super AMOLED-Panel zum Einsatz, das 16 Millionen Farben darstellen kann und mit satten Kontrasten und schnellen Reaktionszeiten punktet. Etwas überraschend: die Auflösung liegt nur noch bei 1.280 x 720 Bildpunkten statt 1.280 x 800 beim ersten Modell. Für das menschliche Auge sind die Unterschiede aber nicht sichtbar. Ein Vorteil ist hingegen, dass das Display nun im 16:9-Format daherkommt. Filmfreunde werden sich freuen.

Viel entscheidender ist aber die Tatsache, dass das Galaxy Note II auch weiterhin nicht sonderlich einfach zu handhaben ist. Mit Abmessungen von 151 x 81 x 9 Millimetern liegt das Gerät vor allem im Hochformat alles andere als komfortabel in der Hand und doch macht die Nutzung vor allem dann Spaß, wenn Multimedia-Inhalte wie Videos genutzt werden oder das Internet erkundet wird. Denn auf einem großen Display können nun einmal auch mehr Inhalte übersichtlich dargestellt werden. Mäusekino sieht wahrlich anders aus. Auf die Waage bringt das neue Note satte 182 Gramm und ist damit noch einmal vier Gramm schwerer als das erste Modell.

Selbst wenn man die sperrigen Abmessungen kritisieren wollte, müsste man aber ohnehin auch feststellen, dass sie offenbar den Puls der Zeit treffen. Denn nach Angaben von Samsung hat sich das Note II zum Start noch besser verkauft als der ältere Bruder. In 37 Tagen wurden 3 Millionen Einheiten ausgeliefert – wahlweise in Dunkelgrau oder in Weiß.

Google-Konto ist Voraussetzung

Die Einrichtung des auf Googles mobilem Betriebssystem Android basierenden Geräts geht wie bei allen Android-Geräten recht leicht von der Hand. Voraussetzung für die Nutzung diverser Telefon-Funktionen ist die Aktivierung eines Google-Kontos, was mit der Einrichtung einer E-Mail-Adresse mit der Endung @gmail.com einhergeht und binnen weniger Minuten abgeschlossen ist. Wichtig ist für Nutzer des Note II auch, in den Einstellungen nach einem möglicherweise verfügbaren Firmware-Update zu suchen. In der Regel macht das Telefon aber selbständig auf verfügbare Softwareaktualisierungen aufmerksam.

Natürlich hat Samsung (auch) unter der Haube eine ganze Reihe an Änderungen vorgenommen. So verrichtet nun im Gehäuseinneren ein 1,6 Gigahertz-Prozessor mit vier Kernen seinen Dienst. Beim ersten Note-Modell war es noch eine Dual-Core-CPU mit 1,4 Gigahertz. Außerdem mit an Bord: satte 2 Gigabyte RAM Arbeitsspeicher. Als Betriebssystem kommt Android 4.1.1 Jelly Bean zum Einsatz.

Bedienung auch per S-Pen möglich

In Kombination sind die Hard- und Software-Spezifikationen sehr gut aufeinander abgestimmt. Ruckler in der Menünavigation konnten wir während unseres Tests nicht beobachten, Apps starten zügig und auch das Gameplay bei Spielen aus dem Play Market macht auf dem großen Display viel Spaß. Die Bedienung ist wahlweise mit dem Finger oder über einen speziellen Stift namens S-Pen möglich, der aus dem Gehäuse gezogen werden kann. Unterstützt wird mit dem Stift auch eine Handschrifterkennung, die allerdings nicht immer so gut funktioniert, wie es sich der Nutzer wünschen würde.

Mit Hilfe des S-Pen ist es nicht nur möglich, auf die Schnelle Notizen zu verfassen, sondern zum Beispiel auch Bilder zu zeichnen. Mehr noch: wer mag, kann Fotos oder Kartenausschnitte aus Google Maps mit Hinweisen versehen. Letzteres ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn ein genauer Treffpunkt vereinbart werden soll. Das Bild mit den S Pen-Notizen kann schnell per E-Mail oder Messenger-Nachricht an den gewünschten Empfänger gesendet werden.

Die Bedienung des S Pen ist mit ein bisschen Eingewöhnungszeit sehr einfach. Er gestattet aber nicht nur das Schreiben, sondern noch eine ganze Reihe weiterer Funktionen. Es wird beispielsweise ein virtueller Notizblock geöffnet, wenn mit dem S Pen per Doppelklick auf den Bildschirm getippt und dabei die Drucktaste am Stift gedrückt wird. Screenshots werden aufgenommen, indem die Stifttaste gehalten und einmal der Bildschirm angetippt wird.

SMS per S-Pen schreiben

Wer mag, kann auch E-Mails oder SMS nicht über die virtuellen QWERTZ-Tastaturen im Hoch- und Querformat schreiben, sondern auf eine Texteingabe per Handschrift über den S-Pen setzen. In der Hand gehalten funktioniert das aber weniger gut als wenn das Telefon zum Beispiel auf einem Tisch liegt. Positiv: das Galaxy Note II muss sich nicht erst an das Schriftbild seines Nutzers gewöhnen, sondern ist sofort fit für die Texteingabe.

Abgesehen von der Touchscreen-Bedienung ist das Galaxy Note mit einer Ein- und Ausschalt-Taste an der rechten und einer Lautstärke-Wippe an der linken Seite ausgestattet. Der USB-Anschluss findet sich am Fuß-, der Audio-Ausgang (3,5 Millimeter) am Kopfende. Der Lautsprecher wurde am unteren Ende auf der Geräterückseite integriert. Neben zwei Sensortasten kommt auch eine (nicht beleuchtete) Home-Taste zum Einsatz, die recht schmal ausfällt. Einsetzbar ist das Telefon in GSM- und UMTS-Netzen, mobile Internetdownloads sind auf Basis von HSPA+ mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, Uploads per HSUPA mit bis zu 5,8 Mbit/s - vorausgesetzt, das genutzte Mobilfunknetz wurde entsprechend ausgebaut. Ergänzend dazu steht eine WLAN-Schnittstelle bereit. An LTE-Unterstützung fehlt es allerdings.

Zwei Kameras an Bord

Spaß macht auch die integrierte Kamera. Nicht nur, weil Fotos mit dem S-Pen direkt bearbeitet werden können, sondern auch weil die Qualität stimmt. Bilder werden mit bis zu 8 Megapixeln aufgenommen (3.264 x 2448 Pixeln) und überzeugen dank eines gut arbeitenden Autofokus durch eine ordentliche Belichtung und Schärfe. Auch Videoaufnahmen sind möglich - in Full-HD-Qualität (1.080p). Auf Wunsch lässt sich zu jeder Aufnahme ein LED-Fotolicht zuschalten. Verschiedene Aufnahme-Modi und Kamera-Extras (zum Beispiel Gesichtserkennung, Bildstabilisator oder GPS-Tag) stehen ebenfalls zur Verfügung. Mehr noch: auf der Vorderseite steht zudem eine zweite Kamera für Videotelefonate zur Verfügung - mit starker 1,9 Megapixel-Auflösung.

Praktisch keine Einschränkungen muss man beim Betrachten von Fotos auf dem Display befürchten. Satter Kontrast, 16 Millionen darstellbare Farben, tolle Bildschärfe - das macht einfach Laune. Nur mit der Farbtreue hält es das Galaxy Note II nicht ganz so genau. Was das Display kann, wird insbesondere dann sichtbar, wenn man den Helligkeitssensor ausschaltet und die höchstmögliche Helligkeitsstufe auswählt. Doch Vorsicht: auf Dauer geht das deutlich spürbar zu Lasten der Akkulaufzeit.

Ausdauernder Akku

Apropos Akku: integriert ist ein Energiespeicher mit einer Kapazität von satten 3.100 mAh. Das ist deutlich mehr als bei anderen Smartphones und in der Tat hält das Telefon auch länger durch als die Konkurrenz. Bei normaler Nutzung konnten wir das Galaxy Note II trotz intensiver Internetnutzung 1,5 bis 2 Tage problemlos in Betrieb halten. Wer es ruhig angehen lässt, kommt auch 3 bis 4 Tage über die Runden. Intensive WLAN- und GPS-Nutzung saugt aber auch bei diesem Telefon an der Akkulaufzeit.

Der interne Speicher des Telefons ist auf 16 Gigabyte ausgelegt und über eine microSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweiterbar. An weiteren Extras liefert das Galaxy Note II eine Stereo-Bluetooth-Schnittstelle (Version 3.0), MP3-Player, RDS-Radio sowie Zugriff auf tausende Apps bei Google Play. Selbst eine NFC-Schnittstelle wurde dem neuen Note spendiert.

Fazit: Eine gelungene Weiterentwicklung

Braucht man ein Smartphone mit einem Display, das 5,55 Zoll groß ist? Diese Frage stellt sich fast zwangsläufig, wenn man das Galaxy Note II im Alltag einsetzt. Zu beantworten ist die Frage aber wohl nicht pauschal, sondern muss von jedem interessierten Nutzer selbst beantwortet werden. Denn eines ist klar: das Galaxy-Smartphone ist zwar sehr sperrig, aber es macht in der Nutzung auch sehr viel Spaß; zum Beispiel im Zug, abends auf dem Sofa oder einfach mal zwischendurch, um ein Spiel zu spielen.

Verglichen mit dem Vorgänger hat Samsung dem Note II nicht nur einen deutlich leistungsfähigeren Prozessor spendiert, sondern auch ein überarbeitetes Betriebssystem, das mit noch mehr Funktionen aufwarten kann. Und weil auch bei der Bedienung keine nennenswerten Aussetzer zu beklagen sind, gehört das Galaxy Note II zu den besten Geräten, die aktuell am Mobilfunkmarkt erhältlich sind. Lediglich Menschen mit kleinen Händen dürften sich öfter über das unhandliche Gesamterscheinungsbild ärgern. Und ganz davon abgesehen sieht es auch ein wenig merkwürdig aus, wenn das Note II beim Telefonieren fast die komplette Wange bedeckt.

All die schöne Technik lässt sich Samsung aber auch ordentlich bezahlen. Im Online-Fachhandel ist das Galaxy Note II aktuell für mindestens 529 Euro zu haben. Amazon verkauft es ohne zusätzliche Versandkosten für 544 Euro (Stand Anfang November 2012). Viel Geld, aber aufgrund der guten Performance ein weitestgehend fairer Kurs. Wenngleich es bei der für Galaxy-Geräte typischen Plastik-Verarbeitung geblieben ist. Und das wirkt nicht wirklich hochwertig.

(Hayo Lücke)

Zum Seitenanfang