Testbericht

Samsung Galaxy Note 10.1 im Test

Das neue Tablet von Samsung wirkt auf den ersten Blick wie eines von vielen Geräten mit 10,1 Zoll Display-Diagonale. Wer genauer hinschaut, wird feststellen, dass einige Sonderfunktionen möglich sind.

Samsung Galaxy Note 10.1© Samsung

Samsung hat in diesen Tagen nicht viel zu lachen. Zwar kann sich der südkoreanische Elektronikkonzern über eine volle Messehalle auf der IFA in Berlin freuen, getrübt wird die positive Stimmung aber durch die nicht enden wollenden Patent-Streitigkeiten mit Apple und Vorwürfe, der Konzern beschäftige Kinder in einigen seiner Fabriken. Vor allem die Tatsache, dass Apple nun aber unter anderem auch das Tablet Galaxy Note 10.1 verbieten möchte, dürfte Samsung in Alarmbereitschaft versetzen – auch wenn es wohl noch recht lange dauern dürfte, ehe tatsächlich über ein Verkaufsverbot entschieden wird. Angeboten wird es inzwischen rund um den Erdball und wir haben uns angeschaut, was das Tablet tatsächlich alles kann.

Zwei Lautsprecher integriert

Geliefert wird das schneeweiße Tablet auf Basis von Android 4.0 Ice Cream Sandwich mit einer silberfarbenen Umrandung, in die auf der Vorderseite zwei Stereo-Lautsprecher integriert wurden. Dadurch macht es mehr Spaß, Filme zu schauen oder Games zu spielen. Aber: ultimativer Audiogenuss kommt nicht auf, da die beiden Lautsprecher recht blechern klingen. Deswegen macht es durchaus Sinn, auf die mitgelieferten oder eigene Kopfhörer zu setzen.

Letztlich liegt das Kern-Feature des neuen Galaxy Note aber nicht auf den Audio-Funktionen, sondern vielmehr auf dem 10,1 Zoll (25,65 Zentimeter) großen Bildschirm. Der kann nicht nur 16 Millionen Farben darstellen, sondern will auch mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln überzeugen. Das gelingt zweifelsohne, allerdings muss auch betont werden, dass das iPad der dritten Generation bei einer Displaygröße von 9,7 Zoll sogar 2.048 x 1.536 Pixel liefern kann. Hinzu kommt, dass der integrierte Helligkeitssensor nicht immer wirklich zuverlässig arbeitet. In diversen Situationen mussten wir feststellen, dass die Helligkeit des Displays munter hin und her reguliert wurde. Das kann mit der Zeit die Nerven des Nutzers ordentlich strapazieren.

Dafür kann Samsung aber damit punkten, dass das Galaxy Note 10.1 zusätzlich über einen so genannten S-Pen verfügt. Wie schon beim ersten Note-Modell ist es möglich, einen kleinen Stift aus dem Gehäuse zu ziehen, um darüber Eingaben zu tätigen. Erkannt wird in diesem Zusammenhang auch die persönliche Handschrift. Hübsch, aber nur etwas für echte Künstler: selbst Karikaturen, Bilder oder andere Kunstwerke lassen sich mit dem S-Pen auf den Bildschirm zaubern. Zudem ist es möglich, aufgenommene Fotos mit einem persönlichen Gruß oder einer kleinen Grafik zu versehen.

Intelligenter S-Pen

Neu ist, dass der kleine Stift die Dicke des gezogenen Striches anhand des vom Nutzer gewählten Drucks variieren kann. Wer den Stift ordentlich auf das Display drückt, zeichnet eine dicke Linie, bei weniger Druck mutiert sie zu einem dünne(re)n Strich. Erleichtert wird die Bedienung durch die Tatsache, dass automatisch eine Schnellstartleiste für verschiedene Applikationen wie den Kalender, das Notizbuch oder auch das vorinstallierte Photoshop Touch startet, sobald der Stift aus dem Gehäuse gezogen wird. Mit der so genannten Shape-Match-Funktion werden bei Formen wie einem Viereck die Seiten automatisch begradigt.

Als optionales Zubehör ist eine Stift-Variante erhältlich, die zusätzlich mit einem "Radiergummi" ausgestattet ist. Wird der Stift um 180 Grad gedreht, lassen sich einige Inhalte vom Note-Display löschen ohne eine entsprechende Menüfunktion zu aktivieren. Nachteilig ist, dass dieser Stift nicht in den Schacht des Original-Pens geschoben werden kann.

Sinnvoll sind auch andere Funktionen, die Samsung dem Galaxy Note 10.1 spendiert hat. Zum Beispiel das so genannte Pop up Play, bei dem Videos nur in einem kleinen Fenster abgespielt werden, es aber parallel möglich bleibt, auf dem Startbildschirm zu navigieren. Ein anderes denkbares Szenario: im Browserfenster im Internet surfen und parallel Notizen auf dem virtuellen Notizblock vornehmen. Insgesamt ist das Display auf bis zu vier Teilbereiche aufteilbar. Sehenswert!

Fit für schnelles Internet

Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass das neue Note-Tablet nicht nur über eine WLAN-Schnittstelle verfügt, sondern auch in Mobilfunknetzen verwendet werden kann. Dafür wird in den vorgesehenen Slot eine SIM-Karte im Standard-Format gelegt. Mobile Datenverbindungen sind mit bis zu 21,6 Mbit/s im Down- und 5,8 Mbit/s im Upstream möglich. Immer vorausgesetzt, dass das genutzte Mobilfunknetz entsprechend ausgebaut wurde.

Durchaus beachtlich ich auch die Anzahl der weiteren Schnittstellen. Denn mit an Bord ist nicht nur Stereo Bluetooth der Version 4.0, DLNA und ein GPS-Empfänger, sondern auch eine Infrarot-Schnittstelle (!) und ein TV-Ausgang inklusive HDMI-Unterstützung. Letzteres aber nur über einen optional erhältlichen Adapter. Nicht unterstützt wird hingegen LTE und auch ein NFC-Chip fehlt.

Außerdem haben die Samsung-Techniker zwei Kameras integriert. Auf der Rückseite eine 5-Megapixel-Cam, die mit Autofokus, vierfachem Digitalzoom und Fotolicht ausgestattet ist. Das Bild wird nur einmal scharf gestellt, wenn die virtuelle Auslösetaste auf dem Bildschirm gedrückt wird. Die Bildqualität kann sich für eine Tablet-Kamera vor allem bei guten Lichtverhältnissen sehen lassen, reißt aber niemanden vom Hocker.

Videos können eher nicht überzeugen

Weniger gut ist hingegen die Qualität von Videoaufnahmen. Zwar sind theoretisch Aufnahmen in HD-Qualität (720p) möglich, aber es hakt gleich an verschiedenen Stellen. Zum einen ist häufig ein Bildrauschen unübersehbar, außerdem wird das Bild nur dann scharf gestellt, wenn mit dem Finger auf den Bildschirm getippt wird. Das ist mit der Zeit ein wenig lästig. Andererseits muss die Frage gestattet sein, wer mit einem 262 x 180 x 9 Millimeter großen und ca. 600 Gramm schweren Endgerät überhaupt Videos aufnehmen möchte.

Wahrscheinlicher sind da schon eher Videotelefonate und dafür hat Samsung eine Frontkamera mit 1,9 Megapixeln Auflösung spendiert. Keine Einschränkungen gibt es in Sachen Performance zu vermelden. Angetrieben wird das Tablet von einem Quad-Core-Prozessor, dessen vier Kerne mit 1,4 Gigahertz getaktet sind – flankiert durch 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, um die Multitasking-Möglichkeiten voll auszureizen. Ruckler in der alltäglichen Nutzung haben Seltenheitswert.

Ausgeliefert wird das Tablet hierzulande zunächst nur in einer Variante mit 16 Gigabyte Speicherplatz. Das liegt nach Anhaben von Samsung daran, dass Deutschland als ein vor allem durch den Preis getriebener Markt gilt. Die WLAN-Version wird im Online-Fachhandel zu Preisen ab 460 Euro gehandelt, mit UMTS-Funktion werden mindestens 550 Euro fällig. Über ausgewählte Vertriebskanäle ist es darüber hinaus möglich, Note-Varianten mit 32 und 64 Gigabyte Speicherplatz zu erwerben. Notwendig ist das aber nicht wirklich, da über eine MicroSD-Karte ohnehin eine Speichererweiterung um bis zu 64 Gigabyte möglich ist.

Fazit: ein schnelles Tablet, das viel kostet

Wer das Samsung Galaxy Note 10.1 als mobilen Begleiter für den Alltag auswählt, wird im Großen und Ganzen nicht enttäuscht. Seine Stärken kann das Tab vor allem über den integrierten Quad-Core-Prozessor und den satten Arbeitsspeicher ausspielen. Auch das Display reagiert flott und kann mit einer ordentlichen Auflösung punkten. Allerdings spiegelt es zum Teil recht heftig und auch Fingerabdrücke werden schnell sichtbar.

Abstriche müssen Nutzer bei der Kamera hinnehmen, die sowohl im Foto- als auch im Videomodus nicht rundum überzeugen kann. Auch die zahlreichen Applikationen, die für die Nutzung mit dem S-Pen vorinstalliert wurden, funktionieren nicht in allen Fällen so, wie sich Samsung das wünschen würde. Hier werden im Laufe der nächsten Wochen allerdings Firmware-Aktualisierungen für ein noch komfortableres Handling sorgen.

Schön ist, dass das Galaxy Note 10.1 mit einer rundum überzeugenden Verarbeitung punkten kann. Schade hingegen, dass wie bei so vielen Samsung-Endgeräten der Plastik-Faktor (zu) stark zum Tragen kommt. Einen rundum hochwertigen Gesamteindruck macht das neue Note dadurch nicht. Durchschnittliche Ergebnisse liefert der mitgelieferte 7.000 mAh-Akku: er hält im Videomodus zwischen sechs und sieben Stunden. Nebenbei bemerkt: ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean ist angekündigt - aber noch ohne konkreten Termin.

Unser Testfazit zum Samsung Galaxy Note 10.1
Pro Contra
  • sordentliche Performance
  • gute Verarbeitung
  • helles Display
  • mit WLAN und UMTS
  • S-Pen-Unterstützung
  • diverse Schnittstellen
  • Kamera wenig überzeugend
  • blecherne Stereo-Lautsprecher
  • recht billiges Design
  • kein HDMI-Ausgang
Bewertung
  • Geschwindigkeit (20%):gut
  • Ausstattung (20%):gut
  • Display (20%):gut
  • Bedienung/Handhabung (15%):gut
  • Akkulaufzeit (15%):gut
  • Verarbeitung (10%):gut
Gesamtnote der Redaktion: Preis-Leistung:
2,0gut befriedigend
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
Samsung Galaxy Note 10.1Zum Galaxy Note 10.1 (2012)
Allgemein
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
Herstellungsjahr2012
MarktstartAugust 2012
Farben
Schwarz
Weiß
AbmessungenHöhe: 262 mm
Breite: 180 mm
Tiefe: 8,9 mm
Gewicht597 g
Display
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
TechnologieTouchscreen
TypLCD
Größe10,1 Zoll
Auflösung800 x 1280 Pixel
AnmerkungenDie Eingabe erfolgt auch über den integrierten Eingabestift S Pen.
Speicher
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
Speicher intern16 GB
32 GB
64 GB
Speicher extern64 GB
Prozessor und Akku
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
Software
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
BetriebssystemAndroid 4.0 Ice Cream Sandwich
App-ShopSamsung Apps, Google Play
Anmerkungen SoftwareS Note, S Planner, My Story, Google-Dienste, AllShare Play, AllShare Cast, Polaris Office, Adobe Photoshop Touch, Exchange ActiveSync, ChatOn, Samsung Hubs
Daten und Netze
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
AnschlüsseBluetooth
USB
WLAN
DatenstandardsGPS
Datentransfernur Datentransfer möglich (keine Telefon-Option)
Unterstützte NetzeDeutschland
Europa
USA
Südamerika
Messaging und Multimedia
Samsung Galaxy Note 10.1 (2012)
MessagingE-Mail
Instant Messaging
Videotelefonie
Soziale Netzwerke
MultimediaDigitalkamera
MP3-/Music-/Mediaplayer
Video-Player
Navigationssoftware
E-Mail-Client
Kamera5,0 Megapixel
Autofokus
Fotolicht
Video: Full-HD (1920 x 1080)
Zweit-Kameravorhanden

(Hayo Lücke)

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