Testbericht

Samsung Galaxy Mega im Test: Riesen-Smartphone! Oder doch eher Mini-Tablet?!

Mit einer Display-Größe von 6,3 Zoll ist das Samsung Galaxy Mega eine Mischung Smartphone und Tablet, die rundum überzeugen kann. Für ein Telefon ist das Gerät aber schlicht und ergreifend zu groß.

Samsung Galaxy Mega 5.8© Samsung

Smartphones mit großen Displays werden immer beliebter. Display-Diagonalen von mehr als 4,5 oder gar 5 Zoll sind heutzutage keine Seltenheit mehr, weil es damit besonders viel Spaß macht, multimediale Inhalte zu konsumieren. Man kann aber noch einen Schritt weiter gehen. Samsung beispielsweise bietet nun auch ein Smartphone an, das mit einer Display-Größe von satten 6,3 Zoll punkten will – das Galaxy Mega.

Einfach riesig!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer das Galaxy Mega kauft, darf nicht erwarten, dass ein Telefon verwendet wird, das besonders komfortabel zu bedienen ist. Denn wer das Gerät wie ein klassisches Smartphone in den Händen hält, wird schnell feststellen, dass eine einhändige Bedienung praktisch unmöglich ist. Zu sperrig liegt das 168 x 88 x 8 Millimeter große und 199 Gramm schwere Telefon in der Hand.

Auf der anderen Seite kann das Galaxy Mega aber auch als eine Art Mini-Tablet mit integrierter Mobilfunk-Funktion betrachtet werden. Und gerade auf dem heimischen Sofa, im Zug oder im Flugzeug macht es richtig Laune, einen großen Bildschirm nutzen zu können. Etwa um zum Beispiel Videos zu sehen, Internet-Inhalte mit einer vergleichsweise üppigen Schriftgröße abzurufen oder auch mobile Spiele zu daddeln.

Letztlich muss jeder Interessent selbst entscheiden, ob er auch unterwegs ein Smartphone nutzen möchte, dass die eigene Hosentasche komplett ausfüllt und während des Telefonierens quasi die komplette Gesichtshälfte bedeckt. Zweifelsohne sieht das merkwürdig aus und man zieht als Nutzer durchaus skeptische Blicke anderer Personen auf sich.

Ebenfalls keine bahnbrechenden Neuigkeiten gibt es in Bezug auf die Verarbeitung zu vermelden. Denn auch das Galaxy Mega wurde in weiten Teilen aus billig wirkendem Plastik gefertigt. Abgesehen von einer auf der Rückseite aus dem Gehäuse herausragenden Kameralinse hat sich Samsung aber keine Patzer geleistet. Große, störende Rillen, in denen sich Staub- und Schmutzpartikel absetzen können, sucht man vergebens. Das, womit Samsung zuletzt so erfolgreich war, wird beim Galaxy Mega konsequent fortgesetzt - nur in etwas üppigeren Ausmaßen eben.

Recht kleiner Speicher

Die Bedienung erfolgt in weiten Teilen – logisch – über das riesige Display. Neben einer mechanischen Home-Taste stehen unterhalb des Bildschirms auch zwei beleuchtete Sensor-Tasten für die Navigation durch das Menü bereit. Als Betriebssystem setzt Samsung auf Android 4.2.2. Allerdings haben die Südkoreaner eine angepasste Touchwiz-Oberfläche über die Android-Version gelegt.

Und das hat Folgen: Denn von dem etwas überraschend nur 8 Gigabyte (GB) großen Flash-Speicher stehen gerade einmal knapp 4,8 GB zur freien Verfügung. Erfreulich - vielleicht sogar notwendig - ist in diesem Zusammenhang, dass Samsung in den Lieferumfang unter anderem auch eine MicroSD-Karte von SanDisc mit einer Kapazität von immerhin weiteren 4 GB gepackt hat.

Für den Antrieb des Telefons sorgt ein mit 1,7 Gigahertz getakteter Dual-Core Prozessor, der durch 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Während unseres zweiwöchigen Tests konnten wir das Telefon eigentlich nie an seine Leistungsgrenzen bringen. Lediglich bei einigen Spielen kam es mal zu dem einen oder anderen Ruckler und es wurde deutlich, dass die Performance keine Topwerte erzielt. Wirklich störend war das aber nicht.

LTE-Unterstützung inklusive

Für Ausflüge in das Internet kann nicht nur auf die integrierte WLAN-Schnittstelle zurückgegriffen werden, sondern das Galaxy Mega ist auch mit reichlich Antennentechnik ausgestattet. Eine Nutzung ist entsprechend nicht nur in GSM- und UMTS-Netzen möglich, sondern auch überall dort, wo schon LTE verfügbar ist. Vorausgesetzt, es wird ein Mobilfunktarif verwendet, der die LTE-Nutzung gestattet. Darüber hinaus hat Samsung einen NFC-Chip integriert und eine Bluetooth-Schnittstelle verbaut.

Bei einem modernen Smartphone darf natürlich auch Kameratechnik nicht fehlen. Dem Galaxy Mega hat Samsung gleich zwei Cams spendiert, von denen die Hauptkamera auf der Rückseite mit 8 Megapixeln auflöst und die zweite auf der Vorderseite für Videotelefonate und Selbstportraits mit völlig ausreichenden 1,9 Megapixeln.

Die Bildqualität im Fotomodus ist bei guten Lichtverhältnissen und bei Tageslicht als durchweg ordentlich einzustufen. Dazu trägt auch der Autofokus seinen Teil bei, der das Bild immer wieder ohne Zutun des Nutzers scharf stellt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Bild zu schärfen, indem der Auslöser auf dem Display nicht nur kurz, sondern etwas länger gedrückt wird. Ferner können Bild-Ausschnitte per Touch-Fokus direkt auf dem Telefon-Display scharf gestellt werden. Eine separate Kamerataste gibt es hingegen nicht. Videos lassen sich in Full HD-Qualität mit 1.080p abdrehen.

Das Display ist eine kleine Augenweide - auch ohne Full HD

Durchaus zu überzeugen weiß auch das Display-Panel. Nicht nur die Tatsache, dass viele Inhalte in einer ansprechenden Schriftgröße dargestellt werden können, ist hervorzuheben, sondern auch die knackigen Farben und hohen Kontraste. Einzig die Tatsache, dass das Display unter Tageslicht und gerade bei direkter Sonneneinstrahlung recht stark spiegeln kann, erweist sich von Zeit zu Zeit als etwas hinderlich. Dann kann es auch zu Schwierigkeiten kommen, die Displayinhalte abzulesen. Das die Auflösung bei "nur" 1.280 x 720 Pixel liegt, ist im alltäglichen Gebrauch für die meisten Nutzer zu verschmerzen.

Gute Nachrichten gibt es auch für all diejenigen, die von einem Smartphone erwarten, dass es eine ganze Reihe an Software-Extras mitbringt. Denn auch die hat das Samsung Galaxy Mega zu bieten. Viele davon kennt man schon vom Galaxy S4. Etwa die Air View-Funktion, die in Bildergalerien eine Vorschau öffnet, wenn ein Finger über dem Display schwebt.

Viele Software-Extras

Auch die Smart Stay-Funktion ist beim Galaxy Mega verfügbar. Mit ihr bleibt der Bildschirm so lange eingeschaltet, wie er angeschaut wird. Die Frontkamera überwacht hierzu den Blickwinkel der Augen. Gut funktioniert auch die Multi Window-Funktion. Mit ihr können zwei Anwendungen parallel genutzt werden. Über eine Symbolleiste am linken Display-Rand werden hierzu einfach zum Beispiel das Icon für den Chrome Browser und für Twitter auf in Richtung Display-Mitte gezogen und es öffnen sich beide Programme auf einem geteilten Bildschirm. Wenn man so will, werden so also zwei parallel nutzbare Tabs geöffnet. Auf Wunsch kann die Größe der beiden geöffneten Fenster noch auf den persönlichen Nutzen angepasst werden.

Zwar nicht als neu erfundenes Rad, aber dennoch als sehr solide erwies sich im Rahmen unseres Tests der Akku. Aufgrund der Display-Größe liefert Samsung das Galaxy Mega mit einem 3.200 mAh starken Akku-Modell aus und der hält auch seine Zeit. Wenn nicht gerade über mehrere Stunden im Internet gesurft wird oder Spiele gespielt werden, die den Prozessor stark beanspruchen, kommt man locker zwei Tage mit einer Akkuladung über die Runden.

Fazit: Zu groß für ein Telefon, zu klein für ein Tablet

Wie groß darf ein Smartphone eigentlich sein? Diese Frage zu beantworten ist schwierig, denn die Ansprüche sind von Person zu Person verschieden. Dennoch: Beim Samsung Galaxy Mega muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass eine Display-Diagonale von 6,3 Zoll am Ende des Tages als zu üppig einzustufen ist. Zumindest für den Einsatz unterwegs. Als Multimedia-Maschine für die mobile Unterhaltung auf der Couch macht das "Megaphone" hingegen richtig Spaß.

Vom Preis kann man das inzwischen auch behaupten. Das in Weiß und Schwarz angebotene Galaxy Mega kostet aktuell im Online-Fachhandel mindestens rund 417 Euro. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von immerhin 599 Euro ist das für all das, was das Smartlet als Mischung aus großem Telefon und kleinem Tablet bietet, ein richtig fairer Kurs. Da kann auch über den vergleichsweise schwachen Prozessor und die fehlende Full HD-Auflösung beim Display hinweggesehen werden. Bei Amazon kostet das Gerät aktuell in beiden Farben knapp 450 Euro ohne zusätzliche Versandkosten.

Name: Galaxy Mega (GT-I9205)
Hersteller: Samsung Mobile
Preis: ab ca. 417 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 4.2.2 Jelly Bean)
Prozessor: 1,7 Gigahertz Dual-Core
Arbeitsspeicher: 1,5 Gigabyte
SIM: Micro-SIM
Antenne: GSM Quadband (850, 900, 1.800, 1.900 Megahertz)
UMTS (850, 900, 1.900, 2.100 Megahertz)
LTE (800, 850, 900, 1.800, 2.100, 2.600 Megahertz)
Abmessungen: 168 x 88 x 8 Millimeter
Gewicht: 199 Gramm
Display: 6,3 Zoll, 1.280 x 720 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher: 8 GB intern;
per microSD um bis zu 64 GB erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth 4.0, WLAN, NFC, USB
Digitalkamera: 8 Megapixel Kamera, Digitalzoom, Autofokus
1, ) Megapixel-Frontkamera
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, USB-Kabel, 4 GB MicroSD-Karte inkl. Adapter für Kartenlese-Geräte, Headset inkl. verschiedenen Ohrstöpsel-Größen
SAR-Wert: 0,28 W/kg (sehr gering)
Extras: MP3- und Videoplayer, Bluetooth, GPS, WLAN, NFC
Akkulaufzeit im Test: 10-12 Stunden Sprechzeit
2-3 Tage Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
gute Akkulaufzeit
ordentliches Display
fairer Preis
Status-LED nutzbar
zu groß für ein Smartphone
kein FM-Radio
recht stark spiegelndes Display
ziemlich kleiner Speicher
Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): befriedigend
Gesamtnote gut (2,1)
Preis-Leistung: sehr gut

(Hayo Lücke)

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