Testbericht

Samsung Galaxy Ace 3 im Test - LTE für Einsteiger

Mit dem Samsung Galaxy Ace 3 ist ein 4-Zoll-Smartphone mit LTE-Unterstützung zu haben, das nur etwas mehr als 200 Euro kostet. Man muss aber bereit sein, Abstriche zu machen.

Samsung Galaxy Ace 3© Samsung

Ein LTE-Smartphone muss teuer sein, weil ein entsprechendes Endgerät nur im Highend-Segment zu finden ist. Lange war eine solche Aussage richtig, heutzutage stimmt sie aber nicht mehr. LTE-fähige Mobiltelefone sind auch für Menschen zu haben, die nicht mehrere hundert Euro für ihren mobilen Alltagsbegleiter ausgeben möchten. Ein Beispiel ist das neue Samsung Galaxy Ace 3, das seit wenigen Tagen in Deutschland erhältlich ist. Wir haben uns das kleine Einsteiger-Smartphone genauer angesehen und festgestellt: es wurde an vielen Ecken und Enden gespart.

Kompakt und handlich

Schon der erste Eindruck überrascht. Das Telefon versucht, mit vergleichsweise kompakten Abmessungen - 121 x 63 x 10 Millimeter bei einem Gewicht von 120 Gramm – und einem "nur" 4,0 Zoll großen TFT-Display zu überzeugen. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass auch im Hochformat eine einhändige Bedienung möglich ist, auf der anderen Seite sorgt es aber auch dafür, dass verglichen mit größeren Display-Diagonalen deutlich weniger Inhalte dargestellt werden und auf mobilen Internetseiten und / oder Apps mehr gescrollt werden muss. Mehr noch: Wer im Hochformat E-Mails, SMS oder Messenger-Nachrichten schreiben möchte, muss sich zunächst an die vergleichsweise kleine virtuelle QWERTZ-Tastatur gewöhnen.

Der Bildschirm selbst kann zwar 16 Millionen Farben darstellen, kommt aber mit einer für heutige Verhältnisse mehr als mäßigen Auflösung von nur 800 x 480 Pixeln daher. Verglichen mit Full HD-Displays ist für das geschulte Auge ein Unterschied sofort sichtbar, Otto-Normal-Nutzer ist aber in der Regel dennoch ausreichend bedient. Auch weil der Bildschirm trotz beschnittener Hardware noch recht zügig auf Eingaben reagiert.

Hardware lässt Wünsche offen

Apropos Hardware: Hier hat sich Samsung dazu entschieden, neben 1 Gigabyte Arbeitsspeicher einen Dual-Core Prozessor zu integrieren, der mit 1,2 Gigahertz getaktet ist. Für die meisten Anwendungen ist das völlig zufriedenstellend, selbst die installierte Kammera-App braucht nur knapp drei Sekunden, ehe sie einsatzbereit ist. Trotzdem werden vor allem bei grafisch anspruchsvollen Spielen Performance-Grenzen schnell deutlich. Ruckler sind dann nicht zu übersehen und auch die Navigation durch das Menü läuft in manchen Situationen nicht richtig flüssig.

Doch was beim Spielen schon mal nerven kann, ist beim Scrollen über die einzelnen Startbildschirme eigentlich nie wirklich störend. Im Großen und Ganzen hat Samsung das Smartphone gut auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt und man darf auch nicht vergessen, dass das Galaxy Ace 3 nur rund 200 Euro kostet. Wunderdinge darf man von einem solchen Einsteiger-Smartphone natürlich nicht erwarten.

Umso schöner ist es, dass mit dem Smartphone schnelle Internetverbindungen möglich sind. Über HSPA+ sind im Downstream in entsprechend ausgebauten Mobilfunknetzen maximal 42 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, wer sogar LTE-Verbindungen nutzen kann, darf sogar mit bis zu 100 Mbit/s online gehen. Ergänzend dazu steht auch eine WLAN-Schnittstelle zur Verfügung, die allerdings nur im 2,4-Gigahertz-Frequenzspektrum funken kann.

Speicherplatz ist überschaubar

Zu knapp bemessen ist der interne Flash-Speicher. Von den insgesamt 8 Gigabyte stehen nur 5 Gigabyte zur freien Verfügung, was im Zeitalter von HD-Videos und umfangreichen Fotosammlungen einfach zu wenig ist. Immerhin: Eine Speichererweiterung per MicroSD-Karte ist möglich und die Speicherkarte darf sogar bis zu 64 Gigabyte groß sein. Im Lieferumfang ist ein solches Speicher-Extra aber nicht enthalten.

Grundsolide präsentiert sich das Galaxy Ace 3 in Bezug auf die Verarbeitung. Auch hier hat sich Samsung allerdings auf das Nötigste beschränkt: ein Gehäuse aus glattem Polycarbonat mit abgerundeten Kanten. Der südkoreanische Elektronikkonzern setzt also auch bei diesem Telefon auf jene Strategie, mit der man zum weltgrößten Smartphone-Hersteller geworden ist. Viel Plastik verbauen und trotzdem auf eine Verarbeitung setzen, die die Bedürfnisse der breiten Masse befriedigt.

Kamera taugt nur für Facebook-Schnappschüsse

Mit an Bord ist natürlich auch eine Kamera, deren Linse auf der Rückseite leicht aus dem Gehäuse herausragt. Sie löst mit maximal 5 Megapixeln auf und kann Videos in HD-Qualität aufnehmen. Wohlgemerkt: HD mit 720p, nicht Full HD mit 1.080p. Letztlich ist das aber ohnehin nicht sonderlich relevant, denn für alle, die Foto-Schnappschüsse und Video-Erinnerungen aufnehmen und auf dem heimischen Rechner oder einer Speicherkarte archivieren wollen, ist die Kamera allemal ausreichend. Ebenso für Postings bei Facebook oder Twitter.

Ordentlich sind die Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen, doch sobald die Dämmerung einsetzt, stößt die kleine Linse schnell an ihre Grenzen. Es legt sich dann schnell ein Bildrauschen über die Aufnahmen, das auch das kleine Foto- und Videolicht nicht ausgleichen kann. Oft fehlt es bei Fotos zudem an Bildschärfe. Positiv: Der Nutzer kann aus insgesamt sieben Foto-Modi auswählen und so zum Beispiel auch Serien- oder Panorama-Bilder aufnehmen. Selbst ein Nacht- und Sport-Modus stehen zur Verfügung.

Wer auf Videotelefonate steht, muss natürlich auch darauf nicht verzichten. Allerdings ist die Auflösung der in die Front integrierten VGA-Kamera mit 640 x 480 Pixeln so mäßig, dass es nicht wirklich Spaß macht Apps wie Skype zu verwenden.

Positiv anzumerken ist, dass der integrierte Akku einen recht ordentlichen Dienst verrichtet. Mit einer Kapazität von 1.800 mAh kommt man bei einer dauerhaft aktivierten Datenverbindung und eingeschalteter WLAN-Schnittstelle gut einen ganzen Tag über die Runden. Auch dann, wenn das mobile Internet immer mal wieder verwendet wird. Spätestens nach 36 Stunden sollte man aber für das auf Android 4.2.2 basierende Smartphone eine Energiequelle suchen.

Fazit: Einsteiger müssen Abstriche machen

Klar, das Samsung Galaxy Ace 3 wird Mobilfunk-Freaks und all jenen, die sich ein hochwertiges Mobiltelefon zulegen wollen, allenfalls ein müdes Lächeln abringen können. Ohne HD-Display, mit allenfalls durchschnittlicher Performance und vor allem einer wenig berauschenden Kamera kann es nichts gegen die High-End-Geräte am Markt ausrichten. Allerdings muss man genauso betonen, dass dieser Vergleich nicht ganz fair ist. Denn das Ace 3 möchte gar kein Luxus-Telefon sein, sondern eine preisbewusste Zielgruppe ansprechen und mit einer Ausstattung überzeugen, die für die meisten Nutzer im Alltag völlig zufriedenstellend ist. Und das gelingt auch, wenngleich Anhänger von mobilen Spielen auf mehr Leistung beim Prozessor und mehr Arbeitsspeicher achten sollten.

Erhältlich ist das Smartphone zu einem Preis ab 218 Euro, was gemessen an der gelieferten Ausstattung sicher kein Schnäppchen, aber zumindest ein guter Kompromiss ist. Solide Verarbeitung zu einem akzeptablen Preis – der typische Samsung-Deal in der Einsteiger- und Mittelklasse. Bei Amazon kostet das weiße Modell 222 Euro die schwarze Variante ist mit rund 247 Euro etwas teurer. Alternativen sind zum Beispiel das Samsung Galaxy Express bzw. das Sony Xperia V oder wenn es nicht Android als Betriebssystem sein muss das BlackBerry Z10 bzw. das Nokia Lumia 920.

Negativ ist noch hervorzuheben, dass dem Gerät keine Status-LED spendiert wurde und auch einen Display-Helligkeitssensor sucht man vergebens. Ärgerlich ist zudem, dass ein kabelgebundenes Headset nicht im Lieferumfang inklusive ist. Schade, dass nun auch schon bei derartigen Mini-Zugaben gegeizt wird. Weitere Bilder zum Samsung Galaxy Ace 3 haben wir in einer separaten Bildergalerie zusammengefasst.

Unser Testfazit zum Samsung Galaxy Ace 3
Pro Contra
  • LTE-Unterstützung
  • NFC an Bord
  • solide Verarbeitung
  • recht günstig in der Anschaffung
  • recht kleiner Flash-Speicher
  • kein Full-HD-Display
  • unterdurchschnittliche Kamera
  • maue Performance
Bewertung
  • Bedienung (30%):gut
  • Ausstattung (20%):ausreichend
  • Verarbeitung (20%):gut
  • Akkulaufzeit (20%):befriediegend
  • Telefonfunktion (10%):gut
Gesamtnote der Redaktion: Preis-Leistung:
2,6befriedigend befriedigend

(Hayo Lücke)

Samsung Galaxy Ace 3
Samsung Galaxy Ace 3Zum Galaxy Ace 3
Allgemein
Samsung Galaxy Ace 3
KategorieMultimedia-Handy
Navi-Handy
Handy-TypBarren-Handy
Herstellungsjahr2013
MarktstartSeptember 2013
Einführungspreis269,00 €
Farben
Schwarz
AbmessungenHöhe: 121 mm
Breite: 63 mm
Tiefe: 9,8 mm
Gewicht115 g
SAR-Wert0,61 W/kg
Simkarten-TypmicroSIM
Display
Samsung Galaxy Ace 3
TechnologieTouchscreen
TypLCD
Größe4 Zoll
Auflösung480 x 800 Pixel
Pixeldichte233 ppi
Speicher
Samsung Galaxy Ace 3
Speicher intern1.77 GB
Speicher extern64 GB
Arbeitsspeicher1 GB
Prozessor und Akku
Samsung Galaxy Ace 3
ProzessorDual-Core-Prozessor
Taktrate 1,2 GHz
Akku-Kapazität1800 mAh
Laufzeit10 Stunden
Standby-Zeit380 Stunden
Software
Samsung Galaxy Ace 3
BetriebssystemAndroid 4.2 Jelly Bean
App-ShopSamsung Apps, Google Play
Anmerkungen SoftwareGoogle-Dienste, S Translator, S Travel, Smart Stay, S Voice, Easy Mode, ChatOn, Game Hub
Daten und Netze
Samsung Galaxy Ace 3
AnschlüsseBluetooth
USB
WLAN
Kopfhöreranschluss
DatenstandardsGPRS
UMTS
EDGE
HSDPA
HSUPA
Unterstützte NetzeQuad-Band
Messaging und Multimedia
Samsung Galaxy Ace 3
MessagingSMS
MMS
E-Mail
Instant Messaging
Videotelefonie
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