Notebooks

Samsung 900X3A im Test: MacBook Air-Provokateur

Lust auf das extraflache Apple MacBook Air, aber keine Lust auf Mac OS X? Dann könnte das extraleichte 13-Zoll-Notebook Samsung 900X3A der passende Kandidat sein Intel Core i5, USB 3.0 und eine flotte SSD inklusive.

Lust auf das extraflache Apple MacBook Air, aber keine Lust auf Mac OS X? Dann könnte das extraleichte 13-Zoll-Notebook Samsung 900X3A der passende Kandidat sein Intel Core i5, USB 3.0 und eine flotte SSD inklusive.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Auf der CES in Las Vegas im Januar ließ Samsung einige interessante Produkte vom Stapel. Der Tablet-PC Sliding PC 7 wurde bislang noch nicht gesichtet, das vom Hersteller als "Hauch von Notebook" präsentierte Samsung 900X3A mit Sandy Bridge Prozessor, USB 3.0 und SSD hingegen lässt sich schon zwischen Notizblöcken und Kladden in der Laptop-Tasche verstecken. Wir haben das bislang dünnste Notebook des Elektronikkonzerns getestet. Wie schlägt es sich im Vergleich zum Apple MacBook Air?

Leichter als das MacBook Air

Ein Detail steht schon auf den ersten Blick fest: Das Samsung 900X3A ist vom Karton bis zum Netzteil durchgestylt, um am Konferenztisch neidische Blicke zu ernten. Auf welche Art von Laptop der Kunde bei diesem Subnotebook stößt, verdeutlicht Samsungs Werbeanzeige mit den Worten "Ultradünn. Ultraleicht. Ultraschnell". Wie schnell das 900X3A mit Sandy Bridge Prozessor tatsächlich ist, verraten wir auf Seite 2 und 3 unseres Testberichts, dünn und leicht ist es auf jeden Fall. Schon auf dem Papier weist sich der Laptop mit Maßen von etwa 329x227x16 Millimetern (mm) und 1,31 Kilogramm (kg) Gewicht als schmales Fliegengewicht aus. Zum Vergleich: Das MacBook Air der zweiten Generation misst 325x227x17 mm und wiegt 1,32 kg. Der zarte Eindruck manifestiert sich, sobald das Samsung 900X3A tatsächlich in der Hand gehalten wird. Eine Displaygröße von 13,3 Zoll bei einem Gerät, das nur etwas dicker als ein Tablet ist und sich in einer Gewichtsklasse mit einem 10-Zoll-Netbook befindet, überrascht.


Schnittstellen undercover

Die nächste Überraschung folgt, wenn der Nutzer das 900X3A einschaltet und mit einem USB-Stick in der Hand einen entsprechenden Port sucht, um die Daten zu übertragen. Liegt das Notebook auf dem Tisch, ist zunächst keine einzige Schnittstelle – den Netzteileingang ausgenommen – zu erkennen. Die zur Verfügung stehenden Anschlüsse, USB 2.0, USB 3.0, HDMI, Gigabit LAN sowie einen Kartenleser, Mikrofon und Kopfhörer, hat Samsung jeweils hinter einer etwa 5,5 Zentimeter breiten Klappe an den Seiten versteckt, dabei aber viel Platz gespart: Lediglich die USB-Plätze finden sich in gewohnter Form. Kopfhörer und Mikrofon teilen sich einen Port, HDMI kommt als Mini-Anschluss und ohne passenden Adapter, der Kartenleser akzeptiert nur die vom Handy und Smartphone gewohnten Micro-SD-Speicherkarten und Anschluss an das Internet oder ein Heimnetzwerk gibt es nur über den mitgelieferten Adapter. Eine kabellose Kommunikation ermöglichen das WLAN-Modul über die Funkstandards 802.11 b/g/n und Bluetooth 3.0. Was fehlt, ist ein optisches Laufwerk. Wie beim MacBook Air, ist auch beim Samsung 900X3A der Akku fest eingebaut. Je nach Nutzung hält er etwa 2,5 bis 6,5 Stunden durch, im Videobetrieb lief das Gerät im Test 5 Stunden.

Abgesehen von der extraflachen Bauweise macht der mobile Rechner mit einem schwarzen Gehäuse aus einer Aluminiumlegierung namens "Duraluminium" auf sich aufmerksam. Die Oberfläche glänzt nur leicht und wirkt robust, Kratzer dürften sich so schnell nicht einfinden. Der Displaydeckel ist samt Bildschirm kaum einen halben Zentimeter dick und biegt sich bei Druck durch, dennoch macht die Behausung keinen instabilen Eindruck. Trotz aller Raffinessen begeistert das aus einem Guss gefertigte Gehäuse eines MacBook Air noch etwas mehr, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Fingerabdrücke erscheinen auf Samsungs Gerät vor allem auf dem Displayrahmen und rund um die Tastatur sehr schnell; dort herrscht schwarze Hochglanzoptik vor. Wer sie von der Handballenauflage entfernen will, muss kräftig putzen – einfaches Abwischen beseitigt die Abdrücke nicht.

Die Tasten sind angenehm groß und einzeln eingesetzt, was das Tippen sehr komfortabel macht. Als i-Tüpfelchen ist eine Tastaturbeleuchtung eingebaut, sodass auch spät abends noch schnell ein Text geschrieben werden kann. Um den Stromverbrauch einzudämmen, kann die Intensität über Fn-Tasten geregelt werden. Das fast 7x10 cm große Touchpad ist matt wie ein Radiergummi und bleibt daher auch ohne Putztuch ansehnlich. Die Klicktasten sind mit in die Fläche integriert, die Bedienung ist hervorragend.

Das Display: eine helle (und matte) Freude

Grund zur Freude bietet auch das phantastische Display mit HD-Auflösung (1.366x768). Durch die Entspiegelung ist das Arbeiten in Fensternähe problemlos möglich, die Blickwinkel überragen den Durchschnitt deutlich und bieten bei seitlichem Blick oder schräg gestelltem Displaydeckel eine einwandfreie Darstellung. Helligkeit und Farbwiedergabe können ebenfalls überzeugen. Die 1,3-Megapixel-Webcam liefert scharfe Schnappschüsse und Videochats, die Lautsprecher sind jedoch nur für die Filmwiedergabe zu empfehlen. Für lautes Musikhören sind sie eindeutig zu schwachbrüstig.


Bestückung: Core i5 und 4 GB RAM

In dem dünnen Gehäuse steckt ein Intel HM65-Chipsatz mit einem Core i5-2537M Prozessor der Sandy-Bridge-Reihe. Der Standardtakt des Dual-Cores liegt bei 1,4 Gigahertz (GHz), auf anspruchsvollere Aufgaben reagiert der i5 mit einer automatischen Takterhöhung auf bis zu 2,3 GHz (TurboBoost). Mit einer Thermal Design Power von 17 Watt ist der Prozessor recht sparsam und versorgt den integrierten Intel HD 3000 Grafikchip gleich mit. Intel vergleicht die Leistung mit einer dedizierten Einsteigerkarte, was auch nachvollziehbar ist: Full-HD-Videos sind ohne Probleme abspielbar und lassen dem Prozessor noch üppige Reserven. Zum Spielen taugt die Grafik nur bedingt – bei älteren 3D-Spielen (DirectX 10) in niedrigen Auflösungen und bei runtergeschraubten Details. Um CPU und Grafikeinheit mit ausreichend Arbeitsspeicher zu versorgen, hat Samsung einen 4-Gigabyte-Riegel (GB) eingesetzt.

128 GB Speicherplatz erhält der Kunde per Solid State Disk (SSD) und damit einige Vorteile. Gegenüber herkömmlichen HDDs sind SSDs leichter und weniger anfällig bei Erschütterungen. Der größte Vorteil zeigt sich durch kürzere Zugriffszeiten, wovon das Starten von Windows (rund 20 Sekunden) und Anwendungen profitiert. Dem Betriebssystem soll zudem mittels FastStart zu einem bis zu 60 Prozent schnelleren Start verholfen werden. Wie bereits im Samsung RC710 Test erläutert, speichert das System die Sitzung im Arbeitsspeicher und auf der Festplatte, um sie nach dem Weckruf aus dem Ruhezustand schneller zurückholen zu können. Im Test erschienen die zuletzt geöffneten Programme nahezu unmittelbar.

Fazit: Windows-Alternative zum MacBook Air

Das Samsung 900X3A spielt in einer Liga mit dem erneuerten Apple MacBook Air. Die Subnotebooks liefern nahezu identische Maße, befinden sich in der gleichen Gewichtsklasse und setzen beide auf SSDs statt langsamerer Festplatten. Bei Samsung gibt es aktuellere Hardware, ein entspiegeltes Spitzen-Display, eine verstellbare Tastatur-Beleuchtung und HDMI, bei Apple hingegen ein Gehäuse aus einem Guss und zum gleichen Preis zwar weniger RAM, aber doppelten Speicherplatz. Das hervorragende Design erkauft sich der Kunde bei beiden Geräten mit einer begrenzten Auswahl an Schnittstellen und einem ausradierten Laufwerk.

Ob es nun Apple oder Samsung sein soll, hängt auch davon ab, welche anderen Geräte sich zuhause befinden und ob Mac OS X oder aber Windows bevorzugt wird. Alles in allem liefert Samsung für rund 1.600 Euro ein sehr hochwertiges und flüsterleises Subnotebook: Geräusche gibt das 900X3A nur von sich, wenn die Hardware richtig richtig gefordert wird. Eine Alternative für unter 1.000 Euro könnte das Asus U36JC (Test) sein, das zwar keine SSD, aber eine bessere Grafik und eine längere Akkulaufzeit spendiert.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: 900X3A
Hersteller: Samsung
Internet: http://samsung.de
Preis: UVP: 1.599 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Intel HM65 mit Core i5-2537M mit 1,4 GHz
Grafikkarte: Intel HD 3000
Bildschirm: 13,3 Zoll (1.366x768 Pixel) mit LED-Hintergrundbeleuchtung, entspiegelt
Batterie: 6-Zellen-Akku (6.300 mAh): Laufzeit: 143 Minuten unter Vollast / 390 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 300 Minuten Videobetrieb (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB (1x4) DDR3 mit 1.366 MHz
Festplatte: 128 GB SSD
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: Gigabit LAN (via Adapter), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 3.0
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 328,5 x 227 x 15,9 – 16,3 Millimeter; 1,31 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI (Mini), USB 2.0, USB 3.0, Kartenleser (nur microSD), Mikrofon/Kopfhörer-Port
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam, FastStart, beleuchtete Tastatur
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, LAN-Adapter, Kurzanleitung, Windows 7 System Recovery, Putztuch
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,3/ RAM: 5,9 / 2D: 4,6 / 3D: 5,9 / HDD: 7,4

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 16 Sek.

CPU-Benchmark von PC Wizard: 30.530
CPU-Benchmark Cinebench 11: 1.71

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: 142 (720p: 113)
OpenGL-Benchmark Cinebench 11: 6,56 BpS
Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark: Demo von Devil May Cry 4: bei 1.360x768 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 27 fps

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 169/199 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 205/98 MB/s; zufälliges Lesen: 54 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,4 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 12 Watt
Filmwiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 17 Watt
Grafik-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 32 Watt
Garantie: zwei Jahre Samsung Garantie
Pro & Contra
besonders schlank und leicht
schönes Design
gute Verarbeitung
schnelle SSD
USB 3.0
Bluetooth 3.0
gute Tastatur mit regelbarer Beleuchtung
großes Touchpad
entspiegeltes, blickwinkelstabiles Display
hochwertige Webcam
sehr leise
kein Laufwerk
LAN-Anschluss nur per Adapter
begrenzte Schnittstellenauswahl
schwacher Sound
Bewertung:
Geschwindigkeit: 13/15
Ausstattung: 12/15
Display: 15/15
Bedienung/Komfort: 9/10
Gewicht: 15/15
Akkulaufzeit: 16/20
Verarbeitung: 9/10
Gesamt: 89/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang