Testbericht

Riesige Spielkiste: Asus A7Vc im Test

Ein schicker Fernseher, der auch ein Notebook ist und kleine Schwächen hat: Wir haben die Multimedia-Maschine A7Vc von Asus getestet.

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Es ist schick, es ist groß und leider auch ziemlich schwer: Das Asus A7Vc ist ein echter Desktop-Ersatz, der neben flotter Grafikkarte und riesigem 17-Zoll-Breitbildschrim auch ein TV-Modul bietet. Ein mobiler Fernseher, sozusagen. Von einigen Macken ist aber auch der Multimedia-Riese nicht verschont.

Schwarz mit Blaulicht

Aufgeklappt gib sich das A7Vc schlicht und schick. Das schwarz-silberne Gehäuse sieht nicht nur edel aus, sondern überzeugt auch durch gute Verarbeitung. Es lässt sich kaum eindrücken und gibt auch beim Anheben des Notebooks nicht nach. Die Fassung des Displays ist extrem solide und rastet beim Schließen fest und ohne Spiel in das Gehäuse ein.

Asus nutzt das extrem breite Gehäuse nicht komplett für die Tastatur, links und rechts sitzen die Lautsprecher. So bleibt leider kein Platz für einen Ziffernblock. Ansonsten gibt es bei der Tastatur nichts zu meckern: Sie überzeugt durch einen weichen Anschlag mit einem guten Druckpunkt - ohne zu Klappern. Rechts oberhalb der Tastatur befinden sich drei Quick-Buttons, die wie alle LEDs im schicken Blaulicht flackern.


Beim Schreiben liegen die Unterarme auf der abgeflachten Front angenehm auf. Unter hoher Auslastung heizt sich das Gehäuse im hinteren Teil etwas auf, die Handablagen erwärmen sich aber kaum. Das Touchpad liegt mittig unter der Tastatur und bietet den Fingern einen guten Grip. Für eine dritte Taste oder ein Scrollrad wäre allerdings auch noch reichlich Platz gewesen. Ist der Deckel zugeklappt, ragt vorne die schwarze Bedienleiste zum Abspielen von Audio-CDs hervor. Der Rechner muss dafür nicht das Betriebssystem hochfahren, jedoch läuft der Lüfter kurz an. Filme lassen sich in diesem Modus leider nicht abspielen, auch die mitgelieferte Fernsteuerung kann nicht genutzt werden. Der Riesenbildschirm ist ein Hingucker im wahrsten Sinne des Wortes: Es überzeugt mit großer Bildfläche, guter Helligkeit, großem Blickwinkel und ausgezeichnetem Kontrast. Wermutstropfen ist lediglich die fehlende Entspiegelung. Das ganze nennt Asus "Color-Shine"-Oberfläche; ähnliches bieten auch enige Notebooks von Sony und Fujitsu-Siemens.

Spieglein, Spieglein

Die fehlende Entspiegelung sorgt auf der einen Seite für besseren Kontrast und einen größeren Blickwinkel des Displays gegenüber gewöhnlichen Notebooks, dafür reflektiert das Display jedoch sehr stark. Sitzt der Nutzer mit seinem Notebook hinter einer Lichtquelle, verschwindet das Bild unter einem hellen Fleck. Nicht mehr als ein nettes Extra ist die kleine Webcam oberhalb des Displays, die verpixelte Videos und blechernen Ton aufzeichnet.

Durch das exzellente Display ist das A7Vc auch eine echte Spielemaschine. Besonders bei neuen Shootern wie "Half Life 2", die bereits das bildschirmfüllende 16:10-Format unterstützen, sorgt das riesige Display für eine perfekte Spielekulisse. Die Performance des Grafikchips ATI Mobility X700 liegt etwas über dem Niveau einer Radeon 9800 Pro und reicht für aktuelle Spiele vollkommen aus. Der Chip ist mit 351 Megahertz getaktet, der 128 Megabyte große Grafikspeicher läuft mit 398 Megahertz.


In Verbindung mit dem Pentium M 1,73 Gigahertz lieferte der Chip im 3D-Mark hervorragende Ergebnisse: Im 3DMark03 (Standardeinstellung, 1024x768) kam er auf 6290 Punkte. Die 2502 Punkte im 3DMark05 zeigen, dass der Rechner auch für zukünftige Spiele gerüstet ist, wenn auch nicht in hohen Auflösungen. In Half Life 2 musste der Rechner jedoch aufgrund des nur 512 Megabyte großen Arbeitsspeichers gelegentlich Zwischenladen. Die langsame Festplatte sorgte zusätzlich für lange Ladezeiten. Nicht nur für Spiele wären 1024 Megabyte Hauptspeicher für die Multimedia-Maschine wünschenswert, leider liefert Asus das A7Vc aber nicht in einer frei wählbaren Konfiguration.

Auch bei Büroanwendungen überzeugt das Display mit einer augenfreundlichen Auflösung von 1440 mal 900 Bildpunkten (96 dpi). Der Intel Penitum M 1,73 verbringt die meiste Zeit im Speedstep-Modus mit 800 Megahertz. Doch auch hier stört die langsame Festplatte Travelstar 80GN von Hitachi, die zudem mit 80 Gigabyte nicht besonders viel Speicherplatz bietet. Die Platte lieferte durchweg schlechte Ergebnisse in unseren Benchmarks. Das ist ungewöhnlich, zumal das Modell in anderen Notebooks eine gute Performance bietet.

Lahme Platte

Insbesondere für Multimediaanwendungen wie Videoschnitt ist das Notebook aufgrund der Festplatten-Probleme ungeeignet. Eine Ursache für die schlechte Durchsatzperformance könnte die Belegung der IDE-Kanäle sein: Festplatte und DVD-Laufwerk teilen sich einen IDE-Kanal. Das macht wenig Sinn, zumal der zweite IDE-Kanal nicht belegt ist. Auf Nachfrage bei Asus bestätigte man uns jedoch, das alle A7V-Modelle diese eigenartige Belegung der IDE-Kanäle haben.

Im Bürobetrieb macht das Notebook angenehm wenig Lärm: Der Lüfter läuft im SpeedStep-Modus bei reduzierter Taktrate selten an, und bleibt auch dann recht leise. Bei höherer Belastung wie durch DVD-Wiedergabe rotiert der Lüfter ständig und hörbar, jedoch in einer angenehm gleichmäßigen und tiefen Frequenz. Unter maximaler Auslastung bei 3D-Spielen oder HD-Videos wechselt der Lüfter ab und an auch in eine höhere Drehzahl, was für ein starkes Rauschen sorgt. Den Sound von der Stereoanlage oder der integrierten Lautsprecher vermochte die Kühlung aber nicht zu übertonen.

Bassstark

Für den Sound ist ein High-Definition-Chip von Realtek verantwortlich. Er verstärkt das Signal auch für größere Kopfhörer ausreichend. Die integrierten Boxen befinden sich neben der Tastatur, für die Tiefen sorgen Lautsprecher in der Front, die nach unten abstrahlen. Der Klang überzeugt durch gute Höhen und angesichts der geringen Lautsprechergröße zufriedenstellende Bässe. Die kleinen Boxen sind zudem überraschend laut, leider vibriert das Gehäuse aber bei maximaler Lautstärke mit und verzerrt den Klang. Beim Anschluss einer Stereoanlage macht sich insbesondere der SPDIF-Ausgang positiv bemerkbar.

Das DVD-Laufwerk von Samsung war in unserem Testgerät defekt: CDs konnte es nur unter lautem Ächzen einlesen, bei DVDs verweigerte es komplett den Dienst. Bei dem eilig herbeigeschafften Ersatzgerät funktionierte das DVD-Laufwerk problemlos: Im Betrieb ist das Laufwerk recht leise, die Benchmarkergebnisse sind durchschnittlich. Es beschreibt DVDs mit achtfacher Geschwindigkeit, Zweischicht-DVDs werden jedoch nur im 2,4-fachen Tempo gebrannt. Nervig ist der Knopf zum Öffnen des Laufwerkes, der sich nur schwer drücken lässt. Schlecht gelöst ist zudem die Position des Netzanschlusses direkt neben dem DVD-Laufwerk: Das Netzkabel versperrt den Laufwerkschacht, wenn es nach vorne verlegt ist. Für einen 17-Zöller besitzt das A7Vc nicht gerade viele Anschlüsse. Das könnte auch an dem integrierten DVB-T-Tuner liegen, der Platz für eventuelle Anschlüsse verschluckt. Ärgerlich ist insbesondere die Platzierung der vier USB-Ports, die auf die linke Ecke der Rückseite gequetscht sind. Sie sind schlecht zu erreichen und liegen in Pärchen direkt übereinander, so dass ein klobiger USB-Stick den zweiten Port versperrt. Immerhin liegen ein fünfter USB-Port sowie ein FireWire-Port besser erreichbar auf der linken Seite, wo sich auch die drei Sound-Anschlüsse und der Speicherkartenleser befinden. Das Lesegerät ist zu MMC, SD- und Sonys Memorystick-Pro kompatibel.

Anschlusssuche

Zudem hat Asus auch LAN- und Modemanschluss auf die linke Seite gepackt. Diese beiden Ports hätten auch auf der Rückseite Platz finden können - im Tausch gegen zwei USB-Ports. Immerhin befinden sich der Parallel-Port, der VGA-Anschluss sowie das TV-Out auf der Rückseite und somit an der richtigen Stelle. Die Parallelschnittstelle zum Anschluss von älteren Druckern und Scannern ist - abgesehen von dem TV-Tuner - der einzige Zusatz-Anschluss, den der 17-Zoll-Riese gegenüber gewöhnlichen 15-Zoll-Notebooks zu bieten hat.

WLAN und Bluetooth machten im Test keine Probleme. Die Anschlüsse lassen sich per Tastendruck oder per Software auf Wunsch deaktivieren, was inbesondere im Akku-Betrieb sinnvoll ist.

Der integrierte TV-Tuner-Chip von Hybrid ist nur mit dem A7Vc zu haben. Das rund 200 Euro billigere A7V bietet diesen Zusatz nicht, was aber kein großer Nachteil ist: Denn zufrieden sind wir mit dem Fernseherlebnis am A7Vc nicht. Das liegt insbesondere an der mitgelieferten Software. Das Programm Mobile Theater ist auch mit der mitgelieferten Fernsteuerung nur schwer zu bedienen und reagiert extrem langsam. Zudem lassen sich die Sender sehr nur umständlich konfigurieren. Per Kabel bekamen wir problemlos ein Fernsehsignal; ein digitales Antennen-Signal per DVB-T konnten wir mit der Software dagegen erst gar nicht empfangen. Das Programm wollte lediglich nach einem analogen Signal scannen.

Mit anderer TV-Software wie TVCentral oder der Software von Hybrid konnten wir zwar alle Sender finden, das Signal war jedoch bei vielen Sendern sehr schlecht. Mit einem per USB angeschlossenem DVB-T-Receiver war der Empfang dagegen unproblematisch.

Eine lange Akkulaufzeit sollte der Nutzer von einem 17-Zoll-Notebook nicht erwarten. Schließlich ist das Display von allen Komponenten der größte Energiefresser. Dementsprechend kurz ist auch die Akkulaufzeit des A7Vcs: Der Rechner lief im normalen Bürobetrieb (aktiviertes WLAN und Bluetooth, SpeedStep 800 Mhz) nur zweieinhalb Stunden, und das obwohl der Akku eine vergleichsweise große Kapazität von 71 Wattstunden aufweist.

Stromfresser

Bei 3D-Spielen drosselt die Asus PowerGear-Software die CPU auf 1,3 Gigahertz, was sich auf die Performance kaum auswirkt. Dennoch hielt das A7Vc nur 1,6 Stunden durch. Hier macht sich der stromfressende Grafikchip bemerkbar. Wer unterwegs DVD-Filme auf dem Riesendisplay genießen möchte, muss sich mit einem Spielfilm begnügen.

Zwei komplette Spielfilme sind bei einer Laufzeit von 2:15 Stunden (800 MHz, maximale Helligkeit, WLAN/Bluetooth aus) nicht drin. Auf den Akku gibt Asus immerhin nicht wie gewöhnlich sechs, sondern zwölf Monate Garantie.

Fazit

Das Asus A7Vc bietet viel, und kostet bei einem Straßenpreis von 1500 Euro vergleichsweise wenig. Das Gerät überzeugt mit schnellem Grafikchip, sehr gutem Display und guter Verarbeitung. Negativ fallen der integrierte TV-Tuner und die langsame Festplatte auf. Wir empfehlen das A7V ohne TV-Tuner, das rund 200 Euro weniger kostet. Ein externer Tuner kann dann bei Bedarf dazugekauft werden, ensprechende Modelle kosten unter 100 Euro.

Bei einem Gewicht von rund vier Kilogramm, der sperrigen Größe und der kurzen Laufzeit ist das Notebook ein klassischer Desktop-Ersatz, der sich nicht für den Einsatz unterwegs eignet. Leider sind dafür jedoch die Größe von Festplatte und Arbeitsspeicher etwas knapp bemessen, Desktop-PCs bieten hier bereits das Doppelte. Wer auf schicken High-Tech steht, darf dennoch zugreifen.

Wertung
stabiles, schickes Gehäuse
flotte Spieleperformance
exzellentes Display

Empfangschwaches TV-Modul
kurze Akkulaufzeit
langsame Festplatte
Gesamturteil: "befriedigend"
Preis/Leistung: "gut"


Datenblatt Asus A7Vc
Display: 17 Zoll (1440 mal 800 Pixel)
Prozessor: Intel Pentium M 1,73 Gigahertz, 533 MHz Bustakt (Speedstep 800 MHz)
Chipsatz: Intel i915 PM
Speicher: 2 x 256 MB DDR2-Ram (400 MHz) (Erweiterungsslot vorhanden)
Festplatte: Hitachi Travelstar 80GN 80 GB, 4200U/min, 8MB Cache
Laufwerk: Samsung TS-L532A, Lesen DVD: 8x; Schreiben DVD+/-: DL-R: 2,4x R:8x RW: 2,4x; Schreiben CD: R:24x RW:16x Lesen:24x
Grafikkarte: ATI Mobility X700 128 Megabyte Videospeicher
Schnittstellen: 1 x PCMCIA Typ II
5x 4-polige USB-2.0-Anschlüsse
TV-Ausgang (S-Video-Ausgang)
IEEE 1394 (Firewire)
Parallel-Port
Cardreader ((MMC, SD, MS/MS-Pro )
VGA-Videoanschluss
10/100 Ethernet-LAN: RJ-45-Anschluss
56K/V.92-Modem: RJ-11-Anschluss
Audioanschlüsse: SPDIF, Line-Out (externe Lautsprecher/Kopfhörer) und externer Mikrofoneingang (Mono)
Bluetooth
WLAN: Intel Pro Wireless 2200 LAN 802.11g
Sound: Realtek HD-Audio
Akkulaufzeit: 71 Wh-Akku: Büroanwendung: 4:55min DVD-Wiedergabe: 3:11min
Benchmarks: 3DMark05: 2502
3DMark03: 6290
Sisoft Sandra 2005:
Festplatte: Laufwerksindex 23 MB/s
Software: Windows XP Home Edition; MS Works; Nero Express
Gewicht: 4 Kilogramm, Maße: 405 x 309 x 38,2 mm
Preis/Garantie: UVP (getestete Austattung): 1599 €, 2 Jahr Garantie, 1 Jahr auf Akku

(Klaus Wiesen)

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