Testbericht

PC-Fernbedienung im Test: Logitech diNovo Mini

Filmfans, die häufig Videos vom PC auf den Fernseher übertragen, sollten sich die diNovo Mini von Logitech ansehen. Die Fernbedienung steuert alle Multimedia-Inhalte und bringt eine QWERTZ-Tastatur samt Touchpad zum Surfen und Mailen mit.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Viele Filmfans haben ihren Computer nicht nur mit dem Monitor, sondern auch mit dem Fernseher im Wohnzimmer verbunden, um digitale Videos von Online-Videotheken wie Videoload, Videoportalen oder High Definition Filme vom Blu-ray-Laufwerk aus bequem und im Großformat auf der Couch sehen zu können. Der Haken an dieser Lösung ist das ewige Aufstehen: Jede Snack-Pause oder der Start des nächsten Videos erfordern den erneuten Gang zum Rechner. Logitech hat diverse Fernbedienungen für den PC im Sortiment und mit der diNovo Mini ein besonders hübsches und handliches Exemplar mit Tastatur und Touchpad herausgebracht, das außerdem die Playstation 3 unterstützt. Auch URLs und Nachrichten lassen sich eintippen. Die Redaktion von onlinekosten.de hat das Multimedia-Talent vom Sofa aus getestet.

Blickfang im Wohnzimmer

Die diNovo Mini versteht sich mit Windows Vista, XP sowie der PS3 und hat mit ihren Maßen von rund 15x9x2,8 Zentimetern in etwa Brillenetui-Größe. Das Design erinnert an einen Organizer, schließlich kann man das Gerät auch aufklappen. Außen glänzt sie edel in Silber und Schwarz mit abgerundeten Kanten, wobei sich der Gehäusedeckel auf den zweiten Blick als halb-transparent erweist. Bevor nun die Multimedia-Inhalte bequem ferngesteuert werden können, muss der einlegbare Akku aufgeladen werden. Das Netzteil ist glücklicherweise im Lieferumfang enthalten, ebenso ein Handbuch, eine Software-CD und ein Reinigungstuch, das den strahlenden Glanz der hübschen Oberfläche erhalten soll.

Mit Bluetooth-Adapter

Die Fernbedienung funkt bis zu zehn Meter per Bluetooth. Im Gegensatz zu Infrarot-Geräten muss daher nicht auf das Gerät gezielt werden: sehr praktisch, wenn der PC in einem anderen Zimmer steht. Den passenden Adapter für den USB-Port muss der Besitzer nicht extra kaufen, da dieser von Logitech spendiert wird. Nachdem der Bluetooth Mini-Empfänger angeschlossen ist, verlangt der Verbindungsassistent nach einer "Logitech Cordless Mouse" – der Hersteller verwendet hier offensichtlich den gleichen Treiber. Dies sollte man ignorieren und einfach auf die Connect-Knöpfe drücken. Dass an der Unterseite des Sticks auch ein solcher Knopf angebracht ist, erklärt weder das Handbuch noch die Anleitung am Bildschirm. Dies muss man also schon selbst bemerken. Nun ist die Fernbedienung auch schon einsatzbereit, die Software muss für den Betrieb nicht installiert werden. Hier findet der Nutzer allerdings Zusatzfunktionen – dazu später mehr.
Falls die diNovo Mini eine PS3, einen PC oder ein Notebook mit vorhandener Bluetooth-Schnittstelle steuern soll, kann der Anwender sofort loslegen und den Bluetooth-Stick hinter der Rückabdeckung der Fernbedienung verschwinden lassen. Dies ist auch praktisch für den Transport. Die Installation ging im Test mit beiden unterstützten Betriebssystemen problemlos vonstatten, mit Linux funktionierte die Fernbedienung nicht. Nach dem Öffnen der kleinen diNovo Mini kommt eine komplett schwarze QWERTZ-Tastatur zum Eintippen von Internet-Adressen oder Nachrichten zum Vorschein. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Tastatur fehlen zwar unter anderem die F-Tasten, der Nummernblock sowie die Zusatzfunktionen wie zum Beispiel "Druck" und "Pos 1", die Kombination Strg+Alt+Entf zum Aufrufen des Task-Managers liegt allerdings gemütlich mit auf der Enter-Taste. Aufgerufen wird sie per Druck auf "FN". Diese weist unter anderem auch Escape, dem spitzen Klammern und den Umlauten "ä" und "ü" ihre Positionen zu.

Hintergrundbeleuchtung

Zudem hat Logitech einige Sondertasten angebracht. So kann der Nutzer beispielsweise per Knopfdruck die Lautstärke einstellen, Filme oder Musik stoppen, pausieren, spulen und zum nächsten oder vorangegangenen Titel springen, sofern der Windows Media Player genutzt wird. Wer es sich ohne Licht gemütlich macht, kann trotzdem tippen, da die Tastatur orange beleuchtet ist. Dies hinterlässt einen wirklich guten Eindruck und macht das handliche Gerät zum Blickfang. Die Intensität der Beleuchtung passt sich über einen Sensor automatisch an das Umgebungslicht an, um den Akku zu schonen. Beim Schließen der Abdeckung schaltet sie sich komplett ab. Als Mausersatz dient das kreisrunde ClickPad. Dieses bietet über einen Schieberegler eine Doppelfunktion, die mit verschiedenen Hintergrundfarben angezeigt wird. Leuchtet das Pad orange, ist der Touchpad-Modus aktiv. In dieser Einstellung kann der Anwender den Zeiger bewegen und links klicken. Bei grünem Hintergrund wechselt das Pad in den 4-Wege-Steuerungsmodus, um durch Menüs zu navigieren.

Browser starten und surfen

Zusätzlich steht die Windows-Taste sowie Hotkeys zum Start des Browsers oder Mediaplayers bereit. Videofans, die kurz davor sind, im Wohnzimmer einzuschlafen, können den PC rechtzeitig per Knopfdruck in den Standby-Modus versetzen. Diesen drei Buttons lassen sich über die Software auch andere Funktionen zuweisen – wie den Computer herunterfahren oder einen Ordner öffnen. Die Mauszeigeroptionen lassen sich dort ebenfalls verändern. Darüber hinaus zeigt das Programm den Zustand des Akkus an und gibt wahlweise eine Prozentzahl oder eine Angabe der verbleibenden Tage aus. Leider hält Logitech keine Funktionsbeschreibung für die Playstation 3 bereit, hier lautet die Devise: ausprobieren.

Die Bedienung lässt sich insgesamt als komfortabel beschreiben. Obwohl die Tastatur ein QWERTZ-Layout hat, ist sie natürlich etwas zu klein, um bequem lange Texte zu verfassen. Schließlich hält man sie in der Hand und schreibt daher nicht mit zehn Fingern, auch eine "blinde" Eingabe ist daher kaum möglich. Zum Eintippen von URLs oder kurzen Texten ist sie jedoch gut geeignet, da die Tasten durch ihre Form klar voneinander getrennt sind. Bei dem Touchpad wird der eine oder andere vielleicht vermissen, dass dieses nicht auf Antippen reagiert, so wie es bei Notebooks der Fall ist. Zum Klicken muss richtig gedrückt werden, ein Doppelklick ist aber bequem möglich. Ein Rechtsklick gehört hingegen nicht zum Repertoire, dieser wird stattdessen mit der FN-Taste und dem Ok-Button an der linken Seite durchgeführt. Beim Navigieren ist der Mausersatz etwas eigenwillig und sprunghaft, sodass sich der Zeiger nicht immer präzise steuern lässt. Nach Angaben von Logitech eignet sich die Fernbedienung auch zum Spielen. Auf etwas anspruchslosere Online-Games mag dies auch zutreffen, einen 3D-Shooter mag so aber sicherlich niemand spielen. Der Akku soll laut Logitech bis zu einen Monat lang durchhalten. Damit sie schnell einsatzfähig ist, sollen zehn Minuten Aufladen schon für einen ganzen Tag genügen. Im Test verringerte sich der Ladezustand nach rund 3,5 Stunden Betrieb um 20 Prozent.

Fazit: Schick und praktisch, aber leider zu teuer

Die diNovo Mini sieht zunächst nicht nach einer Fernbedienung aus und fügt sich optisch gut ins Wohnzimmer ein. Hierzu trägt auch die schicke Beleuchtung bei. Die Verarbeitung ist sowohl außen als auch im Tastenbereich hochwertig, obwohl nur Kunststoff verwendet wurde. Der Klappmechanismus wirkt ebenso stabil und schützt die Fernbedienung außerdem vor Staub und verschütteten Getränken. Fakt ist: Der kleine Handschmeichler, der Fernbedienung, Tastatur und Maus vereint, bringt definitiv eine gehörige Portion Komfort in den Multimedia-Konsum. Einmal ausprobiert, möchte man sie nicht mehr missen – doch hätte Logitech keinen Preis von 149,99 Euro ansetzen sollen. In Onlineshops ist sie zwar ab rund 110 Euro erhältlich, trotzdem wird das praktische Gerät vielen Nutzern zu teuer sein.

Name: diNovo Mini
Hersteller: Logitech
Internet: www.logitech.com
Preis: UVP 149,99 Euro
Technische Daten
Abmessungen: 152 x 90 x 27,5 mm
Gewicht: 170 Gramm
Programmierbare Tasten: drei Stück
Schnittstelle: Bluetooth 2.0
Betriebssysteme: Windows XP, Windows Vista
Besonderheiten: Tastatur und Mausersatz
Lieferumfang: Fernbedienung, Netzteil, Akku, Bluetooth-Adapter, Software-CD, Handbuch
Pro & Contra
QWERTZ-Tastatur
Duo-Touchpad
schickes, stabiles Design
automatische Beleuchtung im Dunkeln
gute Reichweite
komfortabel
zu teuer
hakeliges Touchpad
Bewertung:
Ergonomie/Handhabung (50%): gut
Ausstattung (20%): sehr gut
Verarbeitung (20%): gut
Software (10%): gut
Gesamt: gut (1,8)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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