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Packard Bell XS-Notebook zum XS-Preis im Test

Das brandneue Packard Bell EasyNote Butterfly xs ist äußerlich und preislich ein Netbook, integriert aber für knapp 440 Euro einen Intel Dual-Core-Prozessor und einen DVD-Brenner.

Das brandneue Packard Bell EasyNote Butterfly xs ist äußerlich und preislich ein Netbook, integriert aber für knapp 440 Euro einen Intel Dual-Core-Prozessor und einen DVD-Brenner.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das Packard Bell EasyNote Butterfly xs ist nur rund 29x21x3 Zentimeter klein und kostet etwa 440 Euro. Wer da sofort an ein Netbook denkt, liegt diesmal falsch. Mit seinem Innenleben rund um einen Intel Ultra Low Voltage Prozessor mit zwei Kernen stemmt sich das nagelneue Gerät des zu Acer gehörenden Herstellers in die Subnotebook-Klasse hoch. Als Stütze dient dabei zudem ein Bauteil, das viele Netbook-Besitzer dann und wann vermissen: ein Laufwerk. Unsere Redaktion durfte das Gerät in der roten Farbvariante ausprobieren.

Überblick - EasyNote Butterfly xs im Test

  1. Design und Eingabegeräte
  2. Hardware und Akku
  3. Schnittstellen, Software, Fazit, Infotabelle

Das Testgerät mit 11,6-Zoll-Bildschirm erreichte unsere Redaktion mit wenig Gesellschaft. Lediglich ein Mini-Netzteil und der Akku lagen als Gepäckstücke bei. Da es direkt aus Taiwan kam und nicht für Europa bestimmt ist, baumelt am Kabelende kein zweipoliger Eurostecker, sondern ein unter anderem in den USA und Japan verwendeter Steckertyp. Den Stromverbrauch konnten wir daher nicht überprüfen.

XS-Notebook mit Laufwerk

Ohne Akku ist das Packard Bell EasyNote Butterfly xs extrem leicht, inklusive Energiespender ist es mit 1,5 Kilogramm kaum schwerer. Da der Akku im Gegensatz zum MSI Wind U135 kein bisschen übersteht, liegt das Gerät gerade auf dem Tisch auf. Beim Gedanken an ein rotes Notebook mag man skeptisch sein, der Farbton erinnert an rote Dachziegel und wirkt so durchaus schick. Außen glänzt der Mini-Rechner, die Innenverkleidung blieb jedoch vom Glanztrend und seinen Schattenseiten, den Fingerabdrücken, verschont. Durch die matte Oberfläche erhält das Gerät ein hochwertiges Aussehen. Auch die nur minimal nachgiebige Tastatur schließt sich dem Matt-Look an, auffällig sind dabei die großen Tasten. Selbst die rechte Umschalt- und die Entertaste hat Packard Bell nicht künstlich verschlankt, was bei Netbooks schon mal vorkommt.

Mit Details im Chrom-Look

Wer häufig lange Texte tippt, wird mit dem Subnotebook daher nicht zwangsläufig seine Desktop-Tastatur vermissen. Das Touchpad wurde als glatte Senke in die Handballenauflage mit perforierter Oberfläche eingelassen und unterstützt Gesten mit mehreren Fingern. Zusätzlich gibt es zwei silberfarbene Klicktasten, dieser Chromlook spiegelt sich auch noch einmal an den Displayscharnieren, dem Power-Knopf und den Kontrolllämpchen wieder. Aufgrund der Produktbezeichnung müsste das Butterfly xs der kleine Bruder des EasyNote Butterfly Notebooks (Test) sein, optisch sind die beiden aber komplett verschieden. Die ähnliche DNA beschränkt sich auf das Hauptkriterium: die lange Akkulaufzeit.

Darauf hat Packard Bell die Hardware zugespitzt und als Rechner einen Intel Pentium SU4100 Prozessor mit zwei Kernen à 1,3 Gigahertz geordert, der häufig in aktuellen Subnotebooks mit Stromspar-Fokus arbeitet – aus guten Grund: die CPU benötigt nur 10 Watt. Die Leistung ähnelt dem SU7400 im Asus UL50AG (Test). Wer lieber Zahlen sprechen lässt, klickt auf die Benchmark-Ergebnisse des Butterfly xs.

Display: Hochauflösend aber blass

Auch das 11,6-Zoll-Display spart Strom, indem es LEDs zur Hintergrundbeleuchtung nutzt. Diese haben neben dem Spareffekt auch den Vorteil, ein kontrastreicheres Bild abzuliefern. Leider ist dies beim Butterfly xs nur bedingt der Fall. Dem Bildschirm fehlt die Farbfrische, gerade bei Blattgrün, Menschen oder tiefem Schwarz wirkt er ein wenig blass und verwaschen. Immerhin ist das Display aber schön hell und liefert ein knackiges Bild, hierfür ist auch die glänzende Oberfläche verantwortlich. Die Kehrseite folgt mit Spiegeleffekten bei ungünstigen Lichtverhältnissen auf dem Fuße – ein bekannter Zwiespalt. Die Blickwinkel entsprechen dem Mittelmaß und verschlechtern die Sicht insbesondere von oben oder unten recht schnell, ein Filmchen zu zweit ist aber möglich. Das 16:9-Format dürfte vor allem den Videofans gefallen, mit den 1366x768 Pixeln können auch High Definition Filme in 720 p dargestellt werden. Die GMA Onboardgrafik nahm es im Test auch mit einem 1080p-Trailer im WMV-Format auf, wie wir ebenfalls bereits beim Asus UL50AG feststellen konnten.

Unterschiede zum Netbook: Laufwerk und zwei GB RAM

Dank des integrierten optischen Laufwerks mit Brennfunktion können die Lieblingsserien nicht nur von der 250 GB großen Festplatte aus, sondern auch auf DVD angeschaut werden, was bei Netbooks nur mit einem externen Gerät möglich ist. Ein weiterer Unterschied zum Netbook zeigt sich beim Arbeitsspeicher. Das EasyNote Butterfly xs liefert hier zwei anstatt nur ein Gigabyte (GB) RAM (DDR3) auf dem Mainboard von Acer. Die Lautsprecher sind im Übrigen weder herausragend noch schlecht, für die musikalische Untermalung oder einen Film reichen sie aus, auf die höchste Stufe sollte aber lieber verzichtet werden. Wer einen guten Sound möchte, schnappt sich Ohrhörer.

Akkuausdauer

Die Akkulaufzeit gibt Packard Bell mit 8 Stunden an. Aufgrund des inkompatiblen Steckers mussten wir mit dem Batteriefüllstand von 85 Prozent auskommen und konnten leider nicht die üblichen Akkutests durchführen. Hochgerechnet kamen wir auf eine Laufzeit von etwa 6 Stunden, wobei wir das Subnotebook auch mit anstrengenden Aufgaben wie Benchmark-Programmen und dem Abspielen von HD-Videos quälten. Bei der Textverarbeitung wechselte der Höchstleistungs- in den Energiesparmodus, der WLAN-Empfang war abgeschaltet und das Display durfte sich ab und zu ausruhen. Wer mit den Gerät nur einen Aufsatz tippt oder ein bisschen per Gigabit LAN oder WLAN 802.11 b/g/n im Internet surft, wird die Zeit ohne Netzstecker entsprechend verlängern können und wahrscheinlich auch die Herstellerangabe erreichen.

Die Schnittstellenbestückung liefert die Basics wie drei USB-Ports, einen Leser für Speicherkarten sowie Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer. Über den HDMI-Port lässt sich zudem ein Flachbildfernseher anschließen, D-Sub (VGA) verbindet stattdessen einen PC-Monitor oder einen Beamer. Ein Handy kann per Bluetooth mit dem Notebook kommunizieren. Auf die Festplatte hat Packard Bell neben Windows 7 Home Premium in der 64-bit Edition noch eine Vollversion der Fotobearbeitung Photoshop Elements 7 und Nero 9 Essentials gepackt.

Fazit: Das Notebook zum Netbook-Preis

Das Packard Bell EasyNote Butterfly xs teilt mit seinem größeren Subnotebook-Geschwisterchen Butterfly einen Intel Prozessor mit niedriger Leistungsaufnahme und als Ergebnis einen langen Atem. Zwar konnten wir die Akkuleistung nicht erschöpfend bemessen, für den mobilen Einsatz ist das Leichtgewicht aber absolut tauglich. Gut haben uns das helle Display, die große Tastatur und die überwiegend matte Optik gefallen – beim neuen Packard Bell Mini muss nicht dauernd gewischt werden. In dieser Größenklasse hat außerdem das Laufwerk einen dicken Pluspunkt verdient, zu diesem Preis ist die Bestückung unschlagbar. Andere Modelle kosten gerne einige hundert Euro mehr. Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist die Farbdarstellung des Displays, diese hätte gerne kräftiger und satter sein können.

Wer sich damit arrangieren kann, erhält mit dem xs-Subnotebook jedenfalls eine besser ausgestattete Alternative zum Netbook, ohne wesentlich mehr ausgeben zu müssen. Eine ähnliche Bestückung liefert ansonsten beispielsweise das MSI Wind U200, das zwar etwas günstiger ist, aber wiederum kein Laufwerk integriert.

Update vom 30. März: Preissteigerung

Nach einem Ausverkauf ist das Gerät bislang nicht mehr für den vom Hersteller angedachten Preis von knapp 440 Euro in den Onlineshops aufgetaucht. Zum aktuellen Zeitpunkt kostet es dort rund 600 Euro.

Weitere Testberichte, Notebook NewsNetbook Modelle im Vergleich, einen Ratgeber zum Notebook-Kauf und Tipps sowie Hinweise zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: EasyNote Butterfly xs
Hersteller: Packard Bell
Internet: www.packardbell.de
Preis: 439 Euro
Technische Daten
Chipsatz und Prozessor: Intel GS45 Chipsatz und Intel Pentium SU4100 mit 2x1,3 GHz (800 MHz FSB, 10 W TDP)
Grafikkarte: Intel GMA 4500MHD ohne eigenen Speicher (bis zu 732 MB shared)
Bildschirm: 11,6 Zoll Display mit LEDs im 16:9-Format (1366x768 Pixel), glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen und 5600 mAh: Laufzeit: 400 Minuten (gemischter Betrieb, WLAN und Bluetooth aus)
Speicher: 2 GB DDR3 (2x1024 MB)
Festplatte: 250 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: 8-fach DVD Dual-Layer-Laufwerk
Soundkarte: Onboard: Realtek ALC269X
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 292 x 211 x 28,5 Millimeter; 1,5 Kilogramm
Anschlüsse: 3x USB, HDMI, VGA, Mikrofon, Kopfhörer, Kartenleser (SD/MMC/MS/MS-Pro/xD)
Sonstiges: 0,3-Megapixel-Webcam
Benchmarks: Windows Leistungsindex: CPU: 4,0 / RAM: 4,9 / 2D: 3,2 / 3D: 3,2 / HDD: 5,8

7-Zip: neu: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 37 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: ca. 13.274
CPU-Benchmark Cinebench: 2995 (Multiple-CPU, 64-bit)
Grafik-Benchmark FurMark: 30
OpenGL-Benchmark Cinebench: 669
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 72/84 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 80/131 MB/s; zufälliges Lesen: 29 MB/s
Garantie: ein Jahr Packard Bell Service
Pro & Contra
helles Display mit LEDs
hohe Auflösung
Bluetooth
zwei GB RAM
HDMI-Port
trotz geringer Größe mit Laufwerk
leise
Photoshop Elements 7 gratis
günstiger Preis
Hochglanz-Oberfläche (Geschmackssache)
Display wenig farbstark
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): sehr gut
Display (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (15%): gut
Ergonomie (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: sehr gut

(Saskia Brintrup)

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