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P500-12E: Toshibas erstes Blu-ray-Notebook im Test

Nach dem Ende der HD DVD hat sich Toshiba endlich zum Umstieg auf das Blu-ray-Format durchgerungen. Das Satellite P500-12E bringt als 18-Zoll-Serien-Flaggschiff gleich einen Blu-ray-Brenner mit, trimmt DVDs auf HD und ist spieletauglich.

Nach dem Ende der HD DVD hat sich Toshiba endlich zum Umstieg auf das Blu-ray-Format durchgerungen. Das Satellite P500-12E bringt als 18-Zoll-Serien-Flaggschiff gleich einen Blu-ray-Brenner mit, trimmt DVDs auf HD und ist spieletauglich.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Auf der IFA im vergangenen Jahr präsentierte Toshiba mit dem Satellite P500 ein neues TV- und Kino-Notebook: Mit dem 18,4 Zoll großen HD-Display fühlt sich der Bolide zuhause am wohlsten und ist nicht nur äußerlich ein Glanzstück. Etwas völlig Neues für Toshiba ist das Blu-ray-Laufwerk: Lange sträubte sich der japanische Hersteller und ursprüngliche Unterstützer des Konkurrenzformates HD DVD gegen die blauen Scheiben, seit dem Herbst 2009 denkt Toshiba aber um. Das Flaggschiff der neuen Blu-ray-Serie mit HD-Upscaling-Funktion ist das P500-12E – wir haben es getestet.

Inhalt:

1. Optik und Eingabegeräte
2. Technische Daten, Grafik und Display
3. Software, Akkulaufzeit, Fazit und Info-Tabelle

Toshiba goes Blu-ray

Toshiba hat die Satellite P500-Reihe den anspruchsvollen Multimedia-Fans zugeteilt. Kein Wunder, dass der Käufer des tiefschwarzen Lack-Notebooks ein hübsches, aber keineswegs leichtes Gerät erwarten darf: Unser Testgerät in der Konfiguration P500-12E wiegt stolze 4,4 Kilogramm und will erst einmal aus dem Karton gewuchtet werden. Mit dem großzügigen Display mit 1680x945 Bildpunkten im 16:9 Format und üppigen Rundungen von etwa 44x29x4,3 Zentimetern wirkt es neben einem 15-Zoll-Notebook mit 4:3-Display tatsächlich wie ein Kino-Laptop.

Schwarz-silberne Limousine

Auch die Optik passt dazu: Die Designer von Toshiba haben sich auf zeitloses Schwarz geeinigt und eine gute Portion Glanz als Finish verwendet. Die Innen- und Außenverkleidung unterscheidet sich nicht, abgerundet wird der Look durch eine dezente Musterung und silberfarbene Elemente. Diese wurden in Form eines großen, spiegelnden Logos auf dem Gehäuse, als Klicktasten und breiter Chrom-Rahmen um das komplette Notebook hinzu addiert. Insgesamt fühlt man sich ein wenig an das Satellite A300 (Test) erinnert. Eine Gemeinsamkeit ist auch die glatte Tastatur, die wiederum der des Satellite U500 (Test) gleicht. Allerdings sind beim P500 alle Tasten beleuchtet. Aufgrund der glatten Oberfläche ist es beim ersten Versuch etwas ungewohnt, die richtigen Tasten zu treffen, ab und zu rutschen die Finger ab. Dennoch kann man der Tastatur keine schlechten Tippeigenschaften bescheinigen.

Was den Komfort beim Tippen erhöht, ist die hohe Bauweise des Notebooks, die wie eine Stütze für die Unterarme dient. An Tasten findet der Nutzer außerdem ein separates Nummernpad sowie eine Sensorleiste auf der gegenüberliegenden Seite, die verschiedene berührungsempfindliche Tasten für die Multimedia-Steuerung zusammengetrommelt hat – alles hübsch beleuchtet. Zu guter Letzt hat auch das nach links versetzte Touchpad einen Leuchtstreifen erhalten, den Toshiba schon häufiger verwendet hat. Der Mausersatz fügt sich nahtlos ins Design ein und ist multitouch-fähig, sodass zum Beispiel Dokumente oder Fotos mit zwei Fingern vergrößert werden können. Reduziert man das Toshiba Satellite P500-12E auf seine inneren Werte, wandert der Blick von einem Intel Core 2 Duo P8700 Prozessor mit 2,53 Gigahertz über eine 500-Gigabyte-Festplatte (GB) zu sechs GB Arbeitsspeicher. Um den RAM voll nutzen zu können, hat Toshiba Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Version installiert. Zwei weitere GB können noch nachgelegt werden. Die CPU erwies sich im 7-Zip-Test als ziemlich flott: Nur elf Sekunden benötigte der P8700, um 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) zu einem Paket zu schnüren - genau wie das Toshiba Tecra S10 (Test). Sollte der Platz auf der Festplatte nicht ausreichen, lassen sich die Daten auch auf einer Blu-ray sichern. Auf einer Dual-Layer-Scheibe passen auf diese Weise 50 GB.

Film- und Spielmaschine

Im Grafikkarten-Steckplatz sitzt eine Nvidia GeForce GT230M mit einem GB eigenem Speicher. Das Modell listet Nvidia im Leistungssegment der 200er-Reihe, die mittels CUDA-Technologie Aufgaben des Prozessors – wie Videobearbeitung - an die Grafikkarte übertragen kann. Verglichen mit dem schnellsten Modell, der GTX 280M, besitzt die GT230M nur etwas mehr als ein Drittel der Recheneinheiten (48), ist aber dennoch spieletauglich. Benchmarks gibt es in der Tabelle auf Seite 3.

DVD -> HD

Das Display ist glänzend und spiegelt daher. Die Bildqualität ist gut, allerdings könnte es noch eine weitere Helligkeitsstufe ermöglichen. Auf eine Full High Definition Auflösung hat Toshiba trotz Blu-ray-Brenner verzichtet, die vorhandenen Pixel des glänzenden Riesen-Displays genügen lediglich für eine 720p-Wiedergabe. Zu Gute halten muss man dieser Entscheidung, dass eine so hohe Auflösung ohnehin erst bei noch größeren Bildschirmen wie Flat-TVs ihre Vorzüge entfaltet. Diese lassen sich via HDMI anschließen und ebenso als Ausgabegerät nutzen. Liegt der Film als Datei mit Standardauflösung oder DVD vor, kann Resolution+ einspringen: Wie das Toshiba Qosmio G50 (Test) soll auch das Satellite P500 einen HD-Look erzeugen können. Im Praxistest wirkte das Bild kontrast- und detailreicher, auch die Farben waren kräftiger.


Mit Resolution+ lässt sich im DVD-Player per Knopfdruck die Qualität verbessern. Oben: Originalauflösung, unten: Upscaling-Modus. Das schärfere Bild ist deutlich zu erkennen - wie im Bereich des Wassers. Für vergrößerte Abbildungen bitte klicken. Screenshots: onlinekosten.de.

Rundumschau: Schnittstellen

Bezüglich der Schnittstellen hat das Satellite P500-12E vier USB-Ports, davon einmal gleichzeitig eSATA, den bereits erwähnten HDMI-Ausgang, einen analogen D-Sub-Anschluss für einen Monitor, SPDIF, FireWire, ExpressCard sowie einen Kartenleser zu bieten. Ein Kopfhörer und ein Mikrofon lassen sich ebenso anschließen, letzteres ist aber auch bei der HD-Webcam zu finden. Diese unterstützt zudem ein Log-In via Gesichtserkennung, was Toshiba schon seit einiger Zeit anbietet. Eine Verbindung zum Internet oder einem Netzwerk kann der Nutzer via Gigabit LAN oder WLAN 802.11 b/g/n herstellen, zur Datenübertragung steht außerdem Bluetooth bereit. Passend zum Multitouch-Pad hat Toshiba seine Notebooks mit neuer Software bestückt, wie einem Foto-Tool. Auch der Ökomodus (Eco Utility), den wir bereits im Satellite U500-121 (Test) ausprobieren konnten, ist wieder mit dabei: In diesem Modus spart das Notebook Energie und misst außerdem den aktuellen Verbrauch. Der Internet Explorer hat derweil wie gewohnt die Google Toolbar im Gepäck, lehnt man die Verwendung ab, deinstalliert sie sich jedoch selbständig. Verknüpfungen zu eBay und Skype sind ebenfalls auf dem Desktop zu finden - nicht Jedermanns Sache.

Fazit: Ausgewachsener Entertainer

Das Satellite P500-12E vereint eine gute Grafikleistung, einen starken Prozessor und einen teuren Blu-ray-Brenner in einem tragbaren Computer. Genau wie bereits beim Qosmio G50 konnte auch beim P500 die Upscaling-Funktion überzeugen. Bezüglich der Akkulaufzeit kann das Riesen-Notebook natürlich nicht mit den aktuellen Dauerläufern mithalten. Unter Volllast ist nach einer knappen Stunde Schluss, während der DVD-Wiedergabe hielt der Akku im Test für 75 Minuten - einen kompletten Film zu sehen, klappt somit nur mit dem Netzteil. Als längste Laufzeit per Battery Eater konnten 100 Minuten ermittelt werden, der Eco Mode dürfte diesen Wert aber weiter steigern können.

Für ein Gerät in dieser Größe und mit diesen starken Hardware-Zutaten ist das Ergebnis in Ordnung und auch die Lautstärke niedriger als erwartet. Lediglich bei der DVD-Wiedergabe dreht es etwas auf, wer den Sound aus den Harman/Kardon-Lautsprechern oder Kopfhörern aber nicht gerade auf der leisesten Stufe einstellt, wird davon nichts mitbekommen. Der Klang fiel im Test erwartungsgemäß deutlich besser aus als bei besonders kleinen oder günstigen Notebooks.

Eine Alternative zum kleineren Preis gibt es in den eigenen Reihen: Wer mit einem schwächeren Prozessor, vier GB RAM und 400 GB Speicherplatz auskommt, kann zum Modell P500-127 greifen. Die Grafikkarte und das Blu-ray-Laufwerk stimmen überein, das Gerät kostet aber nur 950 anstatt 1349 Euro (UVP). Zum höheren Preis bietet auch Acer ein Blu-ray-Notebook an. Das Aspire 8940G kann die blauen Speichermedien zwar nur lesen, rechnet aber mit einem Intel Core i7 Quad-Core-Prozessor.


Name: Satellite P500-12E
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: UVP 1349 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo P8700 mit 2,53 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce GT230M mit einem GB
Bildschirm: 18,4 Zoll (1680x945 Pixel), glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 55 Minuten unter Vollast / 100 Minuten Lesetest (WLAN ein) / 75 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 6 GB (4+2 GB DDR2 800 MHZ)
Festplatte: 500 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: Blu-ray Disc Drive (Schreibgeschwindigkeit: 24x CD-R, 8x DVD-R, 6x BD-R, 4x BD-R (Double Layer), 2x BD-RE, 2x BD-RE (Double Layer)
Soundkarte: Conexant Pebble High Definition SmartAudio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-Bit
Abmessungen: BxTxH: 442,6 x 294,2 x 42,8 Millimeter; 4,4 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub, 4x USB, eSATA, SPDIF, ExpressCard, Kartenleser (SDKarten, Memory Stick, Memory Stick Pro, MultiMedia Card, xD-Picture Card), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: HD-Webcam, Upscaling-Funktion, Fernbedienung nachrüstbar (HDMI-CEC)
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,1 / RAM: 6,1 / 2D: 6,4 / 3D: 6,4 / HDD: 5,5

CPU-Benchmark von PC Wizard: 25.650
Grafik-Benchmark FurMark: 948 Punkte

Frames pro Sekunde (fps), jeweils Mittelwerte:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: 46 fps (1.600x900 Pixel, Details: high)
DirectX-10-Benchmark Call of Juarez:
21 fps (1.440x900 Pixel, Details: low).
Pre-Release Demo Crysis:
22 - 30 fps (1.280x720 Pixel, Details: mittel)

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 64/66 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 150/154 MB/s; zufälliges Lesen: 61 MB/s
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
edle Optik
große Tastatur mit Nummernpad
Sensorleiste
Multitouch-Unterstützung
Blu-ray-Laufwerk
Upscaling-Funktion
Gesichtserkennung
starke Hardware
glänzendes Display
schwer und sperrig
Akkulaufzeit
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): sehr gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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