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onlinekosten.de-Test: Prototyp des Mitsubishi M342i

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Wir bitten auf den Parcours: Das neue i-mode-Flaggschiff aus dem Hause Mitsubishi, das M342i. Bereits Anfang April haben wir die wichtigsten technischen Details dieses Mobiltelefons ausführlich vorgestellt, nun wurde das Gerät, das für Endkunden erst Mitte Juli auf den Markt kommen soll, von uns im Alltag auf die Probe gestellt.

Edler Blickfang

Noch bevor man die einzelnen Funktionen des Handys unter die Lupe nimmt, wird eines deutlich: Gemessen am Design ist den Entwicklern von Mitsubishi ein großer Wurf gelungen. Anders als bei den Vorgängermodellen wurde auf das Klapp-Design verzichtet. In schlichtem Aluminium-Look wirkt es wie ein edles Business-Handy.

Neue Farbdimensionen

Auffällig ist nicht nur die Größe, auch das, was hinter dem Display steckt, macht Lust auf mehr. Bis zu 262.000 Farben können bei einer Auflösung von 128 mal 160 Pixeln dargestellt werden, womit Mitsubishi klar macht, wo die Zukunft liegt. Ein Nachteil eines solch großen Displays ist natürlich die Anfälligkeit vor Kratzern. Um die Grafik auf dem Display vollends zur Geltung kommen zu lassen, wurde ein spezieller Chip von Nvidia in das Handy implantiert. Er steuert nicht nur das Display, auch die JPEG-Komprimierung von Fotos wird von ihm übernommen. Dies bringt Entlastung für den Hauptprozessor und längere Akkulaufzeiten.

Vielfältige Kamerafunktionen

Als Handy von Morgen ist das M342i mit einer VGA-Kamera ausgerüstet. Zwar wurde keine Megapixelkamera integriert, immerhin arbeitet die Cam aber mit einer Auflösung von 640 mal 480 Piexeln. Wer mit der Kamera Schnappschüsse aufnehmen möchte, kann sie entweder über die Menüführung oder direkt über einen separaten Knopf an der rechten Außenseite aktivieren.

Einmal aktiviert, mutiert das Handydisplay zum Sucher und überrascht selbst dann mit einer nahezu ruckelfreien Darstellung, wenn man mit der Kamera schnell von einem Objekt zum nächsten schwenkt. Hier wird der Nutzen des separaten Grafikchips schnell deutlich. Neben eines 3-fach Digital-Zooms kann auch die Helligkeit auf sieben Stufen geändert werden, zwischen Portrait- und Landschaftsaufnahmen sowie die Belichtung auf Sport-, Tages- oder Nachtmodus geschaltet werden.

Wer gern sich selber vor Gebäuden oder zusammen mit Familienmitgliedern bzw. Freunden fotografiert kann auf die Funktion eines Selbstauslösers zurückgreifen. Er kann über die Kameraoptionen aktiviert werden und löst die Aufnahme nach zehn Sekunden aus. Auf der Rückseite des Gerätes dient ein kleiner Spiegel zur besseren Orientierung, was am Ende auf dem Bild zu sehen sein wird.

Manko: Tastaturfeld

Während die Kamerafunktionen rundum überzeugen konnten, ist das Tastaturfeld leider ein großes Manko. Optisch macht es mit seiner blauen Beleuchtung zwar insbesondere bei Dunkelheit eine gute Figur, in der Anwendung tun sich im Vergleich zu anderen Geräten aber Abgründe rund um den Komfort bei der Bedienbarkeit auf.

Sicherlich kann man Mitsubishi nicht vorwerfen, dass die Tasten zu klein geraten sind. Einen optimalen Druckpunkt sucht man bei den zudem sehr glatten Tasten aber leider vergeblich. Insbesondere beim SMS-Schreiben wird dies trotz T9-Worterkennungsstandard sehr deutlich.

Hauptsteuerung über Vier-Wege Navigations-Key

Der mittig über dem Ziffernfeld angeordnete Vier-Wege-Navigationskey hingegen lässt sich sehr gut bedienen. Ein Drücker nach links öffnet das Adressbuch, drückt man nach rechts erscheint das Menü der Anruflisten. Bei der Navigation nach oben kann Signal des ausgewählten Klingeltones eingestellt werden - inklusive Aktivierung des Vibrationsalarms. Wer auf die in das Handy integrierte Fun & Mediabox zugreifen möchte, drückt den Navigationsgkey nach unten. Dann ist es möglich, direkt auf mit der Kamera aufgenommene Bilder, Klingeltöne, Spiele und Anwendungen sowie Sprachmemos zuzugreifen.

Als sehr praktisch erweisen sich für i-mode-Kunden die beiden Menütasten neben dem Navigationskey direkt unter dem Display. Links außen kann über eine mit einem Briefumschlag beschriftete Taste auf den i-mail-Dienst zugegriffen werden. Auf der rechten Seite lädt das bekannte i des i-mode-Schriftzuges dazu ein, direkt auf das Multimediaportal von E-Plus zuzugreifen. Doch Vorsicht: Bei nicht aktivierter Tastensperre kann es leicht passieren, dass eine Verbindung zum i-mode-Portal hergestellt wird, obwohl dies gar nicht gewünscht ist. Übrigens lassen sich die Menütasten nicht durch andere favorisierte Menüpunkte austauschen.

Intuitive Menüführung

Betrachtet man die Menüführung, sammelt das M342i deutliche Pluspunkte. Sie ist mit animierten Grafiken sehr übersichtlich gehalten und lässt sich intuitiv bedienen. Zugriff erhält man hier unter anderem auf das Büro, in dem ein Kalender, Aufgabenverwaltung, Taschenrechner, Währungsrechner und ein Wecker integriert sind. Stichwort Wecker: Aktiviert man diesen, klingelt er täglich zu der einprogrammierten Weckzeit. Am Wochenende kann dies zu einem unangenehmen Effekt in den frühen Morgenstunden führen. Ferner kann über das Büro die Infrarot-Schnittstelle aktiviert werden, die an der rechten Außenseite zu finden ist.

Unter dem Menüpunkt Einstellungen lassen sich sämtliche Änderungen rund um Klingeltöne, Anzeige und Sicherheit des Telefons ändern. Im Übrigen kann die Sprache der Menüführung in insgesamt sechs Sprachen angezeigt werden. Neben Deutsch und Englisch stehen Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch zur Verfügung.

Kratzeranfällige Oberfläche

Eher ungewöhnlich ist die Möglichkeit, ein Headset an der linken Außenseite anzuschließen. Dies ist insbesondere dann hinderlich, wenn man das Handy in der Hosentasche transportieren möchte. Positiv ist anzumerken, dass der Anschluss durch einen Plastikverschluss vor Staub- und Schmutzpartikeln gut geschützt ist. Apropos Schutz: So edel das Handy auch aussehen mag, die Außenhaut des Handys ist wie auch das Display sehr anfällig für Kratzer und Macken.

Telefonieren mit dem M342i

Nimmt man Gespräche mit dem neuen Mitsubishi-Telefon aus dem Festnetz an bzw. baut eine Verbindung zu einem Gesprächspartner im Festnetz auf, ist die Gesprächsqualität durchaus akzeptabel. Weniger erfreulich waren die Halleffekte, bei zahlreichen Anrufen, die mit einem Gesprächspartner geführt wurden, der ebenfalls über ein Mobiltelefon telefonierte. Ebenfalls unschön: Die Lautstärke des Hörers lässt sich nur recht umständlich über die Menüführung ändern, kann also während eines Telefonates zu einem echten Manko werden, spricht man mit einer Person, die eher leise oder unangenehm laut spricht.

Zu einem Klangwunder mutiert das Handy bei eingehenden Anrufen. Vorausgesetzt es wurde der richtige Klingelton ausgewählt, werden eingehende Anrufe mit sattem polyphonen mehrstimmigem Sound wiedergegeben. Pikanterweise stehen aber nicht nur Klingeltöne mit bekannten Melodien zur Verfügung, auch Walgesang oder Laute von Seemöwen bzw. Kühen können ausgewählt werden.

Akkulaufzeiten enttäuschend

Eher enttäuschend sind die Akkulaufzeiten zu betrachten. Das hochauflösende Display mit seinen zahlreichen Animationen in der Menüführung oder bei eingehenden Anrufen rauben dem 900 mAh starken Akku einiges an seiner Kapazität. Ebenfalls stark beansprucht wird die Akkulaufzeit dann, wenn man sich in Gegenden oder an Orten mit geringer Netzversorgung aufhält. Die vom Hersteller angegebene Stand-By-Zeit von 250 Stunden kann selbst bei angemessener Nutzung kaum erreicht werden. Realistischer ist ein Wert, der bei maximal 200 Stunden liegt, was aber immer noch einer Akkulaufzeit von gut acht Tagen entspricht und für Otto-Normal-Verbraucher ausreichend sein sollte.

Unser Fazit

Sieht man von kleineren Schwächen bei der Gesprächsqualität mit anderen Mobilfunkteilnehmern und dem etwas zu rutschigen Tastenfeld ab, hat Mitsubishi mit dem M342i einen echten Allrounder geschaffen. Insbesondere die Kamerafunktionen machen dank des farbenfrohes Displays besonders viel Spaß. Ein Verkaufspreis ist aktuell noch nicht bekannt, da dieser von E-Plus festgelegt wird. Es bleibt also abzuwarten, ob das M342i einen Eroberungsfeldzug bei den i-mode-Kunden starten können wird.

(Hayo Lücke)

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