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OnePlus 2 im Test: Taugt das Kult-Smartphone zum Flaggschiff-Killer?

Auch das neue Smartphone OnePlus 2 gibt es wieder nur auf Einladung, der Preis ist erneut relativ günstig. Doch kann das OnePlus 2 zur Gefahr für Flaggschiff-Modelle von Apple, Samsung & Co werden? Was das OnePlus 2 kann, zeigt der Test.

OnePlus 2© OnePlus

Innerhalb kürzester Zeit wurde aus dem OnePlus One, einem eigentlich unbekannten Smartphone, ein Kult-Objekt. Nicht etwa weil es so neuartig und leistungsfähig wäre, sondern vielmehr, weil es nicht jeder bekommen konnte: Um das OnePlus One zu kaufen, benötigte man eine Einladung, die man über Empfehlung und andere Aktionen erhielt. Auch das neue Modell ist wieder nur gegen Einladung erhältlich. Wir werfen einen genaueren Blick darauf und klären, ob sich der Trubel um das OnePlus 2 lohnt.

Ordentlicher Bildschirm beim OnePlus 2

Hält man des OnePlus 2 zum ersten Mal in der Hand, fällt die stark gewölbte und raue Rückseite auf. Dadurch liegt das Smartphone enorm sicher in der Hand, das Schmirgelpapier-Gefühl dürfte beim einen oder anderen Widerwillen auslösen. Die Verarbeitung ist solide, auf 75 x 152 Millimetern und einer variablen Höhe von 5 bis 10 Millimetern bringt das OnePlus 2 mit 175 Gramm ordentlich was auf die Waage. Der Bildschirm bietet 5,46 Zoll, 403 ppi, 551 Candela pro Quadratmeter und enorme Blickwinkelstabilität.

Beim OnePlus hat man die Wahl zwischen einem 16-Gigabyte- und einem 64-Gigabyte-Modell. Der Speicherplatz ist nicht erweiterbar. Da von den 16 Gigabyte nach Aufspielen des Betriebssystems nicht mehr viel übrig bleiben, werden die meisten wohl zum größeren Modell greifen. Hier bleiben 51,7 Gigabyte netto zur Nutzung übrig.

OnePlus 2

OnePlus 2

  • Betriebssystem Android 5.1 Lollipop
  • 13 Megapixel-Kamera mit Autofokus und Fotolicht
  • 5,5 Zoll LCD Touchscreen, 1080 x 1920 Pixel
  • bis zu 64 GB Speicher
OnePlus 2OnePlus 2

OnePlus 2: Achtkerner mit mäßiger Leistung

Im Inneren des OnePlus2 schlagen acht Kerne mit je 1,8 Gigahertz. Unterstützt werden diese durch vier Gigabyte Arbeitsspeicher. In den Benchmarks ergibt das 39 Prozent über dem Mittel. Fraglos ein guter Wert, an das aktuelle iPhone oder Galaxy kommt das OnePlus 2 damit jedoch nicht heran und ist für acht Kerne doch recht enttäuschend.

LTE, DC-HSPA, Bluetooth 4.1, WLAN ac… bei der restlichen Ausstattung dürfte man bis auf NFC kaum etwas vermissen. Großer Pluspunkt: Das OnePlus 2 lässt sich mit zwei Nano-SIM-Karten nutzen. Dabei sind beide Steckplätze LTE-fähig. Außerdem bietet das OnePlus 2 den neuen USB-Anschluss Typ C. Dieser ist für USB 3.1 ausgelegt und sollte somit höhere Datenraten unterstützen. Tatsächlich kann das OnePlus 2 jedoch nur USB 2.0. Bleibt der Typ-C-Stecker, bei welchem es egal ist, wie herum man ihn in die Buchse steckt. Da das Kabel noch so unüblich ist, sollte man dieses auf Reisen jedoch besser nicht vergessen.

Der Akku des OnePlus 2 ist fest verbaut und fasst 3300 Milliamperestunden, womit das OnePlus 2 529 Minuten Videowiedergabe im Flugmodus durchhält. Das sind 12 Prozent länger als der Durchschnitt, sodass die meisten Nutzer ohne Steckdose über den Tag kommen dürften.

Gute Fotos, problematische Videos, schlechter Musikplayer

Die Kamera des OnePlus2 bietet 12,98 Megapixel, einen schnellen Autofokus und produziert Bilder mit hervorragender Schärfe und Detailtreue. Belichtung, Kontraste und Dynamik stimmen nahezu immer, die Farbtreue könnte jedoch besser sein. Dank des optischen Bildstabilisators sind Aufnahmen bei düsterem Licht machbar, auch wenn das erhöhte Bildrauschen nicht ausbleibt. Die Kamera-Software ist schlicht und einfach zu bedienen, wobei man umständlich zwischen Foto- und Videomodus wechseln muss.

Die 4K-Videos des OnePlus2 sind zwar schön scharf, allerdings hat der Autofokus erhebliche Probleme, sich auf ein Motiv festzulegen. Regelmäßig zieht er nach und im schlimmsten Fall kommt es zu einem über mehrere Sekunden hinweg unscharfen Bild. Auch der Musikplayer enttäuscht. Der Sound ist matschig, fehlende Höhen und Tiefen, ergänzt durch unpräzise Mitten, dürften jeden Musikfreund abschrecken.

Individuelle Nutzeroberfläche

Positiv fällt die Nutzeroberfläche Oxygen 2.0 auf, welche über Android 5.1.1 gelegt wird. Diese bietet zahlreiche Individualisierungsoptionen und fragt die wichtigsten bei der ersten Inbetriebnahme gleich ab. Wo soll der Zurück-Button liegen? Android-Tastatur oder Swift-Eingabe? Außerdem lässt sich festlegen, wie das Smartphone auf einzelne oder doppelte Klicks auf Zurück, Home und Taskmanager-Schaltflächen reagieren soll oder welche Benachrichtigungen gewünscht sind. Auch das Aufwecken des Smartphones via Anklopfen und ein Fingerabdrucksensor dürfen nicht fehlen.

Wer möchte, kann zudem von zahlreichen Wischgesten Gebrauch machen: Ein O, um die Kamera zu öffnen, II um den Musikplayer zu pausieren...

Fazit zum OnePlus 2: Gut, aber kein "Flaggschiff-Killer"

Helles, hochauflösendes 5,46 Zoll Display, LTE. DC-HSPA, WLAN ac, Fingerabdrucksensor, Dual SIM, individualisierbare Nutzeroberfläche, ausdauernder Akku, gute Kamera – das alles bietet das OnePlus 2, aber rechtfertigt das die Bezeichnung "Flaggschiff-Killer"?

Videos und Musikplayer sind unbrauchbar, der Speicher ist nicht erweiterbar, die Leistung ist "nur" 39 Prozent überdurchschnittlich. Auch liegt das vermeintliche Schnäppchen 16 Prozent unter dem gängigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Ja, das OnePlus2 hat seine Qualitäten, aber an Smartphones wie das iPhone 6 oder Galaxy S6 kommt es nicht ran. Auch in Sachen Preis-Leistung gibt es bessere Modelle wie etwa das Alcatel One Touch Idol 3 oder das Microsoft Lumia 640 XL.

Vor dem Kauf sollte man sich als gut überlegen, ob das OnePlus 2 tatsächlich das Smartphone der Wahl ist, oder man nur das gefeierte Kult-Modell einiger Fans besitzen möchte.

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