Handys

Nokias neuer Kassenschlager 6300 im Test

Neues GSM-Handy kann mit vielen Extras und einem schicken Design zu einem erschwinglichen Preis überzeugen. Wir haben das Handy, das Nokia in diesem Jahr am häufigsten verkaufen will, einem umfangreichen Test unterzogen.

SMS© TristanBM / Fotolia.com
Früher war alles anders: DSL war teuer, Handys sahen aus wie klobige Knochen, waren alles andere als handlich und konnten auch nicht gerade mit attraktiven Extras überzeugen. Im Jahr 2007 sind Mobiltelefone wahre Alleskönner. Sie vereinen Telefon, Digitalkamera und MP3-Player in einem Gerät und überzeugen nicht zuletzt auch durch ein schickes Design. Auch Weltmarktführer Nokia hat sich hohe Ziele gesteckt und möchte insbesondere durch das im November vergangenen Jahres vorgestellte Modell 6300 punkten. Das kompakte GSM-Handy soll das meistverkaufte Nokia-Handy dieses Jahres werden. Wir haben das kleine Telefon genauer unter die Lupe genommen.

Auf den ersten Blick überzeugend

In der Tat scheinen die Ziele von Nokia nicht zu hoch gesteckt worden zu sein. Wer das Handy in den Händen halten darf, kann sich über ein durchaus ansprechendes Design freuen: schlicht, aber doch modern. Schwarze, glänzende Kunststoff-Elemente kombiniert mit einer Umrandung und Akkuabdeckung aus Edelstahl sorgen ebenso für einen Hingucker wie auch die abgerundeten Kanten und die eisblaue Tastaturbeleuchtung.

Die Mobilfunk-SIM-Karte lässt sich erfreulich unkompliziert in das Handy einlegen. Über der SIM-Karte lagert der 860 Milli-Ampere-Stunden starke Akku. Nokia verspricht 3,5 Stunden Leistung bei Dauergesprächen und bis zu 14 Tage im Bereitschaftsmodus. In unserem Test blieb der Akku knapp unter diesen Werten. Damit erreicht das Nokia 6300 keine überragenden, sondern eher durchschnittliche Werte.

Satte Farben im Display

Ein Grund dafür ist das zwei Zoll große Display. Es ist mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixel nicht nur erfreulich groß, sondern kann auch besonders viele Farben darstellen. Bis zu 16,7 Millionen sollen es nach Herstellerangaben sein. Und in der Tat macht die Navigation über die neu gestaltete Series40-Oberfläche des integrierten Betriebssystems dank der satten und kräftigen Farben viel Spaß. Insgesamt elf Menüpunkte sind in einer leicht verständlichen Struktur auf der Menü-Startseite angegliedert. Zur besseren Verständlichkeit wurden mit Java animierte Icons integriert. Zur Navigation durch das Menü steht eine 5-Wege-Taste zur Verfügung, die mittig unter dem Display zu finden ist. Sie wirkt auf den ersten Blick etwas zu klein, kann in der Praxis aber mit einem einfachen Handling überzeugen. Zudem ist jeder Richtungsblock bei aktiviertem Standard-Bildschirm als Schnellstarttaste programmiert. Um beispielsweise eine neue SMS zu schreiben, reicht es aus, einmal die Menütaste nach links zu drücken, die Kamera startet mit einem Druck nach oben.

Viele kleine Tasten

Links und rechts neben der Menütaste sind je zwei weitere Tasten zu finden. Sie fallen zwar klein aus, können aber trotzdem mit einem ordentlichen Druckpunkt überzeugen. Auf der linken Seite ist neben dem Gesprächsannahme-Knopf auch eine Schnellstarttaste für den Abruf der beliebtesten Handyfunktionen zu finden. Auf diese Weise lassen sich etwa MP3-Player, Radio oder Bluetooth-Verbindung schnell starten. Entgegengesetzt auf der rechten Seite findet der Nutzer eine Schnellstarttaste, um das Adressbuch aufzurufen und den roten Knopf, um Telefonate zu beenden oder den Rufaufbau abzubrechen.

Zifferntasten zu klein

Leichte Abzüge gibt es für das Tastenfeld. Die Ziffern ragen nur leicht aus dem Gehäuse heraus und sind leider etwas klein ausgefallen. Insbesondere Personen mit etwas dickeren Fingern dürften mit den eng aneinander liegenden Tasten Probleme bekommen. So kann es beim Tippen von SMS schnell passieren, dass statt der gewünschten die benachbarte Taste getroffen wird.

Auf separate Tasten an den Längsseiten des Handys haben die Nokia-Designer beim 6300 nahezu komplett verzichtet. Lediglich die Lautstärke lässt sich über einen Wippen-Block einstellen. Das hat insbesondere eine etwas kompliziertere Bedienung des MP3-Players zur Folge. Der Knopf zum Einschalten befindet sich wie bei vielen aktuellen Nokia-Handys auf der Kopfseite des Telefons. Für Personen, die ein Handy suchen, das auch in UMTS-Netzen funkt, ist das Nokia 6300 nichts. Die in das Handy integrierte Antenne funktioniert dank Triband-Technik nur in klassischen GSM-Netzen. Immerhin kann – sofern im genutzten Mobilfunknetz verfügbar – auf EDGE gesetzt werden. Das heißt, Datenverbindungen sind mit bis zu 200 Kilobit pro Sekunde möglich.

Ein Blick auf die Kamera

Da viele Handynutzer viel Wert auf eine integrierte Kamera legen, haben wir uns die in das neue Nokia-Handy integrierte Digitalkamera etwas genauer angesehen. Sie verspricht nicht nur die Aufnahme von Fotos, sondern auch von Videos – im Fotomodus bei einer maximalen Auflösung von 1600 x 1200 Pixel (zwei Megapixel). Stufenweise lässt sich die Auflösung aber auch auf bis zu 160 x 120 Pixel herunterschrauben. Videos werden maximal mit einer Auflösung von 176 x 144 Pixel aufgenommen.

Qualitativ ergeben sich in der Praxis leider einige Mängel. Zwar steht ein achtfacher Digitalzoom zur Verfügung, auf ein Blitzlicht muss allerdings verzichtet werden. Ebenfalls störend ist die lange Reaktionszeit der Kamera. Zwischen Druck auf den Auslöser und der eigentlichen Aufnahme vergeht leider zuviel Zeit. Bei schnellen Bewegungsabläufen versagt die Kamera leider komplett. Insgesamt wirken die Bilder in vielen Fällen leider sehr unscharf. So macht selbst eine 2-Megapixel-Linse keinen Spaß. Zudem muss kritisch festgehalten werden, dass die Linse auf der Rückseite zu weit unten in das Gehäuse integriert wurde. Wer das Handy senkrecht hält, muss damit rechnen, regelmäßig zumindest Teile des Zeigefingers statt das gewünschte Motiv aufzunehmen.

Originalaufnahmen des Nokia 6300. Für Originalgröße bitte anklicken.


128 Megabyte große microSD-Karte im Lieferumfang enthalten

An Extras stehen neben einem Selbstauslöser (zehn Sekunden) auch ein Nachtmodus, eine Serienbild-Funktion und verschiedene Bildeffekte zur Nutzung bereit. Verzichten sollten Nutzer darauf, Bilder im internen Speicher abzulegen. Der fällt mit gerade einmal acht Megabyte nämlich überraschend klein aus, reicht aber aus, um beispielsweise im Telefonbuch bis zu 1000 Einträge abzulegen. Positiv ist anzumerken, dass Nokia sein neues Kompakthandy mit einer 128 Megabyte großen microSD-Speicherkarte ausliefert. Technisch ist eine Speicherplatz-Aufwertung über separat erhältliche Speicherkarten auf bis zu zwei Gigabyte möglich. Abgerundet wird der Funktionsumfang des 91 Gramm leichten Handys mit einem umfangreichen Organizer, E-Mail-Client und HTML-Browser. Eine Freisprecheinrichtung fehlt ebenso wenig wie Push-To-Talk-Unterstützung. Ebenfalls bemerkenswert: Mit gerade einmal 12 Millimetern ist das Handy erfreulich flach.

Fazit: Ein Handy, das Spaß macht

Keine Frage, mit dem Nokia 6300 ist es den Finnen gelungen, ein Handy zu entwickeln, das viele Freunde finden wird. Ein schickes Design gepaart mit den wichtigsten Handyfunktionen zu einem erschwinglichen Preis werden dafür sorgen, dass das Kompakthandy für den Handyhersteller in den kommenden Monaten zu einem Kassenschlager wird.

Trotz leichter Schwächen in der Verarbeitung (die schwarzen Kunststoff-Elemente auf der Rückseite zerkratzen leider recht schnell) und den etwas zu eng aneinander liegenden Zifferntasten kann das 6300 nicht zuletzt durch eine klare Menüstruktur überzeugen. Der Preis von 220 Euro ist gemessen an den gelieferten Extras sehr fair.

(Hayo Lücke)

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