Handys

Nokia X3 Touch and Type im Test

Das Nokia X3-02 Touch and Type ist nicht nur klein, sondern auch erfreulich flach. Minimalistische Abmessungen bedeuten aber nicht, dass es an Extras fehlt.

Nokia X3 Touch and Type

Was tun, wenn der Verkauf von Smartphones (noch) nicht so wirklich ins Rollen kommt? Nokia hat sich entschieden, das zu tun, womit der Weltmarktführer unter den Handy-Produzenten groß geworden ist: Handys bauen, die auf Basis des Betriebssystems Nokia OS leicht zu bedienen sind, eine durchaus beachtliche Anzahl an Extras liefern und in der Regel zu einem überschaubaren Preis in den Handel kommen. Wir haben uns eines der aktuellen Nokia-Handys angeschaut: das X3 Touch and Type mit S40-Oberfläche.

Einfacher Touchscreen nutzbar

Der Name ist bei diesem Mobiltelefon Programm: Neben einem Touchscreen liefert das das Telefon auch physische Zifferntasten. Im Klartext bedeutet das, dass die Menüführung zu einem großen Teil über den Bildschirm erfolgt, Telefonnummern oder SMS aber über die Tastatur unter dem Display eingetippt werden. Eine QWERTZ-Tastatur fehlt - auch virtuell. Das X3 Touch and Type ist sozusagen ein Zwischenschritt, der irgendwo zwischen teurem Smartphone und günstigem Einsteiger-Handy liegt.

Deutlich wird das auch bei einem Blick auf die Abmessungen: 106 Millimeter lang, 48 Millimeter breit und gerade einmal knapp 10 Millimeter dünn präsentiert sich das 78 Gramm leichte Telefon. Legt man beispielsweise das Windows-Handy Samsung Omnia 7 daneben (122x64x11 Millimeter), wird schnell deutlich, dass hier ein Handy produziert wurde, das ein echter Handschmeichler sein möchte.

Das hat allerdings auch Auswirkungen auf die Größe des Displays. Kommen bei aktuellen Smartphones schon mal Bildschirme mit einer Abmessung von 4 Zoll zum Einsatz, müssen sich Nutzer des X3 Touch and Type mit 2,4 Zoll (6,1 Zentimeter in der Diagonalen) zufrieden geben – bei einer Auflösung von 240x320 Pixeln und der Darstellung von maximal 262.144 Farben.

Kein Internet-Handy

Negativ wirken sich die kompakten Abmessungen des Displays insbesondere bei Ausflügen ins mobile Internet aus. Allerdings muss man Nokia zugutehalten, dass das X3 nicht in erster Linie zu diesem Zweck entwickelt wurde. Wer viel mit dem Handy im Internet surfen möchte, sollte tatsächlich eher zu einem echten Smartphone greifen.

Beim X3 Touch and Type soll die einfache Bedienung über das gewohnt übersichtlich gehaltene S40-Menü im Vordergrund stehen. Und genau das funktioniert über den Touchscreen durchaus ordentlich. Die recht kleinen Menüpunkte lassen sich gut anwählen und sollte es einmal notwendig sein, zu bestimmten Inhalten nach unten zu scrollen, funktioniert auch das ohne größere Probleme.

Allerdings gibt das Handy während des Scrollens teils doppelt und dreifach ein Vibrationsfeedback. Das kann mit der Zeit etwas stören, lässt sich aber deaktivieren (Einstellungen > Telefon > Touchscreen-Einstellungen > Vibrations-Feedback).

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das gewählte Design der Tastatur. Anders als standardmäßig üblich gibt es nicht vier Zeilen mit jeweils drei Tasten, sondern nur drei Zeilen mit vier Tasten. Das hat zur Folge, dass die *-Taste neben der 3 zu finden ist, die #-Taste neben der 6 liegt und die 0 neben der 9. Direkt unter dem Display wurden neben einer Rufannahme- und Beendigungstaste auch Schnellstarttasten für die SMS- und Musikfunktionen integriert. So lässt sich ohne große Umwege eine Kurzmitteilung schreiben oder das Radio aktivieren.

Startscreen lässt sich anpassen

Erfreulich ist, dass der Startbildschirm trotz seiner überschaubaren Größe individuell angepasst werden kann. So lassen sich zum Beispiel bis zu vier weitere Schnellzugriffe über eine spezielle, virtuelle Leiste auf dem Display aktivieren. Weitere Widgets erlauben zum Beispiel die Auswahl von Kontaktfavoriten, also jenen Personen, mit denen besonders häufig telefoniert wird, den Zugriff auf die integrierte WLAN-Schnittstelle oder den implementierten Kalender. Zwar ist die Anzahl der verfügbaren Widgets insgesamt recht überschaubar, dürfte aber für Otto-Normal-Nutzer grundsätzlich ausreichen.

Positiv anzumerken ist auch, dass das Nokia X3 Touch and Type trotz des recht günstigen Preises in Höhe von 159 Euro (UVP) neben der WLAN-Schnittstelle (unterstützt auch den schnellen N-Standard) eine ganze Reihe weiterer Extras liefert. So stehen zum Beispiel eine Stereo-Bluetooth-Schnittstelle bereit, der Speicher lässt sich über eine microSD-Karte um bis zu 16 Gigabyte (GB) erweitern (eine Speicherkarte mit 2 GB ist im Lieferumfang enthalten) und die integrierte Kamera löst im Foto-Modus mit bis zu 5 Megapixeln auf.

Kamera mit Macken

Allerdings hat die Cam auch ihre Macken. Denn auch wenn Nokia in seiner Produktpräsentation von "brillanten Fotos" spricht, sieht die Realität nüchtern betrachtet doch etwas anders aus. Bei optimalen Lichtverhältnissen liefert die Kamera zwar brauchbare Schnappschüsse, aufgrund des fehlenden Autofokus kann es aber auch schnell passieren, dass die Bilder unscharf aufgenommen und falsch belichtet werden. Auch ein Kameralicht steht nicht zur Verfügung. Die Auflösung lässt sich in sechs Stufen von 5 Megapixel (2592x1944 Pixel) auf 0,1 Megapixel (320x240 Pixel) regulieren. Im Videomodus steht maximal VGA-Qualität mit 640x480 Bildpunkten bereit. Bei Kameraschwenks kommt es zu deutlich sichtbaren Rucklern im Bewegtbild.



Nutzbar ist das Nokia-Telefon über die integrierte Quadband-Antenne praktisch rund um den Erdball; überall dort, wo ein GSM-Netz zur Verfügung steht. Ergänzend dazu ist es mit UMTS- und HSDPA-Technik ausgestattet. Das heißt, Internetdownloads sind bei entsprechend aufgerüsteten Mobilfunknetzen mit bis zu 10,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. Uploads sind bei Verfügbarkeit von HSUPA mit bis zu 2 Mbit/s möglich. In Flugzeugen lässt sich ein Flugmodus aktivieren, der Mobilfunkverbindungen unterdrückt.

Wird das Telefon über das beiliegende USB-Datenkabel an einen Rechner angeschlossen, wird es automatisch als Wechseldatenträger erkannt. Fotos, Videos und Musikdateien können ohne die Installation einer zusätzlichen Software vom Telefon auf den Rechner oder in die umgekehrte Richtung übertragen werden. Parallel dazu wird automatisch der Akku aufgeladen.

Fazit: Schönes Design mit vielen Extras zu einem fairen Preis

Wer auf der Suche nach einem Telefon ist, das zu einem relativ kleinen Preis eine ganze Reihe an Extras liefert und zudem noch sehr handliche Abmessungen bietet, kann mit dem Nokia X3 Touch and Type einen großen Fang machen. Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass das Handy nicht nur Stärken vorweisen kann.

Der Bildschirm ist für Ausflüge ins Internet zu klein und sorgt auf vielen Internetseiten trotz des recht flinken vorinstallierten Opera Mini Browsers eher für Frust statt Lust. Darüber hinaus ist die integrierte Kamera trotz der hohen Megapixel-Zahl nur teilweise wirklich zu gebrauchen. Insbesondere der fehlende Autofokus wirkt sich negativ auf die Bildqualität aus. Anbindung an Twitter und Facebook ist über die in das Telefon integrierte Communities-Schnittstelle möglich, weitere Apps sind über den Ovi Store auf das Handy downloadbar. Allerdings hält sich die Auswahl brauchbarer Applikationen in einem sehr überschaubaren Rahmen.

Nokia bietet das Telefon aktuell (Stand: Februar 2011) im konzerneigenen Onlineshop für 159 Euro ohne Vertrag an. Wer auf einen alternativen Internetshop ausweicht, kann das Handy in den Farben weiß, blau und schwarz ab 130 Euro erwerben. Die maximal mögliche Sprechzeit liegt bei knapp fünf Stunden, die Bereitschaftszeit bei bis zu 18 Tagen. Wer allerdings die WLAN-Schnittstelle aktiviert, muss das Handy in der Regel schon nach 1 bis 2 Tagen an die Stromversorgung klemmen.

Name: X3-02 Touch and Type
Hersteller: Nokia
Internet: http://www.nokia.de
Preis: ca. 130 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: S40 Version 6.1
Antenne: GSM Quadband, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 106x48x10 Millimeter
Gewicht: 78 Gramm
Display: 2,4 Zoll, 320x240 Pixel, 262.144 Farben
Speicher: 50 MB intern
über microSD auf 16 GB erweiterbar
Schnittstellen: USB, Bluetooth 2.0, WLAN
Digitalkamera: 5 Megapixel, 4x Digitalzoom
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, microSD (2 GB)
SAR-Wert: 0,98 W/kg (mittel)
Extras: MP3-Player, Bluetooth, Radio
Akkulaufzeit im Test: ca. 5 Stunden Sprechzeit
ca. 10 Tage Bereitschaftszeit
Pro & Contra:
günstiger Anschaffungspreis
WLAN-Schnittstelle
UMTS-/HSDPA-Unterstützung
übersichtliches Menü
Kamera mit Schwächen
zu kleines Display für mobile Internetnutzung
nur wenige brauchbare Apps im Ovi Store
gewöhnungsbedürftige Tasten-Anordnung
Bewertung:
Bedienung (30%): befriedigend
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): sehr gut 
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): sehr gut
Gesamtnote gut (2,0)
Preis-Leistung: sehr gut

(Hayo Lücke)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang