Testbericht

Businessphone Nokia 6230 im onlinekosten.de-Test

Nokia feilt weiter an seiner Produktpalette. Mit dem Kamera-Handy 6230 scheint ein großer Wurf gelungen zu sein. Kurze Zeit nach der Einführung des Gerätes war es bereits bei vielen Mobilfunk-Anbietern vergriffen oder hatte eine Lieferzeit von einigen Wochen.

Nokia 6230© Nokia

Das neue Handy ist da!

Die Vorfreude auf das Nokia 6230 ist groß. Wenn man es dann endlich in Händen hält, wird man keineswegs enttäuscht. Neben einem Akku-Ladegerät befindet sich noch eine MMC-Speicherkarte mit einer Kapazität von 32 Megabyte und ein Headset im Karton. Nur die Suche nach einem Datenkabel zum Anschluss des Handys an einen PC bleibt erfolglos.

Die Entwicklungschefs von Nokia haben sich beim 6230 nicht auf ein innovatives oder extravagantes Design sondern auf Eleganz und Funktionalität geeinigt. Das 97 Gramm schwere Handy ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel, was auch Nachteile mit sich führt. So sind im eifer des Gefächtes mal schnell drei oder vier Tasten des Gerätes gedrückt.

In Sachen Bedienung bleibt Nokia bis auf die Fünfwege-Navigation, mit der man sich durch das entweder in Listen- oder in Gitterform angelegte Menü bewegt, bei bisher Bewehrtem. Neu im Gegensatz zu Handys der Generation 6210 allerdings sind die Funktionen der rechten und linken Auswahltasten, die vom Benutzer frei wählbar sind. Ebenso wie die Funktionstasten können die einzelnen Richtungen der Fünfwege-Navigation jeweils für den Aufruf einer Anwendung konfiguriert werden. Trotz der kleinen Abmessungen von 103 mal 44 mal 20 Millimetern bietet das 6230 alle Annehmlichkeiten heutiger Mobiltelefone. Neben fast schon alltäglichen Features wie einer Digitalkamera für Video- und VGA-Fotoaufnahmen, ist ein integrierter Musikplayer für MP3- und AAC-Dateien an Bord. Darüber hinaus hat Nokia seinem Allrounder noch ein UKW-Stereo-Radio in die Wiege gelegt.

Das Telefon

Das Gerät ist für den Triband-Betrieb ausgelegt und daher in fast allen Mobilfunknetzen weltweit einsetzbar. Das Nokia 6230 ermöglicht dem Besitzer mittels Knopfdruck und Ansage bis zu 25 Kontakte anzuwählen, so entfällt lästiges Suchen im Telefonbuch. Zusätzlich ist es möglich, bis zu neun Kurzwahlnummern zu vergeben, welche über das Tastenfeld des Gerätes aufgerufen werden können.

Weitere Features wie Anruferidentifizierung mit Foto, netzabhängige Konferenzgespräche für bis zu fünf Teilnehmer, automatische Lautstärkeregelung und der lautlose Vibrationsalarm sind bei einem solchen Handy inzwischen zum Standard geworden. Ein weiteres Feature des Nokia 6230 ist die Freisprechfunktion über den integrierten Lautsprecher, welche zwar starke Qualitätseinbußen mit sich bringt, jedoch Schutz vor den Punkten in Flensburg bietet. Zumindest dann, wenn man nicht ständig mit einer portablen Freisprecheinrichtung im Ohr hinter dem Steuer sitzen möchte.

Ausgerüstet mit dem Li-Ionen Standard-Akku von Nokia, der eine Leistung von 850 mAh besitzt, hat das Gerät eine Sprechzeit von drei bis fünf Stunden und eine Stand-by-Zeit von 150 bis 300 Stunden. Die von Nokia angegebenen Akkulaufzeiten können aber stark in den Keller rutschen, sobald man mehr mit dem Gerät mehr macht als nur telefonieren. Das Aktivmatrix-Display verursacht eine solch große Stromaufnahme, dass das Handy in unserem Test bei weitem nicht an die von Nokia angegebenen Akkulaufzeiten kam. Die Sprachqualität des Gerätes erwies sich während unseres Tests als sehr gut, nur offenbart sich zeitweise ein kleiner Mangel. So vernimmt man beim Telefonieren zu einem anderen Mobiltelefon einen leichten Halleffekt, der mitunter recht störend wirken kann. Bei Gesprächen zu einem Festnetzanschluss ist dieses Phänomen nicht aufgetreten.

Das Multimediagerät

Man könnte sagen, das Nokia 6230 sei eine Digitalkamera, eine Videokamera und ein MP3-Player mit dem man nebenbei auch noch telefonieren kann. Aber die Zusatzfeatures dieses Handys stellen seine Qualitäten als Telefon noch lang nicht in den Schatten.

Die eingebaute VGA-Kamera liefert eine Auflösung von 640 mal 480 Bildpunkten. Mit Unterstützung der im Lieferumfang enthaltenen MMC-Speicherkarte, können bis zu 300 Fotos abgespeichert werden. Sowohl bei Foto- als auch bei Videoaufnahme dient das 27,3 mal 27,3 Millimetern große Farbdisplay als Sucher. Die Bilder haben eine gute Qualität und lassen sich in jedem Online-Fotoservice in der Größe 9 mal 13 entwickeln.

Neben der Möglichkeit, Fotos aufzunehmen, kann man mit dem Nokia 6230 auch Videos im 3gp-Format aufzeichnen und abspielen. Die gespeicherten Bilder und Videos lassen sich dann per MMS an jedes andere Fotohandy schicken. Leider ist dieser Dienst im Moment noch recht teuer, daher kann sich der Spaß im Umgang mit diesem Dienst schnell auf ein Minimum reduzieren. Als weiteres Multimedia-Feature steht ein UKW-Radio zur Verfügung. Die akustische Ausgabe kann sowohl über das Headset, als auch über den eingebauten Lautsprecher geschehen, jedoch ist der Betrieb des Radios nur in Verbindung mit einem an das Telefon angeschlossenem Headset möglich, da der Stecker gleichzeitig als Antenne fungiert. Die Empfangsqualität und der Bedienkomfort sind verblüffend gut. So kann man die einzelnen Sender nicht nur über einen Sendersuchlauf ausfindig machen, sondern auch die so gefundenen Sender für einen späteren Zeitpunkt speichern.

Die Verbindungen

Der Datenaustausch zwischen zwei Handys lässt sich sowohl über Infrarot als auch via Bluetooth realisieren, wobei die Übertragungsgeschwindigkeiten abhängig von der Art der jeweiligen Verbindung ist. Wer seine Daten dennoch auf den heimischen PC laden möchte und nicht über derartige Schnittstellen an seinem Rechner verfügt, muss zur Synchronisation ein Datenkabel verwenden, oder seinem Rechner einen externen Infrarot-Anschluss spendieren.

Zum Datenaustausch mit dem PC steht die Software PC Suite in der Version 5.8 zur Verfügung. Mit ihr können SMS- und MMS-Mitteilungen sowie Fotos und Videos vom Handy geladen und bearbeitet werden. Auch die mühsame Eingabe und Pflege der im Telefonbuch gespeicherten Kontakte sind mit dieser Software einfach und schnell am PC erledigt. Die Datenübertragung über das Mobilfunknetz wird durch EDGE, GPRS oder HSCSD realisiert. Hierbei sollen laut Hersteller Übertragungsraten von bis zu 236,8 KBit/s, je nach Mobilfunknetz und Empfangsstärke, möglich sein.

Sonstige Features des Nokia 6230

Neben den von Nokia schon bekannten Programmen wie dem Organizer zur Terminverwaltung, der elektronischen Brieftasche, der Stoppuhr oder der Aufgabenliste stehen beim Nokia 6230 weitere hilfreiche Programme zur Auswahl. Das Highlight der vorinstallierten Anwendungen ist die Bildbearbeitungssoftware. Mit ihrer Hilfe können gespeicherte Fotos direkt am Handy mit Text und kleinen Grafiken aufgemotzt werden. Zwar wirkt das so gestaltete Bild billig, doch für die Bearbeitung am Handy durchaus ausreichend.

Neben den 20 fest installierten polyphonen, den 10 monophonen Klingeltönen und dem Konverter, der zur Umrechnung von Währungen Maßeinheiten oder Temperaturen dient, hat Nokia dem 6230 noch eine Weltzeituhr und ein Übersetzungsprogramm spendiert. Alle Programme sowie die drei vorinstallierten Java-Games sind individuell austauschbar - jedoch nur bis zu einer maximalen Größe von 128 Kilobyte.

Die Bewertung

Das Nokia 6230 ist ein absolutes Meisterwerk des finnischen Handyherstellers. Elegantes Design gepaart mit makelloser Technik und das auf kleinstem Raum. Der Preis für das Gerät liegt ohne Mobilfunkvertrag bei 449 Euro. E-Plus bietet seinen Kunden den Einstieg in die Handy-Luxusklasse derzeit zu einem Preis von 79,90 Euro, T-Mobile dagegen verlangt für die mobile Oberklasse 99,95 Euro, Vodafone und o2 gar knapp 150 Euro - bei gleichzeitigem Abschluss eines Mobilfunkvertrages.

Leider schlagen die Preise für Zubehör stärker ins Gewicht als das Gerätes selber. So muss für das Datenkabel DKU-2 bereits 37,90 Euro auf den Ladentisch gelegt werden. Ein Funk-Headset ist für 99 Euro und eine PKW-Freisprecheinrichtung erst ab 129 Euro erhältlich. Da sollte man als Handyuser doch erst einmal bei Auktionshäusern wie eBay oder hood.de vorbeischauen, um sich sein Zubehör dort zu sichern.

(Patrick Neubert)

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