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Nokia 5500: Outdoor-Smartphone im Test

Ergonomische Form gepaart mit einer 2-Megapixel-Kamera und drei verschiedenen Handy-Modi sorgen auch abseits sportlicher Aktivitäten für Unterhaltung.

Nokia 5500
Geht es nach Nokia, darf es künftig ruhig ein bisschen sportlicher zugehen. Der finnische Marktführer unter den Handyherstellern bietet seit Anfang Oktober ein neues Mobiltelefon an, das speziell auf die Bedürfnisse der sportbegeisterten Kundschaft abgestimmt wurde. Das Nokia 5500 bietet mehr als ein einfaches Handy. Klassische Telefon-Funktionen werden durch spezielle Musik- und Sport-Anwendungen ergänzt. onlinekosten.de hatte die Möglichkeit, das neue Smartphone genauer unter die Lupe zu nehmen.

Sportliches Pack-Design

Bereits auf dem rechteckigen Karton, in dem das Handy ausgeliefert wird, verdeutlicht Nokia den sportlichen Charakter, mit dem das 5500 überzeugen soll. Mehrere gelbe Figuren sollen den Bewegungsablauf eines Weitspringers symbolisieren. Außerdem verdeutlicht der kleine Namenszusatz "Sport", den das Nokia 5500 trägt, dass das Handy in erster Linie für Sport-Freaks entwickelt wurde.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Endgerät ein Akku, ein Ladegerät und eine microSD-Speicherkarte inklusive Adapter mit einem herkömmlichen SD-Steckkartenplatz. Außerdem sind ein USB-Datenkabel, ein Stereo-Headset inklusive Fernbedienung für den integrierten MP3-Player und ein Gürtel-Clip mit dabei. In die ersten Schritte mit dem Handy wird der Nutzer über eine achtseitige Kurzanleitung eingeführt. Alternativ kann auch das beiliegende 151 Seiten starke Benutzerhandbuch intensiv studiert werden.

Verzögerter Start

Bevor der Nutzer mit seinem neuen Handy loslegen kann, ist allerdings "Fummelarbeit" angesagt. Beim Einlegen der micro-SD-Speicherkarte und des Akkus und vor allem beim Öffnen und Schließen des Covers auf der Rückseite des Handys ist besondere "Fingerfertigkeit" gefragt. Das Cover etwa wird nicht einfach auf- und abgesteckt, sondern muss mit einer kleinen Münze über eine Schraube geöffnet und verschlossen werden – und das geht alles andere als leicht von der Hand. Sind Akku und Speicherkarte endlich eingelegt und das Handy wieder ordnungsgemäß verschlossen, kann der Nutzer seinen neuen, sportlichen Begleiter erstmals aktivieren. Dies geschieht über den Power-Knopf, der wie bei den meisten Nokia-Modellen auf der oberen Kopf-Seite des Handys zu finden ist. Dann folgt die erste Überraschung: Da das Handy mit einem Series-60-Betriebssystem arbeitet, braucht es geschlagene 19 Sekunden, bis die PIN-Nummer eingegeben werden kann. Das ist vor allem unpraktisch wenn das Handy beispielsweise regelmäßig nachts ausgeschaltet wird.

Im Menü unterwegs

Nach Eingabe der PIN-Nummer kommt der Standardbildschirm des Handys zum Vorschein, auf dem neben Netzbetreibername auch Akkukapazität und Netzstärke signalisiert werden. Außerdem werden oben links die aktuelle Uhrzeit und rechts daneben - deutlich kleiner - der aktuelle Wochentag und das Datum angezeigt.

Gewöhnungsbedürftig gestaltet sich die Menüführung – zumindest für alle, die noch nicht mit einem Symbian-Handy gearbeitet haben. Das Hauptmenü wird über eine gelb untermalte Menütaste auf der linken oberen Seite des Ziffernfelds gestartet. Durch die einzelnen Unterpunkte wird über eine große Fünf-Wege-Navigationstaste gesteuert, die mittig unterhalb des Displays zu finden ist.

Während der optimale Druckpunkt der Zifferntasten sehr gut getroffen werden kann, macht das Navigieren über die Menütasten weniger Freude. Insbesondere bei der Mehr-Wege-Taste rutscht der Daumen wegen der glatten, silbernen Oberfläche schnell auf ein benachbartes Tastenfeld ab. Etwas ungewöhnlich ist auch, dass die Tasten für den Gesprächsaufbau und das Beenden von Telefonaten weder besonders gekennzeichnet, noch mit roter oder grüner Farbe untermalt sind.

Im Menü unterwegs

Im Hauptmenü findet der Nutzer verschiedene Unterpunkte, die über grafische Symbole die Navigation erleichtern sollen. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, auf SMS und MMS zuzugreifen, das Adressbuch zu editieren, Fotos und Videos abzurufen oder den MP3-Player zu starten. Das klingt ausschließlich nach Altbekanntem, doch es gibt auch Neues. So besteht beispielsweise erstmals die Möglichkeit, sich Kurzmitteilungen vorlesen zu lassen. Eine weibliche Computerstimme bringt über eine Sprachausgabe zum Ausdruck, was normalerweise nur visuell zur Kenntnis genommen wird. Über die Handy-Lautsprecher klingt das zwar etwas blechern, aber doch klar verständlich.

Drei verschiedene Handy-Modi

Besonderes Kennzeichen des Nokia 5500 Sport sind die unterschiedlichen Handy-Modi. Das Telefon besitzt drei verschiedene Profile, die über eine spezielle Taste an der rechten Seite ausgewählt werden können. So hat der Nutzer die Möglichkeit, einen Telefon-, Musik- oder Sport-Modus auszuwählen. Je nach ausgewähltem Profil ändert sich auch gleich die Farbe der Hintergrundbeleuchtung von Display und Mehr-Wege-Taste. Auf diese Weise wird sofort deutlich, in welchem Modus das Telefon gerade arbeitet.

Der Musicplayer spielt Musikdateien in den Formaten MP3, WMA, AAC, eAAC+ und MP4 ab und trägt sie in eigene Wiedergabelisten ein. Über den integrierten Equalizer wird der Klang individuell nach den eigenen Bedürfnissen angepasst. Im Sportmodus können Übungen mit dem integrierten Schrittzähler oder optional erhältlichem GPS-Zubehör überwacht und aufgezeichnet werden. Auch die verbrauchten Kalorien können bei jeder Sportübung ermittelt werden. Außerdem bietet das Handy die Möglichkeit, spezielle Übungspläne zu erstellen – mit wöchentlichen oder monatlichen Zielvorgaben. Um die gesteckten Ziele zu überprüfen, können auch Tests gestartet werden. Über den Nokia Sports Manager können weitere Analysen durchgeführt werden. Die Software ist über die Nokia-Homepage erhältlich.

Wichtig ist, dass im Sportmodus die beiliegende Tragevorrichtung an der Taille eingesetzt wird. Nur dann kann der Schrittzähler exakt funktionieren. Ob das Handy horizontal oder vertikal am Gürtel ausgerichtet wird, spielt keine Rolle. Fotoqualität nicht optimal

Neben all den sportlichen Funktionen haben wir einen besonders prüfenden Blick auf die in das Handy integrierte Kamera geworfen. Nokia hat eine 2-Megapixel-Kamera eingebaut, die eigentlich eine brauchbare Alternative zu einer Standard-Digitalkamera darstellen sollte. Tatsächlich müssen Nutzer des 5500 Sport aber mit weniger hochwertigen Aufnahmen leben.

Zwar bietet die integrierte Kamera mit vierfachem Digitalzoom eine ganze Reihe an Funktionen, doch qualitativ hochwertig sind die aufgenommenen Bilder meist nicht. Selbst in der höchsten Auflösungsstufe wirken die Bilder teilweise verschwommen und falsch belichtet. Für den ein oder anderen Schnappschuss reicht die Kamera zwar aus, ein Ersatz für eine digitale Standardkamera ist sie aber nicht.

An individuell anpassbaren Kameraeinstellungen bietet das Nokia 5500 neben einem Nachtmodus und einem Selbstauslöser (wahlweise 10, 20 oder 30 Sekunden) auch eine Funktion für Serienaufnahmen. Außerdem lassen sich Weißabgleich und Farbton individuell einstellen und die Bildqualität in drei Stufen regeln. Als Auflösungs-Stufen hat der Nutzer die Wahl zwischen 1600 mal 1200, 1152 mal 864 und 640 mal 480 Pixeln. Videos können mit maximal 176 mal 144 Pixeln aufgenommen werden.

Alle Aufnahmen werden über ein erfreulich großes TFT-Display bei einer Auflösung von 208 mal 208 Bildpunkten dargestellt. Die Darstellung von bis zu 262.144 Farben erfolgt deutlich und kontrastreich. Fazit: Ein Handy, das fit hält

Die einen sagen Sport sei Mord, andere schwören auf die körperliche Ertüchtigung in der Freizeit. Nokia stellt sich mit dem 5500 auf die Seite der sportbegeisterten Nutzerschar und fördert diese mit speziellen Handy- Sportanwendungen. Und weil Sport mit musikalischer Begleitung noch mehr Spaß macht, kann parallel auf die eigene MP3-Sammlung oder das ebenfalls integrierte Radio zugegriffen werden.

Optisch ist das Handy ein echter Hingucker. Wahlweise wird es von Nokia in schwarzer oder in gelb-grauer Optik angeboten. Zwar gehört es mit Abmessungen von 107 mal 45 mal 18 Millimetern und einem Gewicht von 103 Gramm nicht zu den ultimativen Leichtgewichten am Markt, ohne Zweifel liegt es durch seine ergonomische Form aber sehr gut in der Hand. Ein metallischer Rahmen und eine Alu-Akkuabdeckung sorgen in Kombination mit einer gummierten Umrundung für eine robuste Verkleidung. Sämtliche Anschlüsse sind durch einen Gummiverschluss vor Staub und Spritzwasser geschützt.

Nicht alles top

Abzüge gibt es für den etwas umständlichen Dateitransfer. Zwar steht Bluetooth zur Verfügung, um beispielsweise Bilder kabellos vom Handy auf einen PC zu übertragen, der klassische Weg über ein Datenkabel funktioniert aber nur über eine spezielle Synchronisations-Software von Nokia. Schöner wäre es gewesen, wenn das Handy vom PC gleich als Wechseldatenträger erkannt werden würde. Der interne Speicher ist mit acht Megabyte etwas klein, fällt durch die Nutzungsmöglichkeit von microSD-Speicherkarten aber nicht ins Gewicht.

Dennoch: Personen, die ihre Sportbegeisterung ausleben möchten, erhalten mit dem Nokia 5500 Sport einen "Personal Trainer", der die sportlichen Aktivitäten überwacht und selbst gesteckte Ziele kontrollieren kann. Auch Sportmuffel können so auf Trab gehalten werden.

Auch als Music Edition

Die unverbindliche Preisempfehlung für das schicke Mobiltelefon liegt ohne Vertrag bei etwa 330 Euro (Stand Mitte Oktober 2006). Die vom Hersteller versprochene Standbyzeit von bis zu zehn Tagen konnten wir auch bei unserem Test erreichen, die maximale Gesprächszeit soll bei guten 4,5 Stunden liegen. Neuerdings ist das Nokia 5500 Sport auch in einer speziellen Music-Edition mit einer 512-MB-Speicherkarte erhältlich.

(Hayo Lücke)

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