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Nintendo Wii U Test: Teil 1 - Hardware und Nintendo Land

Die Wii U ist da: Unser mehrteiliger Testbericht widmet sich im ersten Part der Hardware und Nintendo Land. In weiteren Teilen folgen unter anderem Super Mario Bros. U und Infos zum Miiverse.

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In den USA können Nintendo-Fans bereits seit dem 18. November mit der Wii U spielen, in vielen Geschäften ist die Spielkonsole bereits ausverkauft. In Deutschland fällt der Startschuss für die neue Konsolengeneration der Japaner und 23 Spiele am Freitag, 30. November, und der Hersteller ist zuversichtlich, einen erfolgreichen Verkaufsbeginn hinzulegen. Wir haben den Spielspaß mit dem neuen Wii U GamePad bereits auf der Wii U Experience Tour in Köln Anfang November auf die Probe stellen können, die Hauptkonsole gab es jedoch nur hinter einer Glasscheibe zu sehen. Jetzt konnten wir Hand an Wii U und GamePad anlegen. Unser mehrteiliger Testbericht widmet sich im ersten Part der Hardware und dem Spiel Nintendo Land. In weiteren Teilen folgen Super Mario Bros. U und ein Überblick über die Internetfähigkeiten der Wii U.

Wii U und GamePad in Schwarz oder Weiß

Zum Austesten hat uns Nintendo das Wii U Premium Pack zukommen lassen. Dieses umfasst für rund 350 Euro Konsole und GamePad in glänzendem Schwarz, 32 Gigabyte (GB) internen Speicher, je einen Aufsteller für die beiden Geräte, eine Ladestation für den mobilen Controller, eine Sensorleiste und das Spiel Nintendo Land. Wer direkt mit ZombiU loslegen möchte, kann alternativ zur entsprechenden Limited Edition greifen. Dann steckt außerdem ein Wii U Pro-Controller im Karton, der übrige Lieferumfang ist identisch. 50 Euro günstiger ist das Basic Pack mit weißer Hardware und 8 GB Speicher, das ohne Zubehör geliefert wird. Ein HDMI-Kabel zum Anschluss an den Fernseher und Netzteile für Konsole und Controller liegen allen Paketen bei. Eine Wii Remote und einen Nunchuk Controller lässt Nintendo generell nicht springen. Wer keine Überbleibsel einer alten Wii mehr vorzuweisen hat, die im Übrigen kompatibel sind und somit weitergenutzt werden können, muss also auf separate Einkaufstour gehen. Das ist kein günstiger Spaß: Eine Remote kostet knapp 30 Euro, eine Remote Plus um die 40 Euro und ein Nunchuk etwa 17 Euro. Ein Set ist mindestens nötig, um zu zweit die neuen Spielmechanismen mit dem GamePad zu erkunden. Den Verkaufsstart begleitet Nintendo aber auch mit einem Komplettset namens Wii U - Additional Set für knapp 60 Euro, das eine Wii-Remote Plus, ein Nunchuk und eine Sensorleiste enthält.

Ob die Wii U nun in Schwarz oder Weiß schöner anzusehen ist, mag jeder anders beurteilen. Durch das Hochglanzplastik hat besonders die schwarze Ausführung ihre Problemchen mit Fingerabdrücken. Einmal in alle Richtungen gedreht, und schon war unsere Test-Konsole übersät von schäbigen Spuren.

Mausgraue Netzteile

Das Netzteil für die Wii U ist überraschend groß und lässt aktuelle Notebook-Netzteile noch kompakter erscheinen als sie es ohnehin schon sind. Das matte Grau ist nicht sonderlich hübsch, wer die Wohnwand fein säuberlich von Kabelgewirr befreit hat, wird die Kabel sicherlich gerne hintenherum verlegen. Die schwarzen Aufsteller halten die Wii U Konsole und das GamePad sicher fest und sorgen für eine aufgeräumte Optik. Das Ladekabel für das GamePad hinterlässt in der passenden Ladestation angeschlossen allerdings keinen so guten Eindruck. Obwohl es fest im Port sitzt, wirkt die Konstruktion etwas klapprig.

Stärken und Schwächen des neuen GamePad

Beim GamePad unseres Testmusters können wir des Weiteren ein leichtes Klackern feststellen. Es funktioniert aber einwandfrei und lässt optisch keinerlei Mängel erkennen. Zunächst hatten wir den Eingabestift in Verdacht, der in der Rückseite verschwindet; er ist aber unschuldig. Die pummelige Form lässt die große Neuerung der Wii, die ein zweites Display und dadurch neue Spieloptionen hinzufügt, nicht wie ein Tablet, sondern wie einen typischen Controller aussehen. Durch die ausgewölbte Rückseite kann dieser zwischendurch auch mal auf dem Bein oder einem Kissen abgelegt werden. Aufgrund seiner Größe ist es für Personen mit kleineren Händen aber nicht einfach, alle Knöpfe sowie die Mitte des Touchscreens zu erreichen. Daher muss das GamePad gegebenenfalls hin und wieder mit einer Hand gehalten werden. Die rund 500 Gramm Gewicht sind dann schnell zu spüren, vor allem, wenn der Controller im Spiel einhändig und aufrecht gehalten werden muss. Die Steuersticks sind analog, die Schultertasten nicht - im Jahre 2012 ein echtes Unding, zumal Nintendo die Analog-Steuerung für Videospiele selbst salonfähig gemacht hat. Außerdem verfügt das GamePad über verschiedene Knöpfe wie einen Home-Button, einen Beschleunigungs- und Gyrosensor, NFC und eine Webcam samt Mikrofon. Die Bildqualität lässt allerdings zu wünschen übrig. Wenn das Gesicht des Spielers in das Geschehen auf dem Fernseher integriert wird, will das farblose Antlitz so gar nicht zur bunten Nintendo-Welt passen.

Knappe Akkulaufzeit

Der Akku, der bei einem späteren Leistungsabfall austauschbar ist, soll 3 bis 5 Stunden durchhalten - das ist nicht gerade viel. Unsere Praxiserfahrung bestätigt Nintendos Angaben. Nach etwa 3 Stunden war die Energie laut Anzeige um die Hälfte gewichen, eine weitere Stunde später wollte das GamePad auf seine Ladestation. Dort bleibt es eine ganze Weile, denn knapp 2,5 Stunden später war der Aufladeprozess noch in den letzten Zügen.

Das Aufstellen und Anschließen ist schnell erledigt, am einfachsten über das mitgelieferte HDMI-Kabel. Sollte der Fernseher älteren Jahrgangs sein, ist ein separat erhältliches AV-Kabel (Composite, SCART oder Component) erforderlich. Ansonsten stehen auf der Rückseite der Wii U neben einem Port für die Sensorleiste zwei USB-2.0-Schnittstellen zur Verfügung. Auf der Vorderseite wurden der Disc-Schacht sowie hinter einer Abdeckung zwei weitere USB-2.0-Ports und ein SD-Kartenleser untergebracht. Darüber können Nutzer, die bereits ein Wii besitzen, frühere Speicherdaten, WiiWare-Titel, Spiele für die Virtual Console, Wii Points und Mii-Avatare auf die Wii U übertragen. Um für eine ausreichende Belüftung zu sorgen, hat Nintendo an verschiedenen Stellen Lüftungsschlitze sowie eine kleinen 50x50 Milimeter Lüfter eingebaut. Auf die Lautstärke der Konsole gehen wir an späterer Stelle dieses Testes ein.

Von der Wii bekanntes Menü

Da wir die Wii U vor ihrem offiziellen Start in Betrieb genommen haben und das System-Update mit dem Netzwerk Miiverse erst am 30. November folgt, haben wir den Schritt der Netzwerkeinrichtung übersprungen. Diese ist per WLAN möglich, ein Ethernet-Adapter kann als Zubehörteil gekauft werden. Im letzten Schritt wird ein persönlicher Mii erstellt - das ist bereits aus der ersten Wii-Generation bekannt und hat sich nicht wirklich verändert. Die Miis sehen nach wie vor eher knuffig als realistisch aus. Wer möchte, kann sich hier mit verschiedenen Frisuren, Haarfarben und Augenformen austoben oder aber aus Vorschlägen wählen.

Anschließend zeigt sich das Wii U Menü. Wie vom Vorgänger gewohnt, wird für jedes Spiel beziehungsweise jede Funktion ein Symbol platziert. Ins Auge springen YouTube und Lovefilm (Test), denen wir uns in einem der nächsten Testteile zuwenden. Innerhalb der Einstellungen hat der Nutzer die Möglichkeit, Altersbeschränkungen für Kinder festzulegen oder bestimmte Inhalte - wie den Browser, das Miiverse oder den Shop - komplett zu sperren. Die Ladezeiten der einzelnen Punkte empfanden wir als etwas zu lang, ohne das bald folgende Update für die Wii können und wollen wir das aber nicht abschließend bewerten. Prinzipiell kann das GamePad mittels Infrarot auch zur Bedienung des Fernsehers genutzt werden, indem der Herstellername angegeben wird. Klappt die Erkennung nicht auf Anhieb, muss sich der Nutzer leider durch alle gesammelten Profile hangeln und diese durchprobieren; wir gaben nach zehn erfolglosen Versuchen auf. Beim zweiten Anlauf hatten wir allerdings keinerlei Probleme und die Einrichtung war nach wenigen Sekunden abgeschlossen.

Das Navigieren durch die Menüpunkte kann mit der Wii U wahlweise über den Fernsehbildschirm oder über den 6,2 Zoll großen Touchscreen des GamePads erfolgen. Im Spiel übernimmt der neue Controller verschiedene Funktionen, mehr dazu auf der folgenden Seite.

Ausführlich demonstriert werden die Fähigkeiten der Wii U mit Nintendo Land. Durch den virtuellen Vergnügungspark leitet ein Helferlein mit Computerstimme namens "Monita", das mit seinem erhobenen Zeigefinger Erinnerungen an "Karl Klammer" weckt, aber (etwas) weniger nervig ist. Der Park ist erwartungsgemäß knallbunt und niedlich gestaltet, hätte trotz der durchaus erkennbaren Phantasie aber noch etwas mehr Feinschliff vertragen können. Dennoch ergibt es einen Sinn, dass der Park nicht vollgestopft mit Objekten ist, denn dort tummeln sich jede Menge anderer Miis. Die Minispielsammlung umfasst 12 Attraktionen, die zum Teil mit bis zu fünf Spielern gemeinsam gespielt werden können.

Nintendo Land: Die Minispiele im Kurz-Check

  • Yoshi´s Fruit Cart (1 Spieler)
    Wenn der kleine Saurier mit seinem Früchtewagen ausrückt, wollen möglichst viele Obststücke aufgeladen werden. Diese verteilen sich auf einer Landkarte, ihre Position ist aber nur auf dem Fernseher sichtbar. Auf dem GamePad bekommt der Spieler nur das blanke Terrain zu Gesicht und muss dort mit dem Touchpen einen Weg vorzeichnen, der hoffentlich am Obst vorbeiführt. Nach und nach erschweren Elemente wie eine bestimmte Reihenfolge ober Abgründe eine erfolgreiche Tour, ganz nach dem Motto: Einfach zu lernen, schwer zu meistern. Insgesamt ist Yoshi´s Futtersuche eine spaßige Sache und dieser Form tatsächlich nur auf der Wii U realisierbar.

  • Takamaru´s Ninja Castle (1 Spieler)
    Japan-Fans dürften von der musikalisch stimmungsvoll untermalten Welt mit Kirschblüten und Origami-Faltkunst entzückt sein, doch die Gegner haben es in sich: Die kleinen Papier-Ninjas müssen möglichst schnell mit Wurfsternen ausgeschaltet werden. Diese werden über ein längs flach ausgerichtetes GamePad wie von einem Tisch aus abgeschossen. Hier macht sich aufgrund der Ein-Hand-Haltung das schwere GamePad leider besonders bemerkbar, so dass man den Controller recht schnell wieder beiseite legen muss.
  • Octopus Dance (1 Spieler)
    Im Tanz des Kraken geht es schlicht und ergreifend darum, die Tanzbewegungen eines frechen Tanzlehrers nachzuahmen. Er dreht den Spieler zwischendurch um, sodass er entweder umdenken oder aber auf den anderen Bildschirm schauen muss. Ob das Nachtanzen nur mit Hilfe der beiden Analogs-Sticks langanhaltend Freude bereitet, ist fraglich. Gute Tanzspiele mit "echter" Bewegungssteuerung gibt es schließlich genug.

  • Captain Falcon´s Twister Race (1 Spieler)
    Man nehme ein Rennspiel und ein Wii U GamePad, das sich bauformbedingt perfekt als Lenkradersatz eignen würde - ein Lagesensor ist schließlich eingebaut. Doch statt eines Cockpits bekommt der Spieler auf dem vertikal zu haltenden Controller Fahrspuren zu sehen. Um ohne Bandenunfälle zum Ziel zu gelangen, ist das hilfreich, für den Spieler aber dennoch schade. Denn so bekommt nur der Sitznachbar die volle Action auf dem Fernseher zu sehen. Mitspielen kann er nicht, Twister Race bietet nur einen Single-Player-Modus. Hier kann leider auch der nostalgisch angehauchte F-Zero-Soundtrack nichts mehr retten. Captain Falcon wäre nicht erfreut.

  • Donkey Kong´s Crash Course (1 Spieler)
    Der Affen-Crashkurs lehnt sich optisch an den Arcade-Urvater "Donkey Kong" an. Spielerisch entspricht es jedoch nicht dem Klassiker, stattdessen muss der Spieler möglichst schnell ein Gefährt durch einen Hindernisparcours schleusen, indem das GamePad in alle erdenklichen Richtungen geneigt werden muss. Zusätzlich dient das Display des Controllers zur Detailansicht. Wer diese Art von Spielen kniffelig findet, dem dürfte das bereits ausreichen, aber es zehren noch Fallen an der Geduld. Rollt das wackelige Gefährt zu schnell, zerschellt es an der nächsten Ecke. Zudem müssen im richtigen Moment bestimmte Aktionen ausgeführt werden: Durch das Pusten in das Mikrofon können beispielsweise Ventilatoren aktiviert werden, um so auch höher gelegene Plattformen zu erreichen. Anfangs ist das Spiel recht frustrierend, entwickelt später aber durchaus seinen Reiz.

  • Balloon Trip Breeze (1 Spieler)
    Die Luftstöße für den Ballonausflug werden hingegen nicht durch Pusten, sondern durch Wischen auf dem Touchscreen herbeigeführt. Der Weg zu den einzusammelnden Goodies wird durch allerlei Getier gestört. Auch wenn die Geschichte vom Ballon-Ausflug putzig inzsenziert ist, großer Spielspaß wollte bei uns nicht aufkommen.

  • The Legend of Zelda: Battle Quest (1 bis 4 Spieler)
    Einige Spiele in der Sammlung machen umso mehr Spaß, wenn mehrere Teilnehmer sich mit Wii Remotes einklinken. Bei Zelda geht dann aber schnell die Übersicht verloren, auf den geteilten Bildschirmen sieht man die gegnerischen Schweinchen vor lauter fuchtelnden Schwertern nicht. Wer alleine spielt, nutzt das GamePad als Bogen oder die Wii Remote als Schwert. Zum Spannen von Links Bogen wird der rechte Analog-Stick benutzt, gezielt wird mit Hilfe des Gamepads. Das Laufen auf den vorbestimmten Wegen erledigt Link selbst, so dass sich das Spiel fast wie ein Railshooter spielt. Leider wirkt die ansonsten so ausgefeilte Zelda-Welt sehr generisch, es fehlt einfach das gewisse Etwas, was die Zelda-Reihe so einzigartig macht. Da helfen auch die recyclten Musikstücke aus den Vorgängertiteln nicht weiter.

  • Pikmin Adventure (1 bis 5 Spieler)
    Das Pikmin-Abenteuer ist eines der umfangreichsten Spiele in der Sammlung. Wer alleine antritt, bekommt durch den Computer einen Kumpanen an die Seite gestellt, um dann gemeinsam zum Raumschiff aufzubrechen. Bis dahin müssen Gegner besiegt und Blöcke zerschmettert werden - alles durch Schleudern der Pikmins. Für Spielspaß sorgen eine liebevolle Optik und eine einfache Handhabung.
  • Metroid Blast (1 bis 5 Spieler)
    In Metroid lassen sich zwei Modi erst ab zwei Spielern angehen, generell können aber auch Einzelkämpfer antreten. Das GamePad wird zum Sucher und muss in jede erdenkliche Richtung geschwenkt werden, um die Gegner aufzuspüren. Vom Bewegungsniveau entspricht das fast dem Augmented-Reality-Spiel DroidShooting für Android, mit dem Unterschied, dass zusätzlich die Analogsticks zum Einsatz kommen müssen. In der Praxis erschwert das die Steuerung, manchmal hängt der Spieler sozusagen in einer Ecke fest. Alleine ist Metroid Blast recht unspannend, mit mehreren Spielern steigt der Unterhaltungsfaktor sprunghaft an.
  • Mario Chase (2 bis 5 Spieler)
    Die Jagd auf Mario ist eröffnet: Da kein Computergegner vorgesehen ist, ist das Versteckspiel erst ab zwei Spielern möglich. Das GamePad erhält Mario und kann auf dem Touchscreen zusehen, wie die Suchenden umherirren. Die Mitspieler schauen auf den Fernseher, um Mario zu finden. Mario Chase konnte uns bereits auf der Wii U Experience Tour von seinen Qualitäten als Mulitplayer-Titel überzeugen: Simpel, aber spaßig.
  • Luigi´s Ghost Mansion (2 bis 5 Spieler)
    Die Geistervilla basiert auf dem gleichen Prinzip, nur dass das GamePad den Geisterpart übernimmt. Über das kleine Display muss sich der Geist ein Versteck vor ein bis vier Luigis suchen. Diese können immer mal wieder eine Taschenlampe anknippsen, um dann hoffentlich auf den Geist zu stoßen. Bei einem Zusammentreffen muss der Gegner im wahrsten Sinne des Wortes abgeschüttelt werden. Fazit: Nicht ganz so rasant wie Mario Chase, dafür aber mit mehr Überraschungsfaktor.
  • Animal Crossing: Sweet Day (2 bis 5 Spieler)
    Bei diesem wortwörtlich zuckersüßem Spiel kommt durch verschiedene Elemente keine Langeweile auf. Die Spieler mit Wii Remote sammeln Bonbons ein und müssen sie vor dem GamePad-Nutzer in Sicherheit bringen. Wieder zeigt der Touchscreen das komplette Gelände an, während die anderen ahnungslos vor dem Süßigkeitendieb davonlaufen. Einige Leckereien sind nur abzustauben, wenn sich mehrere Spieler absprechen und zusammenschließen. Für Leben in der Bude ist also gesorgt.

Als Hardware-Unterbau dienen der Wii U ein Mehrkern-Prozessor von IBM und ein Grafikchip von AMD. Damit erreicht die Wii-Konsole das Full-HD-Zeitalter. Die Grafikleistung lässt sich mit dem Spiel Nintendo Land natürlich nur schwer abschätzen, scharf ist die Anzeige auf unserem 47-Zoll-Test-Fernseher mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf jeden Fall. Für eine genauere Abschätzung ist es in unserem Test noch zu früh, da uns noch kein grafisch anspruchsvolleres Spielematerial zur Verfügung steht. Die Belüftung scheint gut zu funktionieren, denn unsere Wii war nach zweistündigem Dauereinsatz nicht erwärmt. Keineswegs zahm ist dadurch die Geräuschkulisse. Sobald eine Spiele-Disc im Laufwerk verschwindet, erreicht die Wii U die Lautstärke eines ausgewachsenen Multimedia-Notebooks. Über die Auflösung des GamePad-Displays schweigt sich Nintendo nach wie vor aus. Im Grunde ist dessen Anzeige zwar nicht pixelscharf, aber gut genug. Die Helligkeit ist ebenfalls in Ordnung, verstellen kann sie der Spieler aber offenbar nicht.

Erstes Fazit

So wie sich die Spielewelt mit der ersten Wii an die Bewegungssteuerung gewöhnen müsste, muss nun die Handhabung des GamePads ins Blut übergehen. Anfangs ist das Hin und Her zwischen zwei Displays und verschiedenen Eingabemethoden ungewohnt. Zur optimalen Erkennung der Bewegungen muss das GamePad zudem regelmäßig kalibriert werden, indem der Nutzer es für wenige Sekunden auf eine ebene Fläche legt. Wie sinnvoll die Fähigkeiten von Touchscreen und Lagesensor Anwendung finden, ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich.

Dass Nintendo keine Wii Remote und kein Nunchuk beilegt, senkt zwar auf dem Papier den Startpreis der Wii U, summa summarum müsste ein Kunde ohne Wii-Vorleben für den Spielspaß zu zweit und das Premium-Modell aber mindestens 450 Euro (ohne zusätzliches Spiel) berappen. Denn ohne das Komplettpaket lässt sich auch nicht das volle Potenzial ausschöpfen. Wandern dann noch zwei Spiele wie ZombieU und Pikmin 3 für je knapp 70 Euro in den Warenkorb, stehen fast 600 Euro auf der Rechnung. Damit wäre der Einführungspreis der PlayStation 3 im Jahr 2007 erreicht, die bot dafür aber noch einen vollwertigen Blu-ray-Player.

Bereits vor dem offiziellen Start der Wii U und ohne System-Update ein finales Urteil zu fällen, wäre unfair. Wir werden daher die abschließende Bewertung nachreichen, sobald wir alle Funktionen testen konnten.

Techische Daten der Wii U im Überblick

Prozessor: IBM Power-basierter Multicore-Mikroprozessor
Grafikchip: AMD Radeon GPU
Speicher: Basic: 8 GB, Premium: 32 GB
Anschlüsse: HDMI, TV-out (Kabel separat erhältlich: Component, Composite, Scart), AV-Ausgang, 4x USB 2.0, SD-Kartenleser, WLAN 802.11 b/g/n
GamePad: 6,2-Zoll-Touchscreen, Analoge L- und R-Sticks, Steuerkreuz, Schultertasten (nicht analog), Beschleunigungssensor, Gyrosensor, Kamera, Mikrofon, NFC
Akkulaufzeit GamePad: ca. 3 bis 5 Stunden
Wii-Kompatibilität: Unterstützung von Wii-Software und -Zubehör, keine Unterstützung von GameCube-Software und -Zubehör
Abmessungen: BxTxH:
Konsole: 268 x 172 x 46 Millimeter; 1,6 Kilogramm
GamePad: 250 x 130 x 45 Millimeter; 500 Gramm
Energieverbrauch: Standby: ca. 0,3 Watt
Eingeschaltet: ca. 28 Watt (WLAN aus)
Spielen: ca. 32 Watt
Lieferumfang: Wii U Basic Pack: Wii U und GamePad in Weiß, HDMI-Kabel, Netzteile
Wii U Premium Pack: Wii U und GamePad in Schwarz, HDMI-Kabel, Netzteile, Konsolen- und GamePad-Aufsteller, Ladestation, Sensorleiste
Sonstiges: bis zu zwei GamePads und vier Wii-Fernbedienungen oder vier Wii U Pro-Controller anschließbar

(Saskia Brintrup und Marcel Petritz)

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