Testbericht

Neues iPad im Test: Viele Pixel, wenige Ports

Wir haben das neue iPad von Apple getestet und auch einen Blick auf die iPhoto-App geworfen (mit Video). Unser Fazit: Für iPad-2-Nutzer kein Muss, für Fotofans eine gute Wahl.

Wir haben das neue iPad von Apple getestet und auch einen Blick auf die iPhoto-App geworfen (mit Video). Unser Fazit: Für iPad-2-Nutzer kein Muss, für Fotofans eine gute Wahl.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Als unsere Redaktion vor rund zwei Jahren das erste Apple iPad getestet hat, musste das "Riesen-iPhone" ohne Telefoniefunktion noch unter Beweis stellen, für welche Aufgaben es sich überhaupt verwenden lässt. Damals kamen wir zu dem Ergebnis, dass es aufgrund der schnellen Einsatzbereitschaft auf der Couch die beste Figur macht. Mittlerweile ist vielen Internetnutzern der Griff zum Tablet PC, um spontan und bequem etwas nachzuschlagen, auch unterwegs fast ins Blut übergegangen und das iPad schon in seiner dritten Gerätegeneration angelangt. Seit dem 16. März wird das neue Tablet, das sich nicht iPad 3, sondern schlichtweg neues iPad nennt, in Deutschland verkauft. Die größte Neuerung: das pixelstarke Retina-Display.

Apple iPad Test – Inhalt

  • Seite 1: Display, Optik und Akkulaufzeit
  • Seite 2: Schnittstellen, Leistung und Apps
  • Seite 3: iOS, iTunes, Diktierfunktion und Tastatur
  • Seite 4: Formatunterstützung, Kameras, Fazit und Info-Tabelle

Update: Langzeittest

Zwischenzeitlich haben wir einen weiteren Bericht zum neuen iPad veröffentlicht und festgehalten, wie sich das Gerät auf die Dauer in der Praxis schlägt: Das neue iPad im Alltagstest.

Mehr als Full-HD

Mit einer Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixeln im 4:3-Format überholt das neue iPad alle derzeit verfügbaren Tablet-PCs. Bislang war HD-Qualität, sprich bis zu 1.366 x 768 Bildpunkte, das Maximum bei Tablets und kaum jemand dürfte auf einem maximal 10 Zoll großen Display eine höhere Auflösung vermisst haben. Mit mobilen Quad-Core-Chips und steigender Grafikleistung werden aber auch Tablets fit für die Wiedergabe von Full-HD-Videos und Spiele in höherer Auflösung. Daher machen schärfere Displays durchaus Sinn. Rund um die CES im Januar und zur CeBIT Anfang März wurden bereits mehrere Full-HD-Tablets mit 1.920 x 1.080 / 1.200 Pixel – von Acer, Asus und Huawei – angekündigt. Sie dürften in den kommenden Monaten den Konkurrenzkampf mit dem neuen iPad aufnehmen. Bis dahin kann Apple sein Alleinstellungsmerkmal halten.


Wir zeigen das neue iPad im Hands-on und werfen einen Blick auf Infinity Blade II und die iPhoto-App.

Gestochen scharfe Darstellung

Der mit einer Glasabdeckung geschützte Bildschirm bietet mit 3,1 Millionen Pixeln (264 dpi) die vierfache Pixeldichte des Vorgängers iPad 2 mit 1.024 x 768 Bildpunkten. Jetzt lassen sich Inhalte und Webseiten besser überblicken und näher heranzoomen, ohne dabei an Schärfe einzubüßen. Schriften sehen aus wie gedruckt und sind an den Rändern kein bisschen ausgefranst, was sich gut im direkten Vergleich mit Tablets mit geringerer Bildschirmauflösung erkennen lässt. Schön kommen die Unterschiede auch bei detailreichen Bildern in hoher Auflösung herüber. Während Schatten oder eine Straßenlaterne aus der Vogelperspektive auf einem Tablet mit HD-Auflösung bei genauem Hinsehen leicht unscharf wirken, ist die Ansicht auf dem neuen iPad bis in die Spitzen gestochen scharf (siehe Bild). Auch die Farben sind sehr natürlich und ausgewogen, Kontrast und Helligkeit hoch genug. Pixel sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen: Ein besseres Tablet-Display haben wir noch nicht gesehen.

Die Schattenseite: Spiegelungen

Gegen die Spiegelungen auf der glatten Oberfläche kann natürlich auch ein Retina-Display nichts ausrichten. Gerade jetzt, wo es die ersten Tablet-Besitzer ins Eiscafé oder in den Park zieht, fällt die eingeschränkte Sicht unter freiem Himmel auf. Am besten wird dann die Helligkeit auf 100 Prozent eingestellt, was zu Lasten der Akkulaufzeit geht. Regelmäßiges Nachputzen des Touchscreens sollte gerade bei sonnigem Wetter zum Pflichtprogramm werden, auch wenn Apple eine "fettabweisende Beschichtung" angebracht hat. Fingerabdrücke sammeln sich trotzdem an. Die Blickwinkel sind schön groß, was dem IPS-Panel zu verdanken ist.

Dicker und schwerer als das iPad 2

Um die Pixelfülle zu ermöglichen, hat das neue iPad stärkere Hardware als das iPad 2 und gleichzeitig einen leistungsfähigeren Akku erhalten, damit sich die Laufzeit nicht schmälert. Laut Apple hält es, wie seine Vorgänger, 10 Stunden durch. Diesen Wert erreichte unser Testgerät bei der Wiedergabe von YouTube-Videos bei 50-prozentiger Displayhelligkeit und Sound-Ausgabe über Kopfhörer. Wer bei voller Helligkeit surft oder den Lautsprecher arbeiten lässt, muss dementsprechend mit einer kürzeren Laufzeit rechnen. Der größere Akku hat jedenfalls keine weitere Abmagerungskur zugelassen. Statt immer dünner und leichter zu werden, ist das dritte iPad etwas dicker und schwerer als das zweite Modell. Mit Maßen von 186 x 241 x 9,4 Millimetern und einem Gewicht von 652 Gramm (Wi-Fi-Modell) bis 662 Gramm (Wi-Fi + 4G-Modell) ist es auch minimal schwerer als das Asus Eee Pad Transformer Prime TF201 (Test) im Alu-Gehäuse oder andere aktuelle Tablets wie das Motorola Xoom 2. Nach einiger Zeit in beiden Händen gehalten ist das zu spüren.

Gute Verarbeitung und bewährte Optik

Optisch hat sich wenig getan, das silberfarbene Alu-Gehäuse und die Farbvarianten Schwarz und Weiß sind gleich geblieben. Zudem haben Käufer wie beim iPad 1 und 2 die Wahl zwischen einem Tablet mit 16, 32 oder 64 Gigabyte (GB) Speicherplatz mit oder ohne Mobilfunk-Unterstützung. Auch wenn sich die Variante für mobiles Internet Wi-Fi + 4G nennt, beschränken sich LTE-Verbindungen aufgrund abweichender Frequenzbereiche auf die USA. Hierzulande wird das mobile Surfen über EDGE, UMTS oder HSPA+ abgewickelt. Maximal sind damit Datenverbindungen mit 42 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, falls der gebuchte Mobilfunktarif mitspielt und das Netz am jeweiligen Standort bereits entsprechend ausgebaut wurde. Die Mobilfunker lassen sich die höhere Geschwindigkeit dann aber auch extra bezahlen. Die Telekom verlangt für web'n'walk Connect XL mit 21,6 Mbit/s und 10 GB Highspeed-Volumen knapp 55 Euro monatlich, Vodafones MobileInternet Flat 21,6 mit 10 GB liegt für rund 50 Euro pro Monat nur knapp darunter. Weitere Datentarife für Tablets haben wir in einem gesonderten Artikel gesammelt. Festzuhalten bleibt: Auch ohne LTE ist ein Geschwindigkeitsgewinn gegenüber der letzten iPad-Generation gegeben; das iPad 2 unterstützt maximal 7,2 Mbit/s.

An der Taktik, dem iPad ohne Zubehör – drahtlose Netzwerken und Bluetooth-Peripherie ausgenommen – eine Kontaktsperre aufzuerlegen, hält Apple fest. Wie das erste iPad beschränkt sich auch das dritte auf einen Kopfhöreranschluss und eine Synchronisations-Schnittstelle. Für die Bildausgabe an einem Flachbildfernseher per HDMI oder einem VGA-Monitor sowie den Anschluss einer Kamera und SD-Speicherkarte ist ein Blick auf Apples Zubehörsortiment unumgänglich. Mindestens 29 Euro werden dann fällig – pro Adapter. Von Haus aus mit dabei sind lediglich ein USB-Kabel und ein Netzadapter. Das iPad lässt sich zwar auch direkt an einem USB-Port am Notebook oder PC aufladen, aber nur, wenn ihm genügend Energie zur Verfügung steht. Andernfalls erscheint der Hinweis "lädt nicht". Das Aufladen ist ein langwieriger Prozess: Nach einer vollständigen Leerung sind mehr als 5 Stünden nötig.

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  • Seite 3: iOS, iTunes, Diktierfunktion und Tastatur
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Dual-Core-Prozessor und Leistung

Das neue iPad basiert auf einem Apple A5X System-on-a-Chip (SoC), das sich aus einem Dual-Core-Prozessor und einer Quad-Core-Grafikeinheit zusammensetzt. Damit verspricht Apple trotz höherer Anforderungen ein ebenso flüssiges Handling wie bei der Vorgänger-Generation. Die Rechnung geht auf: Die Handhabung des iPad fühlt sich durchweg butterweich und verzögerungsfrei an. Ob beim Klicken durch das Menü und die Einstellungen, Stöbern in iTunes, Starten oder Wechseln von Apps – das neue iPad bringt alles zügig in den Vordergrund. Besonders flott ist der Rotationsmodus. Asus Eee Pad Tranformer Prime mit Android 4.0 konnte je nach Bildschirminhalt knapp mithalten, insgesamt wechselte das iPad während unseres Direktvergleichs aber flotter die Seiten – zum Beispiel bei Fotos. Auch das Websurfen verlief deutlich flüssiger und homogener. Webseiten luden auf dem iPad mal gleich schnell, oftmals aber wesentlich zügiger, was sich insbesondere beim Scrollen durch lange, bildlastige Seiten zeigte. Was das iPad nach wie vor ablehnt, sind Flash-Inhalte.

Um uns weiter von der Hardware-Leistung und Wärmeentwicklung zu überzeugen, haben wir Infinity Blade II ausgewählt – genau das Spiel, bei dem das US-Testmagazin "Consumer Reports" eine starke Erwärmung des iPad feststellte. Bei starker Forderung und/oder Nutzung über einen längeren Zeitraum wird das neue iPad an der Unterseite tatsächlich recht warm, wenn auch nicht unangenehm heiß. Mehrere Stunden am Stück in der Sommersonne genutzt, dürfte das auf den Beinen zu spüren sein. Laut Apple liegt die Temperatur trotz allem im Rahmen der Vorgaben. Zum eigentlichen Spiel: Grafisch schneidet das Tablet sehr gut ab und spricht daher auch Spieler an. Zum Testzeitpunkt listete Apple in seiner Sammlung von Apps, die bereits auf das Retina-Display zugeschnitten sind, aber erst knapp 20 Spiele auf – darunter Angry Birds Space HD und Sky Gamblers Air Supremacy.

Apps

Die vorinstallierten Apps und ihre Symbole auf dem Homescreen sind bereits fit für die Auflösung. Hierzu zählen unter anderem der Safari-Browser, das Game Center, ein Kalender, Kontakte, Notizen und Karten. Apps, die die Pixelmasse noch nicht einwandfrei handlen können, erkennt man an kleinen Schönheitsfehlern. Wir haben rund 20 verschiedene Apps für das iPhone und iPad 2 ausprobiert und dabei keine entdeckt, die schwerwiegende Darstellungsfehler zeigte. Es kann jedoch sein, dass Buttons leicht verschoben sind (Napster) und Textgrafiken oder Fotos pixelig aussehen. Texte erscheinen in der Regel trotzdem scharf. In iTunes beziehungsweise im App Store weist Apple derzeit explizit auf Apps für das neue iPad hin. Mit von der Partie sind die eigenen Anwendungen iPhoto, iMovie, Pages, Keynote (alle kostenpflichtig), iBooks und iTunes U, aber auch Twitter, Evernote und Nachrichten-Apps. Insgesamt stehen laut Apple mehr als 200.000 iPad-Apps bereit. Programme für das iPhone lassen sich ebenso nutzen, werden dann aber entweder verkleinert oder hochskaliert angezeigt, sind aber immerhin schärfer als auf den früheren iPads.

Das mobile Betriebssystem iOS 5 zeigt sich auf dem neuen iPad flüssig und hübsch. Eine anklickbare Statusleiste wie bei Android, die direkt in die Optionen für die Konnektivität oder das Display führt, gibt es in der Form nicht. Nur Erinnerungen sind anklickbar, WLAN, mobiles Internet, die Uhrzeit und Displayhelligkeit erfordern explizites Aufrufen der Einstellungen. Eine Wischbewegung mit vier Fingern nach oben blendet am unteren Bildschirmrand die zuletzt aufgerufenen Anwendungen ein, zwischen denen durch Streichen über den Touchscreen gewechselt werden kann. Beim Verlassen werden die Programme pausiert beziehungsweise beendet. Wenn Safari während eines Ladevorgangs verlassen wird, ist dieser daher nicht abgeschlossen, wenn der Nutzer zurückkehrt, sondern wird in dem Moment fortgesetzt. Zurück zum Startbildschirm springt iOS, wenn vier Finger oder die ganze Hand zusammengezogen werden. Im Gegensatz zu den verschiedenen Android-Versionen tummeln sich dort weder Nachrichten-Widgets noch Lesezeichen oder das Wetter, sondern ausschließlich die Symbole der Apps.

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An iTunes führt kein Weg vorbei

Sie lassen sich über iTunes auf dem Mac oder Windows-PC auch vorab kaufen oder gratis herunterladen und anschließend mit dem iPad synchronisieren. Außerdem werden auf diese Weise Kontakte, Termine, Fotos und Videos abgeglichen. Ein automatisches Backup sichert die Daten auf der Computer-Festplatte, um sie später wiederherstellen zu können oder auf ein neues iPad zu übertragen. Uns lag noch ein altes Backup des iPad 2 vor, das wir im Rahmen der Tablet PC Kaufberatung ausprobiert hatten. Es ließ sich problemlos aufspielen, inklusive Apps, Fotos und Notizen. Ein drahtloser Abgleich per WLAN ist möglich, in die gleiche Kategorie fällt Apples Dienst iCloud, der Dokumente, Mails, Kontakte, Fotos und Musik aufnimmt. Ohne iTunes lässt sich mit dem iPad allerdings nicht viel anstellen. Ohne die Software greift Windows lediglich auf den Bilderordner zu und der verpackt die Aufnahmen in zu viele verschiedene Ordner mit kryptischen Bezeichnungen - übersichtlich ist das nicht.

Die Diktierfunktion

Apple hat dem neuen iPad zwar keinen vollständigen Sprachassistenten wie Siri spendiert, es lassen sich aber immerhin Notizen oder E-Mails bequem vorsprechen. Wird die Diktierfunktion erstmalig aktiviert, weist Apple darauf hin, dass die eingesprochenen Informationen sowie der eigene Vorname und Spitzname und die Namen der Kontakte an Apple gesendet werden. Bei Deaktivierung werden die Benutzerdaten und die letzten Spracheingaben gelöscht, ältere Inhalte können aber gespeichert bleiben. Die Spracheingabe ist nur mit Internetanbindung nutzbar und funktioniert insgesamt gut, wobei die besten Ergebnisse bei deutlicher Aussprache und ganzen Sätzen erreicht werden. Auch Satzzeichen können mitdiktiert werden. Probleme hat das iPad mit einzelnen Wörtern und versteht manchmal bei jedem neuen Anlauf etwas anderes. Kniffelig scheinen auch solche Sätze zu sein, in denen einzelne englische Begriffe vorkommen. Selbst "iPad" oder "Tablet" wollte die Schreibkraft nicht verstehen, um das nachträgliche Ausbessern kommt der Nutzer daher nicht herum.

On-Screen-Tastatur

Die einblendbare Tastatur des iPads lässt sich gut bedienen. Sowohl im Hoch- als auch im Querformat wird sie durch Auseinanderziehen zur geteilten Tastatur, um mit den Daumen zu schreiben. Im Ansatz ist die Aufteilung sehr praktisch, es hapert aber leider an der Größe der Tasten. Zwar lassen sich die Buchstaben gerade noch halbwegs sicher treffen, insgesamt ist die Tastatur nach der Teilung für unseren Geschmack aber zu klein. Im Hochformat fällt es außerdem schwer, das Tablet nur am unteren Ende festzuhalten, obwohl das iPad nicht so länglich geschnitten ist wie andere Geräte.

Beim Thema Formatunterstützung zeigt sich das Apple iPad noch immer wählerisch. Auf der Audioliste stehen HE-AAC, Protected AAC, MP3, VBR, Audible, Apple Lossless, AIFF und WAV. Fotos (JPG, TIFF, GIF, Bitmap) lassen sich ohne Zusatz-Kit nur über iTunes synchronisieren und Dokumente werden großzügig ausgespart. Dateien in den Formaten DOC, DOCX, HTM, HTML, PDF, TXT, RTF und XLS lassen sich ohne Office-Apps nur öffnen, wenn sie als E-Mail-Anhang vorliegen. Unter den Video-Formaten unterstützt das Tablet MPEG-4, Motion JPEG und H.264 bis zu 1080p. Wir konnten im Test sowohl 720p- als auch 1080p-Videos flüssig abspielen. Das schaffen zwar auch andere Tablets, die Full-HD-Auflösung lässt sich zurzeit aber nur auf dem iPad genießen, da es als einziges die nötige Pixelmenge vorweisen kann. Zum Soundcheck haben wir wieder auf das Asus Eee Pad Transformer Prime zurückgegriffen. Hier schneidet das dritte iPad von Apple etwas besser ab: Der Lautsprecher ist ein bisschen lauter und klarer.

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Verbesserte Kamera

Nachgebessert hat Apple bei der Kameraqualität, das war auch dringend nötig. Nachdem das iPad 1 komplett ohne Kameras auskam und das iPad 2 gerade einmal pixelige Schnappschüsse anfertigte, gibt es für das neue iPad eine 5 Megapixel starke iSight-Kamera. Wie Georg Albrecht, Pressesprecher von Apple, erklärte, handelt es sich dabei um eine Weiterentwicklung der iSight-Kamera des iPhone 4. Verglichen mit einer guten Digitalkamera mit höherer Auflösung müssen bei einem 5-Megapixel-Exemplar natürlich Abstriche gemacht werden. So tritt in dunklen Bereichen Bildrauschen auf, wenn keine optimalen Lichtverhältnisse vorherrschen. Einen Blitz gibt es nicht. Positiv sind die warme und natürliche Farbwiedergabe sowie die Schärfe zu beurteilen. Das Asus Eee Pad Transformer Prime ist beispielsweise mit einer 8-Megapixel-Kamera bestückt und nimmt dennoch optisch etwas schlechtere Bilder auf, die zu den Rändern hin unscharf werden. Videos lassen sich mit der iSight-Kamera in der Full-HD-Qualität 1080p drehen. Ob das Filmen mit einem Tablet-PC letztendlich sinnvoll und praktisch ist, muss jeder selbst entscheiden. Zudem steht eine zweite Kamera für Videochats über FaceTime (nur über WLAN) oder Skype bereit, an der sich jedoch keinerlei Einstellungen vornehmen lassen. Sie erfüllt lediglich ihren Zweck und ihre Bilder sind alles andere als ein Augenschmaus. Mehr als VGA-Qualität gönnt Apple auch dem neuen iPad nicht.

Fazit: Der Fotografen-Liebling

Das iPad Nummer 3 erfindet das Tablet-Rad nicht neu, sondern ist als konsequente Weiterentwicklung seines Vorgängers zu sehen. Design, Verarbeitung sowie Bedienelemente haben bereits bei der ersten Geräte-Generation überzeugt und wurden daher praktisch nicht verändert. Das Festhalten an den alten Werten bedeutet jedoch auch eine weiterhin magere Schnittstellenauswahl. Haupt-Feature ist ganz klar das neue Display, das die Bestnote verdient. Passionierte Hobby-Fotografen oder Profis, die ihre neuen Bilder der DSLR in voller Blüte auf dem Tablet-PC begutachten und auch an Kleinigkeiten heranzoomen möchten, werden den hochauflösenden Retina-Bildschirm nicht mehr gegen ein herkömmliches HD-Modell tauschen wollen. Mit der iPhoto-App und dem Camera Connection Kit lassen sich außerdem RAW-Dateien in Originalgröße übertragen und am iPad bearbeiten. Auch Spiele- und Filmfans kommen nicht zu kurz: Apple will seinen iTunes-Store weiter mit Full-HD-Inhalten bestücken. Generell hat iOS beim Content derzeit (noch) die Nase vorn. Für das iPad locken nicht nur Videos, sondern auch E-Books, Zeitungen und Zeitschriften.

Durch die Fülle an Paid Content und teils nötigem Zubehör ist der Tablet PC allerdings je nach Einsatzzweck deutlich teurer als 479 Euro, der Preis für die günstigste Variante. Da ein Aufrüsten der Speicherkapazität unmöglich ist, empfiehlt es sich, eher zur 32-GB-Version zu greifen, die mindestens 579 Euro (Wi-Fi) kostet. Mit zwei Adaptern und Cover kämen so schlussendlich fast 700 Euro zusammen.

So oder so müssen sich Käufer auf die iTunes-Abhängigkeit einstellen. Wer sich damit partout nicht anfreunden kann und von Haus aus Unterstützung für USB-Sticks und Speicherkarten fordert, der muss sich im Android-Bestand umschauen. Dort wartet mit dem Transformer Prime bereits jetzt ein fähiger Kontrahent mit Android 4.0, im Hinblick auf die Display-Auflösung ist das iPad dagegen momentan konkurrenzlos. Wer ein iPad 2 sein Eigen nennt und mit der Qualität des Bildschirms völlig zufrieden ist, der kann sich das Geld für den Umstieg sparen. Anders sieht es beim iPad 1 mit Single-Core-CPU aus. Das iPad 2 ist derzeit übrigens ab 399 Euro zu haben, jedoch nur in der 16-GB-Version.

Weitere Tablet PCs im Test und eine Kaufberatung zum Thema Tablet PC liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Das neue iPad
Hersteller: Apple
Internet: www.apple.com/de
Preis:
ab 479 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Apple A5X SoC mit Dual-Core-Prozessor und Quad-Core-Grafik
Bildschirm: 9,7 Zoll Retina (2.048x1.536 Pixel) Touchscreen, IPS-Panel, 4:3, 264 dpi, glänzend
Speicher: 1 GB RAM und 16, 32 oder 64 GB Flash Speicher
Akku: Lithium-Polymer-Akku mit 42 Wattstunden:
Herstellerangaben: 10 Stunden Surfen via Wi-Fi / 9 Stunden Surfen im Mobilfunknetz
gemessen: 10 Stunden YouTube (WLAN ein), 5 bis 6 Tage Standby
Kommunikation: iPad Wi-Fi: Wi-Fi 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0
Wi-Fi + 4G: zusätzlich UMTS/HSPA+ bis 42 Mbit/s
Betriebssystem: iOS 5.1
Abmessungen: iPad Wi-Fi: 241,2x185,7x9,4 mm; 652 Gramm
iPad Wi-Fi + 4G: 662 Gramm
Anschlüsse: Synchronisations-Anschluss, Kopfhörer (3,5 mm Klinke)
Sonstiges: Gyroskop, Beschleunigungssensor, Lichtsensor, Kompass, 5-Megapixel-Kamera für Fotos und Videos (1080p mit 30 Bildern pro Sekunde) mit Autofokus, VGA-Webcam, A-GPS (nur 4G-Modell)
Hervorragende Verarbeitung
erstklassiges IPS-Display
gute Performance
3G-Version verfügbar
viele Apps und Medien-Inhalte
großes Zubehör-Angebot
kaum Schnittstellen
keine Speichererweiterung
Datenübertragung nur über iTunes
kein Siri
LTE in Deutschland nicht nutzbar
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): sehr gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Display (20%): sehr gut
Bedienung/Handhabung (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): gut
Verarbeitung (10%): sehr gut
Gesamt: gut (1,7)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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