Testbericht

Nachfolger der Lasermaus: Explorer Mini im Test

Nach der Kugel, optischer Abtasttechnik und dem Laser folgt nun BlueTrack – ein blauer Lichtstrahl, der die Maus auch über Holz, Stoff und Stein rennen lässt. Kann die neue Technologie von Microsoft überzeugen?

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Im Herbst hat Microsoft nicht nur die faltbare Bogenmaus vorgestellt, sondern auch gleich eine neue Abtast-Technologie präsentiert. BlueTrack soll die Vorzüge von optischen Mäusen und Laser-Nagern miteinander kombinieren. Praktisch ist, dass die Geräte über verschiedenste Materialien – auch über Teppiche, Granit oder Holz – huschen können. Die Redmonder bieten ihren neuen Nager als Desktop-Variante und als kleinere Version für den Gebrauch am Notebook an. Unsere Redaktion hat die Laptop-Ausführung mit dem Namen "Explorer Mini" getestet.

Leuchtender Schwimmring

Sie misst etwa 7x4x10 Zentimeter und ist damit recht kompakt, um problemlos in der Notebook-Tasche zu verschwinden. Optisch ist die Maus aufgrund der schwarz-grauen Farbgestaltung zwar eher zurückhaltend, dennoch sieht sie nicht langweilig aus. Hierfür sorgen die geschwungene Form und die glänzende Oberfläche. Das Highlight ist der blau-leuchtende Ring, auf dem die Maus quasi "schwimmt", wenn sie eingeschaltet wird. Das Leuchten lässt dann aber wieder nach, um die AA-Batterie zu schonen, die bereits im Lieferumfang enthalten ist. Diese soll bei durchschnittlicher Verwendung nach Herstellerangaben etwa vier Monate ausreichen. Ob bald der nächste Wechsel ansteht, zeigt eine kleine Leuchte zwischen den Maustasten, die beim Start kurz aufblinkt.

Lieferumfang

Im Verpackungskarton befinden sich noch eine gepolsterte, schwarze Tasche mit BlueTrack-Logo, ein Handbuch und eine Kurzanleitung. Ebenso wie die Arc Mouse, lässt sich der Nager zwar einfach per Plug&Play verwenden, um die Tasten programmieren zu können, ist allerdings die Installation der IntelliPoint-Software nötig, die auf einer CD beiliegt.
Bei der Explorer Mini handelt es sich um eine Funkmaus mit USB-Empfänger, der bis zu zehn Meter weit auf einer Frequenz von 2,4 Gigahertz funkt. Verglichen mit der Arc Mouse fällt der Stick hier mit einer Länge von rund 4,5 Zentimetern inklusive USB-Stecker etwas größer aus. Er kann zum Transport an die Unterseite in eine Mulde geklemmt werden, gleichzeitig schaltet sich die Maus aus. Der Empfänger wird zwar von einem Magneten festgehalten, dennoch könnte er in einer vollgepackten Notebook-Tasche abfallen – wenn auf die Schutzhülle verzichtet wird.

Die neue Technik

Anfangs arbeiteten Computermäuse mit einer Kugel, dann kamen optische Mäuse und schließlich Laser-Exemplare. BlueTrack soll nun die Vorzüge beider Techniken vereinen. Die neuen Mäuse verfügen über einen sogenannten CMOS-Sensor (Complementary Metal Oxide Semiconductor) und eine hauseigene Pixelgeometrie und tasten die Oberfläche mit einem blauem Lichtstrahl ab. Dieser soll etwa viermal so groß sein wie ein herkömmlicher Laserstrahl und den Untergrund besonders präzise abbilden – auch, wenn es sich um glänzende, glatte oder unebene Flächen handelt. Daher ermöglicht BlueTrack die Nutzung auf verschiedenen Untergründen.

Huscht über Teppiche, Stein und Holz

Ohne ein Mauspad mitnehmen zu müssen, kann man die Maus zum Beispiel auf Teppichen, Rattanstühlen, Holztischen oder sogar auf Granitflächen verwenden. Wie Microsoft angibt, ist das blaue Licht zudem unempfindlicher gegenüber Staub. Praktisch, wenn die Tischplatte im Café noch die Kaffeeränder vom Vorgänger aufweist. Im Test konnte auch ein Glastisch die Maus nicht stoppen, wobei dies eigentlich nicht zu ihrem Repertoire gehört. So hakte zwar teilweise der Cursor, dennoch ist das Ergebnis besser als bei optischen Nagern. Auf anderen Flächen erweist sich die neue Abtasttechnik als schnell und präzise, auch wenn der Vorsprung nicht unbedingt herausragend ist. Eine deutliche Verbesserung gegenüber einer optischen Maus zeigte sich zum Beispiel auf einer glatten Kunstlederfläche mit Musterung.

Insgesamt sind fünf Tasten vorhanden, die alle mit beliebigen Funktionen belegt werden können: die linke und rechte Maustaste, zwei längliche Tasten an der linken Seite über der Daumenmulde und das klickbare Srollrad, das standardmäßig Flip 3D öffnet. Die Oberfläche ist für einen besseren Halt geriffelt, das Rad ist sehr leichtgängig und rastet beim zeilenweisen Scrollen nicht ein. Dies wird den Internetsurfer weniger stören, für Fans von Ego-Shootern ist dies aber sicherlich ein KO-Kriterium. Die Tasten wirken insgesamt wertig und auch das Klickgeräusch ist angenehm. Die seitlichen Buttons sind gut mit dem Daumen zu erreichen, was bei der Arc Mouse nicht der Fall ist. Ein versehentliches Betätigen ist dennoch ausgeschlossen. Mit einem Gewicht von 107 Gramm ist sie nicht zu leicht und liegt daher gut auf dem Untergrund auf. Auf der Rückseite sorgen zwei große Pads für ein gleichmäßiges Gleiten. Die Maus ist ergonomisch geformt und daher für Rechtshänder geeignet. Ein Hinweis am Rande: Im Test konnte die Maus im Programm Open Office in der Version 2.4 ohne die Software nur dann scrollen, wenn das Rad gedrückt wurde. Das Drehen des Rades zeigte hingegen keine Wirkung. Nach der Installation war das Auf- und Abwandern zwar möglich, allerdings fiel auf, dass die Maus nur bei recht beherztem Griff ans Rad reagierte. Ist der Besitzer hier zu zaghaft, stellt sie sich stur und verweigert das Blättern. In allen anderen Anwendungen trat das Problem aber nicht auf, auch mit der aktuellen OpenOffice-Version 3.0 scrollte das Gerät einwandfrei.

Fazit

Dank BlueTrack tastet sich die Maus auf verschiedensten Flächen umher, was der Haupt-Pluspunkt ist. Da sie ein Stückchen größer als herkömmliche Laptop-Mäuse ist, stützt sie die Hand gut ab und ist deutlich bequemer. Für den Dauereinsatz mit großen Händen wäre die Desktop-Variante der Explorer Mouse eine Alternative. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Maus vor allem für Anwender eignet, die häufig unterwegs sind und denen die Präzision einer Laser-Maus nicht ausreicht. Wer BlueTrack zum Mitnehmen wünscht, muss 59,99 Euro ausgeben – schon ein Batzen Geld für eine Notebook-Maus. Ein Preisvergleich im Internet lieferte allerdings auch schon Angebote für rund 40 Euro.

Name: Explorer Mini Mouse
Hersteller: Microsoft
Internet: Microsoft Hardware
Preis: UVP 59,99 Euro
Technische Daten
Abmessungen: 69,7x41,1x97 Millimeter
Gewicht: 107 Gramm
Auflösung: 1.000 dpi (nicht verstellbar)
Programmierbare Tasten: fünf Stück
Schnittstelle: USB 2.0
Betriebssysteme: Windows XP mit Service Pack 2 (SP2), Vista, Mac OS X Version 10.2 - 10.5
Besonderheiten: BlueTrack-Technologie
Lieferumfang: Maus, Kurzanleitung, Handbuch, Tasche, USB-Empfänger, Software-CD
Garantie: drei Jahre
Pro & Contra
gute Verarbeitung
hübsches Design
ergonomische Form
USB-Empfänger verstaubar
neue Abtasttechnik
nur für Rechtshänder geeignet
Scrollrad rastet nicht ein
Bewertung:
Ergonomie/Handhabung (50%): befriedigend
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): gut
Software (10%): gut
Gesamt: befriedigend (2,5)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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