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MSI PX600 im Test: Luxus-Leder-Laptop

Mit dem PX600 hat MSI ein Notebook im Ledermäntelchen im Programm. Wir haben den stilvollen 15,4-Zöller mit Intel Core 2 Duo getestet.

Mit dem PX600 hat MSI ein Notebook im Ledermäntelchen im Programm. Wir haben den stilvollen 15,4-Zöller mit Intel Core 2 Duo getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Das MSI PX600 im Test: Auch wenn es aktuell den Anschein hat, dass die Notebook-Hersteller vor allem auf günstige Netbooks setzen, um beim krisengeschüttelten und preisbewussten Nutzer landen zu können, gibt es auch noch neue Produkte für höhere Ansprüche. Wer beim Notebook-Kaufen nicht nur auf nackte Zahlen achtet, sondern sich auch von einer schönen Hülle bezirzen lässt, ist genau der richtige Kandidat für das PX600 von Micro-Star International (MSI). Das Edel-Notebook des taiwanesischen Mainboard-Herstellers geht im Ledermantel auf Kundenfang. Wir haben den Luxusschlitten getestet.

Inhalt:

1. Aussehen und Prozessor
2.Technische Daten, Display und Tastatur
3. Fazit und Übersichts-Tabelle

Leder trifft Alu

Was sonst höchstens bei Notebook-Angeboten von Lebensmittel-Discountern Bestandteil ist, liefert MSI auch beim PX 600 mit: eine Laptop-Tasche. Das stabile Exemplar ist dabei wie eine Designer-Handtasche im Staubbeutel verpackt. Kein Wunder, schließlich hat MSI dem PX600 auch den Untertitel "Prestige Collection" gegeben. Das Notebook thront dick verpackt zusammen mit einer Maus im schwarz-goldenen Karton und weiß optisch sofort zu gefallen: Die Oberseite des Aluminium-Gehäuses ziert ein dunkelbrauner Lederüberzug mit festen Nähten, der keine Angst vor Fingerabdrücken hat.

Schwarze Seele

Das MSI PX600 ordnet sich in die Klasse Multimedia-Notebook ein. Da ja schon die Außenseite matt ist, muss zwangsläufig auf der schwarzen Innenseite ein bisschen Hochglanz zu finden sein. Dieser verteilt sich auf die glatte Display-Oberfläche und den Streifen mit den berührungsempfindlichen Tasten oberhalb der Tastatur. Für die Handballenauflage hat MSI den Look von gebürstetem Metall gewählt, der auch die S-förmigen Klicktasten schmückt.

Prozessorleistung

Als Herz schlägt ein Intel Core 2 Duo P8400 unter der Lederjacke. Der 45-Nanometer-Prozessor mit 2,26 Gigahertz (GHz) bekommt theoretisch von vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher Unterstützung, praktisch kann die CPU aufgrund der 32-bit Version von Windows Vista Home Premium aber nicht auf die volle Größe zugreifen. Im 7-Zip Test packte der Prozessor 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) innerhalb von 13 Sekunden. Somit rechnet die CPU fast so schnell wie der Core 2 Duo T9550 mit 2,66 GHz im Toshiba Tecra S10 (Test).
Für die Datenspeicherung hat MSI eine 320-GB-Festplatte verbaut, die Grafikkarte zählt – wie häufig bei Multimedia-Notebooks – zur Mittelklasse: eine Nvidia GeForce 9300M GS mit 256 Megabyte eigenem Speicher. Die Karte kann es zwar nicht mit aktuellen 3D-Computerspielen aufnehmen (siehe Benchmarks zum MSI PX600), sie soll jedoch auch eher die Videowiedergabe stemmen, zum Beispiel in High Definition Auflösung. Damit die Filmchen auch auf den Flatscreen im Wohnzimmer wandern können, ist ein HDMI-Port vorhanden. Für Monitore gibt es alternativ D-Sub (VGA).

Display: eine spiegelnde Angelegenheit

Der Bildschirm des PX600 misst 15,4 Zoll bei 1.280x800 Pixel und ist nicht entspiegelt. So laufen die Videos zwar in kräftigen Farben über das Display, bestrafen ungünstige Lichtverhältnisse aber mit Spiegelungen. Auch der recht kleine vertikale Blickwinkel nagt an der Video-Performance. Die Lautsprecher sind Standardware und können mit den leistungsstarken Marken-Exemplaren in anderen Multimedia- oder Gaming-Notebooks nicht mithalten. Hier hilft nur der Wechsel zum Kopfhörer oder der Anschluss externer Lautsprecher – Schnittstellen sind vorhanden.

Reichlich Anschlüsse

Unter anderem liefert das MSI PX600 Line In und Out, SPDIF, drei USB-Ports, eSATA für externe Festplatten und FireWire. Ebenso vielfältig wie die Schnittstellen-Ausrüstung fällt auch die Kommunikation aus. Der Laptop integriert LAN und WLAN, wobei auch bereits der schnellere N-Standard unterstützt wird. Alternativ lässt sich auch per Modem eine Internetverbindung herstellen, für die kabellose Datenübertragung steht Bluetooth bereit. Darüber hinaus gibt es das Standard-Repertoire: ein DVD-Brenner und eine Webcam (zwei Megapixel).

Große Tastatur mit kleiner Umschalttaste

Die Tastatur ist sehr geräumig, MSI hat auch an einen separaten Nummernblock gedacht. Leider ist der Großzügigkeit die Return-Taste zum Opfer gefallen. Diese ist nur halb so groß, lässt sich aber trotzdem sicher treffen. Schlechter klappt dies bei der rechten Umschalttaste. Sie ist schmaler als eine normale Buchstaben-Taste, obwohl sie bei einer herkömmlichen Tastatur und auch bei vielen Notebooks größer als zwei Tasten ist. In der Praxis landet daher der kleine Finger beim Tippen ab und an auf der oberen Pfeiltaste und setzt den Cursor eine Reihe nach oben – nichts für Vielschreiber.

Die mitgelieferte Maus ist recht klein, aber hoch genug, sodass die Hand bequem aufliegt. Praktisch ist, dass sich der USB-Stecker samt Kabel mit Aufrollmechanismus im Gehäuse verstecken kann. Oberhalb sitzen Sensor-Tasten für den Mediaplayer sowie Schnellstart-Buttons, mit denen sich der WLAN-Empfang sowie die Webcam starten und der Internet Explorer aufrufen lassen. Für das Lieblingsprogramm gibt es außerdem noch eine freie Taste. Der Eco Button ruft verschiedene Stromsparmodi auf. Maximal erreicht das MSI PX600 knapp drei Stunden – ein durchschnittliches Ergebnis.

Fazit: Aufpreis fürs Design

Das PX600 von MSI stemmt sich mit einer Portion Luxus gegen die Billigheimer. Mit dem Lederbezug ist das Notebook definitiv einmal etwas Anderes, wobei die Idee, Technik in Leder einzunähen, natürlich nicht neu ist. Eine ähnliche Lack-und-Leder-Kombination findet sich auch beim Asus U6S (Test), wobei dort weniger Leder verarbeitet wurde.

Als Multimedia-Notebook kann das MSI PX600 aber nicht komplett überzeugen. Zwar stimmen die gute Prozessorleistung, die Webcam und die vielen Anschlüsse, das Display und der Lautsprecher-Sound könnten jedoch noch ein Upgrade vertragen. Die große Tastatur gefällt, ebenso die Tasten-Leiste für die Multimedia-Steuerung. Beim Büro-Einsatz stört aber die Mini-Umschalttaste auf der rechten Seite.

Mit einem UVP von 999 Euro klingt das PX600 zunächst teuer, in Onlineshops ist es aber ab rund 830 Euro (Stand 07/09) zu haben. Zwar sticht das Notebook mit den vielen Schnittstellen und dem großen Lieferumfang heraus, andererseits gibt es für 100 bis 200 Euro weniger ähnlich bestückte Laptops mit besserer Grafik oder einem Blu-ray-Laufwerk.

Name: PX600 (Modell 8443VHP)
Hersteller: MSI
Internet: www.msi-technology.de
Preis: UVP 999 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo Prozessor P8400 mit 2,26 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce 9300M GS mit 256 MB GDDR2-Speicher
Bildschirm: 15,4 Zoll WXGA (1.280x800 Pixel)
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen: Laufzeit: 75 Minuten unter Vollast / 172 Minuten maximal (WLAN aus)
Speicher: 4 GB (2+2) DDR2
Festplatte: 320 GB SATA mit 5.400 U/Min
Laufwerk: DVD Super Multi
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN (802.11b/g/n), Modem, Bluetooth
Betriebssystem: Windows Vista Home Premium
Abmessungen: BxTxH: 36,0 x 26,0 x 3,8 cm, ca. 2,7 Kilogramm
Anschlüsse: 2x USB, 1x USB/eSATA, HDMI, FireWire, D-Sub, Kartenleser (SD/XD/MMC/MS), ExpressCard, Mikrofon, Kopfhörer, Line In, Line Out, SPDIF
Sonstiges: Echtleder-Bezug, 2-Megapixel-Webcam
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 5,2 / RAM: 5,9 / 2D: 3,6 / 3D: 4,8 / HDD: 5,3
3DMark03: 5.342
3DMark06: 1.864
PCMark05: 5.314

Frames pro Sekunde (fps), jeweils Mittelwerte:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: 18,5 fps (1.280x800 Pixel, Details low)
Garantie: zwei Jahre Pick-Up and Return
Pro & Contra
außergewöhnliches Design
schnelle CPU
Multimedia- und Schnellstart-Tasten
viele Anschlussmöglichkeiten und
Kommunikations-Schnittstellen
ausführliches Handbuch
mit Maus und Tasche
Display spiegelt
32-bit Vista vs. 4 GB RAM
zum Teil verkleinerte Tasten
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,4)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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