Testbericht

MSI FX600 im Test: 4-fach Sound und Nvidia Optimus

Das FX600 von MSI soll Business-Anwender und Lifestyle-Nutzer gleichermaßen ansprechen. Daher treffen starke Hardware, eine Wechsel-Grafik, ein mattes Gehäuse und eine große Tastatur aufeinander. Besonderheiten: Vier Lautsprecher und Intel Wireless Display. Wir haben den Laptop getestet.

Das FX600 von MSI soll Business-Anwender und Lifestyle-Nutzer gleichermaßen ansprechen. Daher treffen starke Hardware, eine Wechsel-Grafik, ein mattes Gehäuse und eine große Tastatur aufeinander. Besonderheiten: Vier Lautsprecher und Intel Wireless Display. Wir haben den Laptop getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Mit der MSI FX600 Serie hält der auch für Mainboards und Grafikkarten bekannte Hersteller aus Taiwan unterschiedlich bestückte Notebooks ab 699 Euro bereit. MSI siedelt die Laptops zwischen Business und Lifestyle an, optisch sind sie daher weder extrem auffällig noch besonders zurückhaltend. Interessant dürfte für anspruchsvollere Nutzer die Nvidia Optimus Wechselgrafik sein: Viele andere Notebooks für die berufliche Nutzung verlassen sich schließlich auf schwache Onboardchips. Auch der Sound dürfte – von vier Lautsprechern ausgehend – ein klassisches Business-Notebook ausstechen. Ob die MSI FX600 Serie hält, was das Datenblatt verspricht, haben wir anhand eines FX600-i5447W7P Modells getestet.

MSI FX600 Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Tastatur und Schnittstellen
  2. Prozessor, Grafikleistung und Display
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Info-Tabelle

Hochwertiger Sound im matten Gehäuse

Unser MSI FX600 bietet ein 15,6-Zoll-Display und misst bei einem Gewicht von 2,4 Kilogramm rund 38x25x3 Zentimeter. Der Bildschirm ist zwar – trotz der Zielgruppe der Business-Nutzer – glänzend, beim Gehäuse weist MSI auf der Website aber ausdrücklich darauf hin, dass kein Grund zur Panik vor Fingerabdrücken besteht. Wo ansonsten gerne auf Hochglanz polierte Flächen glitzern, hat MSI nämlich matt-schwarzen Kunststoff mit einer Art Wabenstruktur verbaut, der sich auch im Innenraum findet. Ob dies nun hübsch ist oder nicht, ist eine Geschmacksfrage. Rund herum wurde ein silberfarbener Rahmen eingelassen, der in ähnlicher Form auch die Leiste mit den Multimedia-Buttons oberhalb der Tastatur und die Lautsprecher ziert. Davon besitzt das MSI FX600 übrigens gleich vier Stück, was einen guten Klang vermuten lässt. Die Erwartungen werden nicht enttäuscht, für Nutzer, die einen hohen Wert auf überdurchschnittlichen Lautsprecherklang legen, lohnt sich der Griff zu Modellen mit besseren oder mehreren Lautsprechern. Das Ergebnis liegt deutlich über dem blechernen Klang der meisten Netbooks oder Standardlautsprecher.

Chiclet-Tasten mit geändertem Layout

Die Tastatur ist eines der modernen Exemplare mit einzeln eingesetzten Tasten. Sie sind flach und matt und lassen sich im Großen und Ganzen gut bedienen. Aber: Die Tasten sind recht laut und die Enter-Taste ist nur eine anstatt zwei Zeilen hoch, sodass der kleine Finger beim 10-Finger-Schreiben schonmal auf der Raute-Taste landet. Zwar ist erfreulicherweise ein separates Touchpad vorhanden, die unterste Ziffernreihe ist aber versetzt, was anfangs etwas irritiert. Wer nie die spitzen Klammern benötigt, wird ansonsten keine Unterschiede zu anderen Tastaturen feststellen. Andere Anwender müssen sich umgewöhnen: Diese Zeichen hat MSI nämlich an eine ungeschickte Stelle verfrachtet, links neben die Leertaste.

Eingelassen wurden die Tasten in eine schwarze Hochglanz-Fläche, die mit der Zeit sicher etwas Schmutz ansetzt. Insgesamt sind die neuen Tastaturen aber leichter zu reinigen als die klassischen Tastenfelder. Etwas ungewöhnlich ist das Touchpad, und zwar aus mehreren Gründen. Zunächst ist es mit einer deutlich spürbaren Noppen-Oberfläche versehen, die aber dennoch angenehm ist. Unter der durchgehenden Klicktaste, deren Linksklick ein wenig schwerfällig wirkt, listet MSI die Symbole für die Statusanzeigen auf – eine ungewohnte Platzwahl, macht aber nichts. Auch ein Bluetooth-Symbol findet sich dort, eine Sondertaste zum Ein- und Ausschalten von Bluetooth gibt es ebenso – obwohl diese Konfiguration ohne Bluetooth auskommt.

Schnittstellen beim MSI FX600

An Anschlüssen liefert das FX600 HDMI für einen Fernseher oder ein modernes Display, D-Sub für einen TFT Monitor mit analogem Eingang, zwei USB-Ports, einen USB-Port mit integriertem eSATA für eine externe Festplatte, einen Kartenleser und Schnittstellen für ein Mikrofon und Kopfhörer. Für die schnelle Datenübertragung im Netzwerk steht Gigabit LAN bereit, kabellos geht es per WLAN über die Standards 802.11b/g/n ins Internet. Nicht verzichten muss der Besitzer außerdem auf eine HD-Webcam und einen DVD-Brenner.

Unser Testgerät kommt in der Konfiguration FX600-i5447W7P, die etwas besser ausgestattet ist als der Hardware-Bruder FX600-i3343W7P. Im Innern werkelt ein Intel Core i5-Prozessor. Der i5-450M taktet mit 2,4 Gigahertz (GHz) und kann sich bei vier Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher Hilfe holen. In unserem Test ähnelte die Leistung des Dual-Core-Prozessors der Performance des Intel Core i5-520M aus dem Dell Studio 15, der ebenfalls mit 2,4 GHz läuft. In der Praxis fielen trotz identischer Taktfrequenz und geringerer Turbo-Taktfrequenz die Benchmark-Ergebnisse höher aus und Anwendungen – wie Programme zum Packen von Daten – liefen noch schneller.

MSI FX600 Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Tastatur und Schnittstellen
  2. Prozessor, Grafikleistung und Display
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Info-Tabelle

Nvidia Optimus mit GeForce GT325M

Für einen Kompromiss zwischen dedizierter Grafikkarte und dennoch ausreichender Akkulaufzeit setzt MSI auf die Nvidia Optimus Wechselgrafik. Den fliegenden und für den Nutzer unsichtbaren Wechsel zwischen Onboardchip und Grafikkarte, je nach Anwendung, konnten wir bereits beim Test des Alienware M11x ausprobieren, wobei der kleine Gamer mit einer Nvidia GeForce GT 335M bestückt war. Das MSI FX600 enthält eine Nvidia GeForce GT 325M mit einem GB Speicher, die leistungstechnisch unter der GT 335M liegt. Die Differenz lässt sich nicht nur anhand der Modellnummern erkennen, auch bei Spielen sinken die Frameraten unter die Ergebnisse der Schwester-Grafikkarte. Für ein flüssiges 3D-Spiel mit niedrigen bis mittleren Details reicht die Karte aber dennoch aus, wenn das Computerspiel nicht gerade besonders hohe Anforderungen stellt oder in den höchsten Auflösungen gespielt wird.

Glänzendes Display mit HD-Auflösung

Soll die Auflösung zum Display passen, ist bei 1.366x768 Schluss. High Definition Inhalte in 720p wären damit also noch abgedeckt, was uns zur Videowiedergabe führt. Punkten kann das Display mit seinem Breitbild-Format und der scharfen Wiedergabe, allerdings ist die Oberfläche glänzend, weshalb Spiegelungen den Filmgenuss trüben können. Die Farbwiedergabe ist weder sehr gut noch schlecht, sondern liegt im üblichen Bereich – genauso wie der horizontale Blickwinkel. Bei Blick von oben oder unten macht der vertikale Blickwinkel frühzeitiger einen Strich durch die Rechnung. Als Besonderheit unterstützt das neue MSI FX600 Notebook auch Intels Wireless Display Technik und kann kabellos Inhalte an einen Fernseher streamen – ein spezielles TV-Gerät vorausgesetzt.


Zum Software-Paket gehören Windows 7 Home Premium in der 64-bit-Edition und einige Test-Versionen kostenpflichtiger Software wie zum Beispiel Norton Anti Virus und Magix Music Maker 16.

Die Akkulaufzeit und die Lautstärke, die der Laptop verursacht, hängen stark vom Betriebsmodus und der aktuellen Anwendung ab. Unter Volllast ist der Lüfter sehr aktiv und der Geräuschpegel demnach relativ hoch. Hierzu reicht es schon aus, den MSI Modus Gaming lediglich auszuwählen, das Spiel an sich muss gar nicht erst gestartet werden, um den Lüfter zum Rotieren zu bringen. Wer auf einen sparsameren Modus mit niedrigerer Beleuchtung umschaltet, wird sofort mit Stille belohnt. Bei Höchstleistung leert sich der Akku bereits nach 70 Minuten, Dauerzocken ist demnach nur mit Steckdose in der Nähe zu empfehlen. Nutzt man die Vorzüge von Nvidia Optimus aus, läuft das MSI FX600 ordentliche fünf Stunden – bei permanent eingeschaltetem Display. Wer dem Bildschirm zwischendurch eine Pause gönnt, kann die Zeiten weiter strecken.

MSI FX600 Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Tastatur und Schnittstellen
  2. Prozessor, Grafikleistung und Display
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Info-Tabelle

Fazit: Mobil und stark mit Nvidia Optimus

Mit dem FX600 möchte MSI Lifestyle mit Business vereinen, was in der Praxis auch ganz gut gelingt. Je nach Betriebsmodus liefert der Laptop entweder die volle Leistung, dann aber eine kurze Akkulaufzeit, oder eben weniger Kraft mit mehr Mobilität. Die 70 Minuten Laufzeit unter Vollast sind aber etwas dürftig. Im Job gefällt die große Tastatur mit Nummernpad, in der Freizeit wiederum das Breitbild-Display und der gute Lautsprecher-Sound. Auch die Displaygröße von 15,6 Zoll fällt klar in den Kompromissbereich von Desktop-Ersatz und tragbarem Rechner. Hervorzuheben ist außerdem das matte Gehäuse.

Wer ein Notebook für Beruf und Freizeit sucht und für beide Szenarien keine speziellen Features erwartet, könnte mit dem MSI FX600 richtig liegen. Andernfalls fallen eventuell Schwachstellen auf: Business-Nutzer greifen sicherlich lieber zum entspiegelten Display, vermissen Bluetooth und könnten sich an der abweichenden Anordnung beziehungsweise Größe einiger Tasten stören, während Spieler nach einer größeren Portion Grafikleistung verlangen.

Weitere Testberichte, einen Netbook Vergleich und eine Notebook Kaufberatung liefert unser Hintergrundbereich.

Name: FX600-i5447W7P
Hersteller: MSI
Internet: www.msi-technology.de
Preis: UVP: 799 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i5-450M Prozessor mit 2,4 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce GT 325M mit 1 GB DDR3 VRAM / Nvidia Optimus
Bildschirm: 15,6 Zoll (1.366x768 Pixel), LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 70 Minuten unter Vollast / 290 Minuten Lesetest (WLAN aus) / 145 Minuten DVD-Betrieb (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3
Festplatte: 500 GB
Laufwerk: DVD Super-Multi-Brenner
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 383 x 249 x 32 Millimeter; ab 2,4 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub (VGA), 2x USB, 1x USB/eSATA, FireWire, Kartenleser (SD, SDHC, MMC, MS), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: HD-Webcam, Nummernblock, vier Lautsprecher, Nvidia Optimus
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Handbuch, Kurzanleitung, Treiber-CD
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,8 / RAM: 5,9 / 2D: 4,7 / 3D: 6,1 / HDD: 5,5

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 14 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: 134.162
CPU-Benchmark Cinebench: 8.243

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: erkennt nur Intel HD Grafik
Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: bei 1.366x768 Pixeln, Details low: 79 fps; Details hoch: 52 fps
Crysis Demo: 1.024x768 Pixel, Details mittel: 30 fps; 1.366x768 Pixel, Details high: 15 fps, Details low: 42 fps.
OpenGL-Benchmark Cinebench:2.095
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 59/72 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 139/169 MB/s; zufälliges Lesen: 36 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,4 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 14 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 22 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 53 Watt
Garantie: zwei Jahre MSI Garantie mit Pick-up & Return-Service
Pro & Contra
sehr helles Display
große Tastatur
schnelle CPU und gute Grafik
satter Sound
separater Nummernblock und Zusatztasten
kurze Akkulaufzeit unter Vollast
abweichendes Tastatur-Design
unter Vollast laut
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): sehr gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): gut
Ergonomie (15%): befriedigend
Akkulaufzeit (15%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,1)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang