Testbericht

Mobiles Internet im Netz von E-Plus im Test - Datenturbo ohne Extrakosten

Mit theoretisch bis zu 42 Mbit/s im Internet surfen. Im Netz von E-Plus ist das seit Anfang Dezember ohne Extrakosten möglich. Wir haben den Test gemacht, ob's auch wirklich funktioniert.

E-Plus© Telefónica Germany GmbH & Co. OHG

Als E-Plus vor einem Monat bekannt gab, die Begrenzungen bei der Geschwindigkeit für mobiles Surfen mit dem Handy oder Smartphone mindestens bis Mitte kommenden Jahres weitgehend aufzuheben, war vielerorts die Überraschung groß. Nicht nur viele Kunden haben sich über die guten Nachrichten gefreut, auch bei der Konkurrenz dürfte der eine oder andere Manager ob der kommunizierten Nachrichten ein leichtes Zucken am Augenlid verspürt haben. Wir haben das E-Plus-Netz während der vergangenen vier Wochen an verschiedenen Orten in Deutschland auf die Probe gestellt – mit überwiegend positiven Erkenntnissen.

Mobiles Internet (fast) ohne Grenzen

Die wichtigste Botschaft vorweg: Wer aktuell das mobile Internet im Netz der E-Plus Gruppe nutzen darf, gewöhnt sich schnell an die Vorzüge, die die schnellen Datenverbindungen auf Basis von HSPA+ mit Downstreamraten von theoretisch bis zu 42 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) mit sich bringen. Wird man jedoch nach Verbrauch des im Rahmen einer gebuchten Handy Internet Flat zur Verfügung gestellten Highspeed-Datenvolumens für den Rest des laufenden Monats doch ausgebremst, ist die Erkenntnis, dass GPRS-Verbindungen quälend langsam sind, umso stärker. Der Wunsch, wieder das schnelle Internet nutzen zu können, ist dann sehr groß – und für 3 Euro bei allen Kernmarken der E-Plus Gruppe auch möglich.

Doch zurück zu den harten Fakten. Zurück zu den durch unsere Redaktion gemessenen Surf-Geschwindigkeiten. Wir haben mobile Datenverbindungen in verschiedenen Regionen Deutschlands aufgebaut und dabei die Down- und Upstream-Geschwindigkeit gemessen. Einerseits an unserem Redaktionssitz in Köln, aber auch in Münster, Mainz, Berlin und im tiefsten Bayern nahe der österreichischen Grenze in Burghausen.

Topwert in Burghausen

Im Schnitt lagen die von uns gemessenen Surfgeschwindigkeiten in den besuchten Großstädten bei 13 – 16 Mbit/s im Down- und 1 - 2 Mbit/s im Upstream. In der Spitze konnten wir Mitte Dezember 21,9 Mbit/s im Down- und 4,1 Mbit/s im Upstream messen. Und das ausgerechnet im eher beschaulichen Burghausen mit seinen gerade einmal knapp 18.000 Einwohnern. Kurios: am Abend zuvor lag die Download-Geschwindigkeit am gleichen Messungsort bei nur 2 Mbit/s.

Ähnliche Schwankungen bei der Geschwindigkeit mussten wir auch an einem Standort in Münster beobachten, wo Anfang Dezember knapp 16 Mbit/s möglich waren, zwei Wochen später hingegen nur bis zu 4 Mbit/s. Vor dem Hintergrund, dass vor Ort die maximal mögliche DSL-Geschwindigkeit bei 1 Mbit/s liegt, ist aber selbst dieser Wert noch mit einer Art Geschwindigkeitsrausch gleichzusetzen.

Problem: Shared Medium

Zu erklären sind die recht unterschiedlich ausfallenden Downloadraten unter anderem dadurch, dass die zur Verfügung gestellte Maximalgeschwindigkeit von allen Kunden geteilt werden muss, die gleichzeitig in einer Mobilfunkzelle eingebucht sind. Abends, wenn das Internet intensiver genutzt wird, kann es deswegen durchaus zu deutlich langsameren Surfgeschwindigkeiten kommen.

Dieses Problem lässt sich umgehen, wenn zum Beispiel auf ein LTE-Netz ausgewichen wird. Hier sind die Kapazitäten größer und entsprechend lassen sich mehr Verbindungen mit höheren Geschwindigkeiten nutzen. Problem: Ein LTE-Netz ist bei E-Plus Stand heute noch nicht nutzbar, soll aber im März 2014 an den Start geschickt werden.

Fazit: Surfen ohne Limit bereitet gute Laune

Wer einen Internetzugang bucht, möchte diesen möglichst ohne Einschränkungen nutzen dürfen. Im Netz der E-Plus Gruppe ist das seit knapp einem Monat möglich – auch für die vielen Kunden der zahlreichen Prepaid-Marken wie simyo, blau.de oder Aldi Talk, die auf die Netzinfrastruktur von E-Plus zugreifen. Und zweifelsohne bereitet es gute Laune, deutschlandweit die deutlich schnelleren Downloadgeschwindigkeiten zu nutzen. Auch im Zug oder auf dem Beifahrersitz im Auto machen sich die aufgehobenen Speed-Beschränkungen vielerorts deutlich bemerkbar.

Aber Vorsicht: Das schnelle Internetvergnügen verleitet dazu, die mobilen Datenverbindungen deutlich häufiger zu verwenden. Und das wiederum hat zur Folge, dass das häufig auf nur 100, 200 oder 300 Megabyte begrenzte Highspeed-Volumen recht zügig verbraucht ist. Und wer dann nicht bereit ist, schnelles Datenvolumen nachzubuchen, muss sich lange mit Internet im Schneckentempo begnügen, was wiederum alles andere als ein Vergnügen ist.

(Hayo Lücke)

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