Testbericht

Microsoft Wireless Comfort Desktop 5000 im Test

Ergonomische Tastatur im Wellendesign, BlueTrack-Maus, keine Kabel und Flüster-Tasten. Das auch für Windows 7 zertifizierte Tastatur-Maus-Set überzeugt im onlinekosten.de-Test.

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Es dauert nicht mehr lange, dann startet Microsoft mit der Vermarktung seines neuen Betriebssystems Windows 7. Nach und nach werden ab Ende Oktober das aktuelle operating system (OS) Windows Vista vom Markt verschwinden und neue PCs, Netbooks und Notebooks nur noch mit Windows 7 ausgeliefert. Klar, dass da auch die passende Hardware nicht fehlen darf. Microsoft hat zu diesem Zweck eine neue für den Vista-Nachfolger zertifizierte Tastatur-Maus-Kombination im Angebot: das Wireless Comfort Desktop 5000. onlinekosten.de hatte die Möglichkeit, das kabellose Set vor dem offiziellen Verkaufsstart Anfang September unter die Lupe zu nehmen.

Drei-Komponenten-Set

Geliefert wird das Wireless Comfort Desktop 5000 als Kombination aus zwei Teilen: Tastatur (Wireless Comfort Keyboard 5000) und BlueTrack-Maus (Wireless Mouse 5000) - jeweils in glänzendem Schwarz. Genau genommen liegt noch eine dritte Komponente bei: ein Funkempfänger auf Basis von 2,4 Gigahertz, der an einen freien USB-Port am PC angeschlossen wird. Denn sowohl Tastatur als auch Maus sind ohne nerviges Kabelgewirr auf dem Schreibtisch nutzbar. Stattdessen ist das Einlegen von Batterien notwendig. Jeweils zwei Mignon-Batterien (AA) - ebenfalls im Lieferumfang enthalten - werden vor der Erstnutzung in die passenden Schächte auf der Maus- und Tastatur-Rückseite geklemmt.


Dann kann es losgehen: die Einrichtung beginnt. Mit Hilfe eines kleinen Handbuchs geht die spielerisch von der Hand und ist selbst für Laien ein absolutes Kinderspiel. Software von der beiliegenden CD installieren, Funkempfänger an den USB-Port anschließen, fertig. Theoretisch ist eine Nutzung von Maus und Tastatur schon jetzt möglich, doch wirklich komfortabel wird es erst nach einer nutzerspezifischen Einrichtung. Hierzu reich es aus, die bei der Software-Installation auf dem Desktop abgelegten Icons (Mauszeiger und Tastatur-Taste) anzuklicken.

Vier-Tasten-Maus

Insbesondere die Einrichtung der Maus kann durchaus Sinn machen. Sie liefert nämlich nicht nur zwei Standard-Tasten (Links- und Rechts-Klick) und ein Scrollrad, sondern auch eine Daumentaste an der linken Seite und eine vierte Taste genau entgegengesetzt rechts. Alle Tasten sind nach den eigenen Wünschen mit speziellen Funktionen belegbar. So lässt sich auf die Daumentaste zum Beispiel die Funktion "Einfügen" legen und auf die Ringfinger-Taste auf der anderen Seite der Befehl "Dektop ein/ausblenden". Zu beachten ist außerdem: die Maus ist durch ihre weitestgehend symmetrische Form für Links- und Rechtshänder gleichermaßen geeignet. Grundsätzlich liegt liegt sie bequem in der Hand, hätte aber insbesondere für große Hände in der Länge mehr Spielraum verdient gehabt. Als Highlight hat die Wireless Mouse 5000 die Bluetrack-Technologie zu bieten. War es früher notwendig, PC-Mäuse möglichst auf einem angerauten Mousepad zu nutzen, lässt sich der kabellose "Nager" dank Bluetrack auf mehr Oberflächen wie Teppich oder Holz ohne spezielle Unterlage nutzen. Möglich machen es ein so genannter CMOS-Sensor (Complementary Metal Oxide Semiconductor) sowie eine hauseigene Pixelgeometrie. Sie tasten die Oberfläche mit einem blauem Lichtstrahl ab, der viermal so groß ist wie ein herkömmlicher Laserstrahl. Einschränkungen gibt es aber trotzdem: auf Glas funktioniert auch die Bluetrack-Technik so gut wie gar nicht. In einem Test unserer Redaktion sprang der Mauszeiger mehr über den Bildschirm statt sauber zu schweben.

Tastatur mit vielen Extratasten

Ein besonderes Augenmerk hat auch die 47 Zentimeter lange, 22 Zentimeter breite und gut sieben Zentimeter tiefe Tastatur verdient. Sie liefert nämlich weit mehr als so manche Standard-Tastatur. Auffällig ist vor allem das geschwungene Tastenfeld. Die Tasten liegen nicht linear in einer Reihe nebeneinander, sondern in eleganter Wellenform. Hinzu kommen eine gummierte Handballenauflage und die Möglichkeit, die Tastatur auf einem Anstellwinkel von sechs Grad zu positionieren. Das sorgt für eine natürlichere Handhaltung, weil die Handgelenke weniger abgekippt werden. Im Büro werden zudem Kollegen deutlich weniger gestört, denn die Tasten sind wesentlich leiser als bei anderen Tastaturen. Microsoft nennt das "flüsterleise Tasten". Ganz verstummen sie aber nicht.

Markant ist zudem eine Zusatzleiste an Sondertasten. Sie wurde oberhalb F1-F12-Tasten eingegliedert und macht nicht nur funktional, sondern auch optisch etwas her. Die insgesamt 19 Sondertasten wurden praktisch in die Tastatur eingebettet und gehen am oberen Rand direkt in den Tastaturrahmen über. Keine Frage, das sieht schick aus. Allerdings geht es auch etwas auf Kosten eines optimalen Druckpunktes.


Programme über die Tastatur auswählen

Dennoch: die Vorteile der so genannten One-Touch-Leiste überwiegen deutlich. So sind alle Tasten frei programmierbar, durch spezielle Symbole ist die Standard-Belegung aber eigentlich mit den optimalen Funktionen belegt. So lassen sich zum Beispiel mit der Betätigung von nur einer Taste das E-Mail-Programm starten oder es kann über den im Hintergrund laufenden Mediaplayer zum nächsten Lied geschaltet werden. Auch die Lautstärkeregelung ist über die Tastatur zu managen und auf Wunsch sogar eine Stummschaltung möglich. Fünf Favoriten-Tasten sind zudem mit beliebigen Funktionen belegbar, um beispielsweise binnen zwei Sekunden Word starten zu können oder die Lieblings-Webseite aufzurufen. Soviel zur Technik. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Eine Tastatur mit geschwungenem Tastenfeld? Das kommt bei immer mehr PC-Nutzern in Mode. Wer von einer Standard-Tastatur auf das neue Tastenfeld umsteigt, wird sich zwar zunächst einige Tage umgewöhnen müssen und bei den ersten Gehversuchen mit der neuen Tastatur hier und da die falschen Buchstaben-Tasten treffen. Doch am Ende überwiegen zumindest im Fall des Wireless Comfort Desktop 5000 die durchaus komfortablen Nutzungsmöglichkeiten.

Ergonomie mit Einschränkungen

Sinnvoll für ergonomisches Arbeiten ist insbesondere die nicht an die Tastatur ansteckbare, sondern integrierte Handballenauflage. Sie macht allerdings nur dann wirklich Sinn, wenn der Nutzer das Zehn-Finger-Schreibsystem beherrscht. Ansonsten liegen die Handballen - zumindest bei großen Händen - auf der Kante zwischen Auflagenende und Tisch. Das stört zwar nicht wirklich, verfehlt aber den ergonomischen Vorteil.

Ein kleiner Minuspunkt ist zudem das Design. Zweifelsohne wirkt die neue Microsoft-Tastatur auch aufgrund der Flüstertasten äußerst hochwertig, allerdings kommen auch hochglänzende Flächen zum Einsatz. Zum Beispiel auf den zusätzlichen Sondertasten oder neben dem Zehn-Ziffern-Tastenfeld. Wer seine Fingerabdrücke auf der Tastatur nicht sehen will, ist schnell zum Putzen gezwungen. Das gilt im Übrigen auch für die Oberfläche der Maus.

Speziell für Windows 7 wurde unter anderem die so genannte Windows Flip-Funktion integriert. In unserem Test funktionierte dieses Extra aber auch schon unter Windows XP. Anwender können eine Vorschau aller geöffneten Fenster aufrufen, indem sie das Scrollrad der Maus nach unten drücken.


Für rund 70 Euro zu haben

Alles in allem ist Microsoft ein ansprechendes Tastatur-Maus-Set gelungen, das insbesondere durch die zahlreichen Sonderfunktionen der Tastatur überzeugen kann. Allerdings müssen Interessenten bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, um die kabellose Hardware zu nutzen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei knapp 70 Euro, wer die Tastatur schon jetzt bei amazon.de vorbestellen möchte, muss sogar knapp 73 Euro zahlen. Drei Jahre Garantie inklusive.

Name: Wireless Comfort Desktop 5000
Hersteller: Microsoft
Internet: www.microsoft.de
Preis: 69,99 Euro
Technische Daten
Lieferumfang: Tastatur
Maus
Funk-Empfänger
vier AA-Batterien
Installationssoftware
Handbuch
Schnittstelle: USB
Übertragungsstandard: BlueTrack (2,4 GHz)
Reichweite: rund zehn Meter
Sondertasten (programmierbar): 19 + 12 F-Tasten (31)
Maustasten (programmierbar): 4 + 4-Wege-Scrollrad mit Taste
Rechts-/Linkshändig: ja / ja
Auflösung: 1.000 dpi
Garantie: Drei Jahre
Besonderheiten: viele Sondertasten, geschwungenes Tastenfeld, Flüstertasten, auch mit Max OS X (ab Version 10.2) nutzbar
Pro & Contra
viele frei programmierbare Tasten
für Links- und Rechtshänder geeignet
flüsterleise Tasten
ergonomisches Design
geschwungenes Tastendesign erfordert Eingewöhnungsphase
teils anfällig für Fingerabdrücke
Bewertung:
Ausstattung (30%): gut
Ergonomie (30%): gut
Software (20%): sehr gut
Verarbeitung (20%): gut
Gesamt: gut (1,8)
Preis-Leistung: befriedigend

(Hayo Lücke)

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