Testbericht

Medion Akoya E6221 im Test: Matt trifft glänzend

Ab Ende April ist das neue Akoya E6221 mit Intel Core i3-Prozessor der Sandy-Bridge-Reihe bei Medion zu haben. Der Laptop bringt zwei USB-3.0-Ports, einen extrastarken Akku, Sensortasten und ein entspiegeltes Display mit.

Ab Ende April ist das neue Akoya E6221 mit Intel Core i3-Prozessor der Sandy-Bridge-Reihe bei Medion zu haben. Der Laptop bringt zwei USB-3.0-Ports, einen extrastarken Akku, Sensortasten und ein entspiegeltes Display mit.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Intels Sandy-Bridge-Prozessoren und auch der neue USB-Standard 3.0, der Daten bis zu zehnmal schneller als sein Vorgänger durch das Kabel schubsen kann, breiten sich immer weiter im Notebook-Bereich aus. Ab Ende April bestückt der Essener Elektronik-Anbieter Medion seinen Onlineshop mit einem neuen 15,6-Zoll-Laptop, der sich beide Merkmale zu Eigen macht: Das Modell Akoya E6221 liefert für 629 Euro einen Intel Core i3 mit integrierter Grafik und lockt außerdem mit einem 8-Zellen-Akku.

Akoya E6221 Test – Inhalt

  • Seite 1: Design, Eingabegeräte und Akkulaufzeit
  • Seite 2: Technische Daten, Display und Schnittstellen
  • Seite 3: Software, Fazit und Info-Tabelle

Schwarzer Hochglanz (fast) überall

Getreu der Akoya-Aufmachung ziert auch das rund 380x260x27 bis 34 Millimeter große E6221 ein hochglänzendes Kunststoff-Gehäuse. Innen wie außen kommt der Laptop ganz in Schwarz, wobei der Großteil der Flächen spiegelglatt ist. Eine angenehme Ausnahme bilden die Tasten und das Display. Der glänzende Deckel mit hellen Logos und einem Zierstreifen ist zart gemustert, die Optik erinnert an gebürstetes Metall. Die Handballenauflage des 2,65 Kilogramm schweren Notebooks hat Hersteller Medion pur belassen, auch das Multitouchpad und die Klicktasten sind mit der glänzenden und glatten Oberfläche versehen. Ob nun ein spiegelglattes Touchpad genauso komfortabel ist wie ein strukturiertes, ist auch Geschmackssache – genau wie die Vorliebe für spiegelnde oder matte Displays. Das glatte Pad erledigt seinen Job jedenfalls zuverlässig, sieht aber schnell verschmiert aus. Die matten Tasten der Solid-Tastatur sind mit ihrer rauen Oberfläche sehr angenehm, lediglich die Leertaste ist beim Tippen minimal zu laut. Pluspunkte holen das Nummernpad und die Sensorleiste ab, über die sich Lautstärke, Konnektivität und die Video-/Audio-Wiedergabe steuern lassen.

Netzteil mit Schalter

Ist das Akoya E6221 frisch geputzt, kann man den tiefschwarzen Flächen ein hübsches und modernes Aussehen zugute halten. Nach einem Tag mit Schreibarbeit, Internetsurfen, Mediennutzung und Transport schleichen sich aber leider eine Menge Fingerabdrücke ein. Wohl aus diesem Grund hat Medien ein Putztuch mitgeliefert. Ein Handbuch, eine Garantiekarte sowie DVDs mit den installierten Programmen und eine Betriebssystem-Recovery (Windows 7 Home Premium 64-bit) gehören ebenfalls zum Lieferumfang. Das Netzteil, das den starken 8-Zellen-Akku speist, weist ein selten anzutreffendes Merkmal auf: Es verfügt über einen Schalter. Auch ein vollständig geladener Laptop genehmigt sich noch 0,3 bis 0,4 Watt, wenn er per Netzteil mit dem Stromnetz verbunden ist. Mit dem Medion Netzteil entfällt somit Steckerziehen oder das Abschalten einer Steckerleiste.

Bezüglich der Akkulaufzeit schneidet das Akoya E6221 für ein 15,6-Zoll-Gerät sehr gut ab. Insgesamt kann entweder rund zwei Stunden unter Vollast gearbeitet oder im Energiesparmodus fünf Stunden lang die Lieblingsserie auf DVDs angeschaut werden, bevor der Akku schlapp macht. Im weniger praxisnahen Szenario, ein Textdokument auf dem permanent eingeschaltetem Display anzuzeigen, hält eine Akkuladung etwa acht Stunden.

Eine so lange Laufzeit wird nicht nur durch die hohe Kapazität des Akkus erreicht, auch die Hardware spielt mit. Der Intel Core i3-2310M Prozessor mit 2,1 Gigahertz Taktfrequenz aus der zweiten Core-i-Generation kommt ohne das TurboBoost-Feature zum Erhöhen der Taktrate aus und belässt es laut Intel trotz integrierter 3000 HD Grafik bei einer Thermal Design Power von 35 Watt. Dazu hat Medion 4 Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher verbaut. Über die Leistung des Dual-Core-Gespanns gibt auch der Dell Inspiron 15R Test Auskunft; Dells neuer 15-Zöller ist recht ähnlich bestückt.

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Leistung der CPU und Grafik

Der Intel HD 3000 Grafikchip kommt mit Filmen in den High-Definition-Auflösungen 720p oder 1080p locker zurecht und leitet sie bei Bedarf über den HDMI-Ausgang an einen Fernseher weiter. Bei Computerspielen scheint dann aber die Einsteigerklasse durch. Ältere DirectX-10-Spiele müssten mit niedrigen Details flüssig laufen, geprüft haben wir das Verhalten anhand eines Benchmarks von Devil May Cry 4, der bei heruntergeschraubter Detailstufe mit knapp 50 Frames pro Sekunde (fps) flüssig lief. Nachdem die Regler auf hoch gestellt wurden, sank das Ergebnis auf 19 fps. Der Prozessor unterscheidet sich bei der erreichten Leistung wenig vom Vorgänger Core i3 und ist für alltägliche Anwendungen absolut ausreichend. Spielt der Laptop zwei Full-HD-Videos parallel ab und schnürt zur gleichen Zeit ein paar GB Daten zu einem ZIP-Päckchen, ist die CPU zu rund 50 Prozent ausgelastet. Bei einer solchen Beanspruchung ist der Lüfter deutlich hörbar, ein übermäßig lautes Surren konnten wir aber nicht feststellen.

Für viele ein Pluspunkt: Entspiegelter Bildschirm

Das Display des Medion Notebooks kommt im 16:9-Format mit 1.366x768 Pixeln und einer LED-Hintergrundbeleuchtung. Eine willkommene Abwechslung in der Multimedia-Laptop-Landschaft beschert Medion mit der entspiegelten Oberfläche. Gerade bei sonnigem Wetter auf dem Balkon spielen matte Displays ihre Stärken aus. Die Blickwinkel könnten aber größer sein, wer von der Seite auf den Bildschirm schaut, bemerkt Veränderungen bei Farbe und Helligkeit. Vom Bild zum Sound: Der Klang der Lautsprecher ist laut aufdrehbar und ganz gut, jedoch nicht so voll und überzeugend wie bei Audio-starken Laptops wie dem Dell XPS 15.

Schnittstellen

Als zweiter Grafikausgang neben HDMI steht ein analoger D-Sub-Port (VGA) zur Verfügung, während sich verschiedene Peripheriegeräte über zwei USB-2.0- und zwei USB-3.0-Anschlüsse verbinden lassen. Die Ports sitzen relativ eng beieinander, sodass breite USB-Sticks eventuell den Zugang zum Nachbarport versperren. Da die Anschlüsse aber auf beide Seiten verteilt sind, sollte das kein Problem darstellen. Der Speicherkartenleser akzeptiert SD- und SDHC-Karten sowie die Formate MMC, MS und MS Pro. Die Kommunikationsausrüstung setzt sich aus Gigabit LAN und WLAN zusammen, wobei Verbindungen über die Funkstandards 802.11 b/g/n unterstützt werden. Um Daten zu sichern, bringt das Akoya E6221 640 GB Speicherplatz mit, für externe Backups steht ein DVD/CD-Brenner zur Verfügung.

Die passende Software von CyberLink ist vorinstalliert, auch die 1,3-Megapixel-Webcam lässt sich mit einem Programm des Herstellers (YouCam 3) für Videochats oder zum Drehen von YouTube-Videos verwenden. Die Software ist mit einem Label-Beschrifter und einem Brennprogramm (Power2Go 6) in der Media Suite zusammengefasst. Die Programme sind normalerweise kostenpflichtig, YouCam und Power2Go haben allerdings einen Versionssprung verschlafen und sind im Handel bereits in der nächsten Generation angelangt. Hinzu kommen kostenlose Programme: eine 90-tägige Testversion von Kaspersky Internet Security, das werbefinanzierte Microsoft Office 2010 Starter, Googles Chrome Browser, ein DHL Desktop-Widget sowie das TV-Tool watchmi, das sich ohne TV-Tuner auf Internetvideos beschränkt.

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Fazit: Solide Leistung, wenig Extras

Das Medion Akoya E6221 offenbart überwiegend positive, aber auch ein paar weniger gute Charakterzüge. Unter die Pluspunkte fallen allen voran eine gute Akkulaufzeit, die flache Bauweise, USB 3.0-Schnittstellen, die große Tastatur mit Chiclet-Tasten, Nummernpad und Sensorleiste sowie das mattierte Display. Auch beim Netzteil mit Schalter hat Medion mitgedacht und nimmt dem Kunden außerdem das Erstellen von Recovery-DVDs ab. Tadel muss der Laptop für die Anfälligkeit für Fingerabdrücke hinnehmen. Zudem kann das Akoya E6221 keine weiteren Extras wie eSATA, Bluetooth oder eine Schnellstart-Option für sich verbuchen.

Das kürzlich von uns getestete Dell Inspiron 15R ist mit ähnlicher Hardware ab 499 Euro zu haben, was auf den ersten Blick einen Schatten auf das Preis-Leistungs-Verhältnis von Medion wirft. Aber: Bei Medion gibt es zwei Jahre Garantie, bei Dell standardmäßig nur ein Jahr Service. Stockt man Dells Laptop entsprechend auf, übersteigt der Warenkorbwert den Preis von Medion. Das Dell Inspiron 15R enthält einen schwächeren Akku, kann aber wiederum eSATA und eine Wechsel-Abdeckung vorweisen. Bei identischen Prozessor etwas günstiger als das Akoya E6221 zu haben ist das Acer Aspire 5750, statt 640 gibt es dann aber "nur" 500 GB Festplattenspeicher.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Akoya E6221
Hersteller: Medion
Internet: www.medion.de
Preis: im Medionshop 629 Euro, zuzüglich 7,95 Euro Versandkosten
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i3-2310M mit 2,1 GHz
Grafikkarte: Intel 3000 HD (integriert)
Bildschirm: 15,6 Zoll 16:9 (1.366x768 Pixel) mit LED-Hintergrundbeleuchtung, entspiegelt
Batterie: 8-Zellen-Akku: Laufzeit: 121 Minuten unter Vollast / 485 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 300 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3 (2x2)
Festplatte: 640 GB
Laufwerk: DVD/CD-Brenner
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 380 x 260 x 27 – 34 Millimeter; 2,65 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, VGA, 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, Kartenleser (SD, SDHC, MMC, MS, MS Pro), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam, Nummernpad, Sondertasten (Sensorleiste)
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Handbuch, Garantiekarte, Software-DVDs
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,4/ RAM: 5,9 / 2D: 5,6 / 3D: 6,2 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 15 Sek.

CPU-Benchmarks: PC Wizard: 30.262
Cinebench 11.5: 1.93

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: 180; 720p-Benchmark: 156
OpenGL: Cinebench 11.5: 8,49 BpS

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: bei 1.360x768 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 49 fps; Details und Auflösung hoch + 2-fach MSAA: 19 fps

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 94/96 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 190/191 MB/s; zufälliges Lesen: 60 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,4 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 13 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 17 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 33 Watt
Garantie: 2 Jahre (siehe Medion Garantie)
Pro & Contra
entspiegeltes Display
USB 3.0
gute Tastatur mit Nummernblock
Netzteil mit An/Aus-Schalter
lange Akkulaufzeit
sehr anfällig für Fingerabdrücke
Nur Basic-Schnittstellen, kein Bluetooth
Bewertung:
Geschwindigkeit: 14/20
Ausstattung: 16/20
Display: 14/15
Bedienung/Komfort: 13/15
Gewicht: 3/5
Akkulaufzeit: 13/15
Verarbeitung: 8/10
Gesamt: 81/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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