Testbericht

Maxdome Video-on-Demand im Test

Schnell und bequem vom Fernsehsessel aus einen Film auswählen und über das Internet ansehen. Ist das wirklich so einfach, wie es klingt? Die onlinekosten.de-Redaktion hat das neue Maxdome-Portal getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Schnell und bequem vom Fernsehsessel aus einen Film auswählen und über das Internet ansehen. Ist das wirklich so einfach, wie es klingt? Die Antwort lautet "Ja". Über das Internet lassen sich ganz bequem und legal Filme abrufen und wahlweise auf dem Computer oder Fernseher betrachten. Immer mehr Anbieter setzen heute auf das so genannte "Video-on-Demand". United Internet – Muttergesellschaft von 1&1 – und die ProSieben-Sat.1-Gruppe wollen den deutschen Markt revolutionieren und haben im vergangenen Juli "Maxdome" gestartet. Die onlinekosten.de-Redaktion hat das neue Video-Portal getestet.

Filme, Serien und Comedy

Die virtuellen Videoregale von Maxdome sind stellenweise gut gefüllt. Maxdome bietet seinen Nutzern unter anderem Spielfilme, Serien, Comedy und die gängigen ProSieben-Sat.1-Eigenproduktionen. So haben ProSieben und Sat.1 die Möglichkeit ihre selbst produzierten Mehrteiler oder Fernsehfilme weiter zu vermarkten – auch dann, wenn sie im Fernsehen kaum jemand sehen wollte. In einigen Ecken – wie bei den Blockbustern – lässt die Auswahl aber noch zu Wünschen übrig.

Einzeln abrufbar...

Jedes Video kann bei Maxdome einzeln über das Internet gekauft und abgerufen werden. Die Preise bewegen sich dabei zwischen 99 Cent für eine Folge einer Serie und knapp vier Euro für einen Hollywood-Streifen. Das Filmangebot bei Maxdome bringt den erfahrenen Kino- und Videotheken-Fan zwar nicht ins Jubeln, ist aber durchaus annehmbar. Neben den aktuell als Blockbuster beworbenen Titeln, wie "Troja" oder auch der bereits etwas ältere Film "The Salton Sea", bietet das Maxdome-Portal bei den Filmen nicht viel Neues. In der Kategorie "Movie" tummeln sich einige ältere Filme und so genannte B-Movies.

Anders dagegen sieht es bei den Serien und dem virtuellen Comedy-Regal aus. Vor allem Fans von bekannten Serien, wie "Lost", "Desperate Housewives" oder auch "Stromberg" werden hier auf ihre Kosten kommen. Von bereits im TV gelaufenen Serien bietet Maxdome meist alle Staffeln zum Download an. Bei aktuellen Serien wird die jeweilige Folge nach der Ausstrahlung im TV freigegeben. Bei "Lost" und "Desperate Housewives" gibt es außerdem für knapp 2,50 Euro immer eine Folge eine Woche vorab zu sehen.

...oder im Abo-Paket

Maxdome bietet allerdings auch sechs verschiedene Pakete im Abo an. Hier muss ein monatlicher Beitrag gezahlt werden und der Nutzer bekommt unbeschränkten Zugriff auf die jeweiligen im Paket enthaltenen Titel. Der Haken liegt allerdings bei der Mindestvertragslaufzeit. Diese erstreckt sich über ein ganzes Jahr. Zu beachten ist auch, dass bei einer eventuellen Kündigung eine Frist von vier Wochen eingehalten werden muss. Als Abonnements stehen sechs Pakete zur Auswahl: Movie-Flat, Comedy Paket, Serien Paket, Movie Paket, Erotik Paket und Premium Paket. Die Movie-Flat umfasst den Zugriff auf 100 Filme, die allerdings eher zur zweiten Wahl des Maxdome-Angebots zählen. Die Movie-Flat grenzt sich insofern von den anderen Paketangeboten von Maxdome ab, als dass es sie nur beim Kauf einer Set-Top-Box von Thomson hinzu gibt oder wenn ein Kunde bei 1&1 einen Vertrag über das neue 3DSL-Angebot abschließt.

100 Filme zur Set-Top-Box

Die Set-Top-Box wird unter anderem über die Internetseite von Maxdome vertrieben. Sie kostet 99 Euro inklusive eines WLAN-Sticks und holt die Filme von Maxdome auf den heimischen Fernseher. Allerdings ist eine solche Box keine Voraussetzung, um das VOD-Angebot auf dem Fernseher betrachten zu können. Die kostengünstigere Variante ist, den Computer über ein Videokabel mit dem Fernseher zu verbinden.

Die Pakete im Detail

Die Movie-Flat kann aber auch nur als Kennenlern-Angebot bezeichnet werden. Die wirklich interessanten Serien und Filme müssen natürlich einzeln oder im Paket erworben werden. Das Comedy Paket kostet monatliche 4,99 Euro und umfasst neben aktuellen Comedy-Serien, wie etwa "Bully & Rick", auch ältere Angriffe auf die Lachmuskeln. So sind etwa die Staffeln von "Kalkhofes Mattscheibe", "Stromberg" oder auch alte Episoden der "Harald Schmidt Show" aus Sat.1-Zeiten hier erhältlich. Natürlich darf auch die "ProSieben Märchenstunde" nicht fehlen, obwohl diese bekanntlich nicht von jedermann mit dem Prädikat "Lustig" ausgezeichnet wird.

Das "Serien-Paket" gibt es bei Maxdome für monatliche 9,99 Euro. Es enthält alt bekannte Sat.1- und ProSieben-Serien, wie "Edel & Starck", "SK Kölsch" oder "Verliebt in Berlin". Wer sich jetzt schon auf beliebte US-Serien wie "Friends" freut, wird allerdings enttäuscht. Diese befinden sich nicht mit im Programm. Für das Movie-Paket verlangt Maxdome dieselbe monatliche Grundgebühr, wie für das Serien-Paket. Auch hier zahlt der Kunde 9,99 Euro pro Monat. Einige gefragte Filmtitel sind allerdings nicht mit in der Movie-Flat enthalten. Titel, wie "Die weiße Massai" oder "Million Dollar Baby" bietet Maxdome nur in der Blockbuster-Kategorie als Pay-per-View an. Abonnenten der Movie-Flat erhalten aber monatlich Gutscheine, um drei Blockbuster für jeweils 24 Stunden sehen zu können. Die Movie-Flat ist also etwas beschnitten.

Alle Pakete für 19,99 Euro

Ein wenig teurer noch ist das Erotik-Paket. Freunde der Schlüsselloch-Unterhaltung zahlen 12,99 Euro pro Monat für den Zugang zu den schlüpfrigen Filmchen. Wer alle Maxdome Abos interessant findet, kann für 19,99 Euro im Monat auch das Premium-Paket ordern. Das Premium-Paket umfasst sämtliche Inhalte der einzeln buchbaren Abonnements. Premium-Kunden erhalten außerdem auch drei Gutscheine für vorgegebene Blockbuster. Bezahlt wird bei Maxdome per Lastschriftverfahren. Der Kunde muss bei der Anmeldung seine Kontodaten preisgeben und Maxdome bucht die Abo- und Pay-per-View-Gebühren monatlich von dem angegebenen Konto ab.

Alles per Internet-Stream

Der Unterschied von Maxdome zu Arcors Video-on-Demand-Angebot liegt in der Übertragung der Mediendaten. Während Arcor die Videos zum Download anbietet, stellt Maxdome die Dateien als Stream zur Verfügung. Dies hat Vor- und Nachteile: Der Vorteil ist, dass nicht erst lange Wartezeiten vergehen, bis das gewünschte Video auf den Computer- oder Fernsehbildschirm gelangt. Für Nutzer von langsameren DSL-Verbindungen kann das Streaming allerdings zum Problem werden.

Mit zwei Mbit/s kein Problem

Wir haben das Maxdome-Angebot mit einer zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) schnellen Internetverbindung getestet. Die Videos ließen sich in einer ordentlichen Qualität auf dem Computer abspielen, ein einziges Mal sank die Performance abends in die Knie und wir erhielten ein Standbild, während der Ton weiter zu hören war. Bei allen weiteren Tests funktionierte unser Maxdome-Zugang allerdings reibungslos und ohne Probleme.

Maxdome stellt die Videos in drei verschiedenen Qualitätsstufen zur Verfügung: Bei DSL-Geschwindigkeiten von einem Mbit/s bekommt der Nutzer eine Auflösung von 448 x 336 Pixel über das Internet geboten, bei einer zwei Mbit/s schnellen Internetverbindung gibt es 624 x 468 Pixel. Ist der Internet-Anschluss schneller als drei Mbit/s, so bekommt der Kunde die Videos in der höchsten Auflösung von 688 x 512 Pixel plus Surround-Sound auf den Computer- oder Fernsehbildschirm geliefert.

Bei den beiden unteren Qualitätsstufen ist der Ton auf Stereo beschränkt. Damit erreicht das Maxdome-Streaming zwar noch nicht DVD-Qualität – DVDs bieten eine Auflösung von 720 x 576 Pixel – sorgt aber für ein durchaus gutes Bild. Für den PAL-Fernseher ist die Auflösung in Ordnung, für das neue hochauflösende Fernsehen sollte Maxdome aber nachlegen. Beim Ton vermissen wir DTS und Dolby Digital.

Auf Microsoft festgelegt

Bevor ein Video geordert werden kann, prüft Maxdome den DSL-Anschluss und optimiert die Streaming-Geschwindigkeit. An den Computer stellt Maxdome nicht allzu hohe Anforderungen. Mindestens sollten ein Gigahertz Prozessorleistung, 512 Megabyte Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit 32 Megabyte Grafikspeicher vorhanden sein. Als Betriebssystem wird Windows vorausgesetzt – mindestens Windows 98. Linux- und Mac-Nutzer werden – wie auch beim Angebot von Arcor - ausgesperrt. Außerdem muss der Internet Explorer verwendet werden, mit anderen Browsern ist das Angebot nicht abrufbar. Die Videostreams lassen sich im internen Videoplayer auf der Maxdome-Seite oder im externen Windows-Media-Player abspielen. Das Maxdome-Angebot ist rundum übersichtlich geordnet. Die Datenbank lässt sich nicht nur nach Filmtiteln, sondern etwa auch nach Schauspielern durchforsten. So kann jeder Filmfan die besten Streifen mit seinen Lieblingsdarstellern auf Anhieb finden.

Fazit

Bei den Abo-Angeboten hat der Kunde eine gute Kostenkontrolle. Was uns aber negativ auffiel: Maxdome kettet seine Kunden im Abo direkt für ein ganzes Jahr an sich. Dies sollte vorab vor Abschluss eines Vertrags immer bedacht werden. Die Preise für den Einzelabruf von Filmen sind teils sogar noch etwas höher angesetzt als beim Video-on-Demand-Angebot von Arcor.

Doch in der Videothek um die Ecke wird das Spielfilm-Angebot zumindest um einiges größer und je nach Videothek auch günstiger ausfallen. Anders wiederum bei den Kategorien Comedy und Serie. Diese Sparten sind gut bestückt unter anderem auch mit beliebten Serien, wie Desperate Housewives. Hier kommen Maxdome-Kunden voll auf ihre Kosten. Technisch liefert Maxdome ordentliche Fernseh-Qualität ab. Das Portal ist kinderleicht zu bedienen und funktioniert auch mit einer zwei Mbit/s schnellen Internetverbindung ohne Probleme. Wer über eine schnelle DSL-Verbindung verfügt, kann also ohne Bedenken bei Maxdome einsteigen. Wer eine Internetverbindung nutzt, die langsamer als zwei Mbit/s ist, muss allerdings mit Bildstörungen beim Stream rechnen. Hier wäre ein zeitaufwändiger Download sicherer, wie Arcor ihn anbietet.

Kostenlose Inhalte

Einige Videos stellt Maxdome auch kostenlos zur Verfügung, wie die erste Folge der Telenovela "Schmetterlinge im Bauch" – so können interessierte Kunden das Maxdome-Angebot auch zunächst einmal testen. Die kostenlosen Folgen können allerdings erst nach erfolgter Anmeldung angesehen werden.

Ein geschickter Schachzug ist es, die Set-Top-Box für das Maxdome-Angebot inklusive der Movie-Flat für 99 Euro anzubieten. Steht die Box erst einmal neben dem Fernseher, so wird der Kunde bestimmt auch einmal zu einem kostenpflichtigen Stream seines Lieblingsfilms greifen oder gleich zum Abonnement. Die Movie-Flat ist so gesehen nur ein geschicktes Lockangebot. 1&1-Kunden mit dem 3DSL-Tarif erhalten die Box im übrigen nochmals günstiger – für 69 Euro.

Die Maxdome-Pakete im Überblick:

Movie Flat – zur Thomson Settop-Box oder 3DSL von 1&1

Comedy-Paket – 4,99 Euro im Monat

Serien-Paket – 9,99 Euro im Monat

Movie-Paket – 9,99 Euro im Monat

Erotik-Paket – 12,99 Euro im Monat

Premium-Paket – 19,99 Euro im Monat

Lost Season-Pass – einmalig 19,99 Euro

Desperate Housewives Season-Pass – einmalig 19,99 Euro

(Denise Bergfeld)

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