Testbericht

Mausrad neu erfunden: Genius Traveler 515 im Test

Genius hat mit der Traveler 515 Laser eine Desktop-Maus mit optischem Sensor statt mechanischem Scrollrad entwickelt. Muss sich der Nager hinter den Rädchen-Modellen verstecken? onlinekosten.de hat die Maus getestet.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Vor kurzem hat Genius mit der Traveler 355 Laser eine neue Notebook-Maus vorgestellt. Nun folgt die Traveler 515 Laser mit Sondertasten für Windows Vista als Gegenstück für Desktop-PCs. Was die beiden gemeinsam haben? Sie haben kein mechanisches Rädchen zum Scrollen. Wer dabei jetzt an die alten 2-Tasten-Mäuse denkt, liegt komplett falsch: Die Nager sind stattdessen mit einem Touch-Sensor ausgestattet, dem so genannten "OptoWheel". onlinekosten.de hat die Laser-Maus eingefangen und getestet, ob sie mit dem guten alten Rädchen mithalten kann.

"Streicheln statt Scrollen"

Wie Genius bereits auf der Website verlauten lässt, will die Maus gestreichelt werden, und zwar in alle vier Richtungen. So kann mit dem 4-Wege-Sensor vertikal und horizontal navigiert werden. Dazu tastet das OptoWheel die Bewegungen der Finger ab. Der Sensor arbeitet dabei mit einer Auflösung von 50 DPI. Die neben einem etwas spärlichen Handbuch im Lieferumfang enthaltene Treibersoftware muss zum eigentlichen Betrieb nicht installiert werden. Die Maus ist sofort einsatzbereit. Eventuellen Vorurteilen zum Trotz klappt es mit der neuartigen Steuerung auf Anhieb vollkommen problemlos. Genau wie bei einem gewohnten Mausrad wird der Finger über den Sensor bewegt und löst das gewünschte Scrollen aus.

Mit Schnell-Scroll-Modus

Navigiert wird mit leichter Berührung, bei zusätzlichem Druck auf den anklickbaren Sensor schaltet sich der TurboScroll-Modus ein: Wie der Name vermuten lässt, kann so besonders schnell auf und ab oder quer durch lange Dokumente gescrollt werden. Ein zweiter Klick auf den Touch-Sensor oder auf eine der insgesamt vier Tasten schaltet die Funktion wieder ab.
Auch die Gleit-Eigenschaften der Maus sind gut: Mit den zwei Gleitflächen an der Unterseite lässt sie sich störungsfrei und gleichmäßig über das Mauspad bewegen.

800 oder 1.600 DPI

Da die Maus beim Arbeiten oder Surfen den Modellen mit mechanischem Rad in nichts nachsteht, lohnt sich auch ein Blick auf ihre Eigenschaften bei Computerspielen. Schließlich ist der Laser mit 1.600 DPI sehr schnell unterwegs. Alles in allem steuert die Maus sehr präzise und setzt die Handbewegungen schnell um. Der neue Scroll-Mechanismus ist beim Spielen anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da der Nutzer keinen Widerstand spürt. Nach etwas Übung klappt es mit der Maus jedoch auch hier. Für Alltagsanwendungen lässt sich die Auflösung des Lasers auf 800 DPI umstellen. Dies ist ohne Treibersoftware direkt an der Maus möglich, durch gleichzeitiges Drücken der linken und rechten Maustaste sowie der Sensor-Taste.

Kleine Maus

Das Gerät wiegt nur 106 Gramm und ist mit 40 x 19 x 54 Millimetern für eine Desktop-Maus ziemlich klein und flach geraten. Langes Arbeiten am PC könnte bei dem einen oder anderen zu Ermüdungserscheinungen führen. Dies gilt vor allem für Nutzer mit größeren Händen. Allerdings ist dies eine "Typfrage", da die ergonomischen Ansprüche individuell sind. Durch die symmetrische Form eignet sie sich auch für Linkshänder. Die Verarbeitung ist schlicht, aber gut. Lediglich die Anti-Rutsch-Pads an den Seiten könnten etwas mehr Grip bieten.

Extrawurst für Vista-Nutzer

Für Vista-Nutzer bietet die Maus zwei Zusatzfunktionen: Je eine Taste für Flip 3D und SmartIESearch. Mit der Flip 3D-Taste kann die Vista-Funktion zum Durchblättern aller Browser-Fenster geöffnet werden. Der SmartIESearch-Knöpfchen startet dementsprechend die Vista-Suche. Über die Software lassen sich alle Tasten umbelegen. So können die Vista-Tasten zum Beispiel als Vor- und Zurück-Funktion genutzt werden, denn diese Knöpfchen fehlen bei der Maus leider.

Fazit: Die Traveler 515 Laser von Genius konnte im Test mit ihrer präzisen Steuerung überzeugen. Der Scroll-Sensor muss sich bei Alltagsanwendungen keineswegs hinter einem Mausrad verstecken. Lediglich bei Computerspielen ist eine kurze Eingewöhnung nötig. Ein Vorteil gegenüber einem mechanischen Bauteil ist, dass sich die glatte Sensor-Fläche leichter reinigen lässt. Leider hat die Maus nur vier Tasten. Wer auf die Vista-Funktionen verzichten kann, hat jedoch zwei freie Tasten zu individuellen Belegung. Der Hersteller empfiehlt einen Preis von 39,90 Euro, einer der Genius-Händler hat die Maus jedoch schon für 21,90 Euro im Programm.

Name: Traveler 515 Laser
Hersteller: Genius
Internet: www.genius-europe.com
Preis: UVP 39,90 Euro
Technische Daten
Abmessungen: 40 x 19 x 54 mm
Gewicht: 106 Gramm
Auflösung: 1.600 DPI (Laser-Optik)
Programmierbare Tasten: Vier Stück + 4-Wege-Scroll-Sensor
Schnittstelle: USB
Betriebssysteme: Windows Vista, XP, 2000, 2003, Mac OS X
Besonderheiten: optischer Scroll-Sensor
Lieferumfang: Laser-Maus, Software, Handbuch
Pro & Contra
Laser mit 1.600 DPI
an der Maus auf 800 DPI umschaltbar
für Links- und Rechtshänder
präziser Scroll-Sensor
recht dürftiges Handbuch
zu klein/flach
Bewertung:
Ergonomie (30%) befriedigend
Ausstattung (30%): gut
Software (20%): sehr gut
Verarbeitung (20%): gut
Gesamt: gut (2,1)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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