Notebooks

Neu gegen Alt - MacBook Air 13 im Test: Knackt es tatsächlich die 12-Stunden-Marke?

Das neue MacBook Air hat sich Intels aktuelle "Haswell"-Prozessorgeneration einverleibt. Damit sollen auch dünne, leichte Laptops endlich richtig Ausdauer zeigen. Bis zu 12 Stunden Surfen verspricht Apple. Ob das klappt und was sich ansonsten getan hat, zeigt unser Vergleich: Das MacBook Air 2013 gegen ein Modell von 2012.

Mac OS Betriebssystem© cschirra / Fotolia.com

Das MacBook Air von Apple ist ein Erfolgsprodukt. Als 2008 das erste MacBook Air vorgestellt wurde, sorgte der erzwungene Kompromiss aus besonders leichtem und flachem Gehäuse und magerer Schnittstellenauswahl noch hier und da für Stirnrunzeln - und Parodien. Doch das Notebook, das Steve Jobs bei der ersten Präsentation aus einem Briefumschlag zog, kam gut an und wird seitdem immer wieder aktualisiert. Das neueste Modell der Kalifornier, mittlerweile die sechste Generation, setzt nun am bisherigen Knackpunkt an: der Akkulaufzeit. Mit dem Wechsel auf die vierte Intel Core-i-Generation alias Haswell soll das MacBook Air nun tatsächlich einen Arbeitstag ohne Griff zum MagSafe-2-Netzteil überstehen. Ob das klappt, haben wir anhand des MacBook Air 13 Zoll getestet.

MacBook Air 13 2013 Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Schnittstellen und Display des neuen MacBook Air
  • Seite 2: Ausstattung des MacBook Air - Konfigurationen, Leistung und Akkulaufzeit
  • Seite 3: Fazit, Bewertung und technische Daten zum Apple MacBook Air

Kleine Verbesserungen: Sound und Webcam

Optisch präsentiert sich das neue MacBook Air nahezu unverändert: Das 13 Zoll große Modell misst nach wie vor schlanke 325 x 227 x 3 bis 17 Millimeter (mm) und wiegt 1,35 Kilogramm. Dass Apple am Design des stabilen Unibody-Gehäuses aus Aluminium nichts verändert hat, wundert wenig, schließlich geht es kaum dünner und auch die Verarbeitung kann hundertprozentig überzeugen. Nicht zuletzt dienten die Kombination aus extradünnem Displaydeckel und flachem Unterbau mit Chiclet-Tasten sowie großzügigem Multi-Touchpad vielen anderen leichtgewichtigen Subnotebooks als Inspirationsquelle für ähnliche Designs. Und das Aussehen wirkt auch 2013 noch frisch.

Einzige äußerliche Neuerung: Die zwei kleinen Mikrofone auf der Seite. Hinzu kommen klangliche Unterschiede. Beim Vorgänger-MacBook scheppern die Lautsprecher, wenn man diese bis zum Anschlag aufdreht. Das neue MacBook Air 13 wirkt beim ersten Probehören minimal leiser, erreicht aber einen ausgewogeneren Sound. Offenbar hat Apple hier für einen künstlichen Surround-Effekt oder einen Bassverstärker gesorgt. Die Webcam kommt nun nicht mehr ins Stocken und zeigt in FaceTime jetzt flüssige Bewegungen an.

Adapter-Wahnsinn und neuer WLAN-Standard 802.11ac

Wie gewohnt spartanisch das Schnittstellenvorkommen: Zwei USB-3.0-Ports, ein Kopfhöreranschluss, ein Speicherkartensteckplatz für SD- und SDXC-Karten und der flotte Thunderbolt-Anschluss, der auch kompatibel zu Mini-DisplayPort-Gerätschaften ist. Wer also einen TFT Monitor oder Fernseher stattdessen über DVI oder D-Sub beziehungsweise HDMI verbinden möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als sich im Apple Store das umfangreiche Zubehörsortiment zu Gemüte zu führen. Mit einem passenden Adapter lässt sich der Thunderbolt-Port dann auch zum Netzwerk- oder FireWire-Anschluss umfunktionieren. Jeder dieser Adapter schlägt aber mit 29 Euro zu Buche. Ein Dual-Link-DVI-Modell kostet sogar 99 Euro. Für Home-Office-Nutzer mit diversen anzuschließenden Geräten können die Einzeladapter eine nervenaufreibende Lösung sein, Abhilfe schaffen Thunderbolt-Docks und USB-Hubs. Über Bluetooth 4.0 und WLAN verbindet sich das MacBook Air drahtlos; geliefert wird der neue WLAN-Standard 802.11ac, der eine schnellere Datenübertragung als der Vorgänger 802.11n ermöglicht. Ohne passenden Router spürt man davon nichts, das Modul ist abwärtskompatibel zu 802.11a/b/g/n-Netzwerkgeräten.

Das Display: Kein (!) Retina-Exemplar

Die Bildschirmauflösung hat der Hersteller nicht angetastet und der neuen MacBook Air-Generation damit keine Retina-Schärfe spendiert. Beim 11-Zöller bleibt es bei einer HD-Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten und beim 13,3-Zoll-Gerät bei 1.440 x 900 Bildpunkten. Für die konkurrierenden Ultrabook-Anbieter ist das also definitiv ein Punkt, um mehr zu liefern. Wie unser Ultrabook Vergleich zeigt, hat das so mancher OEM auch längst getan und hält mit Full-HD-Auflösungen und in der neuen Haswell-Generation sogar noch höherer Pixeldichte dagegen. Touch-Oberflächen und entspiegelte Bildschirme sind ebenfalls Optionen, die es zwar zusammen mit Windows, nicht aber beim MacBook gibt. Seit der ersten Generation glänzt das Air-Display, ist aber schön hell und farbstark.

Apple scheint trotz identischer Eckdaten das Panel ausgetauscht zu haben: Das neue MacBook Air zeigt einen etwas höheren Kontrast beziehungsweise tieferes Schwarz an als unser Vergleichsexemplar aus der Vorgängergeneration. Etwas schlechter fällt hingegen die maximale Helligkeit aus; das "alte" leuchtet stärker. Nachdem wir den Vorgänger zwei Stufen herunterregelten, stimmten die Anzeigen etwa überein. Hier kann es sich um Toleranzen handeln - oder Apple hat die Helligkeit ein kleines Stück gedämpft, um auch das letzte Quäntchen aus der Laufzeit herauszuholen.

An der konfigurierbaren Hardware-Bestückung hat sich beim 13-Zoll-Modell kaum etwas geändert, Apple hat lediglich den Generationswechsel vollzogen. Während das 11,6 Zoll große MacBook Air in der Minimalausstattung von 64 auf 128 Gigabyte (GB) SSD-Speicher angehoben wurde, bleibt es beim günstigsten MacBook Air 13 zum Preis von 1.099 Euro bei einer 128-GB-SSD. Im Auslieferungszustand stehen davon etwa 103 GB zur freien Verfügung bereit.

MacBook Air 13 2013 Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Schnittstellen und Display des neuen MacBook Air
  • Seite 2: Ausstattung des MacBook Air - Konfigurationen, Leistung und Akkulaufzeit
  • Seite 3: Fazit, Bewertung und technische Daten zum Apple MacBook Air

MacBook Air 13 für 1.099 bis 1.849 Euro

Wem das nicht ausreicht und wer nicht auf eine externe Thunderbolt- oder USB-3.0-Festplatte ausweichen möchte, der kann für 1.299 Euro die 256-GB-Version ordern. Auch 4 GB Onboard-RAM sowie ein Intel Core i5 bildeten bereits zuvor die Basis-Ausrüstung. Mit dem Wechsel von Intels dritter Core-i-Generation Ivy Bridge auf die vierte namens Haswell tauscht Apple dabei den Intel Core i5-3427U gegen einen Core i5-4250U. Nach wie vor handelt es sich um einen Dual-Core-Prozessor, der vier Threads verarbeiten und die Taktrate bei Bedarf steigern kann. Aus dem Standardtakt von 1,3 Gigahertz (GHz) werden so im Turbo-Modus bis zu 2,6 GHz. Neu ist die Grafikkomponente Intel HD 5000, zuvor war es eine HD 4000. Gegen einen Aufpreis von 150 Euro lässt sich das MacBook Air im Apple Store alternativ mit einem Intel Core i7 ordern, die doppelte Menge Arbeitsspeicher gibt es für 100 Euro mehr. Die maximal orderbare Speicherkapazität liegt bei 512 GB. Wer alle Optionen voll ausschöpft, kommt beim 13-Zöller auf 1.849 Euro. Ein Laufwerk ist wie üblich nicht integriert und kann für 79 Euro in externer Form erworben werden - allerdings nur DVD.

Kaum Geschwindigkeitszuwachs, dafür umso höherer Gewinn bei der Laufzeit

Wir haben das neue MacBook Air in der günstigsten Ausstattung mit seinem exakten Vorgängermodell von 2012 verglichen. Die Leistungsunterschiede im Alltag sind eher gering, beispielsweise ist die CPU-Auslastung bei Dutzenden geöffneten Browser-Tabs und einem parallel dazu abgespielten Full-HD-Video auf beiden Testsystemen sehr ähnlich. Auch die Ladezeiten und Ansprechbarkeit stimmt größtenteils überein. Allerdings blickt die Haswell-Generation je nach Aufgabengebiet offenbar auf höhere Reserven: Beim recht aufwendigen freien Transformieren großer Bilddateien mit der Freeware Gimp hängt das 2012er MacBook Air zwischendurch kurz, das 2013er Gerät wird damit etwas zügiger fertig und beansprucht auch den Prozessor weniger stark. Beim Komprimieren von Dateien mit den hauseigenen Mitteln sind beide MacBooks nahezu gleich schnell: Für ein Bündel aus 14 Videodateien mit insgesamt 2,9 GB benötigen sie etwa 140 Sekunden. Die Werte des Benchmark-Tools Cinebench bescheinigen ebenfalls eine vergleichbare Leistung, lediglich beim Gratikteil streicht das neue MacBook Air etwa 10 Prozent mehr Punkte ein. Apple hat eigenen Angaben zufolge bis zu 40 Prozent mehr Grafikleistung ermittelt. Herangezogen wurden dabei Core-i7-Modelle mit 8 GB Arbeitsspeicher. Die SSD sorgt derweil für einen schnellen Start: Innerhalb von rund 10 Sekunden bootet das MacBook und der Anmeldebildschirm erscheint. Das MacBook Air aus dem Jahre 2012 erledigt das seltsamerweise noch schneller, und zwar binnen 8 Sekunden.

Das ist Ausdauer: 8 bis 12 Stunden Akkulaufzeit

Als Intel die Haswell-Generation auf der Computex Anfang Juni vorstellte, betonte der Chipriese aber auch einen anderen Bereich als die reine Leistung als Gewinn: Mit dem "größten Sprung im Bereich Energieeffizienz in der Firmengeschichte" sollen die aktuellen CPUs in erster Linie für eine längere Akkulaufzeit sorgen. Aber erreicht das neue MacBook Air mit der neuen Bestückung tatsächlich die von Apple beworbenen Höchstmarken? Stolze 10 Stunden bei Videos und 12 Stunden WLAN-Surfen verspricht der iPhone-Hersteller aus Cupertino für das 13-Zoll-Modell. Beim 2012er MacBook Air waren 7,5 Stunden Internetnutzung angegeben. Im kräftezehrenden Dauereinsatz und außerdem mit einem externen Monitor, den der Grafikchip zusätzlich ansprechen musste, hielt unser Test-MacBook von 2012 über LAN nur etwa 4 Stunden durch. Das neue Air machte diese Testprozedur mehr als 8 Stunden mit. Auf der Festplatte gespeicherte Videos konnten offline sogar mehr als 11 Stunden lang wiedergegeben werden, HD-Videos über YouTube spielte der Laptop fast 9 Stunden ab. Beim Internetzugriff via WLAN wurde Apples vorgegebene Marke fast erreicht: 11 Stunden und 40 Minuten. Wieder aufgeladen ist der Akku im aktiven Betrieb binnen zwei Stunden, abgeschaltet sollte das entsprechend schneller vonstatten gehen.

Bis zu 30 Tage soll das MacBook Air im Standby-Modus verbleiben können, was ebenfalls realistisch ist: Binnen 18 Stunden verlor unser Testgerät nur 1 Prozent der Kapazität. Wer in den Systemeinstellungen seines Rechners Power Nap aktiviert, erhält zudem auch im Ruhezustand neue E-Mail-Nachrichten und Kalender-Updates.

Festzuhalten bleibt: Die Mutter aller ultradünnen Laptops lässt auch in der neuen Generation Apples Händchen für zeitloses und schönes Design deutlich werden. Was schon bei den letzten Modellen sehr gut war, wird immer weiter optimiert, ein Quantensprung bleibt aber aus. Wer der Windows-Welt den Rücken kehrt und bereits ein MacBook Air aus dem vergangenen Jahr besitzt, der dürfte keinen Grund zum Wechsel sehen, die Unterschiede sind zu gering: Mit dem Update auf die aktuelle Intel Prozessorgeneration hat der Hersteller konsequente Modellpflege betrieben und lässt das Vorgänger-MacBook im Großen und Ganzen nur in Sachen Akkulaufzeit alt aussehen.

Fazit: Detail-Verbesserungen und Akku-Erfolg

Doch wo zuvor ein großer Vorsprung war, holen nun die Konkurrenten auf. So hat Apple darauf verzichtet, ein knackscharfes, besonders helles Retina-Display einzubauen - ob nun konstruktionsbedingt, aufgrund der angepeilten Akku-Power oder um nicht dem eigenen MacBook Pro einen der Vorzüge gegenüber dem Air streitig zu machen. Mobile Nutzer, die unbedingt eine hohe Pixelfülle, einen Touchscreen oder eine Entspiegelung wünschen, müssen sich daher bei der Konkurrenz umschauen. Und auch dort wird durch Annehmlichkeiten wie einen flüsterleisen Betrieb gepunktet.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Ultrabooks im Überblick gibt es in unserem Ultrabook Vergleich, zusätzlich Infos und Kauftipps im Ultrabook Ratgeber.

Name: 13 Zoll MacBook Air
Hersteller: Apple
Internet: www.apple.com
Preis: UVP: ab 1.099 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i5-4250U mit 1,3 GHz
Grafikkarte: Intel HD 5000 (integriert)
Bildschirm: 13,3 Zoll (1.440 x 900 Pixel), glänzend
Batterie: fest eingebauter Akku, Laufzeit:
Herstellerangaben: 12 Stunden Surfen /
10 Stunden iTunes-Filme / 30 Tage Standby;

gemessen: 695 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%, WLAN aus) / 530 Minuten HD-Videos YouTube (WLAN ein) / 700 Minuten WLAN-Surfen
Speicher: 4 GB LPDDR3 mit 1.600 MHz (On-Board),
Maximum: 8 GB
Festplatte: 128 GB SSD
Laufwerk: -
Kommunikation: WLAN 802.11 ac, Bluetooth 4.0,
LAN nur via Thunderbolt/USB-Adapter
Betriebssystem: Mac OS X Mountain Lion
Abmessungen: BxTxH: 325 x 227 x 15 – 3 bis 17 mm Millimeter; 1,35 Kilogramm
Anschlüsse: Mini-DisplayPort, 2x USB 3.0, Kopfhörer
Sonstiges: 720p FaceTime HD Kamera, Tastaturbeleuchtung
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Kurzanleitung
Benchmarks/Zahlen: Cinebench 11.5:
CPU-Benchmark: 2.47
OpenGL: 24,10 BpS
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,2 Watt
Eingeschaltet (WLAN an):
ca. 5 Watt
Videowiedergabe (WLAN off):
ca. 7 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN an): ca. 21 Watt
Garantie: 1 Jahr Apple Herstellergarantie,
aufrüstbar auf 3 Jahre durch AppleCare Protection Plan für 249 Euro.
Pro & Contra
stabiles Gehäuse und Top-Verarbeitung
dünn und leicht
starke Bestückung wählbar
sehr leiser Betrieb
sehr gute Eingabegeräte
beleuchtete Tastatur
wenige Schnittstellen
keine Display-Optionen
ohne Aufpreis nur 1 Jahr Garantie
Bewertung:
Geschwindigkeit: 13/15
Ausstattung: 9/15
Display: 14/15
Bedienung/Komfort: 8/10
Maße/Gewicht: 15/15
Akkulaufzeit: 19/20
Verarbeitung: 10/10
Gesamt: 88/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang