Testbericht

Luxus Netbook im Test: Asus Eee PC S101

Mit dem schicken S101 mit Flash-Festplatte will Asus die Herzen von designbewussten Nutzern erobern. Kann die Kombination aus Netbook-Leistung und Luxus-Outfit überzeugen? Die Redaktion hat das Leichtgewicht getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Am Anfang der "Netbook-Ära" steht der Eee PC von Asus. Bekanntermaßen ist dieser mittlerweile von 7,0 über 8,9 auf etwa 10,0 Zoll angewachsen und hat in Form der Eee Box sogar den Sprung in den Desktop-Bereich geschafft. Während die Netbooks früher vor allem eine Basis-Leistung zum niedrigen Preis liefern sollten, bekommen die neuen Modelle immer mehr Features und präsentieren sich im hübscheren Design. So auch der Eee PC S101, mit dem Asus die modebewusste Kundschaft ansprechen möchte. Ob die Kombination aus Netbook-Leistung und Luxus-Outfit überzeugt, zeigt der Test von onlinekosten.de.

Inhalt:

1. Design und Lieferumfang
2. Ausstattung und Leistung
3. Akkulaufzeit und Fazit

Ausgehfein

Der Edel-Look beginnt schon bei der Verpackung: Das 1.065 Gramm leichte und 26,4x18,05 Zentimeter kleine Gerät verbirgt sich in einem kleinen, schwarzen Karton mit silberfarbenem Schriftzug. Das Gehäuse mit silberner Umrahmung ist in drei Farben – Graphit-Schwarz, Braun und Champagner – erhältlich und misst an der dicksten Stelle 2,5 Zentimeter. Aufgrund der glänzenden Oberfläche ist regelmäßiges Wegputzen von Fingerabdrücken Pflicht. Vorne ist das schwarze Testgerät gerade einmal 1,8 Zentimeter hoch, womit es laut Asus das dünnste Netbook der Welt ist. Das Acer Aspire One mit 8,9-Zoll-Bildschirm ist beispielsweise einen Zentimeter dicker.

Innen hübsch zurechtgemacht

Das S101 lässt sich gerade noch mit einer Hand aufklappen. Das Display sitzt dabei fest und stabil am Gehäuse, wobei die Scharniere mit glitzernden Steinen besetzt sind. Die Innenausstattung ist perfekt auf das Außen-Design abgestimmt. Die Handballenauflage erinnert an gebürstetes Metall, das Tastenfeld ist anthrazitfarben und glitzert, die Silber-Details finden sich in der durchgängigen Klicktaste unter dem Mausersatz wieder.

Damit die Schönheit auch sicher und ohne Kratzer-Gefahr transportiert werden kann, hat Asus noch eine Tasche im Wildleder-Look springen lassen. Ansonsten enthält die Verpackung noch ein schwarzes Säckchen, in dem sicherlich das Netzteil aufbewahrt werden soll, ein ausführliches Handbuch und ein Putztuch – selbst hier hat Asus die Edel-Linie fortgeführt. Dazu gibt es noch eine SDHC-Speicherkarte mit 16 Gigabyte (GB) von Transcend. Die Karte stockt den Speicherplatz auf insgesamt 32 GB auf: Der taiwanische Hersteller hat das Eee-Familienmitglied mit Windows XP Home mit einer 16-GB-SSD bestückt. SSDs sollen schneller und sparsamer laufen als Magnetspeicher und außerdem weniger anfällig für Erschütterungen sein – für eine Nutzung unterwegs sicherlich praktisch. Als Version S101H ist der Edel-Zwerg aber auch mit einer herkömmlichen Festplatte zu haben. Die SSD erreichte im Test mit dem Programm HD Tune eine durchschnittliche Transferrate von 70 Megabyte pro Sekunde (MB/s) und eine Zugriffszeit von 0,2 Millisekunden (ms), womit sie das Exemplar im Toshiba Portégé R500 überrundet. Zum Vergleich: Eine 3,5 Zoll große Samsung SATA-Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute benötigte im Test 14,2 ms für den Datenzugriff. Für noch mehr Platz sorgt der Eee Storage, ein passwortgeschützter Online-Speicher mit 20 GB.

Technische Daten

Ansonsten entspricht die technische Ausstattung den üblichen Netbook-Daten, angeführt von einem Intel Atom Prozessor N270 mit 1,6 Gigahertz, der zusammen mit der Onboardgrafik GMA 950 auf dem Intel 945GSE Express Notebookchipsatz sitzt. Die Grafik spielte im Test auch ein 1.080p-Video im WMV-Format ruckelfrei ab. In der Nachbarschaft findet sich ein GB DDR2-Arbeitsspeicher. Mit diesen Daten ist der Rechner, wie die übrigen Netbooks, zwar zu schwach für besonders aufwendige Arbeiten, für die Textverarbeitung oder zum Surfen aber gut geeignet. Hierzu bringt er neben einer Ethernet-Schnittstelle auch ein WLAN-Modul mit, das bereits den schnelleren Funkstandard 802.11 n unterstützt. Bluetooth für die Kommunikation mit einem Handy ist ebenfalls integriert.

Zur Videowiedergabe lädt der 10,2 Zoll große Bildschirm mit den üblichen 1.024x600 Pixeln ein, der glücklicherweise matt ist. So stören keine Spiegeleffekte. Die Bildqualität ist gut, man kann auch zu zweit vor dem Netbook sitzen, wobei die Blickwinkel dem üblichen Standard entsprechen. Blickt man von unten auf den Bildschirm, verschlechtert sich das Bild aber recht schnell und wird dunkler. Insgesamt könnte der Bildschirm etwas heller sein. Oberhalb befindet sich eine Webcam, die nur mit 0,3 Megapixeln auflöst. Die eingebauten Lautsprecher klingen – der Größe entsprechend – nicht gerade berauschend.

Die Eingabegeräte

Die Tastatur ist wieder größtmöglich ausgefallen und lässt den Nutzer komfortabel tippen. Allerdings sitzt die rechte Umschalttaste nicht neben dem Bindestrich, sondern ganz außen. Nach einer Eingewöhnungsphase erreicht sie der kleine Finger aber treffsicher. Das Tastenfeld macht insgesamt einen guten Eindruck und biegt sich beim Schreiben auch nicht durch. Das Touchpad ist recht glatt und ermöglicht eine zielgenaue Navigation. Da es sich um ein Multi-Exemplar handelt, können auch zwei Finger eingesetzt werden, zum Beispiel zum Scrollen. Auf der linken Seite sitzen zwei USB-Ports, gegenüberliegend hat Asus noch einen dritten angebracht. Dort kann der Nutzer auch ein Mikrofon oder einen Kopfhörer anschließen. Der Netzwerkanschluss, der 4-in-1 Kartenleser und der analoge D-Sub-Ausgang (VGA), um einen TFT-Monitor zu verbinden, verstecken sich auf der Rückseite.

Bereit in 26 Sekunden

In puncto Akkulaufzeit führt auch nach dem Test des Eee PC S101 noch das Packard Bell Dot die Hitliste an. Das Asus Netbook reiht sich etwa mit dem Sony Vaio P ein: Unter Vollast brachte es der Polymer-Akku mit 2.450 Milliamperestunden mit dem Programm Battery Eater auf etwa 3,5 Stunden, als längste Laufzeit (Lesetest) wurden knapp fünf Stunden gemessen. Das Display sowie das WLAN-Modul waren dabei die ganze Zeit über eingeschaltet. Auffällig schnell ist der Kleine beim Starten: In nur etwa 26 Sekunden ist der Rechner einsatzbereit. Die Asus Eee Box benötigte zum Beispiel 50 Sekunden. Ebenso positiv ist der leise Betrieb: Nur bei prozessorintensiven Anwendungen ist der Lüfter leise zu hören.

Fazit: Anders, schnell und leise

In der Summe geht das Konzept von Asus auf. Der Eee PC S101 vereint exklusiven Glamour-Look mit der Leistung eines Netbooks, bietet aber die Vorteile einer schnellen SSD anstelle einer Festplatte. Insgesamt fällt der Speicherplatz dennoch recht knapp aus. Für Sparfüchse lohnt sich eher der Griff zu anderen Netbooks zu Preisen ab etwa 300 Euro. Diese erreichen zum Teil nicht nur eine längere Akkulaufzeit, sondern enthalten auch Webcams mit einer höheren Auflösung. Wem aber das Aussehen oder die Festplattengeschwindigkeit wichtiger ist oder wer ein hübsches Geschenk sucht, der kann mit dem hübschen und besonders schlanken S101 definitiv nichts falsch machen.

Name: Eee PC S101
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP 599 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N270 mit 1,6 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 950
Bildschirm: 10,2 Zoll WXGA (1.024x600 Pixel)
Batterie: Polymer-Akku: Laufzeit: 210 Minuten unter Vollast / 290 Minuten maximal (WLAN an)
Speicher: 1 GB DDR2
Festplatte: 16 GB SSD
Laufwerk: -
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g/n), Bluetooth
Betriebssystem: Windows XP Home
Abmessungen: BxTxH: 26,4 x 18,05 x 1,8 – 2,5 cm; 1.065 Gramm
Anschlüsse: 3x USB, D-Sub, Mikrofon, Kopfhörer, Multi-Kartenleser
Benchmarks: PCMark05: 1.786
3DMark03: 718
Garantie: zwei Jahre
Sonstiges: 16 GB SD-Karte, Onlinespeicher, Schutztasche
Pro & Contra
stimmiges Design
mattes Display
schnelle SSD
flotter Start
leiser Betrieb
mit SD-Karte und Schutztasche
insgesamt wenig Speicherplatz
hoher Preis
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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