5,7-Zoll-Phablet

Das LG V10 im Test: Was bringen Duo-Display und Doppel-Frontkameras?

Das neue Smartphone LG V10 will mit gleich zwei Displays, einem 5,7-Zoll großen Hauptbildschirm und einem kleineren Zusatz-Bildschirm punkten. Dazu gibt es zudem zwei Frontkameras mit unterschiedlichen Brennweiten für Selfies. Wie sich das LG V10 in der Praxis schlägt, zeigt unser Testbericht.

LG V10© LG Electronics

Das LG V10 bietet etwas Außergewöhnliches, nämlich zwei Displays: 5,72 Zoll misst das Hauptdisplay. Die Auflösung ist mit 513 ppi knackig scharf, die Blickwinkelstabilität sehr gut und die Helligkeit mit 388 Candela pro Quadratmeter im Rahmen.

Die Besonderheit des LG V10: Über dem Hauptdisplay ist ein zweiter Monitor eingebaut, der Rand an Rand mit dem größeren Display liegt. Der Zusatz-Bildschirm misst 52 x 8 Millimeter und bleibt auf Wunsch aktiv, auch wenn das Hauptdisplay ausgeschaltet wird. So hat man wichtige Informationen immer im Blick: Uhrzeit, Nachrichten, Akkustand. Nach einem einfachen Wisch werden weitere Icons wie WLAN, Kamera oder Taschenlampe eingeblendet. Außerdem lassen sich auf dem kleinen Display Apps ablegen, sodass man schnellen Zugriff auf seine Lieblings-Anwendungen erhält. Das Zweit-Display erweist sich in der Praxis also als durchaus sinnvoll und nicht nur als Marketing-Idee.

Das LG V10, ein griffiger Riese

Von einem Fast-6-Zöller erwartet vermutlich niemand Handlichkeit: Mit 79 x 160 Millimeter und 192 Gramm ist das LG V10 doch ein ganz schöner Klotz. Nimmt man es in die Hand, ist es jedoch überraschend griffig: Der Rücken ist leicht gewölbt und besitzt eine Silikonoberfläche. Wie bereits von anderen Modellen bekannt, liegt der Ein-/Aus-/ Standby-Knopf auf der Rückseite des LG V10, genau dort, wo natürlicherweise der Zeigefinger liegt. Direkt darunter bietet das LG V10 einen Fingerabdrucksensor, der schnelles und komfortables Entsperren möglich macht. Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig, durch Metallleisten ringsum erhält das Smartphone zusätzliche Festigkeit.

Das LG V10 als Turbo-Tanker

Unter der Haube arbeitet ein Sechskerner mit zwei Hochleistungskernen. Zusammen mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher bringt das LG V10 es in den Benchmarks auf 26 Prozent über dem Schnitt. Ein ordentlicher Wert, allerdings hatten wir auch schon leistungsfähigere Testkandidaten.

Viele werden sich über den austauschbaren Akku des LG V10 freuen. Gleichzeitig ist dieser mit 3000 Milliamperestunden etwas unterdimensioniert und bringt es in unserem Test auf 439 Minuten Videowiedergabe im Flugmodus bei heruntergeregelter Bildschirmhelligkeit. Sieben Prozent unterdurchschnittlich also. Dafür ist der Test-Kandidat recht schnell wieder aufgeladen: Von Null auf Hundert geht’s hier in nur 88 Minuten. Wer mag, kann das LG V10 auch kabellos via Qi-Standard mit Strom betanken.

LG V10

LG V10

  • Betriebssystem Android 5.1.1 Lollipop
  • 16 Megapixel-Kamera mit Bildstabilisator
  • 5,7 Zoll IPS Touchscreen, 1440 x 2560 Pixel
  • 32 GB Speicher
  • ab 1,00 € mit Vertrag
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Wenig Wünsche bleiben offen

Der interne Speicher des LG V10 fasst 32 Gigabyte, von welchen 20,83 zur freien Nutzung übrig bleiben. Via Micro-SD lässt sich ein eventuelles Speicherplatzproblem jedoch schnell beheben. Bei der restlichen Ausstattung hat LG ebenfalls nicht gespart: LTE, DC-HSPA, WLAN ac, Bluetooth 4.1 NFC, DLNA, Slimport, Miracast und Infrarot sind verbaut. Fehlen könnte hier dem ein oder anderen nur noch ein Wasser- und Staubschutz oder die Unterstützung von Voice over LTE.

Drei Kamera-Linsen im LG V10

Doppelt gemoppelt hält besser: Das gilt auch bei den Kameras des LG V10: Insgesamt sind drei Linsen verbaut. Die Hauptkamera schießt Fotos mit bis zu 15,87 Megapixeln und ist mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet. Im Test bedeutet das knackig scharfe Bilder mit vielen Details auch bei schlechterem Licht. Erst wenn es deutlich dunkel wird, beginnen die Bilder zu verwischen. Das gefürchtete Bildrauschen hält sich erfreulich zurück. Der Fokus des LG V10 arbeitet schnell und zuverlässig, die vorhandene zweifarbige LED leuchtet den Nahbereich schön aus. Man kann zudem zahlreiche manuelle Einstellungen an den Bildern vornehmen.

Die zwei weitere Linsen liegen auf der Front des Smartphones und bieten jeweils eine Auflösung von fünf Megapixeln. Der Unterschied der beiden Selfie-Linsen ist die Brennweite. Eine Linse bietet einen "normalen" Bildwinkel von 80 Grad, die andere fertigt Weitwinkelaufnahmen mit 120 Grad an. So gelingen auch Gruppen-Selfies.

Nette Videos, aber…

Videos zeichnet das LG V10 in 4K auf. Grundsätzlich sind die Aufnahmen scharf und detailreich. Wer Wert darauf legt, kann zahlreiche Einstellungen selber vornehmen und das sogar während einer laufenden Aufzeichnung. Das KO-Kriterium für die Videoaufnahmen des LG-Smartphones ist leider der pumpende Autofokus. Die Stärke der Pumpbewegung variiert dabei von stark bis mäßig und verdirbt besonders auf großen Bildschirmen den Spaß am Anschauen.

Werfen wir noch einen Blick auf die Qualität der Musikwiedergabe des LG V10. In unserem Test ist der Klang sehr kräftig, wenn auch die Höhen und Tiefen etwas früher als bei der Referenz einbrechen. Der Nutzer kann Audiodateien in verlustfreien Formaten wie .flac wiedergeben oder MP3s hochskalieren. In diesem Fall wird die Sound-Qualität noch mal um einiges besser und verfehlt nur knapp die Qualität der Referenz. Unterschiede hört man jedoch nur mit wirklich guten Lautsprechern.

Das LG V10: Getestet und als gut befunden

Erfreulich: Das LG V 10 hält beinahe alles, was es verspricht. Der zweite Mini-Bildschirm zeigt sich im Test als äußerst praktisch, die Schärfe der Anzeigen ist knackig. Die Fotos der Hautkamera können sich sehen lassen, die Musikwiedergabe liegt ebenfalls im vorderen Segment. Auch die Videoaufnahmen wären gar nicht so schlecht, wäre da nicht der ständig pumpende Autofokus. Prozessor und Akku-Leistung sind ebenfalls in Ordnung, auch wenn der Akku etwas klein dimensioniert ist und der Prozessor für den Preis etwas leistungsfähiger hätte sein können.

Zu Marktstart liegt der UVP bei satten 649 Euro, was ein Preis-Leistungs-Verhältnis von 46 Prozent unter dem Schnitt macht. In die grünen Zahlen rutschen würde das LG V10 erst ab etwa 353 Euro. Alles in allem ist das LG V10 jedoch ein ordentliches Phablet, welches durchaus viele Freunde findet dürfte.

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