Testbericht

LG ND5520 im Test: Dock für iOS- & Android-Nutzer

Docking-Stationen für iPhone, iPod oder iPad gibt es in Hülle und Fülle, für Haushalte mit Android- und iOS-Geräten hat nun LG eine Lösung parat: Wir haben das Lautsprecher-Dock ND5520 getestet.

Docking-Stationen für iPhone, iPod oder iPad gibt es in Hülle und Fülle, für Haushalte mit Android- und iOS-Geräten hat nun LG eine Lösung parat: Wir haben das Lautsprecher-Dock ND5520 getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Im Sommer hat LG vier neue Audio-Docking-Stationen vorgestellt, die sich an unterschiedliche Bedürfnisse richten: vom kleinen iPhone-Dock mit Radiowecker für 99 Euro bis zum optisch ausgefallenen Sound-Würfel für Apple iPhone, iPod oder iPad für 299 Euro. Preislich im Mittelfeld liegt die seit Kurzem verfügbare Version LG ND5520, die nicht nur Apple-Hardware aufnimmt. Dank des zusätzlichen Micro-USB-Anschlusses lassen sich iOS-Gerät und Android-Smartphone nebeneinander auf die Station setzen und aufladen – eine schöne Lösung für Haushalte mit verschiedenen Gerätschaften. Wir haben getestet, wie sich das Dock für 199 Euro im Alltag schlägt.

LG ND5520 Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Bedienung, Anschlüsse und Radiofunktion
  • Seite 2: Geräte-Platzierung und Bluetooth
  • Seite 3: Klang, Fazit und Test-Tabelle

Touch-Display, Fernbedienung oder App

Anders als das kürzlich von uns getestete Konkurrenzprodukt RDP-XF300iP von Sony, ebenfalls eine Docking-Station für die i-Gemeinde, setzt LGs Modell auf ein weißes Kunststoffgehäuse mit silberfarbenen Details, das einen gewissen Retro-Charme ausstrahlt. Die Station ist 435 x 151 x 119 Millimeter groß und ohne das im Lieferumfang enthaltene Netzteil etwa 2,3 Kilogramm schwer. Damit ist die LG ND5520 trotz größeren Gehäuses rund 300 Gramm leichter als Sonys Exemplar, kommt aber auch ohne integrierten Akku aus und ist deshalb auf den Netzstecker angewiesen.

Ungewöhnlich ist die Steuerung: Abgesehen von der beigefügten, kleinen Fernbedienung mit Tasten für alle Funktionen lässt sich das Dock über ein Touch-Display bedienen. Die weiße, quadratische Fläche auf der Vorderseite ist orangefarben beleuchtet und blendet den jeweils aktivierten Modus – iPod, Bluetooth, Port (Audio In), FM oder USB – sowie ein Plus- und Minus-Symbol für die Lautstärke ein. Dass die Modi mit einer seitlichen Wischgeste gewechselt werden können, ist intuitiv und auch das Pausieren durch kurzes Tippen auf das Touchpad bekommt der Nutzer ohne Blick in das Handbuch heraus. Die Gesten für den Sendersuchlauf oder zum Rauf- und Runterspringen in Dateiordnern oder Radiosendern sind angesichts nicht vorhandener Markierungen allerdings kaum zu erraten und nur über die Anleitung zu erlernen.

Inkonsequent: Besondere Funktionen wie Dimmen der Anzeige und die vier vorab gespeicherten Equalizer-Effekte lassen sich nur über die Fernbedienung oder mit der dritten Steuervariante erreichen: der LG Bluetooth Remote-App, die für Android und iOS zum Download bereitsteht. Die App ist gleichzeitig die einzige Methode, mit der es halbwegs Spaß macht, durch Titel auf einem USB-Speicherstick zu navigieren, denn sonst erschwert die fehlende Anzeige von Ordner- oder Titelnamen das Auffinden gesuchter Lieder erheblich.

Docking-Station und Radiowecker

Auf der Rückseite gibt es zwei Knöpfe zum Einstellen der Uhrzeit sowie zum Ein- oder Ausschalten des Radioweckers. Daneben befinden sich ein 3,5-Millimeter-Audioeingang, zum Beispiel für MP3-Player, und ein USB-Port. Für die integrierte Radiofunktion legt LG eine Wurfantenne bei, die ebenfalls an der Rückseite verbunden wird. Da sich die Metallbuchse an der Antenne beim ersten Anstecken um den Anschluss schmiegt, ist dies offenbar eine Art Einweglösung, abziehen lässt sich die Empfangshilfe nämlich nicht mehr.

Vergleicht man LGs Umsetzung mit dem Weg, den Sony bei der RDP-XF300iP eingeschlagen hat, kommt das Gerät des japanischen Herstellers in diesem Punkt besser weg. Die Stabantenne des Audio-Docks sieht nicht nur deutlich hochwertiger und aufgeräumter aus als das herumliegende schwarze, dünne Kabel der ND5520-Station, sondern sorgte in unserem Test auch für einen besseren Empfang von Programmen. LGs Lautsprecher-Dock fand nur etwa halb so viele Sender auf, zudem lassen sich nur zehn Sender abspeichern, bei Sony sind es 20.

Hauptaufgabe der Station ist die parallele Stromversorgung zweier Geräte, die sich an der Oberseite aufstecken lassen. Diese Position hat den Vorteil, dass iPhone und Android-Modell nicht den Lautsprecher verdecken und auch den Vibrationen weniger stark ausgesetzt sind als bei Sonys Dock; dort sitzt der iPod, das Handy oder Tablet direkt davor.

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Freiliegende Anschlüsse

Als nachteilig erweist sich die Entscheidung von LG, keinerlei Schutz für den Dock-Anschluss für Apple-Hardware und den Micro-USB-Stecker beizufügen. Die Schnittstellen liegen frei und schon nach ein paar Tagen ohne Nutzung sammelte sich bei uns der erste Staub und Schmutz an.

Das Aufstecken der Geräte klappt ohne zu haken, anschließend sitzen sie angenehm fest. Für das hohe Apple iPad muss zuvor ein Plastikteil angebracht werden, das es rückwärtig stützt. Für den USB-Anschluss ist kein solches Zubehör enthalten, denn auch aus Platzgründen ist der Port nicht für Android-Tablets, sondern ausschließlich für Handys gedacht. Zwei probeweise herangezogene Smartphones von LG und Huawei ließen sich problemlos andocken und aufladen.

Teilweise Bluetooth-Probleme

Die direkte Musikwiedergabe spielt nur mit Apple-Geräten zusammen. Sobald der iPod-Modus aufgerufen wird, ertönt der Klang dann nicht mehr über die kleinen Lautsprecher des iPhones, iPods oder iPads, sondern aus der LG-Anlage. Die Android-Gemeinde muss sich – genau wie externe Zuspieler wie Laptops – so oder so per Bluetooth mit der Lautsprecher-Station verbinden. Die Reichweite beträgt zehn Meter, während unseres Tests bemerkten wir jedoch auch in direkter Nähe und ohne störende Gegenstände zwischen Sender und Empfänger Verbindungsprobleme. Mit den erwähnten Android-Handys klappte die Kopplung sofort, die spätere Sound-Ausgabe teils aber erst nach mehreren Anläufen und Aus- und Einschalten des Bluetooth-Betriebs. Auch das neue iPad hatte seine Schwierigkeiten. Das Apple-Tablet der dritten Generation wird von LG nicht in der Liste der unterstützten Geräte erwähnt, ebenso wenig übrigens von Sony, ließ sich aber im Dock-Modus nutzen. Via Bluetooth ging die Kommunikation dann aber oftmals nicht über die reine Kopplung hinaus.

Klanglich spielt das Lautsprecher-Dock ND5520 auf den vorderen Plätzen mit. Musik ertönt voll und laut aus den 2x15 Watt starken Boxen und lässt sich ordentlich aufdrehen. Ob der Sound sogar noch etwas besser klingt als der des Sony XF300, ist offensichtlich Geschmackssache und löste in der Redaktion Diskussionen aus.

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  • Seite 3: Klang, Fazit und Test-Tabelle

Fazit: Günstige Lösung für den Geräte-Mix

Mit der ND5520 hat LG eine Lautsprecherstation auf den Markt gebracht, von der nicht nur Besitzer eines iPhones, iPads oder iPods profitieren. Haushalte mit iOS-Geräten und Android-Smartphone mit Micro-USB-Anschluss können auf diese Weise zwei Geräte nebeneinander aufladen oder aufbewahren. Die meisten Punkte sammelt das Dock für seinen sehr guten Klang. Die Radio- und USB-Abspielfunktion sind nette Zugaben, leiden aber an schlechtem Empfang beziehungsweise ohne Bluetooth-App an umständlicher Navigation.

Die Idee mit der Touchfläche statt Bedientasten ist zwar optisch ganz nett, strapaziert aber auf Dauer die Nerven. Erstens ist die orangefarbene Anzeige nur im Dunkeln gut zu lesen, im hellen Zimmer und bei Sonneneinstrahlung dafür umso schlechter, zweitens reagiert das Display nicht immer sofort auf die Berührungen und drittens ist es nur teilweise intuitiv bedienbar, sodass oftmals zur Fernbedienung gegriffen wird – denn damit geht es einfach schneller.

Name: ND5520
Hersteller: LG
Internet: www.lg.com/de
Preis: 199 Euro (UVP)


z.Z. ab 192 Euro
Technische Daten:
Abmessungen: 435 x 151 x 119 mm
Gewicht: 2,3 Kilogramm
Max. Ausgangsleistung: 2x15 Watt
Kompatibilität: iPod touch Generation 1 bis 4, iPod nano Generation 2 bis 6, iPad und iPad 2, iPhone 3G, 3Gs, 4 und 4S
Schnittstellen: USB, Audio In (Klinke), Bluetooth (A2DP)
Sonstiges: Akkuladefunktion für Android (Mikro-USB), Radio, Weck- und Zeitfunktion
Lieferumfang: Dock, Halterung für iPad, Netzteil, Fernbedienung, Handbuch
Pro & Contra:
sehr guter Sound
Bluetooth
Radiofunktion
Ladestation für iPod, iPad, iPhone
USB-Abspielfunktion
Dock-Anschlüsse nicht vor Staub geschützt
kein integrierter Akku
mäßiger Radioempfang mit Wurfantenne
Display im Hellen schlecht lesbar
hakelige Touch-Bedienung
Störungen bei Bluetooth-Verbindung
Bewertung:
Klang (50%): gut
Bedienung (20%): befriedigend
Funktionsumfang (15%): gut
Verarbeitung (15%): gut
Gesamtnote gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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