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LG KG800: Heiße Schokolade im Test

Das schwarze Design-Handy von LG konnte im onlinekosten.de-Test nicht nur durch seine optischen Reize überzeugen. Auch technisch hat das Triband-Handy etwas zu bieten - zum Beispiel Sensortasten.

LG© LG Electronics
Wer Schokolade mag, wird das Gefühl kennen: abends, kurz nach Sieben auf der Couch vor dem Fernseher und plötzlich ist da dieses Heißhungergefühl auf ein Stück Schokolade. Für die Geschmacksnerven wird auch künftig der Weg zum Schrank eingeschlagen werden müssen. Wenn's ums Optische geht, hat der koreanische Elektronikkonzern LG Electronics mit dem KG800 jetzt das passende Endgerät parat. Passender Name für das schlanke Slider-Telefon: "Chocolate Phone". onlinekosten.de hatte die Möglichkeit, das neue Design-Handy genauer unter die Lupe zu nehmen.

Schönes Erscheinungsbild

Um es vorweg zu nehmen: die Nutzung des KG800 macht richtig Spaß und sorgt für Aufsehen, wo immer der Nutzer sich auch bewegt. Doch der Reihe nach. Dass es sich beim LG Chocolate um ein Design-Handy für gehobene Ansprüche handelt, wird schon beim Empfang der Box deutlich, in dem das Telefon ausgeliefert wird. Statt eines dicken Quadrat-Packs darf sich der Nutzer über eine schmal gehaltene Box in rechteckiger Form freuen. Umschlossen ist die robuste Papp-Box mit einem Papier-Schieber. Auf der Vorderseite findet der Nutzer eine Abbildung des KG800, auf der Rückseite eine Übersicht der wichtigsten Funktionen des Handys. Zum Beispiel: Kamera mit Videofunktion, MP3-Player, Bluetooth.

Das edle Erscheinungsbild setzt sich auch beim Öffnen der Verpackung nahtlos fort: in drei nebeneinander angeordneten Schachteln findet sich nicht nur das in einem kleinen Samt-Sack geschützte Handy, sondern auch ein USB-Datenkabel samt Mini-CD-ROM mit PC-Software sowie Ladekabel, Stereo-Kopfhörer inklusive Fernbedienung, eine kleine Trageschlaufe und das Benutzerhandbuch in deutscher (116 Seiten) und englischer (86 Seiten) Sprache. Wer sich das schwarze Büchlein nicht komplett durchlesen will, findet die wichtigsten Handy-Funktionen auf einer achtseitigen Schnellanleitung.

Schön handlich

Das Endgerät selber erstrahlt in einem schwarz glänzenden Lack-Look. Um telefonieren zu können, muss die SIM-Karte in den dafür vorgesehenen Schacht unter dem Akku geschoben werden. Erfreulich: ein SIM-Karten-Wechsel geht sehr leicht von der Hand, da die Karte locker in die beziehungsweise aus der Vorrichtung geschoben werden kann. Sind Mobilfunkkarte und Akku eingelegt, hält der Nutzer erstmals das komplette Gerät in den Händen und kann sich über schlanke Abmessungen von 95 mal 48 mal 15 Millimetern bei einem Gewicht von gerade einmal 83 Gramm freuen. Eingeschaltet wird das Schoko-Handy über eine kleine Power-Taste an der rechten Seite, die gleichzeitig auch dazu dient, Telefonate zu beenden. Anschließend gibt's gleich was zu Staunen. Die Sensortasten auf der Front erstrahlen nahezu unerwartet in knalligem Rot und auf dem Display erscheint ein Logo mit dem durchaus passenden Schriftzug "wow LG". Die ebenfalls eingeblendete E-Mail-Adresse www.wowlg.com leitet automatisch auf die globale LG-Homepage www.lgmobile.com um, auf der das LG Chocolate aktuell prominent beworben wird.

Direkt im Anschluss verlangt das Telefon nach der Eingabe der vierstelligen PIN-Nummer. Um diese eingeben zu können, müssen Ober- und Unterschale des Handys gegeneinander verschoben werden. Das heißt, das Display rutscht nach oben und es kommt die vierzeilige Tastatur mit weißer Hintergrundbeleuchtung zum Vorschein. Ist die PIN-Nummer eingegeben, gibt's die nächste kleine Überraschung: unter Vibration erscheint als Java-Anwendung in satten Farben das offizielle LG-Logo und das Handy klimpert eine Startmelodie vor sich hin.

Farbenfrohes Display

Ist das LG-Logo vom Bildschirm verschwunden, wird dem Nutzer auf dem TFT-Bildschirm mit bis zu 262.144 Farben das Netzbetreiberlogo, Netzstärke und Akkukapazität angezeigt. Nach entsprechenden Einstellungen ist darüber hinaus die Uhrzeit und das aktuelle Datum zu sehen. Um das Handy nun allerdings überhaupt auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen zu können, muss der Nutzer zunächst das Menü aufrufen und spätestens hier offenbart das KG800 dann den eigentlichen Clou: die roten Sensortasten unterhalb des Displays.

Statt wie bei anderen Mobiltelefonen üblich, wild über mechanische Steuerelemente durch das Menü oder Adressebuch zu navigieren, reicht beim Chocolate-Handy ein sanfter Fingertipp auf eine der insgesamt neun Sensortasten aus und die gewünschte Funktion wird aufgerufen. Das ist auch für Vieltelefonierer im Vergleich zum bisherigen Handy zunächst eine Umstellung, allerdings gewöhnt man sich erstaunlich schnell an die neuartige Technik. Aber: die Sensortasten haben auch den Nachteil, dass schnell die benachbarte Taste getroffen wird und eine Funktion auf dem Display erscheint, die eigentlich gar nicht hätte erscheinen sollen. Trotzdem: das neue Gefühl der Menünavigation macht richtig Laune. Im Menü unterwegs

Das Menü des Handys wird per Tipp auf die mittig angeordnete "OK"-Taste aufgerufen. Auf der Menü-Startseite stehen insgesamt neun Rubriken zur Verfügung. Für den Nutzer bedeutet das, er kann verschiedene Profile anlegen, Anruflisten verwalten, Extras wie Wecker oder Taschenrechner aufrufen, den Organizer bedienen, SMS oder MMS schreiben und abrufen, Kamera oder MP3-Player aktivieren beziehungsweise im Internet surfen, eigene Dateien aufrufen oder die Telefoneinstellungen ändern. Zur leichteren Orientierung werden die einzelnen Menüpunkte durch Grafiken untermalt. Die Navigation durch das Menü ist für Menschen, die regelmäßig die Funktionen ihres Handys nutzen, intuitiv. Wer mit dem Handy eigentlich nur telefonieren oder mal eine SMS verschicken möchte, dürfte sich in den zahlreichen Unterrubriken allerdings schnell allein gelassen und überfordert fühlen.

Als praktisch erweisen sich die Schnellstart-Tasten auf der Sensor-Oberfläche. Schnell und unkompliziert lassen sich so die individuell einstellbaren Favoriten (die am häufigsten genutzten Telefon-Funktionen), Nachrichten und Termine, Kontakte und Profile aufrufen. Wird die Profil-Taste lange gedrückt, kann der Vibrationsalarm aktiviert oder deaktiviert werden.

Anrufe und Gesprächsqualität

Ein Blick auf die Telefonie-Funktion zeigt, dass auch diese ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Nachdem die Nummer eingetippt ist, wird das Gespräch nicht etwa über die "OK"-Taste aufgebaut, sondern über die rot unterlegte Taste mit Aufdruck eines Telefonhörers. Sobald diese Taste gedrückt wurde, deaktiviert das Chocolate Phone automatisch die Sensortasten. Wer nun das Gespräch beenden möchte, kann dies demnach nicht über das Tastenfeld tun. Vielmehr muss die "End"-Taste an der rechten Seite des Telefons gedrückt würden. An der Gesprächsqualität hatten wir während unseres gesamten Testzeitraums nichts auszusetzen. Der Gesprächspartner war – abgesehen von Gebieten, in denen die Funkversorgung unterdurchschnittlich schlecht war – gut zu verstehen, ein Hall-Effekt war nur selten festzustellen. Wehrmutstropfen: durch die glänzende und polierte Oberfläche verschmutzt diese leider sehr schnell – etwa durch Fingerabdrücke oder Make-Up.

Die Kamera unter der Lupe

Wie bei jedem unserer Testberichte haben wir ein besonderes Augenmerk auch auf die integrierte Digitalkamera gelegt. Sie ist auf der Rückseite in die Oberschale integriert, wo neben der Linse auch ein kleiner Spiegel für Selbstporträts und ein durchaus als grell zu bezeichnendes Kameralicht zu finden sind. Gestartet wird die Kamera entweder über das Menü oder über den Schnellstartknopf direkt unter der End-Taste. Hier lassen sich dann alternativ auch die Video-Funktion beziehungsweise der MP3-Player aktivieren.

Minuspunkte sammelt das KG800 bei der Möglichkeit, die Kamera-Eigenschaften einzustellen. Zwar stehen zahlreiche Extrafunktionen wie verschiedene Auflösungen, Einstellung der Helligkeit, dreistufiger Selbstauslöser, Weißabgleich verschiedene Effekte wie Schwarz-Weiss-Fotografie oder vierfacher Digitalzoom zur Verfügung, die Einstellungen über die Sensortasten zu aktivieren erfordert allerdings Fingerspitzengefühl. Ausnahme: Blitz und Selbstauslöser können alternativ über die Sternchen- beziehungsweise Raute-Taste aktiviert und entsprechend ausgeschaltet werden. Schade ist, dass die Kameralinse mit einer Auflösung von maximal 1,3 Megapixeln leider nicht viel mehr als Standard bietet.

Praktisch: die geschossenen Fotos können entweder per Bluetooth kabellos auf einen ebenfalls mit Bluetooth ausgestatteten PC übertragen werden oder das Handy wird einfach per Datenkabel mit dem PC-USB-Anschluss verbunden. Der PC erkennt das Handy dann als Wechseldatenträger und es können alle eigenen Dateien - wie zum Beispiel auch MP3-Dateien - praktisch vom Handy auf den PC oder umgekehrt verschoben werden. Fazit: Klein, schwarz, heiß

Mit dem KG800 serviert LG seinen Kunden eine sowohl optisch wie auch technisch schmackhafte Alternative zu teuren Design-Handys. Es macht nicht nur Spaß, das Handy zu nutzen, man fällt mit dem "Chocolate Phone" auch auf und darf im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder die optischen Reize des Telefons vorführen. Nicht selten entgegen die Betrachter dem stolzen Besitzer Worte wie "Das ist ja der Hammer" oder "Heißes Teil" – hier und da reicht auch ein einfaches "Boah" aus, um dem positiven ersten Eindruck entsprechenden Ausdruck zu verleihen.

Das Schöne daran ist: der erste Eindruck wird auch nach mehrwöchiger Nutzung kaum getrübt. Schade ist, dass LG seinem Design-Prunkstück keine bessere Kamera spendiert hat. Das hat auf der anderen Seite allerdings den Vorteil, dass es das Handy zu einem halbwegs erschwinglichen Preis gibt. Ohne Vertrag kostet es aktuell in namhaften Online-Shops knapp 300 Euro. Mit Vertrag gibt’s die "heiße Schokolade" sogar für 0 Euro.

Und noch einen Nachteil mussten wir während unseres Tests ausmachen: die glänzende Oberfläche sieht zwar richtig toll aus, allerdings ist sie nicht nur anfällig für Fingerabdrücke, sondern auch für Kratzer. Was passiert, wenn das Handy mal auf den Boden fällt, möchte man sich gar nicht erst ausmalen. Der Schaden dürfte optisch schwer ins Gewicht fallen. Der interne Speicher fällt mit 128 Megabyte groß genug aus, um einige MP3-Dateien und Fotos auf dem Handy zu speichern. Ein Speicherkarten-Steckplatz zur Erweiterung steht allerdings nicht bereit.

Trotzdem bleibt der positive Gesamteindruck des kleinen Schwarzen von LG. Das etwas gewöhnungsbedürftige Handling beim Gesprächsaufbau beziehungsweise beim Beenden der Telefonate wird durch die intuitive Menüführung wettgemacht. Alles in allem ist den LG-Designern ein sehr ansprechendes Mobiltelefon gelungen, das sicher viele Liebhaber finden wird.

Weitere Design-Handys sollen und werden folgen

Und selbst wenn Interessenten sich aktuell kein neues Handy leisten können oder der abgeschlossene Vertrag erst in ein paar Monaten ausläuft, kein Grund zur Panik: LG hat auf den zurückliegenden Messen mehrere Design-Handys vorgestellt, die im Laufe der nächsten Monate auf den Markt kommen sollen. Hoffnung gibt auch die im September in Berlin stattfindende IFA: hier wird LG mit einem eigenen Stand vertreten sein und den Besuchern mit Sicherheit weitere Neuheiten präsentieren.

(Hayo Lücke)

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