Testbericht

LG Flatron E2360V im Test - Design-TFT mit Full LED

LG liefert Full LED-Technik nicht nur bei Flachbildfernsehern, sondern immer häufiger auch bei klassischen Computer-Monitoren. Beim neuen Flatron E2360V sogar mit HDMI-Anschluss.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Neuer Computer-Monitor gefällig? Der südkoreanische Elektronikkonzern LG versucht Interessenten durch moderne Technik gepaart mit elegantem Design zu beeindrucken. Was im Segment neuartiger Flachbild-Fernseher bereits erfolgreich vermarktet wird, soll nun auch zunehmend bei modernen TFT-Monitoren zum Einsatz kommen: LED-Technik. Eines der Flaggschiff-Modelle aus dem Hause der Asiaten: das Modell Flatron E2360V. Wir haben den 16:9-Bildschirm, der mit einer Tiefe von knapp 13 Millimetern zu den flachsten seiner Art zählt, auf die Probe gestellt.

Transparenter Standfuß

Auffällig ist vor allem das moderne, zeitlose Design des Monitors. Der eigentliche TFT-LCD-Bildschirm thront auf einem transparenten Standfuß, der je nach Betriebsstatus unterschiedlich beleuchtet wird: blau bei eingeschaltetem PC, rot sobald der Rechner heruntergefahren wurde. Auf Wunsch ist diese Spielerei aber auch deaktivierbar. Ergänzend dazu sorgt eine 24 Zentimeter breite und 17 Zentimeter tiefe schwarz glänzende Bodenplatte dafür, dass der 23 Zoll (rund 58 Zentimeter) große Monitor stabil auf dem Schreibtisch stehen kann. Zumindest in der Theorie.

Nicht unbedingt verstärkt wird dieser Eindruck nämlich, wenn der richtige Neigungswinkel (15 Grad nach oben, 5 Grad nach unten) eingestellt werden soll. Dann nämlich wackelt und knarzt es an allen Ecken und Enden des Full-HD-Monitors. Als Nutzer hat man fast schon Bedenken, den Bildschirm aus seiner Halterung zu brechen. Nach dem Kauf also am besten aufstellen, ausrichten und anschließend glücklich sein. Ein weiteres Manko: der Monitor ist weder in der Höhe verstellbar, noch lässt er sich nach links oder rechts zur Seite drehen. Beim LG E2360V zählt demnach in erster Linie die Frontalansicht.

Ein Staubfänger - zumindest teilweise

Gleichwohl hat das moderne Design auch seine Schattenseiten. Denn nicht nur die Bodenplatte ist ein echter Staubfänger, sondern auch der klavierlackschwarze Monitor-Rahmen. Auf diesen beiden Monitor-Elementen sind auch Fingerabdrücke sehr schnell sichtbar. Weniger stark setzen sich Staubpartikel hingegen auf dem entspiegelten Bildschirm selbst ab. Trotzdem ist es ratsam, den Monitor von Zeit zu Zeit mit einem einfachen Mikrofasertuch von Staub zu befreien - schon allein aus optischen Gründen.

Die Beleuchtung erfolgt nicht über klassische Leuchtstoffröhren, sondern über LED. Unser Testmodell nutzt statt Edge LED sogar Full LED. Das heißt, die Leuchtdioden sitzen nicht nur am Monitorrand, sondern hinter der kompletten Monitor-Fläche. Das sorgt vor allem für kräftigere Schwarz-Töne und eine realistischere Farbgestaltung.

Ganz davon abgesehen sorgt der Einsatz von LED-Technik dafür, dass der Stromverbrauch sinkt. Der E2360 kommt im Betrieb auf einen Verbrauch von knapp 25 Watt. Im Standbybetrieb wird nicht mal 1 Watt verbraucht. Damit wird der Richtwert, dass ein TFT-Monitor im Betriebsmodus nach Möglichkeit nicht mehr als 40 Watt verbrauchen sollte, deutlich unterschritten. Die maximal mögliche Auflösung liegt bei 1.920x1.080 Pixeln (Full HD), die Anzahl der darstellbaren Farben bei 16,7 Millionen. Punkten kann der E2360V auch mit einer starken Reaktionszeit von 2 Millisekunden und einem dynamischen Kontrastverhältnis von bis zu 5.000.000:1.

Doch wie schlägt sich der Monitor in der Praxis? Designtechnisch ist LG zweifelsohne ein echter Hingucker gelungen. Kaum ein bisher gesehener Monitor wirkt auf dem Schreibtisch moderner als das neue Full LED-Modell aus Südkorea. Auch das Betrachten von Multimedia-Inhalten, seien es Spiele-Trailer oder auch Streaming-Inhalte, machen mit dem E2360V richtig Spaß. Kräftige Farben und Kontraste sorgen für ordentliche Unterhaltung auf dem 23-Zoll-Monitor.

Mit Schwächen bei Office-Anwendungen

Wer seinen Monitor hingegen in erster Linie für Office-Anwendungen nutzen möchte, sollte sich eine Anschaffung genau überlegen. Das Weiß wirkt bei Anschluss an die D-Sub-Schnittstelle trotz diverser Einstellungsmöglichkeiten sehr blaustichig. Da hilft es auch wenig, dass Blau-, Rot- und Grün-Töne individuell einstellbar sind. Mehr noch: das Schriftbild in Word- und Outlook-Dokumenten sowie auf Internetseiten wirkt häufig nicht richtig scharf und Bilder zum Teil sogar arg gestreckt. Ein echter Vorteil des LED-Monitors ist die Helligkeit von 250 cd/m². Auch wenn die Sonne durch das Fenster auf den Monitor strahlt, bleiben Inhalte noch gut ablesbar. Integrierte Boxen kann der E2360 nicht vorweisen.

Menü-Navigation nichts für Technik-Laien

Gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung der insgesamt fünf runden Menü-Tasten am rechten unteren Rand des Monitors, wo auch die Power-Taste zu finden ist. Alle Tasten sind auf den ersten Blick nicht sichtbar, nur fünf graue Striche und ein Power-Symbol machen auf die Nutzungsmöglichkeit aufmerksam. Zwar sorgt das für ein einheitliches Look & Feel in Bezug auf das Gesamterscheinungsbild des Monitorrahmens, die Navigation durch das Monitormenü ist aber alles andere als ein Kinderspiel. Vielmehr ist es eher umständlich die gewünschten Einstellungsmöglichkeiten zu finden.

Fazit: Ein Design-Monitor für Multimedia- und Spiele-Fans

Insgesamt kann der LG Flatron E2360V vor allem in Bezug auf sein Design und die Multimedia-Inhalte punkten. Eine Reaktionszeit von nur 2 Millisekunden, Full LED und Full HD-Unterstützung sorgen für Video- und Game-Sequenzen ohne erkennbare Schlieren, satte Kontraste und kräftige Farben. Erfreulich ist, dass auch ein HDMI-Anschluss nutzbar ist.

Im Büro-Alltag und beim Surfen im Internet macht der Monitor hingegen nicht ganz so viel Spaß. Ein nicht ganz scharfes Schriftbild und verzerrte Grafiken trüben den ansonsten positiven Gesamteindruck. Da hilft es auch wenig, dass es problemlos möglich ist, zwei Word-Dokumente oder Browser-Fenster ohne Probleme nebeneinander zu nutzen. Ob ein Monitor in der Höhe verstellbar, zu den Seiten schwenkbar und mit integrierten Boxen ausgestattet sein muss, ist sicherlich Geschmackssache. Der E2360V liefert diese Möglichkeiten nicht.

Erhältlich ist der E2360V im Fachhandel zu einem Preis von knapp 200 Euro (Stand: Dezember 2010). Bei Amazon ist der Monitor versandkostenfrei für knapp 209 Euro zu haben. Weitere Hardware Testberichte sowie einen Ratgeber zum TFT-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Flatron E2360V
Hersteller: LG
Internet: www.lg.com/de
Preis: ca. 200 Euro (Stand: Dezember 2010)
Technische Daten
Bildschirmdiagonale: 23 Zoll Breitbild im 16:9 Format; TN-Panel; matt
Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte
Eingänge: HDMI, D-Sub, DVI-D
Helligkeit: 250 cd/m² (Herstellerangabe)
Kontrast: 1000:1 (Herstellerangabe), dynamisch bis zu 5.000.000:1
Schaltzeiten: 2 ms (Herstellerangabe)
Blickwinkel: 170° horizontal/160° vertikal (Herstellerangabe)
Strombedarf: aus: 0,1 Watt
Standby: 0,4 Watt,
eingeschaltet: 24 Watt
Abmessungen: B x H x T: 542,3 mm x 412,1 mm x 172 mm (mit Standfuß)
Gewicht: 2,6 kg
Garantie: 2 Jahre LG Garantie, auch auf die Hintergrundbeleuchtung, Vor-Ort-Service
Pro & Contra
gute Bildqualität bei Multimedia-Inhalten
Full LED-Beleuchtung
sehr flache Bauform
mattes Display
hohe Auflösung
geringer Stromverbrauch
Weißton sehr blaustichig
keine Lautsprecher
umständliches Menü
Standfuß und Monitorrahmen anfällig für Staub und Fingerabdrücke
Monitor sitzt nicht sehr stabil auf Standfuß und Standplatte
Bewertung:
Helligkeit (25%): gut
Blickwinkel (25%): gut
Kontrast (20%): gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): befriedigend
Gesamt: gut (2,3)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

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