Testbericht

LG E2340T im Test: LED-TFT mit Full-HD

LGs Flatron E2340T besticht durch sein 23 Zoll großes Display im 16:9-Format, eine besonders schmale Bauweise und eine moderne LED-Beleuchtung. Trotzdem gibt es auch Schattenseiten, wir sagen, wo.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Nach dem Medion E54009 Touchscreen hat sich wieder ein TFT-Bildschirm ohne berührungsempfindliche Oberfläche zum Test in der Redaktion eingefunden. Der LG E2340T mit LED-Beleuchtung für unter 200 Euro richtet sich einmal mehr an die stetig wachsende Gruppe der Multimedia-Anwender. Wer ohnehin nur einmal pro Woche kurz den Computer einschaltet, um einen Einkaufszettel zu tippen, wird sich keinen 23-Zoll-TFT mit Full High Definition-Auflösung auf den Schreibtisch wuchten. Sollen aber Videos am PC geschaut oder Spiele gespielt werden, kommt ein großer und hochauflösender Monitor schon eher in Frage. Wir sind mit dem LG Flatron E2340T die einzelnen Szenarien durchgegangen. Wie der Monitor dabei abgeschnitten hat, zeigt unser Testbericht.

Überblick – LG Flatron E2340T im Test

  1. Design und Ergonomie
  2. Anschlüsse, Lieferumfang, technische Daten im Praxisvergleich
  3. Farbdarstellung, Stromverbrauch, Fazit und Infotabelle

Schlanke Linie durch externes Netzteil

Das Design des E2340T entspricht dem üblichen Aussehen von Hardware-Produkten, die den "Multimedia-Stempel" erhalten haben: Nutzern, die sich umfassend mit dem Internet und digitalen Inhalten beschäftigen, unterstellen die Hersteller immer wieder eine Vorliebe für schwarze Hochglanzoptik. Auch der LG E2340T verbleibt in dieser Schublade und ist von Kopf bis Fuß auf Pianolack-Look getrimmt; das Display ist hingegen matt. Von der Seite betrachtet ist er sehr schmal, etwa zwei Zentimeter (cm), was durch ein externes Netzteil ermöglicht wird. Der Rahmen misst etwa 56,5x36 cm. Der ovale und etwa 26x20 cm große Lack-Standfuß hebt den Monitor auf 43 cm (Oberkante) in die Höhe, weiter hinauf- oder aber herunterdrehen kann man ihn nicht. Auch das seitliche Drehen fällt flach, lediglich eine Neigung um 15 Grad nach hinten und 5 Grad nach vorn erlaubt das Scharnier.

Zum Aufstellen müssen TFT und Fuß zunächst zusammengesteckt werden, das Standbein ist aber bereits fest in den Bildschirm integriert. Dies führt die von LG extra als Feature aufgezählte Möglichkeit, den Standfuß abnehmen zu können sozusagen ad absurdum: Warum sollte der Nutzer die Bodenplatte abnehmen, wenn der Monitor dann trotzdem noch einen Teil des Fußes enthält und darüber hinaus auch gar keine Befestigungsart besitzt, um an eine Wand geschraubt zu werden? Zur Stabilität lässt sich sagen, dass der Fuß weder gefährlich wackelt noch überzeugend fest steht. Stößt man an die Tischplatte, wackelt der Bildschirm hin und her, ein Umfallen muss aber – zumindest bei normalen Rempelaktionen – nicht befürchtet werden. Schuld am nicht ganz stabilen Stand ist jedenfalls auch das geringe Eigengewicht von knapp 4,3 Kilogramm, was für einen Bildschirm dieser Größenordnung nicht unbedingt viel ist.

Um den Monitor anzuschließen, stehen ein analoger D-Sub-Eingang (VGA) und digitales DVI-D zur Verfügung, wobei die Anschlüsse aber nicht wie zumeist üblich nach unten, sondern nach hinten wegführen. Ein HDMI-Port fehlt, was angesichts der HD-Auflösung schade ist. Da der DVI-Port aber den Kopierschutz HDCP unterstützt und somit trotzdem die Wiedergabe von hochauflösenden Inhalten mit entsprechendem Kopierschutz erlaubt, fällt dies weniger stark ins Gewicht. Von einem Multimedia-TFT erwartet der Nutzer in der Regel auch Lautsprecher, auf die LG gleichermaßen verzichtet hat. Das passt wieder zum fehlenden HDMI-Anschluss, der ansonsten den Ton hätte mit übertragen können. Auch zusätzliche Gimmicks wie einen Kopfhöreranschluss spendiert der Hersteller nicht.

Überblick – LG Flatron E2340T im Test

  1. Design und Ergonomie
  2. Anschlüsse, Lieferumfang, technische Daten im Praxisvergleich
  3. Farbdarstellung, Stromverbrauch, Fazit und Infotabelle

Analoger und digitaler Anschluss

In der Produktbeschreibung auf der Website und auch in den Onlineshops, in denen der Monitor verkauft wird, ist ein "VGA+DVI-D Kabel" im Lieferumfang aufgeführt, unserem Testgerät lag jedoch nur ein Anschlusskabel mit analogem Stecker bei. Wie sich auf Nachfrage unserer Redaktion herausstellte, war das jedoch ein Fehler. Normalerweise gehört ein DVI-Kabel zum Lieferumfang. Ansonsten enthält der Karton das Netzkabel und eine CD mit Treibern und dem Handbuch. In gedruckter Version gibt es die Anleitung nicht. Das ist zwar insbesondere für unerfahrene Nutzer ein Abstrich bezüglich des Komforts, aber mittlerweile die Regel und auch zu verschmerzen. Absolut unverständlich ist jedoch, dass LG für das PDF-Handbuch den Adobe Reader in der Version 4.0 (!) mitliefert. Adobe veröffentlichte sie 1999, mittlerweile ist der PDF-Viewer in der Version 9.0 angelangt. Mit der mehr als zehn Jahre alten Reader-Version sollte - alleine schon aus Sicherheitsgründen - nun wirklich niemand mehr hantieren.

Kommen wir nun zu den technischen Fakten. Förmlich entgegen springt einem der Kontrastwert von 5.000.000:1. Bei den dynamischen Angaben übertrumpfen sich die Hersteller regelmäßig, das typische Kontrastverhältnis liegt aber nach wie vor bei 1.000:1. Die Helligkeit, die auf dem Papier mit 250 Candela pro Quadratmeter nicht unbedingt nach großer Strahlkraft klingt, erwies sich in der Praxis als sehr gut: Das Display nutzt aber moderne LEDs statt Leuchtstoffröhren und lässt sich daher schön hell einstellen.

Reaktionszeit: In der Praxis keine Schlieren

Bei einem Preis von unter 200 Euro für ein 23-Zoll-Display mit 1.920x1.080 Pixeln kann man schon auf die verwendete Paneltechnik schließen: TN = Twisted Nematic. TN-Panels gibt es nicht nur zu einem günstigeren Preis, sie ermöglichen auch eine kurze Reaktionszeit. Der LG 2340T weist sie mit 5 Millisekunden (ms) aus. Für die Videowiedergabe reicht das absolut aus und bei Spielen könnte es nur für Shooterfans und Framejäger eng werden: Mit einem Schlierentestprogramm ließen sich bei dem Display bei 60 Frames pro Sekunde (fps) deutlich Nachzieheffekte erkennen, die bei einem anderen TFT mit 2 ms (jeweils Herstellerangabe) nicht auszumachen waren. Im praktischen Test mit einer Grafikkarte aus der oberen Mittelklasse und aktuellen 3D-Spielen mit rund 60 fps konnten wir hingegen keinerlei Schlieren erkennen. Je nach Spiel und Grafikkarte mögen die Effekte wieder anders ausfallen, wer sich jeweils an der Obergrenze bewegt, wird ohnehin zum Gaming-Monitor greifen. Die Blickwinkel von 170 Grad horizontal und 160 Grad vertikal werden durch die Displaytechnik bestimmt, durch die Größe und das 16:9-Format können aber mindestens zwei Personen nebeneinander sitzen und haben trotzdem einen uneingeschränkten Blick auf das Dargestellte.

Dem großen Display kann man verschiedene Vorteile bescheinigen. Zunächst ist die Oberfläche matt, was gerade bei Multimedia-Geräten oftmals nicht mehr der Fall ist. So gibt es auch bei Sonnenlicht und in Fensternähe keine Spiegeloptik und Büroanwendungen sind ohne heruntergelassene Jalousien möglich. Außerdem ist der Bildschirm gleichmäßig beleuchtet und scharf, was vor allem bei der Schrift auffällt. Dank 16:9-Format lassen sich bequem zwei Fenster nebeneinander anordnen, ein Pluspunkt für alle, die intensiver mit dem PC arbeiten. Ebenso positiv ist natürlich die moderne und gleichmäßige LED-Beleuchtung, die auch den Stromverbrauch deckelt. Unser Messgerät ermittelte 26 Watt als Leistungsaufnahme im Betrieb bei werkseitigen Einstellungen - dies deckt sich mit der Herstellerangabe von maximal 28 Watt.

Überblick – LG Flatron E2340T im Test

  1. Design und Ergonomie
  2. Anschlüsse, Lieferumfang, technische Daten im Praxisvergleich
  3. Farbdarstellung, Stromverbrauch, Fazit und Infotabelle

Die Farbwiedergabe können wir nur subjektiv beurteilen, wobei die Meinungen etwas auseinander drifteten. Im direkten Vergleich mit Hilfe eines Testbildes und einem etwas älteren Philips TFT-Monitor ohne LED-Technik, der aber wiederum durch sein gutes und warmes Farbbild besticht, wirkte das Bild des LG E2340T kälter. Bei Gegenständen fiel dies nur unwesentlich auf, deutlicher zeigte sich der Farbunterschied bei Hauttönen. Was der eine Anwender als etwas zu kalt empfand, konnte der nächste nicht kritisieren. Bei der Wiedergabe eines Videos und ohne ein direktes Vergleichsbild fiel keine "Farbschwäche" auf.

Fazit: Für LED-Verfechter

Ein Preis-Leistungs-Kracher ist das Gerät auf den ersten Blick nicht: Selbst aus dem eigenen Hause gibt es in den Onlineshops verschiedene Alternativen mit ähnlichem Aussehen und fast identischen technischen Details, die um einiges günstiger sind. Schaut man genauer hin, fehlt dort dann aber die LED-Beleuchtung. So auch zum Beispiel beim LG W2343T-PF, der bei Amazon schon für knapp 140 Euro zu haben ist. Wie sich Ausleuchtung und Farbe unterscheiden, müsste man im Praxisvergleich beurteilen, laut Datenblatt benötigt das Modell ohne LEDs jedenfalls schon einmal mehr Strom - 40 Watt. Besteht man auf die LEDs, ist der Preis für den LG Flatron E2340T auf den zweiten Blick doch attraktiv, Alternativen in einer ähnlichen Preisliga wären der BenQ G2420HDBL und der Acer V243HLbmd für rund 180 Euro, die jeweils ein Zoll größer ausfallen.

Weitere Hardware Testberichte sowie einen Ratgeber zum TFT-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Flatron E2340T
Hersteller: LG
Internet: www.lg.com/de
Preis: 219 Euro (UVP)
Technische Daten
Bildschirmdiagonale: 23 Zoll Breitbild im 16:9 Format; TN-Panel; matt
Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte
Eingänge: D-Sub, DVI-D
Helligkeit: 250 cd/m² (Herstellerangabe)
Kontrast: 1000:1 (Herstellerangabe), dynamisch bis zu 5.000.000:1
Schaltzeiten: 5 ms (Herstellerangabe)
Blickwinkel: 170° horizontal/160° vertikal (Herstellerangabe)
Strombedarf: Herstellerangaben: aus: 0,5 Watt, Standby: < 1 Watt, Betrieb: < 28 Watt
gemessen: aus: 0,1 Watt, Standby: 0,3 Watt, eingeschaltet: 26 Watt (Default-setting)
Abmessungen: B x H x T: 563,8 mm x 430 mm x 202 mm (mit Standfuß)
Gewicht: 4,3 kg
Garantie: drei Jahre LG Garantie, auch auf die Hintergrundbeleuchtung, Vor-Ort-Service
Pro & Contra
gute Bildqualität
LED-Beleuchtung
schlanke Bauform
Breitbildformat
mattes Display
hohe Auflösung
geringer Stromverbrauch
kein HDMI-Anschluss
keine Lautsprecher, keine Extras (wie Kopfhöreranschluss)
kein physischer Aus-Schalter
kein Kabelmanagement
Bewertung:
Helligkeit (25%): gut
Blickwinkel (25%): gut
Kontrast (20%): gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

Weiterführende Infos zum Thema:

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