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Lenovo IdeaPad S12 im Test: Erwachsenes Netbook

Mit dem IdeaPad S12 hat Lenovo als erster ein Netbook mit Nvidia Ion vorgestellt. Nicht nötig? Das S12 gibt es auch mit einem Intel GMA für rund 400 Euro – lange Akkulaufzeit und eine Quick-Start-Funktion inklusive.

Mit dem IdeaPad S12 hat Lenovo als erster ein Netbook mit Nvidia Ion vorgestellt. Nicht nötig? Das S12 gibt es auch mit einem Intel GMA für rund 400 Euro – lange Akkulaufzeit und eine Quick-Start-Funktion inklusive.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Die übliche Netbook-Ausstattung rund um den Intel Atom Prozessor kennen wir mittlerweile. Um im stetig dichter werdenden Dschungel der Mini-Rechner überhaupt noch herauszustechen, müssen sich die Notebook-Hersteller schon etwas Besonderes einfallen lassen. Einige vertrauen auf Rekord-Akkulaufzeiten, andere auf eine außergewöhnliche Optik. Diese gibt es beim Lenovo IdeaPad S12 zwar auch, interessant ist aber vor allem das große Display und die (optional) wesentlich stärkere Grafik dank Nvidia Ion. Ist das S12 überhaupt noch ein Netbook? Ob nun Net-, Note- oder Subnotebook – wir haben das brandneue Gerät in der günstigeren Version mit Onboardgrafik ausprobiert.

Inhalt:

1. Look and feel, QuickStart
2. Hardware, Display und Sound
3. Akku-Leistung, Fazit und Fakten-Tabelle

Netbook mit Porzellan-Teint

Das Mini-Notebook ist auch optisch in zwei Ausführungen erhältlich, einmal im kleinen Schwarzen und einmal komplett in weiß – wie unser Testgerät. Das Gehäuse ist bei beiden Versionen gemustert: Die kleinen Ton-in-Ton-Kreise auf dem Hochglanz-Deckel verleihen dem Lenovo IdeaPad S12 einen 60s-Touch und auch die Scharniere stehen im Zeichen des Kreises. Die Mitte der silberfarbenen Abschlüsse ziert ein Kunststoff-Button im Perlmutt-Look. Die Innenseite präsentiert sich nur rund ums 12,1 Zoll große Display in der Lack-Optik. Am Tastenfeld geht es mit einer matten Oberfläche weiter. In dieser Aufmachung wirkt es fast wie aus Porzellan, wobei der Blick auf die zum Teil orangefarbenen Tasten-Beschriftungen gelenkt wird.

Die angeraute Tastatur bietet den Fingern beim Tippen Halt und weist Fingerabdrücke in die Schranken, der Akku und die umliegenden Flächen könnten jedoch etwas glatter sein: Das besonders matte Material macht das Entfernen von im Laufe der Zeit folgenden Verschmutzungen schwieriger – bei weißen Gadgets muss damit aber ohnehin gerechnet werden. Mit einem Gewicht von 1,55 Kilogramm fällt das rund 29x22x2,9 Zentimeter große Lenovo IdeaPad S12 üppiger aus als andere Netbooks. Auch in der gleichen Größenklasse gibt es leichtere Kandidaten, diese laufen dann jedoch meistens mit einem Intel Core 2 Duo und sind deutlich teurer. Zum Gewicht trägt auch der 6-Zellen-Akku bei, der übersteht und etwas hin und her wackelt.

Gemütlichkeits-Gen


Der größere Bildschirm lässt natürlich auch die Tastatur wachsen. Vielschreiber haben es so deutlich gemütlicher und Platz-Einbußen gibt es nur an den Seiten. Die Buchstaben-Tasten haben aber eine normale Größe – ein "Netbook-Gefühl" kommt absolut nicht auf. Das Touchpad hätte Lenovo im Bereich der Scrollfläche etwas empfindlicher einstellen sollen. Eine Verstellmöglichkeit findet sich nicht.

Eine praktische Funktion ist QuickStart von Splashtop: Wer anstelle des Ein-/Aus-Schalters den QS-Button oberhalb der Tastatur betätigt, kann in unter zehn Sekunden mit Hilfe von Linux auf eine Auswahl von verschiedenen Anwendungen wie Internet, Fotos und Videos oder Skype zugreifen. Das installierte Windows XP Home muss hierzu nicht hochgefahren werden (etwa 50 Sekunden), die Programme erfordern aber eine weitere Ladezeit. Andere Hersteller bieten ähnliche Tools wie Asus mit ExpressGate (Test) oder Sony mit Instant On. Innerhalb des Kunststoff-Gehäuses rechnet der vielbeachtete Intel Atom N270 mit 1,6 Gigahertz (GHz), über dessen Leistung wir bereits in vergangenen Netbook Tests informiert haben. Zusätzlich steht das Ideapad S12 mit einem VIA Nano ULV 2250 mit 1,3 GHz und Via Onboardgrafik auf der Karte. Rund um den Atom hat Lenovo ein Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, eine 160-GB-Festplatte sowie LAN, WLAN 802.11 b/g und Bluetooth zur Kommunikation platziert. Die Außenseite zeigt drei USB-Ports, einen 4-in-1 Kartenleser sowie ExpressCard. Was trotz der Größe fehlt, ist ein Laufwerk.

Blickpunkt: Display

Das Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung wurde nicht entspiegelt – ein Zustand, der bei Notebooks rund um die Themen Multimedia und High Definition zwar besonders häufig zu finden ist, den Kunden aber meistens wesentlich schlechter schmeckt als den Herstellern. Mit der Auflösung von 1.280x800 überrundet es die üblichen Netbook-Displays und erfüllt die Mindestanforderungen für eine HD-Wiedergabe. Da unser IdeaPad S12 Testgerät nur den bereits bekannten Intel GMA 950 Onboardchip mit D-Sub-Ausgang integriert, spielt dies aber eine untergeordnete Rolle. Dennoch: Auch die Onboard-Variante nimmt es mit HD-Filmen auf. Im Test spielte das IdeaPad S12 eine 720p WMV-Datei ruckelfrei ab, 1080p-Support würde aufgrund der Displayauflösung und des fehlenden HDMI-Ports ohnehin keinen Sinn machen. Die höhere Auflösung macht jedenfalls das Surfen angenehmer, da einfach mehr Content auf den Bildschirm passt, die Farben könnten aber kräftiger sein.

Der Lautsprecher-Sound ist bei der Musik-Wiedergabe eher schwach – keine Seltenheit bei Netbooks. Bei Filmen fällt dies weniger ins Gewicht, ansonsten schaffen Ohrhörer Abhilfe. Aufgemöbelt wird der Klang durch die Dolby Headphone-Technologie, die ein Surround-Erlebnis schaffen soll.


Bitte lächeln

Oberhalb sitzt eine Webcam, die nicht nur zum Chatten dient, sondern auch zum Einloggen genutzt werden kann. Lenovo lädt hierzu die Software VeriFace auf seine Notebooks, mit der sich auch Ordner per Gesicht absichern lassen. Im Test funktionierte die Erkennung sehr gut, aber: Das erfasste Antlitz lässt sich nicht mehr löschen. Ansonsten findet der Nutzer noch eine Sicherungs- und Wiederherstellungssoftware vor, die auch eine eigene Taste erhalten hat. Per Knopfdruck lässt sich so das Betriebssystem sichern. Was jedoch "ersetzt" wurde, ist das Windows-eigene Energie-Management. Das Programm von Lenovo bietet ebenso verschiedene Betriebsmodi und Möglichkeiten, das Display automatisch abzustellen. In unserem Akku-Test mit der Software BatteryEater hielt der 12-Zöller im Höchstleistungsmodus fast 4,5 Stunden durch, mit den umfassendsten Energiespar-Features, abgeschaltetem WLAN und permanent eingeschaltetem Display schaffte er 6,5 Stunden.

Fazit: Große Alternative zum Normalo-Netbook

In der Onboardgrafik-Version gefällt das Lenovo IdeaPad S12 mit seinem großen Display und seiner Ausdauer, beim späteren Ion-powered S12 für 499 Euro dürfte noch die Grafikleistung hinzukommen. Sollte dann der gleiche Akku dabei sein, wird der Nutzer aber mit einer kürzeren Laufzeit rechnen müssen. Wer mit seinem Netbook ohnehin nur im Internet surft, E-Mails schreibt und Videos abspielt, wird auch mit dem Intel GMA zufrieden sein. Diese Version des IdeaPad S12 ist 30 Euro günstiger und im Internet für rund 400 Euro zu bekommen.

Insgesamt lässt sich das Netbook als besonders hübsche und günstige Alternative zu Subnotebooks bezeichnen – wenn die Leistung für die persönlichen Ansprüche ausreicht. Das Plus an Platz – sowohl für die Augen als auch die Hände - trägt das Gerät jedenfalls auf die Schwelle zum Notebook. Leichte Kratzer bekommt der Porzellan-Rechner durch das zu rauhe Touchpad. Alternativen wären das Acer Aspire One 751 mit etwas kleinerem Display oder das Samsung NC20. Wer seinen Mini immer dabei haben möchte, greift besser zu einem kleineren und leichteren Modell.

Weitere Lenovo Netbooks gibt es im Netbook Vergleich, verschiedene Testberichte und News zu Notebooks und Netbooks liefert die Notebook Unterseite.

Name: IdeaPad S12
Hersteller: Lenovo
Internet: www.lenovo.com/de
Preis: UVP 469 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N270 mit 1,6 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 950
Bildschirm: 12,1 Zoll (1.280x800 Pixel)
Batterie: 6-Zellen-Akku: Laufzeit: 260 Minuten unter Vollast / 390 Minuten maximal (WLAN aus)
Speicher: 1 GB
Festplatte: Hitachi 160 GB
Laufwerk: -
Soundkarte: Realtek HD Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11 b/g), Bluetooth
Betriebssystem: Windows XP Home Service Pack 3
Abmessungen: BxTxH: 292 x 216 x 22 - 28,9 Millimeter; 1,55 Kilogramm
Anschlüsse: 3x USB, D-Sub, Mikrofon, Kopfhörer, Kartenleser, Express Card/34
Benchmarks: PCMark05: nicht verfügbar
3DMark03: 699
Garantie: ein Jahr
Pro & Contra
großes Display
komfortable Tastatur
leiser Betrieb
mit Bluetooth und ExpressCard
Gesichtserkennung
Schnellstart-Funktion
lange Akkulaufzeit
gelungenes Design
kein Laufwerk
Scrollleiste hakt etwas
schmutzanfällig
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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