Ratgeber

Lebensmittel online kaufen - Teil 3: Lebensmittel.de im Test

Lebensmittel.de ist ein Online-Supermarkt mit 24.000 Artikeln. Hier gibt es günstige Eigenmarken, andere Produkte wiederum sind ganz schön teuer. Dafür punktet der Anbieter mit einem großen Tiefkühl-Sortiment.

Supermarkt© Eisenhans / Fotolia.com

Nach dem Test von Allyouneed.com ist nun Lebensmittel.de an der Reihe. Im Rahmen unseres mehrteiligen Ratgebers zum Thema Lebensmittel online kaufen haben wir auch bei diesem Online-Supermarkt mit Zentrallager in Dresden geordert. Mit 24.000 verschiedenen Artikeln blickt der Händler auf ein stattliches Sortiment. Verlockend ist vor allem die große Auswahl an Tiefkühlartikeln.

Besonderheiten des Sortiments

Nicht nur die Auswahl an frischem Fleisch ist umfangreich, auch Tiefkühlpizza, Fischstäbchen und etwa 400 Käseprodukte sind erhältlich. Für den Händler ist das ein Pluspunkt, schließlich lohnt sich ein Online-Kauf vor allem dann, wenn der Kunde seine gesamte Einkaufsliste abarbeiten kann und nicht mehr zusätzlich in einen Laden gehen muss. Neben Markenprodukten sind auch günstige Discount-Ware beziehungsweise Eigenmarken erhältlich - ein Vorteil, den sich Lebensmittel.de und der Händler myTime.de, den wir im kommenden Teil testen, teilen. An anderer Stelle schlägt Lebensmittel.de aber wiederum auf: Einige Tiefkühlartikel sind im Vergleich zum Supermarkt vor Ort ganz schön teuer. So kostet eine Pizza oder ein Iglo-Fischgericht mitunter fast das Doppelte. Zudem muss der Kunde ab und an Großpackungen oder recht hohe Mindestmengen akzeptieren. Eine 1-Kilogramm-Käsepackung dürfte eher für Gewerbetreibende als für Privatpersonen interessant sein, allerdings gibt es auch - um bei diesem Beispiel zu bleiben - jede Menge Auswahl an kleineren Käsepackungen. Softdrinks wie Coca Cola gibt es nur in Kästen, alternativ müssten Kunden auf Dosen ausweichen. Gut für Allergiker und Veganer oder Vegetarier: Unter "bewusste Ernährung" steht eine eigene Kategorie für besondere Produkte wie Laktosefreie oder auch Light-Lebensmittel bereit.

3D-Ansicht für Produkte

Die Website von Lebensmittel.de ist optisch deutlich schlichter gehalten als Allyouneed.com. Die einzelnen Kategorien und Produktsparten schaffen Übersicht, leider verliert sich diese mitunter etwas, wenn die Suche detaillierter werden soll. Nicht alle Rubriken haben Unterkategorien, daher kann die Auswahl manchmal fast zu groß sein. Dann hilft es, mehr Artikel pro Seite oder nur eine bestimmte Preisklasse anzuzeigen, oder aber gleich eine Suchabfrage zu starten. Diese Funktion ist aber noch ausbaufähig: Zwar werden bei der Eingabe praktischerweise Vorschläge unterbreitet, das heißt aber nicht, dass diese Produkte dann auch im Sortiment beziehungsweise lieferbar sind.

Mit Ausnahme von Produktsets, die unter anderem für einen italienischen oder asiatischen Abend angeboten werden, können alle Artikel in einer 3D-Ansicht rundherum betrachtet werden. Manchmal stießen wir aber auf Produkte ohne jegliche Abbildung, was das Einkaufserlebnis trübt. Alle Artikel können schon aus der Übersicht heraus in den Warenkorb oder zunächst auf einen Merkzettel gepackt werden.

Ab 40 Euro versandkostenfrei, Frischezuschlag fällt aber immer an

Bei Lebensmittel.de muss für 40 Euro oder mehr bestellt werden, um sich vor den Versandkosten von 4,90 Euro zu drücken. Der ebenso hohe Zuschlag für gekühlte Waren wird hingegen immer erhoben. In Berlin gibt es eine Sonderregelung: Es gilt ein Mindestbestellwert von 10 Euro, da die Ware von einem persönlichen Lieferanten bereits am Folgetag gebracht wird. Dafür werden aber weder Versandkosten noch ein Kühlzuschlag fällig.

Lebensmittel.de sendet nach eigenen Angaben die Pakete am Folgetag nach der Bestellung ab, wohnt man in Berlin und hat vor 20 Uhr bestellt, ist der Lebensmitteleinkauf dann sogar bereits vor Ort. Ein Wunschtermin lässt sich ebenso nur von Berlinern angeben. Eine Sendung an eine Packstation ist möglich, wenn keine Waren im Päckchen sind, die gekühlt werden müssen.

Gezahlt werden kann per Sofort-Überweisung, Kreditkarte, PayPal, Überweisung per Vorkasse oder Bankeinzug.

Bei Lebensmittel.de bestellten wir an einem Montagmorgen, als Liefertermin wurde der Mittwoch genannt, wobei der Lieferdienst - DHL oder DPD - selbst ausgewählt werden kann.

Lebensmittel.de hat den Praxistest bestanden

Unsere Lieferung erreichte uns pünktlich. Im leicht zu öffnenden Karton waren alle Waren gut verpackt, kein Artikel war beschädigt und die TK-Produkte waren durch Trockeneis gefroren gelagert. Auch das Obst und Gemüse war in knackigem Zustand, nur für die Bananen war das Kühlschrankklima etwas zu kalt. Geschmacklich macht das aber nichts. Insgesamt hat der Anbieter in diesem Punkt alles richtig gemacht. Ein nicht mehr lieferbarer Artikel aus unser Bestellung war entsprechend auf dem Lieferschein gekennzeichnet. Da wir im Voraus gezahlt hatten, wurde der Betrag unserem Kundenkonto gutgeschrieben. Ein Anruf beim Kunden-Service zeigte, dass aber auch eine Gutschrift auf das (Kreditkarten-)Konto möglich ist.

Schade: Verpackung bleibt erst einmal beim Kunden

Das Verpackungssystem von Lebensmittel.de wirkt ausgeklügelt: Empfindliches wie Glasflaschen wird in eigene Karton-Ablagen gepackt. Wenn es um die Entsorgung geht, zeigt sich der Online-Supermarkt aber weniger kundenfreundlich als die Konkurrenz. Zurücksenden kann man nur die Styropor-Frischeboxen, und auch erst dann, wenn man drei Stück angesammelt hat. Die großen Kartons und das Packpapier muss der Käufer generell selbst entsorgen.

Fazit: Große Auswahl, aber teils zu hohe Preise

Lebensmittel.de besticht durch ein umfangreiches Warensortiment und eine Vielzahl von Tiefkühlartikeln. Leider sind letztere mitunter zu teuer. Bei einem oder zwei Artikeln fällt das vielleicht weniger ins Gewicht, bei einer größeren Bestellung aber schon eher. Darüber hinaus fällt für alle, die nicht in Berlin wohnen, ein Zuschlag für Gekühltes an. Wer für den Versand also nichts zahlen möchte, der muss auf Haltbares ausweichen und für mehr als 40 Euro bestellen. Raum für Verbesserungen gibt es hinsichtlich der Flexibilität: Manche Produkte gibt es nur in großen Mengen zu kaufen, Pfandgetränke nicht in einzelnen Flaschen. Dass Lebensmittel.de nicht das gesamte Verpackungsmaterial zurücknimmt, ist aus Sicht des Händlers durchaus verständlich, für den Kunden aber ein Punkt, der bei der Konkurrenz besser gehandhabt wird.

Pro & Contra zu Lebensmittel.de
Pro Contra
  • große Auswahl
  • Versandkosten schwelle noch akzeptabel
  • ausgereifter Ablauf
  • Wunschtermin bislang nur in Berlin
  • teils hohe Preise für frische und TK-Ware
  • häufig nur Großpackungen
  • Verpackungsmaterial erst ab drei Frischeboxen retournierbar

In Teil 4 folgen unsere Praxis-Erfahrungen zu myTime.de und mit Teil 5 erscheinen unser abschließender Online-Supermarkt-Vergleich sowie weitere nützliche Informationen.

(Saskia Brintrup)

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