Testbericht

"La Fonera"-Router für FON-Community im Test

Im vergangenen November feierte FON seinen ersten Geburtstag. Bis zu diesem Zeitpunk haben mehr als 15.000 Foneros den neuen "La Fonera" bestellt. Wir haben den kleinen WLAN-Router getestet.

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com
Im vergangenen November feierte FON seinen ersten Geburtstag. Zu dieser Zeit kämpfte die weltweite WLAN-Community noch mit Auslieferungsproblemen: Mehr als 15.000 Exemplare des "La Fonera"-WLAN-Routers wurden in Deutschland bestellt, aber nur die Hälfte konnte geliefert werden. Wir haben ein Exemplar erhalten und den gefragten WLAN-Router auf Herz und Nieren prüfen können.

Zwei SSID gleichzeitig

Im Unterschied zu den vorherigen Modellen "Linksys WRT54GL" und "Buffalo WHR-G545" unterstützt der neue "La Fonera" zwei Funknetzwerknamen gleichzeitig – so genannte SSIDs. Dadurch können die Foneros, also die registrierten Mitglieder der Community, ein privates und ein öffentliches Funknetzwerk parallel betreiben. Während das private Drahtlosnetzwerk verschlüsselt ist, kann jeder auf das öffentliche unbeschränkt zugreifen.

Denn einer der Kritikpunkte beim Betrieb eines FON-Access Points in der Vergangenheit war der unsichere Datentransfer für den Betreiber. Verwendete dieser einen Sicherheitsschlüssel, konnten sich die anderen Foneros nicht ohne weiteres anmelden, was dem Konzept der FON-Community widerspricht. Mit den zwei SSIDs wird dieses Problem nun umgangen. Während der FON-Access-Point-Betreiber über die sichere WLAN-Verbindung surft, melden sich Foneros über den öffentlichen Zugang an. Nach erfolgreicher Eingabe der Login-Daten steht ihnen die Breitbandverbindung zur Verfügung.

Technische Daten

Optisch ist das sehr kleine "La Fonera" (95 x 72 x 26 Millimeter) ein Blickfang – egal ob an der Wand montiert oder auf dem Tisch platziert. Das weiße Gehäuse vermittelt einen hochwertigen Eindruck, die Verarbeitung ist auf einem hohen Niveau. Bei einem günstigen Preis von 29,95 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer ist das keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Die Funkverbindung kann eine maximale Transferrate von 54 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreichen. Die tatsächliche und effektive Übertragungsrate liegt im Idealfall bei maximal 20 bis 25 Mbit/s, was aber ein Problem der WLAN-Technologie und nicht des "La Foneras" ist. Unterstützt werden dabei die Funkstandards IEEE802.11b und IEEE802.11g. Eine Fernkonfiguration des Routers ist über die FON Homepage (www.fon.com) jederzeit möglich. Die Konfiguration des "La Fonera" erfolgt am schnellsten über WLAN. Der einzige RJ45-Anschluss ist primär für den Verbindungsaufbau mit dem Internet zuständig. Für den Betrieb des WLAN-Routers wird also zusätzlich ein DSL Router oder ein Kabel-Modem benötigt.

Für die Konfiguration des WLAN-Routers müssen sich die Anwender über die verschlüsselte Verbindung anmelden. Der integrierte DHCP-Server vergibt automatisch eine IP-Adresse, so dass im Anschluss daran lediglich die IP "192.168.10.1" im Internet Browser eingegeben werden muss. Über das Webinterface können alle Einstellungen angezeigt und geändert werden.

Im Menü "Öffentliches WiFi" haben Anwender lediglich die Möglichkeit die SSID zu verändern. Der Präfix "FON_" lässt sich dabei aber nicht entfernen, damit die anderen Foneros den FON-Access-Point erkennen können. Bei "Privates Wifi" können Anwender dagegen die SSID frei wählen. Verschlüsselungstyp und –Schlüssel sowie das Protokoll können ebenfalls an dieser Stelle geändert werden. Darüber hinaus kann die Sprache umgestellt sowie ein neues Passwort für den Admin-Bereich festgelegt werden. Nach der Einrichtung sollte dies auch der erste Schritt sein, denn alle "La Fonera"-Router werden mit dem gleichen Admin-Passwort ausgeliefert. Zwar ist die WLAN-Verbindung gesichert, aber Standard-Passwörter sollten generell schnellstmöglich geändert werden.

Bei den erweiterten Einstellungen haben erfahrene Anwender die Möglichkeit, weitere Änderungen vorzunehmen. So kann der DHCP-Server deaktiviert oder die Verbindungsart zum Internet ausgewählt werden. Zur Verfügung stehen neben der Anbindung über eine bestehende Internetverbindung noch das PPPoE und das Point-to-Point-Tunneling Protocol (kurz PPTP).

Nicht ganz zutreffend ist hingegen die Angabe, der "La Fonera" besitze eine Firewall, denn sie reglementiert lediglich den Zugriff zwischen den beiden Funknetzwerken und dem Zugriff auf das Internet. Zwar lassen sich noch bestimmte Ports öffnen, eine Firewall muss aber definitiv mehr können. Auch das Blockieren von bestimmten URLs, IP-Adressen ist nicht möglich.

Fazit: "La Fonera" überzeugt mit einer einfachen Installation und der Möglichkeit zwei Funknetzwerke parallel zu betreiben. Für diese Aufgabe ist der kleine WLAN-Router bestens ausgestattet. Die Sicherheitsfunktionen und letztlich der Funktionsumfang sind für einen guten WLAN-Router aber definitiv zu wenig. Dafür kostet die "La Fonera" mit knapp 30 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer auch nicht viel. Für den Einsatz für den Aufbau eines FON-Access-Points ist sie aber bestens geeignet. Verfügt das DSL-Modem über eine Firewall, so sollte diese zusätzlich konfiguriert und eingeschaltet werden.

Produkt: "La Fonera"
Vertreiber: FON
URL: www.fon.com
Preis: 29,95 Euro + MwSt.
Gewährleistung: 24 Monate
Technische Daten:
  • Unterstützung von zwei SSIDs gleichzeitig
  • WLAN nach IEEE802.11b/g mit bis zu 54 MBit/s
  • Konfiguration über Webinterface
  • Ferkonfiguration über www.fon.com möglich
  • Automatische Wahl des Kanals
  • Verschlüsselung nach WEP (64/182 Bit), WPA und WPA2
  • DHCP-Server
  • Ethernet Port (10/100 MBit/s)
  • Optimiertes High-Speed-Routing
Pro & Contra
zwei SSID (privat/öffentlich)
einfache Installation
Fernkonfiguration möglich
kompaktes Design
kein Zugriff über LAN
Firewall nur rudimentär
BewertungGewichtung
Ausstattung (30%): befriedigend
Übertragungsgeschwindigkeit (30%): gut
Sicherheit (20%): ausreichend
Bedienung (20%): gut
Gesamt: befriedigend (2,7)
Preis-Leistung: gut

(Nam Kha Pham)

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