Testbericht

Klappe auf: Kino-Kiste Qosmio G30 im Test

Das Notebook von Toshiba ist zwar etwas sperrig, hat aber einiges unter der Haube und sorgt für Kino-Feeling. Wir haben das Qosmio G30 getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Toshibas Qosmio G30 fällt unter die Kategorie "Desktop-Ersatz". Das Notebook hat sperrige Maße und wiegt fast fünf Kilogramm. Für unterwegs ist die Kiste daher nichts. Das G30 lässt man lieber als Video-Player im Wohnzimmer: Dafür hat Toshiba dem G30 ein HD-Laufwerk (High Definition) eingebaut. Leider bringt es dem Käufer aber bisher nur geringen Nutzen – zu wenige Filme sind bisher auf HD-DVD zu haben. Gewöhnliche DVDs kann das Laufwerk zudem nur mit achtfacher Geschwindigkeit lesen und mit vierfacher Geschwindigkeit beschreiben.

Detail-Treue

Ist der Lieblings-Titel als HD-DVD erhältlich, kommt beim Qosmio aber echtes Kino-Feeling auf: Durch die hohe Displayauflösung von 1900x1200 Bildpunkten lassen Spielfilme dank voller HD-Auflösung jedes Detail erkennen; die Boxen von Harman/Kardon machen dabei für ein Notebook-Soundsystem ordentlich wumm. Der Notebook-Bildschirm zeigt satte Farben und einen stabilen Blickwinkel. Wer das Zimmer nicht abdunkelt, muss aber mit Spiegelungen auf dem Display rechnen. Denn wie inzwischen üblich, hat auch das Display des G30 keine Entspiegelungs-Schicht. Das ist besonders im Akku-Betrieb von Nachteil, da fernab der Steckdose die Display-Helligkeit heruntergeschraubt wird.

Vielfältig gibt sich das Qosmio bei den Video- und Audio-Anschlüssen: Dank HDMI-Schnittstelle lassen sich die Filme alternativ ohne Qualitätseinbußen auf den Fernseher übertragen, zusätzlich sind S-Video-Ausgang und VGA-Ausgang vorhanden. Ein HD-Soundchip und der entsprechende Audioausgang übertragen bei Bedarf Surround-Sound an die heimische Musikanlage. Durch den integriertem TV-Tuner kann das Qosmio auch Fernsehen wiedergeben. Wahlweise schließt man ein Kabel für das analoge Signal oder die mitgelieferte Stabantenne für DVB-T an. Mit vorinstalliertem Vista Ultimate bringt das G30 entsprechende Multimedia-Software mit. Eine passende Fernbedienung zum Auswählen der Kanäle liegt dem Notebook bei.

Daddeln und texten

Spieler werden selten in den Genuss der hohen Display-Auflösung kommen, denn dafür reicht die Leistung des Mittelklasse-Grafikchips GeForce 7600 go nicht aus. Toshiba taktet den 7600 go ähnlich wie den Desktop-Chip 7600 GS. In niedrigeren Auflösungen sollten aber auch aktuelle Titel gut spielbar sein.

Wer das Notebook auch zur Textbearbeitung nutzen will, profitiert zwar von dem riesigen Display, wird sich aber über die Tastatur ärgern. Die nutzt nämlich die große Grundfläche des Gehäuses nicht aus und lässt so ein Nummern-Feld vermissen. Das Tastatur-Layout verwirrt, zumal einige Tasten an ungewöhnlicher Stelle liegen. Beim Tippen stört auch das klobige Gehäuse; die Tastatur liegt zu weit hinten. Angenehm ist hingegen das Arbeitsgeräusch: Unter geringer Auslastung sind die Lüfter kaum hörbar, unter Last vernimmt man lediglich ein leises Surren. Als Datenspeicher empfiehlt sich das Q30 mit seinen zwei Festplatten, zusammengeschlossen als Raid-System bieten sie 400 Gigabyte Speicherplatz und arbeiten sehr flott. Unterwegs macht das Qosmio wenig Spaß – Leute mit Rückenproblemen sollten den 4,8 Kilogramm-Boliden lieber zuhause lassen. Ohnehin lässt sich das Qosmio nicht lange fernab der Steckdose nutzen. Beim Arbeiten unter Windows hielt es im Test gerade mal 2:14 Stunden durch, bei der HD-Wiedergabe schafft das Notebook mit 1:40 Stunden noch nicht einen Spielfilm.

Fazit:

Das Qosmio G30 ist Fernseher, Video-Spieler und Daddel-Kiste zugleich. Für den Büro-Alltag und den Einsatz unterwegs taugt es dabei nicht. Das HD-DVD-Laufwerk dürfte selten zum Einsatz kommen, da noch zu wenige Film-Titel auf HD-Scheiben zu haben sind. Die Austattung lässt, abgehen von der Mittelklasse-Grafik, keine Wünsche offen. Der Preis von 2799 Euro ist aber etwas überzogen.





Name: Toshiba Qosmio G30 Serie
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: 2799,- Euro (UVP)
Technische Daten
Prozessor: Intel Centrino Core 2 Duo T7400 mit 2,16 GHz, 4 MB-L2-Cache, FSB 667 MHz
Grafikkarte: GeForce 7600 go (Chiptakt: 450 MHz, Speichertakt: 450 MHz)
Bildschirm: 17-Zoll WSXGA+ (1.920 x 1200 Bildpunkte)
Batterie: Li-Ion, 70 Wh, 1 Std. 40 Min. (HD-Wiedergabe) / 2 Std. 16 Min. (Windows) Laufzeit
Speicher: 2 x 1024 MB DDR2, 667 MHz
Festplatte: 2x2,5-Zoll Toshiba, 200 GB, 4200 U/min, 8MB Cache (SiSoft Sandra: Laufwerksindex 30 MByte/s)
Laufwerk: Toshiba DVDW/HD TS-L802A HD-DVD-Laufwerk
Soundkarte: Sigmatel High Definition
Kommunikation: GBit-LAN, WLAN (802.11b und g), Bluetooth 2.0 , 56K-Modem
Betriebssystem: Windows Vista Ultimate
Abmessungen: 40.7 cm x 29,3 cm x 4,6 cm (vorne) bzw. 5,7 (hinten) (B x T x H), 4,8 kg
Anschlüsse: Kopfhörer (S/PDIF) , Line-In, Modem, LAN, 4 x USB 2.0, FireWire, TV Out (S-Video), TV-IN (S-Video), PCMCIA Typ II, PCMCIA ExpreessCard, VGA, HDMI, Kartenleser (MMC, SD, xD, Memory Stick / Pro)
Benchmarks: 3DMark06: 2.077
PCMark05: 5098
Vista Leistungsindex: CPU: 5,1 / RAM: 4,5 / 2D: 5,2 / 3D: 4,8 / HDD: 5,4
SiSoft Sandra: Laufwerksindex 30 MByte/s
Garantie: 2 Jahre (erstes Jahr mit Abholservice)
Pro & Contra
Hochauflösendes Display
Viele Video-Anschlüsse
Zwei flotte, große Festplatten
Gutes Soundsystem
Klobig
Extrem schwer
Kurze Akkulaufzeit
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): sehr gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,35)
Preis-Leistung: ausreichend


(Klaus Wiesen)

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