Testbericht

JBL Charge im Test: Viel Wumms im kleinen Gehäuse

Unterwegs stundenlang Musik in guter Klangqualität ausgeben und bei Bedarf den Akku im Smartphone oder Tablet aufladen - das verspricht der mobile Bluetooth-Lautsprecher JBL Charge in Größe einer 0,5-Liter-Getränkedose. Wir haben das Gerät ausprobiert.

JBL© JBL

JBL hat einen neuen tragbaren Lautsprecher für Smartphones und Tablets anzubieten, der über eine praktische Zusatzfunktion verfügt: Der JBL Charge soll nicht nur mit einem kräftigen Sound für Stimmung sorgen, sondern kann unterwegs auch Akkus anderer Geräte per USB-Kabel aufladen. Wir haben den Charge getestet.

JBL Charge Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Anschlüsse und Bedienung
  • Seite 2: Praxisleistung, Fazit und Test-Tabelle

Drei Farben zur Auswahl

JBL hält den Lautsprecher in drei Farben bereit: Blau, Grün und Schwarz - jeweils mit Weiß abgesetzt. Unser Testgerät entspricht der Ausführung mit schwarzem Gehäuse, das sich nach dem Auspacken als dunkles Grau herausstellt. Der Kunststoff macht einen sehr stabilen Eindruck und an der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln, alles sieht hochwertig aus. Mit einem Gewicht von rund 430 Gramm und der matten Oberfläche liegt der Lautsprecher gut in der Hand, ist aber nicht zu schwer. Da er als Outdoor-Gadget gedacht ist, ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Mit Maßen von 175 x 74 Millimeter hat das Gerät in etwa die Größe einer 0,5-Liter-Getränkedose. Für den Transport legt der Hersteller eine Neoprentasche bei, die den Charge in der Tasche oder im Rucksack etwas abpolstert.

Der Lautsprecher wird wahlweise senkrecht oder waagerecht aufgestellt, genau dort hat JBL kleine Gummipuffer angebracht. Dadurch steht er bei glatten Flächen rutschfest auf der Unterlage. Die Positionierung hat auch einen Einfluss auf den Klang: Steht der Charge senkrecht, befindet sich die Bassreflexöffnung an der Oberseite. So empfanden wir den Sound als ausgewogener und schöner als in der Seitenlage.

Sehr einfache Handhabung

Die USB-Schnittstelle zum Aufladen von Mobilgeräten ist gegenüber der Bassreflexöffnung eingelassen und mit einem Gummiverschluss versehen, um Staub oder Schmutz fernzuhalten - schließlich liegt sie unten, wenn der Charge aufrecht steht. Die übrigen Schnittstellen bringen hingegen keine Abdeckung mit; der Micro-USB-Port zum Anschluss des mitgelieferten Netzteils sowie der AUX-Eingang für Musikquellen ohne Bluetooth liegen komischerweise frei. Die Bedientasten sind längs angeordnet: Ein Ein-/Ausschalter und eine Lautstärketaste, die durch ihre Größe und Position in jeder Lage gut zu erreichen sind. Die Power-Taste ist beleuchtet und zeigt darüber an, ob eine Bluetooth-Verbindung besteht oder nicht beziehungsweise ob sich der Lautsprecher derzeit im Pairing-Modus befindet.

Über den Füllstand des internen Akkus geben drei kleine LEDs Auskunft, anhand derer sich auch ablesen lässt, ob der Akku noch lädt oder bereits vollständig befüllt ist. Das dauert etwa 3,5 Stunden, wenn er komplett entladen ist. Ohne das Netzteil ist der Ladeprozess auch per USB-Port an einem PC oder Notebook möglich. Laut JBL reicht eine Akkuladung für bis zu 12 Stunden Musikwiedergabe aus, wobei das tatsächliche Ergebnis logischerweise von der Lautstärke abhängt. Diese Leistung ist beachtlich, denn viele Konkurrenzprodukte mit eingebautem Akku liefern nur 5 bis 6 Stunden. Auch der ebenfalls von JBL stammende Bluetooth-Lautsprecher Flip, dessen UVP 20 Euro niedriger angesetzt ist, hält nur 5 Stunden durch. Um die lange Laufzeit zu erreichen und genug Leistung zum Laden anderer Geräte mitzubringen, setzt JBL auf ein 6.000 mAh starkes Exemplar. Wird von der Ladefunktion Gebrauch gemacht, verkürzt sich die Musikleistung entsprechend.

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Praxiseindrücke

Um die Soundqualität zu prüfen, haben wir den JBL Charge per Bluetooth mit einem Apple iPad der dritten Generation mit iOS 6.1.3 und einem LG Optimus One P500 Smartphone mit Android 2.3.3 gekoppelt. Beide Geräte haben den Lautsprecher ohne Umschweife erkannt, das Pairing dauert nur wenige Sekunden. Quelle und Lautsprecher können mehr als 10 Meter voneinander entfernt werden, dennoch bleibt die Verbindung stabil. In unserer Testumgebung kam es auch durch Wände und eine Decke hindurch nicht zu Abbrüchen. Erst zwei Stockwerke über dem verbundenen iPad mussten wir gezielt nach einer optimalen Position suchen.

Klanglich hat der Charge einiges zu bieten: Wer den Lautsprecher zum ersten mal anwirft, wird von dem druckvollen Sound und auch von der hohen Lautstärke überrascht sein. Sie reicht nicht nur für ein Picknick zu zweit aus, sondern ist auch durchaus in der Lage, Partystimmung zu verbreiten. Eine große Sound-Anlage kann der Lautsprecher natürlich trotzdem nicht ersetzen und dürfte sich in einem großen Raum etwas verloren fühlen, für die kompakte Größe ist das Ergebnis aber überzeugend. Durch die gute Bassleistung gibt er besonders bei passenden Musiktiteln eine gute Figur ab. Als nicht perfekt, aber immer noch ordentlich stufen wir den Sound bei Pop- oder Rocksongs ein, bei reduzierten Liedern empfanden wir den Charge aber teils als etwas dumpf.

Fazit: Nicht ganz billig, aber beachtlich laut

149 Euro sind nicht wenig für einen externen Lautsprecher, dafür punktet der JBL Charge aber auch mit einem guten Klang und einem starken Akku. Da nur wenige Tasten vorhanden sind, ist er besonders einfach zu bedienen, beschränkt sich aber auch auf das Wesentliche. Mit dem Flip existierte bereits ein mobiler Bluetooth-Lautsprecher von JBL, der neue Charge tauscht nun die Freisprechfunktion gegen eine Ladefunktion für Handy, MP3-Player oder Tablet aus und zielt damit auf die Nutzung im Freien ab. Ob nun die Rufannahme oder die Akku-Tankstelle das lohnenswertere Extra ist, muss jeder selbst entscheiden.

Name: JBL Charge
Hersteller: JBL
Internet: de.harmankardon.com
Preis: 149 Euro (UVP)


z.Z. 149 Euro
Technische Daten:
Abmessungen: 175 x 74 mm
Gewicht: etwa 450 Gramm
Max. Ausgangsleistung: 2 x 5 Watt
Kompatibilität: Bluetooth-Geräte
Schnittstellen: USB, Audio In (Klinke), Bluetooth
Sonstiges: Integrierter Lithium-Ionen-Akku mit 6.000 mAh
Lieferumfang: Mikro-USB-Kabel, Netzstecker mit USB-Anschluss, Neopren-Trageetui, Kurzanleitung
Pro & Contra:
guter Sound
kabellos, da Bluetooth
integrierter Akku
USB-Ladefunktion 
teils freiliegende Anschlüsse
keine Fresprechfunktion wie JBL Flip
Bewertung:
Klang (50%): gut
Bedienung (20%): sehr gut
Funktionsumfang (15%): gut
Verarbeitung (15%): gut
Gesamtnote gut (1,8)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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